Mittwoch, 24. August 2011

Auf der Suche wieder einmal. Einmal mehr erfolgreich. Einmal weniger. [Pics]

Tja. Gestern war ein sehr turbulenter Tag.
Hmmm...
Ich bin gerade etwas leicht (oder eher schwer) alkoholintoxiniert in mein Zimmer zurückgekommen.
Normalerweise würde ich einiges über den stressigen - wenn auch erfolgreichen - gestrigen Tag schreiben, wo ich einen neuen Vorderreifen (um 520 Bolivianos =52€), ein Luftfilteröl, einen Tirefix Spray oder einen "Slime" Reifenschutz gekauft habe.
Oder, daß ich nach einigem Suchen eine Werkstätte gefunden habe, wo ich das abgenutzte Mitnehmer-Zahnrad meines Endantriebes anfertigen lassen könnte.
Oder, daß uns Luis - ein äußerst hilfsbereiter Argentinischer Motorradfahrer,der in St. Cruz lebt und uns mit seiner 15 Jahre alten Africa Twin durch Zufall auf der Straße überholte - geholfen hat und uns quer durch den äußerst dichten Verkehr zu einem ausgezeichnetem Motorradzubehör Shop führte.


Oder, daß Susan und ich danach in einem österreichischen Lokal zu Mittag gegessen haben.


Oder, daß wir Stunden in dem intensivem Verkehr festgehangen haben.


Oder, daß gestern Susan Ihren Gepäckträger in einer dubiosen Werkstätte richten ließ.


Oder, daß ich heute wieder in meinem Hostal wegen MrC angesprochen wurde und Arturo versprochen habe, das von ihm geschossene Photo per Mail zuzuschicken.


Oder, daß ich heute Stunden recherchiert habe, wie ich das abgenutzt Teil meines Endantriebes ausbauen muß - oder ob es doch nicht besser sei einen vollkommen neuen Endantrieb aus Deutschland kommen zu lassen.
...und ich erwähne jetzt nicht einmal, daß heute der Schlüssel meines Zimmer beinahe abgebrochen ist, ich über eine Stunde vor der verschlossenen Tür stand, es keinen Ersatzschlüssel gab, und ich mich am liebsten einfach nur der Alkoholintoxikation hingeben wollte - dies nur ohne der eingeschlossenen Geldbörse relativ wenig Spaß versprach.
All dies kann ich heute leider nicht schreiben, da ich nach einem sehr illustren Abendessen mit Kurt - dem wieder getroffenem Schweizer - vollkommen alkohohlintoxiniert in meinem Bett liege. Schade auch.
...Naja. Oder schön aber auch.

Montag, 22. August 2011

Rote Ampel werden überbewertet [Pics]

Santa Cruz. Eine Stadt gerade einmal 400km von Sucre entfernt.
..und trotzdem brauchte ich weit über eine Woche für die Strecke.
Im Moment sitze ich gerade in einem Lokal ca.10min Fußmarsch von meinem Hostal entfernt. Frisch ausgestattet mit Geld - meine im voraus zu zahlende Hostalrechnung konnte ich gerade eben noch mit meinem 10% Rabatt meines Jugendherbergsausweis begleichen: in Samaipata (und klarerweise in allen kleineren Ortschaften, die ich passierte) gab es keine Bankomaten. Somit gab's zuerst mal eine kleine Suche nach "Nur Bares ist Wahres". Gefolgt von der Suche nach einem dezentem Lokal - wo ich gerade sitze und wild in mein Handy tippe. Auf mein Lomo Argentino wartend - das vom Kellner empfohlene Steak. Neben mir die 600ml Pacena Bierflasche. (Mittlerweile leer. Diese Flaschen sind auch nicht mehr das, was sie früher waren....)
Die Fahrt von Samaipata nach Santa Cruz war im großen und ganzen recht angenehm. Fast vollständig asphaltiert. Und die etwaigen Löcher im Asphalt... Ja,mei... Technische Details halt..
Aber ich geb zu. Ich bin verwöhnt: ein Schaffell für mein zartes Popscherl. Griffheizung. Yap. Bei Temperaturen um die 10 Grad geht es einem schon ab... Anyway. Der chinesische 200ccm Gatschhupfer hat aber auch seine Qualitäten. Auf einer Straße um die Kurven zu flitzen ist schon fein. Insbesonders sich wieder in die Kurven zu werfen ist für einen Gespannfahrer was sehr Nettes. 
Nachdem Susans Gepäckträger auf der Stecke vorhin vollständig gebrochen ist, haben wir auch ihr Gepäck auf MrC umgepackt und insofern hatte ich gerade einmal einen halb leeren Koffer auf den Rest des Gepäckträgers aufgebunden. Ideal fürs Kurvenjagen... :-)
Lustig war es dann wie Susan und ich zu der ersten Ampel kamen. Der ersten in Bolivien, wo wir mit den Motorrädern unterwegs waren... Wir haben bei der roten Ampel sogar Photos gemacht voller Euphorie über die Rückkehr in die Zivilisation...
...Ähem. Und dabei den Verkehr behindert.
Nachdem dort nämlich kein Polizist stand, hat die rote Ampel niemanden gestört. Eher wir, weil wir davor Photos geschossen haben.
Erst bei der nächsten haben wir gelernt, daß rote Ampeln nur ernst genommen werden, wenn dort ein Polizist mit Trillerpfeife steht..
Anyway. Mittlerweile ist mein Steak gekommen. Ich bin satt. Und alkoholintoxiniert. Auch fein.

 

Ach ja. Ich habe hier Internet. Und werde somit endlich ein paar Photos wieder hochladen (auch wenn diese Photos schon etwas länger auf meiner Homepage unkommentiert herumgegeistert sind): 2011-05-20 Auf Zum Heiligen Petrus - San Pedro De Atacama - Ein Album, welches ich meinem Onkel Werner widmen möchte. Dickes Busserl an alle meine Lieben!

Sonntag, 21. August 2011

Samaipata hat uns lieb

...und will uns nicht weglassen.

Seit 2 Tagen hängt ein Schild an der Tankstelle „No hay Gasolina“. Was soviel heißt wie – „Nix Sprit“.

Nun ja. Samaipata ist ja eigentlich eine nette Stadt mit sehr netten Restaurants. Wie zum Beispiel das im 2010er Lonely Planet hochgelobte Restaurante „Landhaus“. Von einem Deutschen geführt. Donnerstag bis Sonntag offen.

Nur wie ich gestern dort war, hat es geheissen, daß sein Sohn, der das Restaurant führte, leider nach Deutschland zurückgegangen ist. Vor mehreren Jahren. Ach... Technische Details..

Und ja mei... Nur weil die Tageshöchsttemperaturen auf 6C gefallen sind – und es nachts auf rund 2C abkühlt, heißt das doch nicht, daß es im Zelt kalt sein muß, oder?

Ach. Habe ich übrigens den Regen erwähnt, der vorgestern den ganzen Tag gefallen ist, sodaß diese feuchte Kälte überall hineinkriecht? Technische Feinheiten.

 

Heute wollte ich noch mit Susans Bike eine kleine Spritztour zum „El Fuerte“ – einer rund 3000 alten Geheimnis umwogenen Ruine – hier in der Nähe fahren. Nur bei der Tankstelle gab es eben keinen Sprit mehr – nur Diesel. D.h. nix mit Spritztour – ich schaffe es in der Reserve gerade eben noch hier zum Internetkaffee und dann (hoffentlich ;-)   ) wieder zurück zum Campingplatz. Aber ist ja nicht so schlimm: ich habe dort Wera und Friso getroffen. Ein Deutsches Pärchen, die mit Ihrem Mercedes Sprinter durch Südamerika reisen und welche die letzten Tage am gleichen Campingplatz genächtigt haben. Diese haben mir netterweise eine Eintrittskarte für das örtliche Museum geschenkt. Welches von 08:30 bis 18:00 geöffnet hat.

...Ähem. Wochentags. Am Sonntag – heute also – nur von 08:30 bis 16:00.

Ich war um 15:59 bei der Eingangstür. Tja. Also doch Internet.

Mal schauen, ob wir morgen also nach Santa Cruz aufbrechen. Ich möchte das Zelt ungern im feuchten Zustand einpacken. Und vorallem ohne Sprit ist´s a mühsame Geschichte nach Santa Cruz zu kommen - 200km schieben könnte anstrengend sein... Mal schauen.

Donnerstag, 18. August 2011

Tausch.Rollen.

Ach. Wie wieder die Zeit vergeht. Bei Ereignisreichen Tagen merkt man so gar nicht wie schnell so was passiert...

Ich habe übrigens gerade festgestellt, daß ich für die Strecke von Sucre nach Samaipata – für die man normalerweise 12h braucht, eine ganze Woche benötigt habe.

Und eigentlich waren es von Valle Grande nach Samaipata gerade mal so ca. 60km Luftlinie. Und weil das ja so nah ist, wollten wir noch einen kurzen Abstecher nach La Pajcha machen – es gibt dort drei spektakuläre Wasserfälle, die wir „am Weg" so kurz mal mitnehmen wollten. Und so sind wir nicht die längere – dafür aber wesentlich bessere Strecke – über die asphaltierte Hauptstraße gefahren, sondern wieder einmal die Nebenstraße über Tierras Nuevas. Klingt unspektakulär. Ist es aber nicht. Weder landschaftlich – diese war überaus beeindruckend. Noch die Fahrbahnbeschaffenheit – diese war... Hmmmm... Eigentlich kann ich auch nicht sagen, daß sie spektakulär war. Dafür war sie zu wenig existent.

Nennen wir es korrekter Weise – die „bereits von anderen Fahrzeugen vor uns befahrenen Wege". Es war ein qualitativer Querschnitt von Südamierkanischen Wegen: Steine, Sand, Wellblech, Wasserdurchquerungen... Alles was so das Motorradfahrerherz höher schlagen läßt. (Über die Auswirkungen von Adrenalin auf die menschliche Herzfrequenz gehe ich hierbei nicht näher ein)

Naja. Susan wollte dann auch Schlagfestigkeit Ihrer Motorradkoffer testen und hat vorgestern beschlossen hierfür ihren Vorderreifen in eine Querrille zu versenken, sodaß dieser zur Seite wegschlägt und das Motorrad umkippt. Aber zum Glück ist nichts passiert. Motorrad und Susan sind heilgeblieben.

...Naja. Bei diesem Mal.

Leider hat sie am selben Tag dann noch einmal das Motorrad abgelegt und sich dabei den Vorfuß ziemlich brutal verbogen, sodaß wir dann nach Postrervalle (ca. 12km vom Unfallort) ins Spital fahren mußten. Der Schuh ist schon am Unfallort so stark angeschwollen, daß ich vorgeschlagen habe ihn nicht auszuziehen – anzeihen wäre dann nicht mehr möglich gewesen... Tja. Nur aber wie machen mit einem kaputten rechten Bein?

... Also einfach Rollen getauscht: Schnell noch Susan einen „Crash"-Kurs in Gespann Fahren gegeben. Platz am Seitenwagen geschaffen, sodaß sie ihr rechtes Bein hochlagern kann. Mich noch schnell informiert, wo bei ihrem Bike der Starter ist. Und los gings.

Für mich war es spannend von 3 Räder wieder auf 2 zurück zu gehen. Und lustigerweise habe ich ja bis jetzt nur Bikes mit einem Hubraum um die 1000ccm gefahren – zum Beispiel wäre für mich die Alternative zu einem Gespann eine BMW 1200 GS Adventure gewesen. Rund 240kg Leergewicht.

Und plötzlich war ich auf einem Bike mit 199ccm. Mit einem Gewicht, was ich am Gespann so grad einmal als Zuladung dabei hab.

Anyway. Ist aber lustig zu fahren – beinah wie mein Mountain Bike... :-P

Im Spital ergab dann der kurze Check, daß wahrscheinlich nichts gebrochen ist – Röngtenapparat gab´s dort in der vielleicht 300 Seelen Gemeinde nicht. Aber der Fuß war ziemlich angeschwollen. Und rasche Besserung ist also nicht in Sicht.

