Donnerstag, 23. Dezember 2010
Zweifel. Hoffnung. Planung
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Freude schöner Götter-"FUNKEN"...
Man freut sich ja manchmal auch wirklich über Kleinigkeiten tierisch. Wie zum Beispiel einem Funken. Am richtigen Ort. Zur richtigen Zeit.
Und manchmal ist es so einfach. Einfacher als man es glauben könnte.
Die gesamte Mittagspause von Francisco - meinem persönlich frisch ausgebildeten BMW Elektronikspezialisten - im Internet verbracht, Wissen angeeignet über die Motorradelektrik, recherchiert und gelernt, Leute angeschrieben, rasche Antworten bearbeitet, elendslange Listen erstellt - welche Komponenten zu meinen kompatibel sind, eine geniale Checkliste im Internet gefunden, wie man den Fehler eingrenzen kann, im Internet einen automtischen Übersetzungsdienst gesucht um diese auf Spanisch übersetzen zu lassen, dann mit Francisco über den Fehler diskutiert. Er hat gemeint, daß dieses Zündsteuerungsmodul nicht funtioniert – nur woher kriegen?
Also zu einem Händler gefahren. Dieser hat uns weitergeschickt zu einem anderen.
Dort wollte ich schon ansetzen zu erklären, daß es ein Motorradgespann ist. Ein altes BOSCH Modul, welches es nicht mehr gibt. Wollte ihm schon die lange Liste an eventuell passenden Modulen zeigen.
Er meinte nur – gib her. Taucht unter den Tresen. Holt ein verstaubtes Buch heraus. Findet treffsicher die richtige Seite. Zeigt auf das identisch aussehende Modul. Verschwindet in den tiefen seiner Regale. Kommt eine Minute später zurück und meint „Das ist es“.
Gekauft. Zur Werkstatt zurückgefahren. Per Plug-And-Play angesteckt an der Stelle des alten Moduls.
…und alles funktioniert einwandfrei.
Und auf der Rückfahrt meinte ich noch zu Francisco – das gibt es nicht. Es ist zu einfach.
Er stimmte mir zu.
Irgendwie
Sent: Dienstag, 21. Dezember 2010 14:44
To: Dr. Philipe Reinisch
Subject: Re: Carburetor made in Viedma
It is probable that when the bobbin having warmed up he presents the fault ... does not spark throw the candlestick??
I don't know that you refirs with a "crack" if it does some noise or this one crushed???
The majority of the BMW of these models take Bosch, but nowadays putting others that I do not remember the brand, anyhow I believe that you are not going to have problems replacing for any bobbin of 12 volts...
In what it could help you from here, you write to me or this one is my telephone 02920-xxxxxxx
An embrace
Walter
Dienstag, 21. Dezember 2010
Ich dachte mir, es geht nicht schlimmer...
Habe also mit sehr viel warten endlich geschafft mein Motorrad nach Puerto Madryn zu bringen. Endlich bei dem Mechaniker meiner Wahl angekommen.
Nach ein paar Stunden herumanalysieren, war seine Analyse klar. Dieses Motorrad gibt es vielleicht 20mal in ganz Argentinien. Im unveränderten Zustand. Mit den ganzen Modifikationen ist es einzigartig.
Summa Sumarum. Er hat keine Ahnung. (Ich finde es zeichnet ihn schon aus, daß er das so offen zugibt!)
Wenn kein Wunder geschieht, sieht er keine Möglichkeit das zum Laufen zu bringen.
Ich kann gerne jemanden anderen bringen, der in seiner Werkstatt das Motorrad repariert. Er kann es nicht.
Vorhin habe ich noch überlegt das Motorrad nach Europa zurück zu schicken und per Rucksack weiterzureisen. Aber nach dem zweiten Bier - Aufgeben tut man einen Brief!...
Hitze. Wallungen. Und Technik.
Wieder Tankstelle. Wieder Warten. Wieder heiß.
Ist ja alles ganz einfach. Gestern hat´s geheissen – einfach noch mal anrufen, wenn Sie neben dem Motorrad stehen. Eine Stunde später kommt dann der Wagen. Und Sie sind am Weg nach Puerto Madryn…
Praxis: Ich ruf da also um 07:00 an. Relativ unkompliziert erklär ich auf spanisch, daß ich gestern schon angerufen habe. Daß ich einen Transport meines Gespannes von Puerto Piramides nach Puerto Madryn benötige. Daß es ein Gespann ist und deswegen größer ist.
Alles kein Problem. Ein bisserl warten in der Warteschleife. Dann die Bestätigung – in zwei Stunden ist der Wagen da.
Glück gehabt. Alles geht sisch schön aus. Um 09:45 also kommt der Wagen. 1:30h Fahrzeit. Ergibt 11:15. Schön rechtzeitig vor der Mittagspause des Mechanikers um 12:30. Er kann sich alles noch schön anschauen und eventuell schon Teile bestellen, damit die möglichst bald da sind.
Ein Tiefer Erleichterungsseufzer macht sich aus den Tiefen meines Bauches den Weg in die Freiheit. Und ab in die Dusche – in meinem Zimmer hat es schon um 06:00 schon gefühlte 30 Grad hier…
Natürlich wie ich gerade eingeseift war läutet das Telephon. Der ACA ist dran. Ich benötige einen speziellen Wagen. Der ist frühestens in 3:00 verfügbar. D.h. Abfahrt frühestens um 11:00. Ui,ui… Adieu Zeitplan.
Naja.
Wenigstens gemütlich gefühstückt. Eingepackt. Und festgestellt, daß mein Guthaben meiner Wertkarte des Telephons aus ist.
Somit – Aufladebon suchen gehen. Einer der Lessons Learned für die Planung einer Suche nach irgendwas. Plane mindestens 3 Stellen ein, die es haben, errechne die Wegzeit für diese 3 Stellen (inklusive der Suche dessen) und voila – ergibt sich sie Zeit bis zum Erwerb desjenigen Artikels.
So war´s auch. Die ersten zwei Geschäft hatten selber! kein Guthaben mehr um für mich den Betrag aufzuladen – das geschieht elektronisch. Man muß da den Betrag und die Telephonnummer in ein spezielles Gerät eingeben.
Nach ein bisserl herumirren in der angehenden Mittagshitze war aber auch das erledigt.
Nachdem ich noch einige Zeit bis zur Ankunft des Pannenwagens hatte habe ich auch schon meine Sachen wieder auf mein Motorrad gepackt. Das Hotel ist ca. 400m bergauf von der Servicestation entfernt. Ich merke, daß ich wirklich zuviel Gepäck mithabe. Eigentlich bin ich ja optimiert auf Camping mit Beiwagenmaschine. Nicht auf Zufuß Herumtragen. Es wird mir sehr bewußt, daß dies einen feinen Unterschied macht – die Mittagshitze trägt ihr übriges dazu bei.
Und somit sitze ich wieder bei der Tankstelle. Nutze die Zeit um kurz Tagebuch zu schreiben und Emails zu checken.
Somit ein bisserl Kontakt in die Heimat zu halten. Auch wenn ich doch einige nicht so schöne Nachrichten lese. Krankenhausbesuche von lieben Verwandten, bürokratische Probleme, die ich noch von der Ferne aus regeln muß.
Ach ja. Und Weihnachten ist ja auch irgendwann. Hab gehört davon – zumindest bringen sie hier im Fernsehen immer mehr Berichte über Verletzungen mit Feuerwerkskörpern. Hier wird ja Weihnachten besonders gefeiert – und Sylvester ist eher ruhiger. Träfe sich insofern recht gut, wenn ich da in einer größeren Stadt bin an dem Tag…
Und heute um 19:40 beginnt hier der Sommer. Ich frage mich nur, was sich da noch verändern soll. Noch mehr als 36,2C?
Wie ich so herumgestanden bin und mit den Leuten von der Tankstelle geplaudert habe, sagen sie mir, daß es weiter nördlich einen Ort gibt, der bis zu 48C bekommt. Und bis 31. Jänner soll´s noch heißer werden…
Diese Information beeinflußt meine Entscheidung doch in den Süden runter zu fahren…
Wobei ich ja vorsichtig bin mit der Aussage des Fahrens… Daumen halten wegen der Reparatur!