Aber nachdem es Susan auf meinem Seitenwagen so gut gefallen hat, haben wir beschlossen zumindest noch die weiteren 7km nach La Pajcha weiterzufahren und uns dort ein Nachtlager zu suchen.

Es ist überraschend schwierig einen netten und vorallem sicheren – d.h. blickgeschützten – Campplatz zu finden. Aber durch Zufall haben wir einen perfekten Ort gefunden: direkt am Fluß. Ein kleiner mit unseren Fahrzeugen befahrbarer Feldweg führt von der Straße weg. Durch Büsche beschattet. – Und auch noch windgeschützt, womit wir an dem windigen Tag nicht gerechnet haben...

Tja. Nur leider ist Susan´s Fuß am nächsten Tag noch mehr angeschwollen, sodaß sie überhaupt nicht gehen konnte. Somit haben wir nur eine „Spritztour" zu dem nahegelegenen Wasserfall gemacht, bzw. in das nächstgelegene Dorf – in der leider erfolglosen Hoffnung etwas Brot zu finden. (Der Brot Verkauf erfolget hier übrigens durch Privatpersonen, die sich ein Zubrot verdienen wollen. Diese Hausbäckereien erkennt man dann daran, daß ein weißer Sessel vor der Haustür auf die Straße gestellt wird.) Aber ansonsten war es ein gemütlicher Tag – wo wir halt in der Wildnis von unseren letzten Notreserven gelebt haben. Fein war hierbei übrigens meine Exped Hängematte – mit einem genialem Moskitonetz. Herrlich so faul mitten in der Pampa herumzukugeln....

Ach... Aber nicht zu vergessen, daß ich mir mal wieder meine Hinterradbremse verbogen habe: Bei einer spektakulären Flußdurchfahrt - mit Susan am Beifahrersitz - bin ich an einer tiefen Stelle über einen Stein gebrettert, der mir den Fuß-Bremshebel nach oben verbogen hat (und nebenbei auch das Bremsauge dann am Endantrieb) Aber die Hinterradbremse wird sowieso überbewertet. Oder?...

Ach. Technische Details - werde ich mir dann in Santa Cruz zurechtbiegen lassen.

Nachdem uns dann aber auch schon das Trinkwasser ausging – und der Fluß vor unserer Nase nicht unbedingt das sauberste Wasser hatte (bzw. ich auch keinen Wasserfilter habe – der übrigens ganz oben auf meiner derzeitigen Wunschliste steht) sind wir dann gestern nach Samaipata aufgebrochen.

Susan auf Mr.C.  Und ich halt wieder auf dem 199ccm Gatschhupfer.

Und eh kloa, daß die Strecke wieder voll versandet war... Aber der Mensch braucht ja Herausforderungen. Nicht wahr?...

Um ca. 11:00 sind wir gestern aus der Wildnis aufgebrochen. Und nachdem wir rund 40km an Entfernung an Luftlinie zurückgelegt haben, sind wir dann um ca. 17:00 endlich in Samaipata in unserer Unterkunft angekommen: Heinz und Irene – die beiden Österreicher mit ihrem Geländewagen – haben mir die Herberge „La Vispera" empfohlen. Geführt von Peter und Marga, einem holländischem älterem Ehepaar, welche schon seit über 25 Jahren hier leben.

Und Heinz und Irene haben nicht zuwenig versprochen: Ein herrlicher Kräutergarten. Eine geniale Dusche – nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit hier in Bolivien: warmes Wasser, einfach zu regulieren, starker Wasserdruck. Fast wie zuhaus... Wenn gleich die Unterkung nicht billig ist: für mein Zelt und für mich zahle ich 30 Bolivianos (3€)) pro Nacht. Kein Schnäppchen – insbesonders wenn man bedenkt, daß ich in Tarabuco um 15 Bolivianos ein Zimmer bekommen hätte.

Anyway. Dafür gibt es hier ein sehr nettes Cafe, wo ich mich den ganzen Tag hingesetzt habe um meine Photos endlich zu ordnen. Bei der Migration und dem Import von den Photos von Fred sind da hunderte Photos doppelt und in falsche Folder importiert worden, sodaß ich da mühsam manuell wieder alles glatt ziehen mußte. Aber so kann man auch einen ganzen Tag verbringen... (Und - yap: ich versch*** schon ziemlich viel Zeit mit meinem Computer.)

Ach. Technische Details – Teil 2.

Aber mal schauen, wann es dann von hier jetzt weitergeht. Und auch wie – ursprünglich wollte ich mir ja den Pantanal an der Grenze zu Brasilien anschauen.

Aber ich mag Susan so mit einem kaputten Fuß nicht zurücklassen. Als Gentleman ist man natürlich verpflichtet da beizustehen.

...Und es hat absolut gar nichts damit zu tun, daß Samaipata ja wirklich nicht so schlecht ist – es gibt hier laut Lonely Planet jede Menge ausgezeichnete Restaurants. So ein Pech aber auch...

Mittwoch, 17. August 2011

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Montag, 15. August 2011

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Sonntag, 14. August 2011

Mücken.Stich

Der vorgestrige Tag hat durchaus einige Geschenke hinterlassen. Derer sogar viele. Irgendeine Zahl zwischen 30 und 50.

...Nur leider an Mückenstichen.

Insofern war meine gestrige Nacht durch eine gewisse Nachtaktivität geprägt – Kratzen.

 

Anyway. Dafür war dann der darauffolgende Morgen umso gemütlicher. Nachdem wir gestern ja noch im Casa del Telegrafista angekommen sind und dort das Zelt aufgebaut haben, mußte heute in der früh alles dann wieder eingeräumt werden. Aber mit einem kurzen Abstecher über erneutes Ventilspieleinstellen (die ausgeleierten Schrauben haatten sich gelockert) und Federvorspannung des Seitenwagenfederbeines reduzieren dauerte das Ganze dann doch bis rund 14:00 bis wir von dort weggekommen sind.

(Übrigens wirklich „spannend“, wie man so eine Federvorspannung verstellen kann: Nachdem ich mein Federbein dafür vollkommen entlasten muß, habe ich da mit Hilfe von Spanngurten die Federn zusammengedrückt. Sehr spannend das ganze – um nicht abzurutschen und mit den Fingern da in den Federn eingeklemmt zu werden. Aber alle meine 9 Finger haben es überlebt... ;-)   )

Und genauso gemütlich war es dann auch den Rest des Tages – um kurz vor Dämmerung (rund 17:30) sind wir dann in Valle Grande eingeritten. (Gerade mal ca. 70km Luftlinie entfernt.) Noch schnell ein Hotel gesucht (in dieser übrigens überraschend unfreundlichen Stadt). Abendfutter eingeworfen. Und dann aber endlich wieder in ein weiches Bett gefallen. Auch fein.

Samstag, 13. August 2011

Auf den Spuren von Che Guavara

Was für ein herrlicher Tag heute. So ein Tag wie man ihn öfters haben sollte. Nach einem gemütlichen Aufstehen und Frühstück – durch einen großen Erdwall geschützt von den Blicke der aber eh durchaus wenig befahrenen Straße – ging´s dann um rund 11:00 Richtung Norden nach La Higuera weiter. La Higuera ist das erste Dorf, welches wir dann nach über 4 Stunden erreichten. Und der Ort wo Che Guevara hingerichtet wurde.

Am Weg gab es noch hier und da vereinzelt irgendwelche Häuser. Aber ansonsten Natur pur.

...aber was für eine Natur! Herrliche Täler.  Ein riesiger Fluß, welchem wir für einige Zeit folgten. Daneben hohe Berge. Alles begrünt. Wenn auch nur Kakteen – aber immerhin grün.

Wenn gleich der Weg wieder etwas für hartgesottene war und die Maximalgeschwindigkeit einmal im dritten Gang sogar gerade mal 60kmh – wenn auch nur kurz... Aber die herrliche Landschaft entschädigte wieder für so vieles. Vorbei die deprimierenden Gedanken über MrC und seine technischen Probleme. Die Gedanken ihn zurück zu schicken... (Wenn gleich der Motor noch immer komische Geräusche macht. Aber das werde ich mir in Santa Cruz genauer anschauen)

Der einzige Nachteil des heutigen Tages: wir hatten zuwenig Wasser mit. Die Temperaturen kletterten auf über 35C wie wir wieder von 2000m+ auf Meeresniveau ins Tal hinabfuhren. Und wir wollten nur noch eines: etwas wirklich Kaltes trinken. Nicht die letzten Sicherheitsreste der im Seitenwagen eingeklemmten – und trotz Schatten – bacherlwarmen Wasserflasche.

Allerdings der Vorteil: bei den Temperaturen habe ich dann ganz auf das Essen vergessen. Was bei den nur noch vorhandenen Notreserven auch gut war.

Letztendlich sind wir dann durch Zufall eben in La Higuera gelandet – ein Schild auf der Straße zeigte das Piktogramm einer Dusche. Welchem wir dann gefolgt sind: zu einem sehr netten von Franzosen geführtem Campingplatz. Es war allerdings nur der rund 14 jährige Sohn der Köchin da – der Inhaber und die Köchin machen anscheinend gerade einen Trek irgendwo in der Gegend.

Bevor wir das Zelt aufbauten, brauchte ich aber noch schnell etwas zu Essen. Gedanklich erwartete ich einen trockenen Sandwich. Lieblos hineingequetscht vielleicht eine Scheibe Käse. Und mit viel Glück eine Scheibe ausgetrocknetem Schinken. Auf meine Frage, ob ich etwas hier in dem Campingplatz bekommen könne, meinte der französische Jüngling nur, daß der Kühlschrank leider kaputt sei. Also nix mit Sandwich.

Aber er meinte, daß gegenüber ein Restaurant sei. Eventuell könnte ich da was bekommen. Hmmm... Philipe ohne Essen? Sehr depremierender Gedanke. Also in lauter Verzweiflung noch da hinunter gehatscht. Meine Anforderungen schon reduziert auf Brot. Mit IRGENDWAS.

In dem Lokal angekommen antwortete mir – der übrigens ebenfalls Französische - Besitzer: „Leider. Aber Sandwich haben wir keinen“.

...“Aber ein Brathuhn aus dem Ofen. Mit Spaghetti in einer Safran-Senf-Sauce mit feinen Frankfurter Würstchen (hergestellt übrigens von einem Deutschen in Santa Cruz). Als Vorspeise dazu einen Thunfischsalat mit Palmenherzen und frischem Gemüse. Und als Nachspeise einen Obstsalat aus feinem Obst inklusive in Rum eingelegter Pflaumen.“

Nach drei Dosen Bier zusätzlich war ich im Himmel angekommen...

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Freitag, 12. August 2011

Einmal Tarabuco. Und zurück...

Manche Sachen könnten ja so einfach sein. So wie aufs Motorrad aufsteigen. Losfahren. Ankommen.

Und es begann so wie die meisten meiner Touren. Mein Motor machte beim Starten komische Geräusche. Aber immerhin besser als das Bike von Susan. Welches gar nicht ansprang.

Um Zeit zu sparen fuhr ich noch mal zu Jamie, meinem letzten Mechaniker vorbei um seine Meinung einzuholen, während Matschek – der australische Motorradfahrer mit polnischen Wurzeln, mit dem ich die letzten Tage mehr unternommen habe – sich um das Bike von Susan kümmerte. Bei Jamie ergab sich, daß sich das Ventilspiel eventuell noch ein bißchen einarbeiten muß und deswegen so laut klingt. Aber kein Grund zur Sorge laut ihm.

Bei der Rückkehr ins Hostal bastelten Matschek und Susan noch immer an ihrem Bike herum. Und manchmal muß man Glück haben – bei der Beschreibung des Fehlerzustandes tippte ich auf eine defekte Zündkerze. Und was war´s? ... Die Zündkerze. Kaputti.