Montag, 20. Dezember 2010
Annahmen
Jetzt weiß ich was mir beim Reisen so abgegangen ist: herumirren und was suchen - bei glühender Mittagshitze
Sonntag, 19. Dezember 2010
Falls ich mich je mal wieder für den spanischen Namen der Zündspule interessieren sollte: "Bobina de Encendido"
Ich habe schon Beschwerden wahr genommen, daß ich keine Photos mehr poste. Das will ich zumindest teilweise wieder gut machen. Ganz liebe Mitreisende haben mir gerade diese Photos geschickt. Und die kann ich doch niemanden vorenthalten.
Ich sitz hier gerade mit meiner Flasche Bier und plane meinen morgigen Tag. Und es bleibt bei einer Flasche. Versprochen!
Habe ich schon erwähnt,daß die hier das Bier in 1l Flaschen verkaufen. Ich mag das.
Heute bin ich ja liegen geblieben. Und da ist Alkohol doch ein Trostspender... :-)
(Obwohl eigentlich sollte ich mich ja langsam daran gewöhnt haben. Anyway.)
Ich habe heute meine Zündspule und mein Zündsteuergerät ausgebaut und werde morgen mein Glück in Puerto Madryl versuchen. Die Zündspule hat einen großen Sprung – ich vermute also, daß ich den Grund gefunden habe warum sie gerade akut nicht läuft. Vielleicht habe ich auch endlich den Grund gefunden, warum die ganzen Probleme waren. Daumen halten ist also angesagt.
Wenn ich jetzt auch endlich die Ursache gefunden hätte – spannend wird ja auch noch mal ein passendes Erstatzteil aufzutreiben. Morgen wird also wieder mal ein lustiger Tag.
Er startet um 07:45 mit einem Collectivo nach Puerto Madryl. Vamos a ver – oder auf Deutsch: Schau ma mal…
Manche Dinge passieren nur Sonntags
Tja. Also. Es könnte ja eigentlich alles sehr einfach sein. Aufsteigen. Losfahren. Die Freiheit genießen. Oder so ähnlich.
Habe gerade vollgetankt bei der Tankstelle hier im Ort in Puerto Piramides. Dann wie ich starten wollte, startete Mr.C. nicht.
Also ihn in den Schatten geschoben. Und mal den Zündfunken überprüft.
Der nicht kam.
Und dann hörte ich so ein Brutzeln aus dem Bereich über dem Motor – irgendwo wo auch die Zündspule ist.
Alles nicht so schlimm – ich hatte ja Julio kennengelernt. Den hiesigen Organisator des Motorradtreffes, Er fährt selber eine dicke Harley Davidson… Also Hoffnung.
Ihn angerufen und er kam auch bald. Also eh alles nicht so schlimm…
Naja. Wie sich herausstellte, steht seine Harley die ganze Zeit in der Garage, weil sie viel zu schade für den Schottereinsatz ist. Und er kennt sich mit Motorrädern genauso gut aus wie ich. Somit ergänzen wir uns wenigstens recht gut.
Er hat dann versucht ein paar Leute zu erwischen, die sich mit Fahrzeugelektrik auskennen. Klarerweise sind die alle im Wochenende. Und sein Kumpel, der mit ihm gemeinsam die Motorräder repariert ist natürlich auf Urlaub.
Anyway.
Also mich wieder einquartiert – diesmal in eine Posada um 16€ pro Tag. Geteiltes Zimmer, dafür aber mit Dusche und WC im Zimmer. Und Leute sind auch keine da. Also paßt.
Tja. Wegen Mr. C…. Keine Ahnung. Mal ein bisserl im Internet recherchieren. Ich vermute mal auf den ersten Blick, daß es die Zündspule ist. Jetzt esse ich mal was und werde mich danach ein bisserl mit dem Voltmeter herumspielen…
Weihnachten ist gecancelled - oder doch nicht?
Heute war ein Organisationstag. Meine Reiseroute weiterüberlegt. Dann mal schnell eine Walbootstour gemacht – welche wirklich beeindruckend war.
Wenn solche Säugetiere mit über 10m Länge da neben dem Boot liegen. Sprünge machen. Mit der Schwanzflosse wedeln – was sie aber nur machen, wenn sie abtauchen und verschwinden. Die Schwanzflosse sieht man dabei sehr selten. Das ist auch der Grund warum soviele Photographen ganz stolz so ein langweiliges Bild von einer Flosse zeigen und man sich immer gefragt hat was an einer Flosse so besonders ist, daß man es stolz groß aufhängen muß – man versteht es nur wenn man es einmal selbst gesehen hat…
Natürlich ist mir dann genau in der Sekunde wo zwei Wale regungslos keine 2m neben dem Boot liegen geblieben sind die Batterien ausgegangen. Klar, daß meine Zweitbatterie auch fast leer war.
Und heute durtfe ich auch das Wetter Sealing meiner Canon 5DII testen. Sie hat einen vollen Schwall Gischt abbekommen. Ich hoffe, daß das keine langfristigen Nachwirkungen hat bezüglich Korrosion…
Nach der spontan besuchten Tour habe ich mich in ein Kaffeehaus gesetzt und meine weitere Route weiterüberlegt.
Eine liebe Freundin hat sich angekündigt mich im Februar zu besuchen und ich habe da mal geschaut, wo wir uns da am besten treffen könnten. Das ist gar nicht mal einfach gerade in diesem Eck der Erde einen haltbaren Terminvorschlag mit Treffpunkt zu machen. Die sinnvollen Anreisepunkte aus Europa sind sehr weit voneinander entfernt und ich kann gar nicht einschätzen, wie lange ich wo bleiben werde bzw. wie lange ich dann für eine Route benötige. Die Distanzen hier sind halt einfach riesig. Ein Fingerbreit auf der Karte sind so 1 bis 4h Fahrt – wenn man Glück hat. Wenn man Pech hat kommt man zu irgendeiner Sperrung und muß dann 500 km Umweg machen.
Nachdem ich mir heute den Nachmittag den Kopf zerbrochen habe, wie ich meine Route gestalte habe ich beschlossen die Route etwas umzugestalten. Statt Weihnachten und Sylvester in Ushuaia zu verbringen, fahre ich morgen von Puerto Piramides nach Punta Clara zu der größten Pinguin Kolonie ausserhalb der Antarktis. Dann geht´s weiter nach Westen Richtung Esquel. Und von dort folge ich dann der Routa 7 Richtung Süden. Diese Strecke soll zu den beeindruckensten Strecken von Südamerika gehören. Bin schon gespannt. Dann schlage ich mich langsam Richtung Ushuaia durch – natürlich die ganzen bekannten Sachen mitnehmend wie den Torres del Paine Nationalpark oder den Perito Moreno Gletscher. Zurück soll´s dann mit der Fähre von Puerto Natales nach Puerto Montt gehen. Die Konequenz wäre aber, daß ich dann Weihnachten doch nicht in Ushuaia bin – sondern irgendwo halt. In Ushuaia gibt es sowas wie ein inoffizielles Treffen von Weltenbummlern. Es ist halt ein sehr beliebter Platz um die Feiertage zu verbringen.
Und wie ich das ganze so schreibe grüble ich gerade ob ich die Route nicht einfach umdrehe.
Mal schauen. Vielleicht bekomme ich ja durch Zufall noch einen Platz auf der Fähre von Puerto Montt nach Puerto Natales – auch wenn ich es nicht glaube. Es ist absolute Hochsaison und alles ist schon sehr gut besucht. Naja. Wir werden sehen.
Heute habe ich mich auch von Fred, meiner guten Seele verabschiedet. Auch wenn ich glaube, daß wir uns irgendwann mal wieder sehen hat´s mir sehr leid getan. Es ist mir schon ein bisserl ans Herz gewachsen.
Und als Reisepartner ist er wirklich genial – ich habe schon ein paar Mal das Kompliment bekommen, daß ich sehr angenehm zum Reisen sei – aber da habe ich meinen Großmeister gefunden.