Naja. Endlich um kurz vor eins sind wir dann weggekommen.

Wir wollten zuerst Richtung Osten nach  Tarabuco – dem Ort, wo es den bekannten Sonntagsmarkt gibt - und dann Richtung Norden nach Samaipata. Ist zwar weder der kürzeste noch der am besten ausgebaute Weg. Aber ich hatte die Hoffnung, daß es der landschaftlich schönste Weg sei – und nebenbei kommen wir dann auch am Sterbebett von Che Guavara vorbei, der in der Nähe von Valle Grande hingerichtet wurde.

Tja. Und wie wir so die Strecke fahren, die 3 Wochen davor Fred gefahren ist, kommen wir einiges außerhalb von Tarabuco zu einer Baustelle. Die Straße ist gesperrt. Und wir warten halt - solche Straßenbauarbeiten sind ja schließlich nichts ungewöhnliches in Südamerika. Und wir warten. Und wir warten...

Und dann fragen wir irgendwann einmal. Und es stellt sich heraus, daß die Straße tagsüber immer gesperrt ist – nur passierbar zwischen 18:30 und 07:00.

Gut, daß wir mittlerweile schon durchaus einige Zeit gewartet haben. Nur Fred hatte davon nichts mitbekommen. Er ist nämlich an einem Sonntag durchgefahren. Und da ist natürlich Baustopp.

...und klar, daß ich nicht an einem Sonntag da durch will.

Tja. Aber was sollen wir machen? Noch weitere 2 Stunden bis 18:30 warten und dann in der Dunkelheit weiterfahren bis zur nächsten Stadt und dann in vollkommener Finsternis noch eine Herberge suchen? Inklusive sicherem Abstelllplatz für die Bikes?

Schweren Herzens fahren wir dann also Richtung Sucre nach Tarabuco zurück. Weit sind wir ja nicht gekommen. Gerade mal 55km.

Nur dort finden wir auch keine Herberge  - inklusive eben den Bikes. Nach ein bisserl Suchen, bekommen wir dann den Tipp den hiesigen Polizeichef zu fragen – wir haben ja ein Zelt und brauchen ja nur eine Campmöglichkeit. Naja. Mit der Möglichkeit um 06:00 losfahren zu können – damit wir vor der Straßenschließung um 07:00 sicher an der Baustelle durch sind. Also haben wir dann im Hinterhof von irgendeinem dubiosen offiziellem Gebäude gezeltet.

... Und es war nicht so ganz einfach um 05:30 dann aufzuwachen, um 06:00 dann loszufahren und dann wirklich sogar um 06:30 die Baustelle zu passieren. (Abgesehen von einem äußerst suspekten Polizeichef, bei dem wir nicht sicher waren ob der uns – unseren Zeitdruck kennend – um 06:00 um 20 Bolivianos auch wirklich fahren läßt. Oder doch auf wundersame Weise den vereinbarten Preis dann erhöht. Zum Glück war er dann in dieser Herrgottsfrüh genauso wie wir nicht sonderlich kommunikativ und kam da nicht auf blöde Ideen. Oder zumindest war er nicht in der Lage diese von sich zu geben)

Aber was für ein Glück, daß wir gestern in der Nacht nicht mehr die Strecke gefahren sind: 10km kurvige Strecke. Keine Ausweichmöglichkeit bei Gegenverkehr – außer eben eine 20cm Stufe aufs Bankett hinunterzufahren und hoffen, daß irgendwo in der Ferne dann wieder irgendwelche Steine angehäuft sind, sodaß man wieder hochkommt. Auf der halbfertigen Gegenfahrbahn riesige Felsbrocken – damit keiner auf die Idee kommt eben genau dort zu fahren.

Anyway.

Heute sind wir dann über 10h am Bike gesessen. Und die letzten 3h haben wir dann suchend verbracht – es ist wie gesagt auch gar nicht mal so einfach eine Campingmöglichkeit hier zu finden. Es gibt nämlich genau eine Straße hier. Aber keine die dann irgendwo hinweg führt. Sogar die Bauernhäuser hier haben hier in der waldigen Berglandschaft keine Auffahrt – gerade mal irgendwelche schlammigen Gehwege. (Auto hat hier sowieso keiner)

Aber jetzt endlich geschafft. Wildcampen. (Mit einem übrigens äußerst lausigen Wildreis-„Finas Hierbas“-Ei-Mix. Der Nachteil, wenn einem genau diese Ingredienzen auf der Ripiostrecke aufplatzen und dementsprechend verarbeitet werden müssen)

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Donnerstag, 11. August 2011

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Mittwoch, 10. August 2011

Verzögerungen und Mechaniker

Eigentlich wollte ich heute Richtung Santa Cruz fahren. Susan, die Australierin mit ihrem 200ccm Chinabike, wollte auch in die Richtung und da wollten wir noch ein Stückerl gemeinsam fahren.

Tja. ...Aber es kommt wieder mal anders als man denkt: Mein Magen hat wieder sein Einspruchsrecht in Anspruch genommen. Und somit bin ich dann noch einen weiteren Tag in Sucre geblieben. Netterweise hat Susan dann auch noch einen weiteren Tag hier verbracht, sodaß wir dann hoffentlich morgen dann endlich wegkommen. Nach über einem Monat in Sucre juckt es mich schon sehr hier endlich abzufahren...

Nachdem ich in der Nacht auch wieder das lustige „Klo-Fliesen-Zählen“ gespielt habe, habe ich dann den Vormittag noch im Bett verbracht, bevor ich aus dem Bett gekrochen bin. Naja. Eigentlich ist 1 Uhr streng genommen Nachmittag.

Und ich habe mittlerweile schon von vielen Seiten gehört, daß sie bei ihrem Besuch in Sucre Magenprobleme hatten. Meine Vermutung ist da eventuell das Leitungswasser als Ursache. Aber wer weiß... Anyway.

Am Nachmittag war ich dann noch in einer anderen Werkstatt, wo ich mein lockeres Top-Case noch mal befestigen ließ. Reter Pömer* [Name von der Reaktion geändert] hatte das Top Case mit 2x2 relativ schwachen Schrauben befestigt. Und diese schwachen Verbindungen haben sich dann über die Zeit klarerweise ausgeleiert. Naja. Jetzt habe ich eine Versteifung hineingebaut und ich habe die Hoffnung, daß es etwas länger hält.

Dann habe ich heute auch mal wieder den Luftfilter gereinigt (was übrigens wirklich notwendig war – ich hatte da mittlerweile ein Biotop in meinem Luftfilterkasten) und das Ventilspiel wieder kontrolliert (welches interessanterweise wieder – wie immer – zu eng war)

Und zum Abschluß habe ich noch einen Ersatzreifen von Apolinar abgeholt – endlich haben mein Beiwagen, mein Hinterreifen und mein Ersatzreifen die gleiche Größe.

Tja. Nachdem ich erst wieder um kurz vor Acht abends von den ganzen Motorradeinkäufen zurück bin, habe ich noch immer nichts eingepackt. (Und eine selbst gemachte Eintropfsuppe mußte es aber heute abend noch sein)

Naja. Aber morgen gehts endlich auf jeden Fall weiter. Auch wenn das Einpacken dann eher unorganisiert erfolgt. Aber endlich mal weiter...

Dienstag, 9. August 2011

Reter Pömers* Erbe

Ach. Manchmal sind es die kleinen technischen Details. Die einen umbringen. Oder zumindest können.

Samstag ist dann Apolinar noch in mein Hostal gekommen und hat den Wackelkontakt behoben.

Am Sonntag habe ich dann noch mal einen intensiven Check von meinem Fahrzeug gemacht. Und mir ist aufgefallen, daß die Öleinfüllschraube von meinem Endantrieb ölig ist. Was eigentlich komisch ist, da für den Reifenwechsel der Endantrieb an sich eigentlich gar nicht angegriffen werden muß.

Ist ja alles nicht so schlimm. Mach´ma halt schnell einen Ölstandcheck aller Ölstände.

Das Problem bei meinem Fahrzeug ist, daß der Ölstand des Kardans nur in der Art überprüft werden kann, daß man einfach Öl in den Kardantunnel einfüllt und wenn nicht mehr reingeht: dann ist er voll – eine dedizierte Ölstandsschraube wie beim Endantrieb fehlt. (Für diejenigen die eine Ölstandschraube nicht kennen – man öffnet diese und füllt Öl nach. Wenn es dann anfängt von dort rauszutropfen ist der korrekte Ölstand erreicht)

Wie ich das eben überprüfen möchte und somit Öl nachfüllen will, stelle ich fest, daß meine ganzen Ölflaschen fehlen. Die habe ich in irgendwelche Öffnungen am Fahrzeug hineingesteckt. Und sie sind alle nicht mehr da. Anscheinend haben die halbleeren Flaschen bei dem Ausflug zum letzten Sonntagmarkt einen neuen Besitzer gefunden.

...anscheinend hat er sie als halbvoll angesehen.

Anyway.

Nur was machen am Sonntag Nachmittag? Ohne Öl, welches ich nachfülle, kann ich den Ölstand eben nicht überprüfen.

Lustigerweise habe ich dann in der Nacht durch Zufall in einm Null-Acht-Fünfzehn Supermarkt ein SAE85 GL5 Getriebeöl gesehen. Was man so halt braucht und deswegen im Supermarkt so findet...

Tja. Und dann wie ich halt so den Ölstand überprüfe indem ich Öl nachleere. Und nachleere. Und nachleere. Und nachleere... Und... Ähem.

Mein Kardan war staubtrocken.

Wie ich dann gestern, Montag, noch Apolinar, meinen Mechaniker,  anspreche, stellt sich heraus, daß er das für den Kardan vorgesehene Öl in den Endantrieb geleert hatte. Und mein Kardan dafür aber vollkommen trocken blieb.

Daß ich da von seiner Werkstatt bis zu meinem Hostal mit vollkommen trockenem Kardan fuhr, ordne ich in die Kategorie „Technische Details“ ein.

 

Interessant finde ich allerdings die Frage, welcher Idiot sich diese saublöde Lösung für die Demontage des Hinterreifens ausgedacht hat – welche eben auch ein Öffnen des Kardans für einen einfachen Reifenwechsel erforderte.

Um ein einfaches Wechseln des Hinterreifen durchzuführen muß ich nämlich folgende Schritte ausführen:

1.       Nummerntafel demontieren um Zugang zu den ganzen Sachen zu haben

2.       Bremsgestänge demontieren

3.       Kardanöl ablassen und in einem Gefäß zur Wiederverwendung auffangen

4.       Den Kardan vollständig lösen – mit den Mehrzahnschrauben welche übrigens nicht standardmäßig in Werkzeugkästen enthalten sind

5.       Achse lösen

6.       Endantrieb versuchen seitlich wegklappen

7.       Luft ablassen und Hinterrad irgendwie rausfrimmeln

Das ganze Ausbauen und Einbauen am staubigen Strassenrand – normalerweise in solchen Situationen bei schneidender Kälte und / oder starkem Wind - dauert rund 2 Stunden. Also vollkommen schwachsinnig diese Lösung.

Naja. Netterweise hat mir ja Reter Pömer* [der Mechaniker in Deutschland, welcher mein Fahrzeug für die Reise servisiert hatte, *) Name von der Reaktion geändert] eine vollumfängliche Anleitung ausgedruckt. (Daß seine Druckerpatrone hierbei leer ist, möge man bitte entschuldigen) - Reter Pömer * hatte beim Umbau der Scheibenbremse auf Trommelbremse ja den ganzen Endantrieb zerlegt und da dann auch gleich die Photos gemacht.

(Interessant fand ich damal bei den Gesprächen mit ihm, mit welcher überraschenden Vehemenz er mir die „wartungsarmen“ Trommelbremsen ans Herz legte und mir von den laut seinen eigenen Aussagen „gehören zu den besten Schreibenbremsen, die ich je erlebt habe“ abgeraten hat.  Was für ein Zufall. Böse Zungen könnten behaupten, daß er die Scheibenbremse unbedingt für sich haben wollte. Ich natürlich nicht.)