Ich war dann heute etwas wehmütig und habe meine ganzen Freunde in Europa ziemlich vermißt. Aber ein bisserl Zelt aufgeräumt, Sachen endlich mal ausgepackt – unter anderem meine Helmkopfhörer eingebaut sodaß ich bei diesen langweiligen Geradeausfahrten endlich mal Musik hören kann – und mich dann wieder hübscher für die Welt gemacht. Neben meinen Nägeln, die daran glauben mußten, habe ich auch beschlossen meinen gepflegten 22 Tage Bart zu zivilisieren und habe meinen Barttrimmer hervorgekramt.
Nach einigen Versuchen welche die optimale Bartlänge ist, habe ich definiert es sind 3mm. Und es lag nicht daran, daß ich mich einmal bei der Längeneinstellung vertan habe und da versehentlich mit der kürzesten Einstellung einen Teil geschnitten hatte.
Voila. Philipe ist fast ein neuer Mensch.
Faszinierend was so ein bisserl Oberflächenverändernung alles bewirken kann.
Sodale. Meine Augen werden auch schon etwas schwer. Und meine – wenn auch sehr sympathischen – argentinischen Zeltnachbarn haben gerade die Musik aus Ihrem Auto, welche den ganzen Abend bei voller Lautsärke an war, abgedreht. 22:24 ist also auch bei denen ein Zeitpunkt langsam schlafen zu gehen. Fein, wenn es da keine interkulturellen Unterschiede gibt.
Ach ja. Nachdem ich vorhin das versucht habe zu ändern: falls Ihr Euch wundert, warum ich soviele Typos mache: Windows 7 Ultimate in Kombination mit meiner Office Version hat dank dieser Lizenzgeschichten keine Möglichkeit mehr eine deutsche Rechtschreibprüfung durchzuführen. Schmarrn aber auch.
Freitag, 17. Dezember 2010
To do or not to do?
Seekrank - ohne auf einem Schiff zu sein
Es ist Freitag. 08:16.
Ich sitze gerade in der einzigen Bar, die um diese Uhrzeit schon offen hat. Eigentlich wollte ich noch ein paar Sachen im Internet erledigen. Aber so nehme ich mal ein gemütliches Frühstück ein, und schreibe mal ein bisserl Reisetagebuch weiter.
Am Mittwoch bin ich aus Viedma aufgebrochen. Die ersten 150km waren SandWellblechSchotterPiste. Aber Mr. Churchill hat sich tapfer geschlagen – bis auf den Schalthebel, der mir dann bei der Fahrt dann rausgefallen ist und mein Windschild, welches sich gelockert hatte, keine Probleme.
Es war eine interessante Erfahrung so mit 80 durch Wellblech und Sand zu rauschen – wenn das Vorderrad sich verdreht, so wegrutscht und man trotzdem geradeaus fährt.(Allerdings in Kurven ist das ein weniger prickelndes, dafür umso gewöhnungsbedürftigeres Gefühl)
Auf der Straße bin ich dann die restlichen rund 500km mit gemütlichen 120 dahingerauscht.
Ca. 15min nachdem es dunkel wurde bin ich dann auf der Peninsula Valdez in der (einzigen, dafür umso touristischeren) Stadt mit dem Namen Puerto Piramides angekommen.
Die Strecke bin ich alleine gefahren – Fred wollte zwar auch dorthin, aber ich brauchte noch länger und irgendwie wollte auch jeder seinen eigenen Rhythmus fahren. Nach diesen 150km Piste war ich sicher, daß es Fred heute nicht mehr rechtzeitig schafft. Die Alternativroute wären 200km Umweg auf der Straße gewesen.
Umso überraschter war ich, wie ich dann Fred getroffen habe – er war kurz davor angekommen. Er ist die ganze Wellblechpiste weitergefahren – also noch ca. 60km weiter und nicht die Weichei Variante, bei der man schon vorher zu Asphaltstraße durchsticht… (Naja. Da erkennt man halt seine Sanderfahrung aus Afrika) Aber er hat auch gemeint, daß es ihn beinahe 3mal umgeworfen hätte im Sand.