...bei den zwei Emails die wir nach meiner Abreise noch ausgetaucht hatten – bevor er die Kommunikation mit mir abgebrochen hatte - und wo ich angekündigt habe, einen Rückbau meiner Teile nach meiner Reise zu fordern, informierte er mich, daß rein zufällig alle Teile noch vorhanden wäre. Ausgenommen der Scheibenbremse. Ach. Technische Details.

Nachdem ich mit Horst Ullrich in Kontakt bin – den original Konstrukteur von Mr. C., welchen ich übrigens überaus schätze und welcher mir hier in der Pampa großzügig mit Rat und Tat beisteht – habe ich ihn mal gefragt, was ich da so wegen diesem schwachsinnigen Hinterradausbau machen kann. Und auch gleich wegen meinem Problem, daß das Zahnrad meines Endantriebes ja nach gerade mal 16.000km hier in Südamerika nur noch 2,2mm Flankenbreite hat – statt normalerweise rund 6mm. Und daß ich somit laut einhelliger Meinung der von mir befragten Experten rechnen muß noch maximal weitere 10.000km zu kommen. (Daß Reter Pömer* den Endantrieb revisiert hatte vor der Abreise ist ein kleines technisches Detail. Genauso wie daß Carlos, mein Mechaniker in Mendoza, diesen noch einmal um einige hundert Pesos revisieren mußte, weil ein Lager verkehrt herum eingebaut wurde)

Und Horst Ullrich  schickte mir gestern folgende Antwort - ohne meine Servisierungshistorie zu kennen:

Dieses Gespann hatte mit Sicherheit früher mal eine Scheibenbremse. Man konnte dann mit abgelassener Luft das Rad ausbauen ohne das Hinterachsgetriebe zu lösen. Ich hatte nur ein einziges Gespann mal mit Trommelbremse gebaut und diese als zu schwach empfunden. Danach nur noch mit Scheibenbremse hinten.
[...]
Die verbaute Untersetzung ist mit Sicherheit aus einem Gebrauchtteilefundus.
Was böse Zungen jetzt wohl wieder denken könnten?... Der arme Reter Pömer* würde doch garantiert nicht so eine schwachsinnige Lösung für den Hinterreifenausbau machen. Oder doch?...[Es gilt wie immer die Unschuldsvermtutung.]

Samstag, 6. August 2011

Und es klappt doch. Irgendwie.

Gestern saß ich also. Und wartete. Auf Apolinar, welcher mir versprochen hatte zu kommen und MrC zu reparieren,welcher ja nicht startet. Die Sonne ging unter. Und ich wartete. Auf Apolinar. Welcher nicht kam.
Nach ein paar Anrufen erwischte ich ihn endlich. Er war noch bei der Arbeit und braucht noch etwas mehr Zeit. Hmmmm.... Gut, daß ich da schon ein paar Stunden auf ihn gewartet hatte. Ach. Technische Details.
Auf jeden Fall haben wir dann vereinbart,daß er heute, Samstag, um 10:00 vorbeikommt - es war ja schon dunkel und da machte es wenig Sinn die Elektrik zu reparieren...
Heinz und Irene erbarmten sich meiner und schütteten einen großzügigen Schluck aus ihrer Wasserflasche in mein Glas. Half auch wirklich. Vielleicht lag es daran,daß sie da in die Flasche Vodka umgefüllt hatten.
Heute in der Früh sprang ich halt mit vollem Tatendrang aus dem Bett - und realisierte, daß noch fast 2 Stunden bis zu unserem Treffen fehlten. So ein Schmarrn.
Naja. Zeit kann man ja auch totschlagen.
Und es wurde 10:00. Und 10:15. Und 10:30. Und... (kleine Abkürzung). Aber kein Apolinar.
Und klarerweise - Abheben des Telephons wird überbertet. Über solche kleinen technischen Details sieht man ja hier in Südamerika hinweg.
Letztendlich habe ich dann um 11:30 das Hostal verlassen um zumindest irgendwas von der Unabhängigkeitsfeierlichkeit mitzubekommen. Um dann nach 15min die Nachricht zu bekommen, daß Apolinar vor den Toren des Hostals steht.
Technische Details.
Die gute Nachricht: wenigstens ist alles jetzt in Ordnung mit Mr.C.
Mal schauen was mich als nächstes erwartet. Das Leben ist schließlich Abenteuer... :-)

Freitag, 5. August 2011

Das große Warten. Auf Godot? Nein - Auf Apolinar.

Tja. Das Leben könnte doch so schön sein. So wie zum Beispiel ein Fahrzeug, welches auch anspringt.

Ich bin gerade von Apolinar, meinem Elektriker gekommen.

Den letzten Abnahmetest gemacht.

Mr.C gestartet. Und ins Hostal zurückgefahren.

Wo ich auch mit großem Jubel von den ganzen Gästen empfangen wurde. Naja. Nach 10 Tagen Werkstatt wurde es ja auch langsam Zeit. Oder?

Tja. Und wie ich so ein bisserl die Errungenschaften wie den neuen Batteriehauptschalter demonstriere, fällt mir auf, daß der Blinker nicht funktioniert. Oder die Hupe. Oder Mr.C gesamthaft nicht mehr startet.

...und so warte ich halt hier in meinem Hostal auf Apolinaris, den ich gleich angerufen habe.

Ach. Das Leben ist ein Abenteuer. Mit einem Gespann...

Donnerstag, 4. August 2011

Zum in die Luft gehen [Pics]

Irgendwas mache ich falsch. Streng genommen bin ich ja arbeitslos. Aber irgendwie vergehen die Tage wie im Fluge.

Gestern hat der Tag sehr nett begonnen. Zuerst wieder mal die Schulbank gedrückt. Und dann bei meiner Rückkehr ins Hostal gab´s noch ein kleines Plauscherl mit Heinz und Irene. Die beiden haben gerade mit ihrem Landcruiser die Welt umrundet, sind seit über 20 Jahren ein Paar – und haben getrennte Wohnungen in Salzburg und in Krems. Aber ich mag die beiden. Ein wirklich ausgesprochen nettes Paar die beiden.

Lustigerweise haben die beiden mich dann mit dem Hinweis begrüßt, daß mich ein deutsches Paar sucht.

Wie es sich dann herausstellt, hat dieses deutsche Paar mit einem anderen Pärchen gemeinsam in einem Waisenhaus in Ecuador gearbeitet. Und diesen anderen beiden hatte ich einmal mitten in der Pampa in Argentinien bei einem Motorproblem geholfen und sie meinten dann, wenn das deutsche Paar nach Bolivien kommt, sollen sie Ausschau nach mir halten...  Lustig, wie klein die Welt in Südamerika ist...

Nach dem kurzen Plauscherl ging´s dann wieder zu Apolinar, meinem Elektriker. Ich traf ihn grüblend an: Wie es halt so ist, hat Mr.C in der Früh noch gemeint, daß alles einwandfrei ist. Aber dann beschlossen plötzlich ohne Vorwarnung wieder die Dienste zu versagen. Der Fehler ließ sich dann eingrenzen auf entweder die Zündspule, das Zündsteuergerät oder den Hallgeber.

Aber ist ja alles nicht so schlimm – ich habe ja noch ein zweites Zündsteuergerät mit (welches ich mir in Puerto Madryn zulegte, wie ich damals meine Elektrikprobleme hatte) Und dieses Zündsteuergerät ist ja praktischerweise auch nicht im Zimmer des Hostals, sondern in meinem Koffer von Mr.C.

...welcher aber leider abgeschlossen war (und dessen Schlüssel ich allerdings im Zimmer des Hostals hatte)

Also wieder zurück ins Hostal. Und wieder zurück zu Apolinar...

Wenigstens die gute Nachricht: Die gesamten Arbeiten – inklusive einem neuen Gleichrichter, einem neuen Scheinwerfer und diversen Kleinteilen - kosteten 665 Bolivianos. (66,5€) Irgendwie mußte ich daran denken, daß ich in einer Mercedes Werkstatt einmal 60€ dafür gezahlt habe, daß sie den Diagnosespeicher des Mercedes ausgelesen haben: 60€ - ohne Mehrwertsteuer!...

Anyway. Technische Details.

Am Abend bin ich dann noch mit den beiden Österreichern Heinz und Irene auf ein Plauscherl über ihre Weltreise zusammen gesessen – die letzten Reste meiner herrlichen Fritattensuppe essend. (Ach, home, sweet home...) Naja. Um das Heimweh zu überkommen hat dann das Flascherl Wein, welches wir geleert haben, gut hinweg geholfen.

Susan war dann auf den Sprung ins „Florin" – der typischen Touristenbar hier in Sucre (welche übrigens ein hervorragendes „Lomo" (Steak) hat) – wo ich mich dann auch noch auf ein weiteres Glaserl Wein angeschlossen habe.

Lustigerweise hatte ich dann meine erste lange Unterhaltung in Spanisch mit einem Ausländer: Alex, der Franzose – was sonst ;-)   , konnte schlechter Englisch als Spanisch...

Und heute in der Früh haben wir dann Susans Geburtstag gefeiert: Schule ist ausgefallen. (...was ja eigentlich alleine schon ein Grund zum Feinern wäre)

Dafür bin ich dann in die Luft gegangen. Aber nicht alleine. Sondern mit einem Piloten am Rücken. In der Früh gab´s dann einen Paragleitflug. Sozusagen zum Frühstück.

Am Nachmittag sind dann Jamie, Susan und ich noch ein bisserl durch die Stadt spaziert – übermorgen ist der Unabhängigkeitstag von Bolivien und bereits heute haben die ersten Umzüge begonnen.

Nachdem ich endlich meine Bilder auf die neue Festplatte (fast fertig – weil es fehlt noch immer was) migriert habe, habe ich mal schnell ein paar Photosimpressionen zusammengestellt: https://picasaweb.google.com/philipe.reinisch/20110804ZumInDieLuftGehen  (Ich lade gerade noch hoch. Es sollten 33 Photos am Ende sein. Ich hoffe, das Internet ist noch so lange stabil hier)

Ach ja. Heute habe ich 5 mal versucht Apolinar am Handy anzurufen. Welches er aber wieder mal nicht abgehoben hat. Und so bin ich wieder mal zu seiner Werkstatt hingepilgert. Aber nur um seinen Sohn anzutreffen. Angeblich ist jetzt mit der Elektrik alles fertig. Aber Reifen hat er angeblich keine gefunden bis jetzt. Wunder über Wunder. Derweil ist es doch so einfach (laut Apolinar) meine Reifen zu finden...

Sodale. Und nachdem ich schon wieder zwei Stunden Photos und Daten geschaufelt habe, wird´s jetzt langsam Zeit für´s Abendessen...

Dienstag, 2. August 2011

Back. To Reality.

Um 7 Uhr früh war´s soweit. Zeit aufzustehen. Und den äußerst bequemen Schlafsessel zu verlassen. Welcher mich die letzten 12 Stunden fast waagrecht ruhen ließ.

El Dorado – der Name der Buslinie, welcher mich von La Paz wieder zurück nach Sucre brachte. Und der Ort, wo ich den besten Schlaf der letzten Woche fand. - (Was im Vergleich zum Dschungel oder einem durch Höhenkrankheit geprägten Aufenthalt in La Paz allerdings nicht sonderlich schwer fällt)

Ich hätte da durchaus noch eine Runde weiter mützeln können. Aber nachdem schon mein Rucksack ausgeladen wurde, habe ich beschlossen doch noch in Sucre auszusteigen.

Nach einem kurzen Abstecher im Hostal Pachamama, wo ich mein altes Zimmer wieder bekam, ging´s noch kurz auf ein Frühstück in das Joy Ride Cafe. Nach einer kleinen Portion OmletteMitDickKäse-YoghurtMitHaufenFrüchtenUndCereals-Orangensaft-Kaffee Kombo gings dann ab 09:00 direkt wieder zur Schulbank. Nicht, daß ich mit geistiger Fitness geglänzt hätte, aber zumindest physisch war ich anwesend. Ist ja auch was wert.

Am frühen Nachmittag gings dann - wieder einmal (das hatten wir ja schon ein oder zweimal) – zurück zu Apolinar, meinem Elektriker hier in Sucre.

Der mir erklärte, daß er damit gerechnet hat, daß ich den Voltanzeiger kaufe und daß deswegen MrC noch nicht fertig ist. Naja. Er hatte ja auch nur 12 Tage Zeit alles fertig zu machen. Da kann man doch nicht erwarten, daß das auch wirklich eintritt. Oder?

Auf jeden Fall haben wir uns noch unterhalten, wo ich meine neuen Reifen her bekomme. Eigentlich will ich ja mit Hilfe von anderen Felgen endlich dieses blöde Problem mit der Beschaffung in den Griff bekommen. Ich weiß nur nicht so ganz welch andere Felgengröße / Reifenkombination hier in Südamerika besser verfügbar ist. Naja. Apolinar ist jetzt auch auf der Suche. Natürlich ist das ja alles kein Problem.

...mal schauen was er bis morgen auftreibt.

Auf jeden Fall habe ich mir dann am Abend eine Fritattensuppe gemacht. Ruf der Heimat. Home sweet home.

Ach. Übrigens – heute habe ich Heinz und Irene hier angetroffen. Ein älteres Ehepaar aus Krems, welche mit ihrem Landcruiser Campervan schon eine Weltreise hinter sich haben und noch einmal einen kurzen Abstecher nach Südamerika gemacht haben. Die zweiten Österreicher nach 8 Monaten hier.

Montag, 1. August 2011

Ueberlebt. Irgendwie #Jungle

Sodale. Sitze gerade in einem Internetkaffee hier in La Paz. Und nach soviel Internet Abstinenz, musz man sich ja wieder vorsichtig der Zivilisation in kleinen Dosen annaehern.
Die letzten Tage waren ja gepraegt von Sandwich mit Kaese, Tomaten und Zwiebel. Jeden Tag.
Pasta mit Tomatensauce. In Abwechslung mit Gebratenen Reis - man musz ja etwas Abwechslung hineinbringen.
Und viel Wasser. Sowohl von oben. Als auch unter den Fueszen. Und manchmal auch neben einem. Wenn man wieder mal auf den rutschigen Steinen ausgerutscht ist und im Wasser gelandet ist.
Shaul Rio Verde Adventure Tour war sehr spektakulaer. Zwar lausig organisiert. Aber schon sehr beeindruckend die Flusz-Landschaft mit den ganzen Canyons, die wir dann zu Fusz erkundet haben.
Letztendlich waren wir dann eine Gruppe von 11 Leuten plus 2 Guides. 6 22-jaehrige, dafuer aber umso lautstaerkere, Israelis, 4 Australier und ein Oesilaender. Letzerer dafuer aber zumindest in der geistigen Ueberzahl.
Gestern gings dann wieder von 600m Seehoehe in einer 3,5h Kamikaze Taxifahrt nach La Paz auf 4100m zurueck. (Der Fahrer war ganz meiner Meinung: Sicht wird ueberbewertet. Und bei einer 4m breiten Strasze passen durchaus ein TAxi und ein 3,5m breiter Bus nebeneinander - daneben gehts dann dafuer direkt 40m senkrecht runter)
Anyway. Ich musz zum Bus. Heute gehts wieder mit dem Cama Nachtbus - diesmal um 130 Bolivianos (13 Euro) - nach Sucre retour. 12h Fahrt stehen mir noch bevor.
Gut, dasz ausgerechnet heute mein Magen wieder sein Mitspracherecht einfordert. Ach. Technische Details.

Montag, 25. Juli 2011

Hat den Frieden gefunden...

...in La Paz.

Endlich wieder Zivilisation... Ich sitze gerade in der Alexander Bar (Allerdings ungefähr 15.000km von Berlin entfernt)  Und geniesse endlich wieder mal eine wirklich feine Internet Verbindung. Und einen funktionierenden Rechner.

Bei letzterem habe ich ja in der letzten Woche die Festplatte migriert. Auf 650GB. Um ein bisserl mehr Platz für meine Photos zu haben.

Der einzige wirkliche Nachteil der neuen Festplatte – diese ist nur bis zu einer Höhe von 3000m über Meeresniveau spezifiziert. Was in La Paz bei einer Höhe von 4100m nicht wirklich prickelnd ist... (Die Leseköpfe schwimmen auf einem Luftfilm über den Platten innerhalb der Festplatte. Ist der Luftfilm zu dünn, berühren diese Leseköpfe mit 6500 Umdrehungen die Minute die Magnetschicht und zerstören diese mechanisch. Unschön)

Aber ich hoffe, wenn ich den Laptop bei der Arbeit nicht bewege, daß das dann trotzdem klappt. (Wenn Ihr keine weiteren Nachrichten mehr bekommt, dann wißt ihr jetzt warum... :-)  )

Ach. Übrigens. Ich bin noch eine Erklärung schuldig was ich eigentlich so in La Paz mache. Und vorallem warum MrC nicht bei mir ist. (Oder ich nicht bei ihm. Was wiederum ein technisches Detail ist)

Nachdem mein zartes Kopferl nach den intensiven Lernwochen etwas ausgelüftet werden muß, habe ich beschlossen mich Mark, Bridget, James und Susan (ein Haufen Australierer) anzuschließen, welche diese Woche eine Trekking und Rafting Trip durch die Lower Yungas zu machen – in der Nähe von La Paz.

Und somit habe ich Mr.C bei meinem Elektriker gelassen. Welcher übrigens gerade das volle Programm bei MrC macht: neuer Gleichrichter (der alte war durchgebrannt). Die Verkabelung etwas geschickter machen – ich hatte da ein Kabelchaos sondergleichen.

Die ganzen Sicherungen und Relais auf die Seite verlegen, sodaß ich im Fehlerfall nur mehr einen zentralen Platz habe, wo ich suchen muß.

Einen Batteriehauptschalter – sodaß ich, wenn ich MrC irgendwo länger abstelle, mir keine Sorgen machen muß um einen irgendwelche Krichströme machen muß, welche wiederum die Batterie tiefenentladen.

Dann noch eine Steckdose an Dauerstrom legen – und dabei einen Batteriewächter integrieren, sodaß meine 5W Lampe beim Camping über Nacht nicht versehentlich die Batterie leer machen kann.

Und weil wir gerade dabei sind – noch ein Voltmeter und einen Ladestromanzeiger einbauen. (Letzteren weil man ja lernfähig ist)

Naja. Und nicht zu vergessen – einen größeren Seitenwagenscheinwerfer, nachdem der jetzige nicht wirklich ausreicht.

Leider wurde Apolinar, mein Elektriker, nicht rechtzeitig fertig. Also mußte ich MrC in seiner Werkstatt lassen. Was aber wiederum bedeutete, daß ich meine ganzen Sachen aus dessen Boxen - professionell in IKEA Taschen verstaut - im Hostal Pachamama lassen mußte. Insgesamt 5 Taschen in dieser Größenordnung (allerdings inklusive meiner Zelttasche und der ganzen Sache, die ich nicht nach La Paz mitnahm) Yap. Ich habe viele Sachen.

Die letzten Tage in Sucre habe ich dann versucht meinen Rechner eben wieder zum laufen zu bekommen. Die ganzen Aktivitäten mit MrC zu koordinieren. Und nebenbei auch brav meine Hausaufgaben zu machen. Und am Samstag Nacht bin ich dann mit Jamie, Susan und Bridget mit dem Nachtbus nach La Paz aufgebrochen. (Mark war schon vorgefahren) 12h Cama Bus.

Cama ist die dekadente Super-Luxusklasse im Bus. 3 Sitze pro Reihe. Man liegt fast waagrecht. Allerdings kostet er auch viel mehr... Semi-Cama kostet für die 12h Busfahrt 70 Bolivianos (7€). Cama kostet 20 Bolivianos mehr – fast ein Drittel. (2€)

In der Früh sind wir dann in unserem Hostal La Plaza aufgeschlagen – dem Hostal, wo auch Mark untergebracht war, welcher aber noch auf einem Trek war.

Der „Concierge" wußte nichts von unserer Ankunft. Der Receptions Computer ist kaputt. Und deswegen hat er unser Email nicht gelesen. (Das die zwei Computer für die Gäste mit Internet funktionieren erwähne ich nicht weiter) Auf jeden Fall hat er uns dann detailiert über die Unterbringunsmöglichkeiten aufgeklärt – während wir vor den Gitterstäben am Eingangstor standen und mit unseren Rucksäcken am Rücken: Es gibt Doppelzimmer. Und Matrimonials. Und es gibt private Bathroom. Und Zimmer ohne. Aber wenn wir ein zweites Doppelzimmer wollen ohne private Bathroom, müssen wir auf das zweite warten.

Nach intensiver Diskussion – die ganze Zeit mit unseren Rucksäcken am Rücken vor den Gitterstäben stehend – konnten wir ihn überzeugen, daß es uns vollkommen egal ist, ob wir auf das zweite Zimmer warten müssen. Wir wollten ja eh noch den Tag in der Stadt geniessen. Und Hauptsache mal die Rucksäcke vom Rücken runter.

Immerhin haben wir es dann geschafft sogar in das Hostal hinein zukommen. Und uns zu registrieren. Uuuuuund sogar den Zimmerschlüssel für das Doppelzimmer zu bekommen. Brav wie ich bin habe ich auch brav das Zimmer gezahlt (Zweibettzimmer ohne Bad: 60 Bolivianos (6€)). Wir haben uns brav für die beiden Zimmer registriert. (Ich habe uns mit einem Marker im Buch gleich pragmatisch sicherheitshalber grün markiert, sodaß Mark uns bei seiner Rückkehr vom Trek leichter findet)

Und dann endlich aufgebrochen La Paz zu erkunden. Naja. Und auch um endlich ein Frühstück zu bekommen – nach 12h Busfahrt waren wir alle doch etwas ausgehungert.

Und La Paz ist ja eine sehr feine Stadt. Prachwetter. Mit Häusern auf den steilen Hügel um einen herum. Farbenprächtig. Sehr, sehr fein...

Nach dem Frühstück haben wir uns dan auch noch auf dem Festival herumgetrieben, welches die Kulturabteilung der Stadt organisiert hat – inklusive farbenprächtigem Militäraufmarsch der Garde. (Was wiederum die Garde mit der Kulturabteilung zu tun hat, hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Anyway)

Nachdem ich mir unbedingt Harry Potter anschauen wollte, konnte ich die anderen überzeugen mich in diesen (allerdings englischen mit spanischen Untertiteln) in 3D zu begleiten. 40 Bolivianos ärmer (4€) haben wir uns dann in den Saal gesetzt. Nachdem freie Sitzplatzwahl ist, sind wir auch sicherheitshalber rechtzeitig vor Beginn dort aufgeschlagen. Was auch gut war. Wir wollten ja Mitte-Mitte sitzen. Beinahe hätten uns dies nämlich 2 andere Gruppen (auch a 4 Personen) in dem 300 Personensaal strittig gemacht.

Aber hartnäckig haben wir unsere Ansprüche verteidigt...

Nach dem Kino ging´s dann in unser nettes Hostal zurück.

Der Mann vom Morgen war nicht mehr da. Dafür aber eine Dame. Welche nichts mehr von dem zweiten Zimmer wußte. Daß wir registriert waren, störte sie nicht sonderlich. Wir hatten ja schließlich nur ein Zimmer bezahlt. Also haben wir auch nur ein Zimmer. Aber halt keines für die Mädels. Mein Angebot, mein Bett großzügigerweise zu teilen, wollten diese nicht annehmen.

Anyway.