Nach meiner Ankunft habe ich dann noch schnell mein Zelt aufgebaut, wo mir Fred, mein kleiner Engel, noch geholfen und wertvolle Tips gegeben hat, wie ich das Zelt einfacher aufbauen kann. Mit Fred Plauschen und Zeltaufbauen war es dann eh schon weit nach 2200 und ich mußte noch kurz meine Wäsche waschen bzw. wollte Duschen.
Tja. Wenn das Leben nur so einfach ist… Hier ist ein Naturschutzgebiet und da ist nix mit so einfacher Wasserversorgung.
Ich habe ja bei der Abfahrt meine „Waschmaschine“ gefüllt. Meine Waschmaschine ist eigentlich ein 30l Duschsack, den man auf einem Baum aufhängt und dann mit Schlauch das Wasser für seine persönliche Oberflächenbehandlung verwenden kann. Man nehme also den Duschsack, fülle ihn mit Wäsche, benetze die neuralgischen Stellen der Kleidung mit Spülmittel, fülle diese in den Sack, nochmal eine große Prise Spülmittel drüber, mit Wasser auffüllen – und dann einfach ein paar Stunden Wellblechpiste fahren. Voila. Die Kleidung ist sauberer als zuhause. Nur das mit dem Ausspülen habe ich noch nicht so ganz draußen.
Tja. Und jetzt komme ich wieder auf mein kleines Problem mit der Wasserversorgung zurück.
Die Duschen sind hier nur von 1800 – 1930 einmal täglich offen. Das normale Waschbecken hat so einen Druckknopf ähnlich dem in einem Flugzeug – es kommt nur Wasser, wenn man den gedrückt hält. Tja. Also irgendwann noch kurz vor Mitternacht dann mit dem rechten Unterarm den Knopf gedrückt gehalten und mich dann derart verrenkt, daß ich es dann doch geschafft habe die ganze Wäsche unter den Wasserstrahl zu halten und mit den Händen mit frischem Wasser durchzukneten.
Das Problem des Platz Findes um dann die triefende Wäsche noch aufzuhängen erspare ich Euch. Ich sage nur „4-Personen Zelte sind klasse“ und „leichter Regen im Zelt ist nicht so schlimm“.
Spannender fand ich die Frage wie Duschen.
Eigneltich fahre ich ja Richtung Südpol. Und ich bin ja echt gut ausgerüstet. Mein Schlafsack geht bis -25C. Meine Daunenluftmatratze isoliert sogar bis -43C gegen den Boden. Tja.
Ähem.
Heute zeigte mein Thermometer +36,2C. Im Schatten wohlgemerkt. Während der Fahrt – also echte Werte!...
Und nach über 10h am Bike freut man sich dann doch sehr wohl auf eine Dusche.
Aber was machen,wenn man sich in einem Wüstengebiet befindet und in dem jede Wasserverschwendung verboten ist und der Wasserverbrauch stark reglementiert ist?
Natürlich auf die Regeln pfeifen. Also den Duschsack und den Druckknopfwasserhahn sinnvoll kombiniert und dann totmüde ins Bett gefallen.
Am nächsten morgen habe ich dann wieder zwei Sachen zum Thema „Suche Dir einen guten Platz zum Zelt aufbauen auf“ gelernt. Das Problem war - nur um diese Uhrzeit hatte ich kaum mehr Auswahlmöglichkeiten, also mußte ich nehmen was noch da war.
Der Boden hatte eine leichte Schräglage – was dazu führte, daß ich im Halbschlaf mich immer wieder versuchte auszugleichen, weil ich das Gefühl hatte einen Abhang herunterzurutschen. Die Luftmatratze erzeugte dabei ein schaukelndes Gefühl, wie in einem Wasserbett – somit wachte ich auf, weil ich das Gefühl hatte leicht seekrank zu werden…
Aber machte nicht allzu viel – gerade wie ich dann wieder eingeschlafen war, knallte die Sonne eh schon wieder auf mein Zelt und es wurde brutal heiß. Klarerweise lag ich mit dem Kopf im Sonnen- und nicht im dem durch die Bäume geschützten Bereich.