Nachdem diese Dame weder durch Anteilnahme noch durch Höflichkeit glänzte, und uns auch keinerlei Lösung anbot, haben wir beschlossen diesen gastfreundlichen Ort schweren Herzens zu verlassen.

Auf die Bitte uns das Geld zurück zugeben, stimmte sie zu.

...um dann 20 Bolivianos zurückzubehalten. Weil wir doch das Zimmer den Nachmittag blockiert hatten.

Als Wortführer des ganzen Clans hatte ich dann versucht das ganze zivilisiert-diplomatisch zu regeln. Schließlich wollte ich ja keinen Ärger.

Zuvorkommend wie ich bin, habe ich der Dame dann also Arbeit abgenommen. Und daher aus der Schublade mit der Kasse den noch ausständigen korrekten Betrag entnommen. Ich wollte ja nicht noch mehr zusätzlichen Aufwand für sie generieren...

Dann schnell ins Zimmer hoch. Unsere dort abgestellten Rucksäcke geschnappt.

...und dann vor dem mittlerweile wieder versperrten Gitter gestanden. Nachdem uns diese Dame anscheinend ins Herz geschlossen hatte, wollte sie uns anscheinend länger um sich haben.

Leider kam gerade ein neuer Gast, der hinein wollte. Und durch das sprachliche Mißverständnis (die Australier verstanden von mir „Get out here"), sind die Australier dann beim Einlass von ihm hinausgeströmt. Auch wenn ich mich noch von der gastfreundlichen Dame verabschieden wollte – die Australier waren schon ausser Sichtweite. Somit habe ich es dann unterlassen. Naja. Vielleicht sollte ich heute noch mal vorbeischauen und mich da nochmal per cordialem Bruderkuß verabschieden. Mal schauen.

Und somit sind wir dann in der Nacht nochmal auf Herbergssuche gegangen. Was eigentlich gar nicht mal so leicht war – nach einer Stunde haben wir dann ein Hotel gefunden, welches preislich und ausstattungsmäßig unseren Vorstellungen entsprach.(40 Bolivianos pro Person für ein Zimmer ohne Bad)

Lustigerweise kam Mark in der Nacht dann von seinem Trek zurück. In das gleiche Hotel. Und sprach die Dame dann gleich auf die Registrierung seiner Freunde an – nachdem er die grüne Markierung vorfand... Ach. Technische Feinheiten.

 

Nachdem ich schon wach bin, sitze ich also alleine hier und genieße die Vorzüge der Zivilisation. Sprich Internet.

Morgen geht´s dann also Richtung Lower Yungas weiter. 6 Tage selbstgebasteltes Floß. Flußdurchwatungen. Jungle Exkursionen. Carpazelte. Mit Moskitonetzen. Schwimmen in Wasserfällen. Und was Man(n) halt so macht, wenn man ein bisserl Abwechslung vom Lernen benötigt.

Kommenden Sonntag sollte ich dann wieder back sein. Theoretisch. Bei meinem Glück weiß man ja nie...

Mittwoch, 20. Juli 2011

[2011-07-20, 21:07] A Gulsch und a Seidl Bier - oder doch Cola und Cracker?

Tja. Und Übermut tut selten gut. Oder so.

Also wieder mal Back 2 Square 1.

Oder auf Deutsch: gestern und heute hat sich mein Magen wieder bemerkbar gemacht. Nicht das mein Stoffwechsel für die werten Leser dieser meiner geistigen Ergüsse sonderlich interessant wäre. Aber immerhin hat dieses Theme einen Großteil meiner Zeit in Anspruch genommen. (Übrigens – mein Badezimmer hat 212 Fliesen. An der Wand. 44 Fliesen am Boden. Alles genau abgezählt. In stundenlanger empirischer Besichtigung)

Nun ja. Im Moment kann ich wieder darüber lachen. Weil ich gemütlich im Bett liege (und mich dabei stundenlang mit Outlook 2010 herumplage) – aber anscheinend hat mir einiges in letzter Zeit ziemlich auf den Magen geschlagen...

Anyway.

Ich habe die viele Zeit in meinem Zimmer genutzt um endlich die Migration auf meine 640GB Festplatte in meinem Netbook voranzutreiben. Und wieder sind es auch hier wieder die kleinen technischen Details. So wie die doppelt heruntergeladenen Emails – die dann in meinem Outlook doppelt aufscheinen. Was nicht soooo schlimm wäre. Wenn es nicht 17015 Emails wären. Die ich plötzlich doppelt habe. Und so nebenbei kurz mal 979MB runterladen. Bei einer scheinbaren 64k Verbindung.

Anyway. Teil 2.

Nach der Schule heute bin ich mit den letzten Resten meiner Batterie zu dem Motorradelektriker gefahren. Habe Apolinar, den Mechaniker, auch angetroffen. Und nett mit ihm geplaudert. Und erfahren, daß er heute keine Zeit mehr hat. Und, daß ich doch morgen noch einmal vorbei schauen möge. Und er keinen Platz in seiner Werkstatt hat. Und ich somit wieder mit MrC ins Hostal zurückgefahren bin.

Das Gute an der Geschichte: mein Hostal liegt tiefer als die Werkstatt. Das heißt ich konnte schwerkraftgetrieben, aka stromsparend, zurückrollen.

Das Schlechte an der Geschichte: Tja. Morgen muß ich in der Früh wieder hin. Dh. einen steilen Berg hinauf. Und hoffen, daß meine derzeitigen 12,4V ausreichen. Wenn nicht – ohne Zündfunken fährt sich ein Benzin-Verbrennungsmotor relativ schwer.

Ach. Wer liebt der schiebt. Also was solls.

Und grad war wieder die Internet Verbindung weg. Mitten wie ich senden wollte. Technische Feinheiten.

[2011-07-18, 20:55] Auch Zeit kann man sich kaufen

Die letzten Tage waren durch Erholung geprägt. Überraschenderweise ging es mir recht flott wieder gut. Und wie ich danach erfahren habe, ist diese 24h Ich-möchte-am-liebsten-Sterben Darmgeschichte anscheinend recht verbreitet. Am nächsten Tag hat es auch Mark ziemlich erwischt.

Nun ja. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Oder so irgendwie.

Am Wochenende habe ich dann lanagsam versucht aus meinem Zimmer wieder rauszukommen. Am Freitag hat nämlich hier in Sucre ein Festival begonnen. Freitag Nacht habe ich mit meiner Kamera bewaffnet noch kurz zum Plaza 25 de Mayo geschaut. Es waren zwar nicht viele Leute – vielleicht 300 Besucher, aber trotzdem war es irgendwie spektakulär: 3 junge Musikgruppen kämpften um die Vorherrschafft. Meist gleichzeitig.

Dabei tanzten und schunkelten die Musiker jeweils kräftig mit. Die mittanzenden Damen waren mit langen goldenen Röcken bekleidet. Naja. Und die Herren dafür mit goldfarbenen Bierdosen bewaffnet.

Nachdem ich noch nicht so ganz fit war, bin ich dann aber nach weniger als einer Stunde leider schon wieder zurück in mein Hostal, Pachamama, getorkelt.

Samstag und Sonntag waren dann noch weitere relaxte Tage. Auch wieder ein bisserl herumstrawanzt. Photos geschossen. Versucht wieder feste Nahrung zu mir zu nehmen. Man merkt erst wie fein so ein Essen sein kann – wenn man es nicht haben konnte.

Heute hatte ich am Vormittag dann wieder Klasse. Mein Lehrer hat diese Woche aber gewechselt – was bei dieser Schule aber üblich ist. Statt Elisabeth habe ich nun Fernando, ihr Mann und Inhaber der Schule. Obwohl ich seine Art des Unterrichtes sehr mag, habe ich doch beschlossen von 4 auf 3 Stunden pro Tag zu reduzieren. Irgendwie schaffe ich es nicht um 08:20 pünktlich in der Schule zu erscheinen. Nun gut. Ich war nie wirklich bekannt dafür Meetings vor 09:00 zu genießen. Noch zu mögen...

Nach der Schule mußte ich dann ein paar Einkäufe erledigen. Und dann ging´s wieder mal – ach wie schwer zu erraten – zu meinem Mr C, welcher noch immer bei Nicky, meinem Mechaniker hier in Sucre geparkt war.

Leider hatte ich ja sowohl einen Platten als auch Probleme mit meiner Lichtmaschine, sprich laut Alarmlampe wird meine Batterie während der Fahrt nicht geladen. D.h. in weiterer Folge bedeutet das, das mein Fahrzeug nur eine begrenzte Reichweite hat. Wenn die Batterie dann leer ist, bleibt mein Gespann liegen.

Mein Ansatz zu dem von Nicky empfohlenen Elektriker zu fahren ist leider nur halb erfolgreich – der hatte bei meinem Besuch nämlich gerade einen LKW mit Bauschutt direkt vor der Tür und ich konnte somit Mr C nicht in den Innenhof fahren und dort lassen.

Somit die Zeit nutzend – oder besser gesagt, weil ich ja mit einem Luft verlierendem Reifen unterwegs war – in den sauren Apfel beissend, habe ich mich dann auf die Suche nach neuen Reifen gemacht. Das Ergebnis war aber wie schon vorher – unerfolgreich.

Naja. Nachdem die Zeit aber langsam knapp wurde und mein Reifen immer mehr Luft verlor, habe ich mich dann auf die Suche nach einer Gomeria gemacht, um zumindest das Problem mit meinem Seitenwagenreifen kurzfristig zu überbrücken und das Loch beheben zu lassen. Auch wenn ich mit dem absolut nicht mehr vorhandenem Profil keine 500km mehr komme. Aber  zumindest so ein bisserl Zeit schinden, damit ich überhaupt herumfahren und weiter Reifen suchen kann.

Auf jeden Fall stellte sich heraus, daß eine Blindniete sich ihren Weg in einen Reifen gesucht hat. Und zwar blöderweise in meinen.

Aber für 25 Bolivianos (2,5€) konnte das Loch dann behoben werden.

Und wie es dann so ist  - wie ich so in der Gomeria warte, komme ich dann mit Anibal (Kein Tippfehler!) ins Gespräch. Und es stellt sich heraus, daß er genau solche Reifen für einen VW Käfer, wie ich sie suche, bei sich liegen hat. Und so bietet er mir an, daß wir kurz zu seiner Werkstatt fahren – er repariert auch Autos – wir uns den Reifen anschauen, und er mich wieder in die Gomeria zurück bringt. Gesagt getan.

Zuerst fahren wir in seine Werkstatt und schauen uns den einen Reifen an, den er so hat. Der auch gar nicht mal in so schlechten Zustand ist. Der Reifen wird dann gleich eingeladen. Nachdem er den zweiten Reifen bereits an seinem Oldtimer montiert hatte, fahren wir dann auch noch zu einer zweiten Werkstatt. Oder besser gesagt zu einem Hinterhof, wo sein Wagen geparkt ist. Naja. Oder besser gesagt, ein Hundeklo, bei dem Autos herumstehen.

Danach bringt er mich wieder zur Gomeria und das große Bangen beginnt – paßt der Reifen?

Die Höhe paßt perfekt!

Aber die Breite? Ähem...

...natürlich nicht. Er ist ca. Um 1cm breiter als der Reifen, den ich im Moment montiert habe. Und ich habe aber genau 5mm bis zum Kardan. Somit würde er also am Tunnel schrammen. Schmarrn aber auch.

Anyway.

Morgen ist auch noch ein Tag. Nachdem MrC jetzt wieder im Innenhof des Hostals steht, hoffe ich allerdings, daß meine Batterieladung noch bis zum Elektriker reicht. Sonst wird´s spannend.

 

Freitag, 15. Juli 2011

[2011-07-15, ] Thanatos und die Kulinarik

Nach Freud gibt es den Thanatos, den dem Menschen immanenten Todestrieb - „Der Todestrieb strebt nach Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand des Unbelebten, der Starre und desTodes.“

Mittlerweile kann ich bestätigen – es gibt ihn: Nach 6 Stunden empirischer Studie des bidirektionalen Stoffwechsel auf der Toilette meines Zimmers in der Nacht, habe ich für mich den Beweis erbracht. Es gibt ihn…

Dementsprechend habe ich dann gebeten, daß man in der Schule ausrichtet, daß ich nicht komme.

Naja. Daür gibt´s jetzt Filme im Bett. Sehr praktisch wenn man eine 650GB Festplatte mit hat.

Donnerstag, 14. Juli 2011

[2011-07-13, 22:22] Motorradsachen. Wieder mal.

Mein dritter Tag auf der Schulbank. Ich erinnere mich wieder wie ich mich früher nach den Freitagen gesehnt habe – genauso wie jetzt auch wieder. Nur noch zwei Schultage bis Wochenende.

Nach der Schule gings zum Markt: Salat (0,1€), 5 Tomaten (0,15€)), Avocado (0,5€), 2 Zwiebel (0,2€), frisches Baguette (0,15€) eingekauft und gemeinsam mit den noch vorhandenen Eiern und Salami einen äußerst leckeren Sandwich gebastelt.

Dann habe ich mir den Luxus von einem 35min Powernap gegönnt – bevor es wieder zu Nicky, meinem Mechaniker, ging.

Die gute Nachricht – seine Arbeiten sind eigentlich fast abgeschlossen. Die Bremsleitung wurde gelötet und die Vorderradbremse wieder montiert. Die Haltebolzen der Bremsbeläge, die auf der letzten harten Ripiotour verloren gegangen sind wurden nachgemacht. Der lecke Ölkühler geschweißt (14€). Das Öl gewechselt (19€). Mein Lenkungsdämpfer per angeschweißter Halterung anmontiert. Das Gewinde der lecken Ölablassschraube repariert. Und zu guter letzt auch noch ein dritter Seitenspiegel, den ich aus Wien mitgenommen hatte, am Seitenwagen montiert. (Für die gesamten Arbeiten verrechnete er mir 35€ Arbeitslohn - ingesamt alles zusammen dann 933 Bolivianos, also rund 93,3€)

Tja. Die abgeschlossenen Arbeiten und der Preis war die gute Nachricht.

Die schlechte(n): Die versprochenen Reifen konnten wird doch nicht besorgen. Großmundig wurde zwar gesagt, daß man sie besorgen kann. Aber trotz dem Besuch in 3 Geschäften war wieder mal überall Fehlanzeige. Keine Chance. Ich hoffe noch auf eine Rückinfo, daß man die eventuell aus La Paz schicken lassen kann.

Übrigens - lustigerweise steht bei Nicky ein alter VW Käfer im Hof, der genau meine 165/80 R15 Reifen montiert hat… (Und trotz der großen Anzahl an alten Käfern hier in Bolivien, bekomme ich die Reifen hier trotzdem nirgends… Sehr strange.)

Anyway.

Die zweite schlechte Nachricht – auf der Testfahrt zu den Reifenhändlern hat mein Seitenwagenreifen massiv Luft verloren. Ich mußte Luft nachpumpen um überhaupt wieder zu Nickys Werkstatt zurück zukommen. Was in weiterer Folge bedeutet, daß ich nicht einmal mit MrC herumfahren kann um die ganzen Sachen für ihn zu organisieren.

Was aber eigentlich auch nicht so weiter schlimm ist – und da wären wir bei schlechter Nachricht Nummer 3: bei der Testfahrt ist auch die Kontrollleuchte angegangen, die anzeigt, daß Energie aus der Batterie entnommen wird und nicht ausreichend von der Lichtmaschine nachgeliefert wird. Also habe ich anscheinend noch einen neuen Hund in der Elektrik drin.

…somit wäre es eh keine gute Idee mit MrC herumzufahren.

Anyway. Technische Details.

Nachdem ich mich den ganzen Tag eh nicht so großartig fit fühlte, habe ich auf alles gepfiffen und bin Richtung Hostal zurück. Naja. Eher Richtung Bett.

Einer der großen Vorteile des Herumreisens ist ja, daß man sich selbst und seine Befindlichkeiten besser kennenlernt. Somit wußte ich genau was zu tun war: Mit den nach der Bezahlung von Nicky in der Geldbörse verbliebenen 90 Bolivianos habe ich dann gewirtschaftet wie es sich in so einer Situatiopn gehört. Sprich mir um 75 Bolivianos eine Flasche Abuelo Rum gekauft.

Und mit dieser liege ich nun hustend im Bett. Hat auch was.

[2011-07-12, 22:23] Querfeldein

Hmmmm… So die Schulbank zu drücken wieder mal, ist doch etwas ungewohnt. Um 8:20 begann es wieder. 4 Stunden Unterricht.

Danach bin ich mit ein paar Leuten – unter anderem mit Mark, dem Australier, auf einen Ausflug zu den 7 Wasserfällen am Fuße von Sucre aufgebrochen.

Der Weg war – wie immer hier in Bolivien – hervorragend gekennzeichnet: Plastikflaschen und Tüten lagen in regelmäßigen Abständen gleichmäßig in der Landschaft verteilt herum. Diese Spur führte uns dann in der Tat zu den Wasserfällen.

Weil wir es uns nicht nehmen lassen konnten alle 7 zu sehen, beschlossen wir dann die weniger begangene Route zu nehmen – klar erkennbar an dem fehlenden Müll, der herumlag. Dafür gab es dann auch keinen Weg mehr. Nur noch querfeldein. Über Büsche. Und Kliffe.

War trotzdem nett.

Bei der Rückkehr ins Hostal traf Mark dann noch eine andere Gruppe, die er in Potosi kennengelernt hatte. Gemeinsam sind wir dann noch auf eine Pizza in der angeblich besten Pizzeria der Stadt eingekehrt. Nun ja. Wenn das stimmt Sucre nicht bekannt für Pizzas.

Anyway.

Im Hostal zurück erwarteten mich noch 10 Seiten Hausaufgaben. 40% davon habe ich noch gemacht. Der Rest wird als technische Details definiert. Vielleicht mache ichs noch morgen vor dem Unterricht. (Nope. Ich glaube selber nicht an diese Aussage)

Aber jetzt ab ins Bett.

Montag, 11. Juli 2011

[2011-07-11, 21:26] Schulbank. Wieder mal

Mein erster Tag in der Schule.

Begann damit, daß ich 25min zu spät kam. Am Freitag hat mich Nicky, mein Mechaniker hier in Sucre, gebeten doch am Montag wieder zu kommen, da er gerade nur mit einem Lehrling allein ist und doch nicht mit MrC anfangen kann. Ich bin dann also wieder am Freitag unverrichterter Dinge ins Hostal zurück.

Er hat mir versichert, daß er um 08:00 in der Früh aufsperrt – was sich ja knapp ausginge mit meinem Schulbeginn um 08:20.

Theoretisch. Weil praktisch tauchte er erst um 08:30 auf. Und meine Taxifahrt auf kürzestem Wege zur Schule beinhaltete netterweise auch gleich eine Sightseeing tour quer durch Sucre – was bei einem vorab vereinbarten Fahrtpreis von 4 Bolivianos (ca. 40€-Cent) bis auf den Zeitverlust aber nicht wirklich viel ausmachte. [Ach ja – übrigens: ein Liter Super Benzin kostet hier 3,75 Bolivianos. Das entspricht rund 37,5 €-Cent. Für die Leute, die das interessiert.]

Am Nachmittag machte ich mich dann noch kurz auf um einen ruhigen Platz zu finden bei dem ich ein gutes Mittagessen mit einer guten Internetverbindung kombinieren konnte – Nach immerhin nur rund 45min herumirren hatte ich dann endlich wieder ein Platzerl gefunden. Im Schlepptau Brennon, ein Amerikaner den ich in einem Restaurant aufgegabelt habe, wo er - wie ich - verzweifelt versucht hat Internet Access zu bekommen. Nach ein paar Emails, die ich geschrieben habe haben wir dann noch ein Bierplauscherl gehabt. Lustigerweise unterrichtet er Business Ethics auf einer Uni. Ein interessanter Gesprächspartner. War irgendwie der richtige Gesprächspartner zur richtigen Zeit.

Damit habe ich ihn noch in meine Sprachschule geschleppt – wo er ab morgen auch einen Sprachkurs macht.

Am Abend war ich dann noch mal bei Nicky. Überraschenderweise war MrC schon fast fertig. Sogar mein neuer Lenkungsdämpfer war schon montiert. Und Nicky hat mir bestätigt, daß das Gewinde meiner Ölablassschraube meines Kardans kaputt war. Das hat er auch gleich gemacht.

Und meine Bremsleitung wieder festgelötet. Mal schauen wie lang die hält.

Übermorgen gehen wir dann noch neue Reifen kaufen – angeblich kann ich hier welche bekommen. Daumen halten – es wäre zu schön wenn das so einfach ginge.

Und zu guter Letzt war ich dann endlich wieder mal eine Runde Laufen. Nach dem langen Tag war es sehr fein endlich mal richtig das Hirn auszulüften. Naja. Bei den ganzen Abgasen hier von den Microbussen hier bin ich mir nicht sicher ob das auslüften im wortwörtlichen Sinne so erfolgreich war. Aber zumindest tat die Bewegung gut.

Sonntag, 10. Juli 2011

Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger

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Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe

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Mr. Churchill

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Samstag, 9. Juli 2011

[2011-07-09, 21:32] Abschied

Die letzten Tage waren sehr intensiv.

In Sucre angekommen habe ich es mir einmal in meinem Hostal gemütlich gemacht. Alles ausgepackt. In meinem kleinen Schrank alles verstaut. Mir einen Mechaniker meines geringsten Mißtrauens gesucht. Diesen mittlerweile dreimal besucht um meine Probleme an MrC zu besprechen. Dann einen ordentlichen Schweißer gesucht, welcher mir ein paar bessere Befestigungsmöglichkeiten für meine Taschen fertigen soll. Und nachdem ich damit rechne, daß ich somit ein paar Wochen in Sucre bin habe ich mir auch noch eine Spanischschule rausgesucht, um endlich mal meine Grammatik aufzubessern und mehr als immer nur die gleichen Worte zu verwenden.

Heute war dann insbesondere ein sehr abwechslungsreicher Tag.

Am Vormittag dann eine Tour wieder zu den ganzen Werkstätten. Und dann habe ich Susan und Mark, ein Freund von ihr aus Australien, herumkutschiert auf der Suche für einen Rabies Booster – eine Tollwut Auffrischungsimpfung. Susan wurde vor ein paar Tagen während der Fahrt auf dem Motorrad! von einem Hund gebissen – und nachdem gerade erst letzte Woche ein Ausländer in Potosi an Tollwut gestorben ist, möchte sie da kein Risiko eingehen. Es gibt hier in Sucre zumindest in jedem Häuserblock eine Apotheke – eine höhere Dichte an Pharmacias habe ich noch nirgends gesehen. Aber Tollwut Impfungen gibt es, nach wirklich langem Herumsuchen, nur in einer Hauptstelle. Die wiederum nur am Montag offen hat. Eh kloa.

Anyway.

Und jetzt am Abend gab´s dann noch einen sehr traurigen Anlass.

Fred fährt morgen Richtung Brasilien weiter. Nachdem ja mein Bike nicht bereit ist für größere Distanzen ist also heute mein letzter Abend mit ihm. Nach so langer Zeit der gemeinsamen Reise also doch letztendlich getrennte Wege. Ich kann nicht behaupten, daß mich das kalt läßt. Im Gegenteil.

Dienstag, 5. Juli 2011

[2011.07-04, 22:49] Zu kalt. Zu warm. Was nun?

Gestern hat es ja einen kleinen Wintereinbruch in Potosi gegeben. In der Nacht ist dann sogar ein bisserl Schnee liegen geblieben. Man kann nicht wirklich sagen, daß es warm war.

Tja. Und heute in der Früh ging es dann zu einer Minenbesichtigung. Treffpunkt um 08:30 vor dem Büro von Koala Tours. (Was Koalas mit Bolivien zu tun hat erschloß sich mir zwar nicht ganz)

Danach ging´s zur Umkleidung – schnell die Winterklamotten gegen ein T-Shirt und einen Überwurf gewechselt.

Der erste Stop war dann beim „Miners Market". Coca Blätter, Zigaretten, Dynamitstangen und noch ein paar Flaschen Softdrinks gekauft. (Die Dynamitstange für 23 Bolivianos / 2,3€ als Gringo Preis – inklusive Zünder und Zündschnur)

Und dann gings über den Umweg eines Mirador (Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt) und eine Refinery (wo das Silber aus dem Gestein ausgewaschen wird) in die Mine.

Man kann nicht wirklich empfehlen 1,86m (oder 6 Fuß) groß zu sein und in so eine Mine zu wollen – gut die Hälfte der Zeit ging ich gebückt. Und manchmal mußte man durch eine Öffnung durchrobben, die gerade mal 50cm im Durchmesser hatte. Unvorstellbar, daß man für 80 Bolivianos (8€) pro Tag so eine Arbeit macht. Naja. Andererseits – immerhin nach 5 Jahren Arbeit hat man dann eh schon Anspruch auf eine Krankenversicherung.

Und die Arbeitsbedingungen haben sich seit der Kolonialzeit auch massiv verbessert – früher gab es für die Sklaven 36h (sic!) Arbeitsschichten.

Je tiefer es ging, desto wärmer wurde es. Bei dem tiefsten Punkt wo wir waren angeblich 40C – jetzt wird besser verständlich warum man auch (kühle) Softdrinks für die Mineros mitnimmt.

Klasse war natürlich auch wie ich aus dem Nitroglyzerin mit den Händen eine Kugel geformt habe – die Hände blieben danach nur silbrig fettig (Glyzerin ist ja letztendlich auch eine gute Handpflege – Nitroglyzerin hat dann eine Bombenwirkung). Ein Glück, daß ich eine Leihhose hatte. Saugfähig.

Aber meine Spiegelreflexkamera konnte ich in der Tiefe dann eh nicht verwenden – der Frontfilter war so beschlagen, daß man auf den Photos nichts erkennen konnte. Eigentlich wäre eine kleine Kompaktkamera viel besser geeignet gewesen. Einerseits, weil sie wesentlich handlicher wäre. Und andererseits, weil sie auf Grund der geringeren Masse sich viel schneller an die hohe Temperatur angepaßt hätte – und damit weniger beschlagen hätte. Aber anyway. Der Sensor einer Spiegelreflexkamera ist letzendlich viel besser geeignet um die dunkle Stimmung einzufangen – das Licht der Helmlampe ist die einzige Lichtquelle unten. (Wenn auch diese wirklich ausgesprochen stark ist)

Witzig war dann wie unser Guide, Julio, die Dynamitstange angezündet hat, mir diese in die Hand gedrückt hat, und gemeint hat – Lust auf ein Photo? (Natürlich habe ich mir diese Chance nicht entgehen lassen)

Das Geräusch der Detonation erinnert übrigens an eine Unterwasserbombe. Sehr gedämpft. Aber die Druckwelle spürt man dann doch sehr stark im Bauch.

Spannend wurde es dann noch wie ein Trolley, der mit 2 Tonnen Erz beladen war, entgleiste und unseren Ausgang versperrte – der Gedanke da unten in der stickigen und schwülen Hitze zu bleiben war nicht so prickelnd. Aber nach ein bisserl Warten haben die Mineros ihn dann zur Seite gerückt und wir konnten wieder durch.

Übrigens – diese Jahr starben 3 Arbeiter in der Mine. Bei einem war die Geschichte folgende: Normalerweise platziert man mehrere Dynamitstangen auf einmal. Bei der Detonation zählt man dann mit, ob alle losgegangen sind. Wenn nicht, muß man frühestens nach 2h wieder schauen gehen. Dieser eine Minero war ziemlich nervös, weil eben eine Stange nicht losgegangen ist. Und hat sich dann ganz langsam und feinfühlig der Stelle genähert.

…und ist dann an giftigen Gasen gestorben, weil er nicht auf die Gaswarnlampe geachtet hatte. Yap. Shit happens.

Übrigens – die meisten Mineros sind noch in den Teens oder maximal in den Twens. (Die älteren bekommen dann meist eh eine Straublunge und können nicht mehr arbeiten. Oder sie berühren irgendwann die Höhlenwand – mit den Arsenkristallen.)

Nachdem Besuch in der Mine habe ich gleich einmal ein paar Stunden geschlafen. Wie ein Stein. Naja. Auch so ein Besuch ist anstrengend.

Sonntag, 3. Juli 2011

Potosi

Potosi ist eine nette Stadt. Man muß sich nur daran gewöhnen, daß man permanent ein Hupen hört – immer wieder ertönt ein kurzes Hupen in der Ferne. Die Autofahrer benutzen es nämlich um sich in den engen Gassen anzukündigen.

Das interessante an Potosi ist nämlich, daß es nicht rechtwinkelig angelegt ist – sondern, wie eine alte europäische Stadt, enge Gassen hat und auf mehreren Hügeln angelegt ist.

Leider hat aber der Tag wieder unglücklich begonnen – Fred leidet noch immer sehr stark unter der Höhenkrankheit und hat sich deswegen entschlossen heute am Vormittag schon nach Sucre weiterzufahren.

Somit blieben wieder nur Kurt, Susan und ich als Trio Infernale übrig.

Heute in der Früh waren wir spontan in einer Führung bei dem Münzprägemuseum – Potosi war die Silberkammer Spaniens und hat bei den jährlichen „Treasure Fleets“ eine wichtige Rolle gespielt, wo die Schätze aus Amerika nach Spanien gebracht wurden.

Nach der Führung bin ich dann mit den beiden kurz durch die Stadt gewandert – aber ich mußte dann wieder zu MrC. Ich wollte mir nämlich nochmal den Reifen ansehen. Anscheinend hat mein gebrauchtes Ventil, welches ich dabei hatte, Luft verloren. Sicherheitshalber habe ich es dann noch ausgetauscht. Ich hoffe, daß der Reifen also noch bis nach Sucre hält – davor will ich mir den Reifenwechsel nicht noch einmal antun.

Für Morgen in der Früh haben wir dann eine Minentour gebucht. Ich bin schon gespannt – es sollen ja unerträgliche Bedienungen sein unter denen die Leute da arbeiten. Ein Glück, daß man zu Mittag dann wieder draussen ist.

Sodale. Eigentlich wollte ich mich noch bei den ganzen Leuten wegen der so lieben Geburtstagswünsche bedanken – aber ich möchte noch schnell das Tageslicht ausnutzen und noch ein paar Photos schiessen.

Samstag, 2. Juli 2011

Gummispiele

Ach. Das Leben könnte so nett sein. So wie gestern. Einfach einen 4x4 mit Fahrer für den Salzsee buchen. Und sich den ganzen Tag um nichts kümmern. Einfach nur photographieren.

Heute sind wir nach Potosi aufgebrochen. Der ganze Clan.

Und wieder einmal – es begann gemütlich. In der Horde sind wir über die Tankstelle hergefallen, wo sich Fahrzeug an Fahrzeug aneinander gereiht hat: ab heute, Samstag, Mittag bis Montag früh gibt es nämlich in Uyuni kein Benzin.

Dann kam ein bisserl Ripio Strecke wieder einmal zur Abwechslung. Ich bin wieder etwas zurück gefallen, nachdem ich wieder einige Photos schiessen wollte. Und wie ich dann wieder weiterfahre höre ich ein metallenes Geräusch. Aber nur im Fahren. Und nachdem das ziemlich nervig ist, versuche ich halt im Fahren den Ursprung des Geräusches zu eruieren.

Und wie ich da auf dieser kurvigen Bergstraße so herum experimentiere und mit dem Kopf über dem Vorderrad hänge, schießt ein Tourwagen ums Eck und nimmt da meinen Spiegel mit. Anyway. Technische Details.

Auf jeden Fall stellt sich heraus, daß irgendwas an meiner (allerdings eh schon deaktivierten) rechten Bremszange klappert. (Kurt hatte mir ja dann die rechte Bremszange deaktiviert, sodaß ich wenigstens mit der linken Vorderradbremszange und dem Seitenwagen bremsen kann) Wie ich dann die anderen einhole und mit Kurt mir das genauer anschaue, stellt sich heraus, daß bei der rechten Bremse, die Haltestifte für die Bremsbacken rausgerüttelt wurden und diese wiederum an der Bremshalterung klingeln. Nun gut. Also noch schnell die gesamte rechte Vorderradbremsanlage abmontiert.

Bei der Weiterfahrt hatten wir dann aber wieder ein nettes Ereignis – wir trafen Harald und  Konstanze. Zwei Deutsche Motorradfahrer, die seit Januar unterwegs sind. Und haben dann brav Reiserouten und Erlebnisse ausgetauscht.

Nachdem es dann wieder später wurde, mußten wir uns dann leider doch wieder voneinander trennen – es war schon 16:00 und wir hatten noch rund 140km bis nach Potosi, unserem heutigen Ziel.

Tja. Und wie ich in einer Pause so mit Fred spreche und zu ihm meine, daß ich meine Hinterradachse noch mal überprüfen muß, weil MrC sich so schwammig anfühlt, fällt ihm auf, daß ich sehr wenig Luft ihm Reifen habe. 1bar. Doch etwas gar wenig.

Also noch mal schnell den Kompressor ausgepackt. Und den Reifendruck korrigiert.

Fred und die anderen fahren auf Grund des Zeitdruckes schon mal vor. (Ach ja. Fred hat übrigens einen undichten Radiator – irgendwo tritt Kühlwasser aus. Auch spannend mit sowas herumzufahren)

Dann fahre ich weiter.

…aber nur um nach 10km schon wieder einen tiefen Reifen zu haben.

Wie ich mir das dann genau anschaue, stelle ich fest, daß ich ein sattes Loch habe. Was es aber genau ist, weiß ich aber bis jetzt noch immer nicht. Auf jeden Fall bastelte ich dann über eine Stunde lang mit meiner Reifen-Fix herum, bis ich dann zuversichtlich war, daß der Reifen die mittlerweile 80km überlebt. Die anderen waren schon lange verschwunden und ich mußte dann diese letzten Kilometer alleine – und mittlerweile wieder in Dunkelheit  - fahren.

Und die Wasserdurchfahrt hat dann auch wieder dafür gesorgt, daß ich nicht an Überhitzung sterbe – bei Abendtemperaturen um die 3C erfreut man sich ja wieder sehr an einer kalten Dusche.

Um 19:30 bin ich dann ausgehungert und halb erfroren endlich in Potosi angekommen. Klar, daß in dem Hostal nur die Motorräder durch die Eingangstür paßten – ich mußte dann noch einen Parkplatz suchen fahren.

Apropos – wir hatten uns heute im La Casona einquertiert. Einem Hotel, wo mir alle bei meiner Ankunft vorgeschwärmt haben, wie angenehm heiß doch endlich wieder einmal die Duschen sind. Mit tollem Wasserdruck. Die beste, die es seit langem gab.

Needless to say, daß – anscheinend weil ich erst nach dem Abendessen und als letzter geduscht habend – nur noch kaltes Wasser verfügbar war.

Naja.

Und mal schauen wie das mit dem Reifen weitergeht.

Aber morgen ist auch noch ein Tag.

[SPOT] Potosi - Morgenstund hat Silber im Mund

Nach meinen Reifenproblemen bin ich endlich totmüde und halb erfroren in Hostal La Casona angekommen. Endlich.
Potosi galt übrigens als Silberkammer der neuen Welt - 17.000 Tonnen Silber wurden dort zwischen rund 1550 und 1650 abgebaut

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Mr. Churchill
Latitude:-19.59018
Longitude:-65.7529
GPS location Date/Time:07/03/2011 01:12:04 CEST

Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe

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Mr. Churchill

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