Anyway. Bin dann schnell aufgesprungen (was man bei so einer Reise als schnell bezeichnen kann – man gewöhnt sich ja einen gemütlicheren Lebenswandel an) und habe mir eine Panaderia gesucht. Frisches Brot, Thunfisch aus ganzen Stücken (die eigentlich durch das ganze Geschüttle während der Fahrt eigentlich eine Paste wurde), Ei, Zwiebel (sehr viel davon – sehr lecker!). Sehr fein sowas!
Den restlichen Tag habe ich dann sehr gemütlich vertan. Einfach nur mal ankommen. Und meine weitere Reiseroute planen. Es ist echt nicht einfach so eine Route insbesonders mit einem haltbaren Zeitplan festzulegen. Die Routen hier können für 100km irgendwas zwischen 1h und 4h sein. Ebenso Verzögerungen mit dem Wetter, Ausfälle des Fahrzeuges, kein Sprit, der verfügbar ist und man auf das Tankfahrzeug warten muß, Umwege, weil Straßen gesperrt sind oder Zollstationen nur von dem einem Land besetzt ist und das andere Land nicht – was dazu führt, daß man bei der Ausreise! dann massive Probleme bekommt. Und dazu kommen dann noch Tips von anderen Reisenden, die meinen „Ach. Dann mußt aber das unbedingt auch noch unbedingt mitnehmen. Nicht versäumen!“ und Voila: Du hetzt Deinem Zeitplan hinterher.
Lösung des Problems – keinen Zeitplan haben.
Ich merke auch, daß ich langsam etwas relaxter werde, was so gewisse Sachen angeht. Die ersten Tage in Südamerika, alles immer abgeschlossen in meinem Packsafe Stahlnetz – festgemacht an irgendwelchen Stahlleitungen. Jetzt denke ich mir – irgendwas wird mir auf der Reise garantiert gestohlen / oder ich lasse es irgendwo liegen. Die Frage ist nur wann.
Also habe ich mich auf 4 Sachen beschränkt, die ich nicht verlieren möchte: Mein Netbook, meine Kamera, mein Teleobjektiv und meine Dokumente bzw. Geld.
Und der Rest – naja. Kismet halt.
Ich merke, daß die Sachen hier echt schnell verschleißen. Nach der Reise kann ich mir so ziemlich alles neu kaufen – obwohl so mit Panzerband geklebte Sachen ja auch einen gewissen Reiz haben.
Aber auf das Aussehen pfeift man auch irgendwann mal. Hauptsache, die Sachen funktionieren. Wenn nicht – wegwerfen. Ganz einfache Regel…
In der Theorie.
In der Praxis: ich habe eine Tasche noch kaum geöffnet. Sind alles Sachen, die ich irgendwann brauchen könnte. Irgendwann mal. Aber nicht in den ersten 3 Wochen bis jetzt. (Zugegebenermaßen – es sind auch solche Sachen wie Medikamente. Aber das sind leider die Ausnahmen. Der Rest ist Luxusgut, den ich (derzeit) gar nicht brauche. Vielleicht freue ich mich mal in ein paar Moinaten darüber.)
Sodale. Es ist kurz nach Neun. Ich werde mal zum Zelt zurückgehen und mal umziehen in ein schattigeres Platzerl bevor die Wochenendtouristen kommen und ich dann keinen guten Platz finde.
Übrigens - mein „frisch gepreßter“ Orangensaft ist gerade eingetroffen – praktisch dieser Tetrapack heutzutage. Dafür ist der Milch-Kaffee frisch (..angerührt). Der Schinken-KäseToast ist auch „sehr gut durch“. (Kohlenstoffhältige canzerogene Stoffe werden überbewertet).
Naja. Der Vorteil für ihn – ich werde ihn nicht mehr wieder mit meiner Anwesenheit stören.
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger
Latitude:-42.57368
Longitude:-64.27902
GPS location Date/Time:12/16/2010 01:37:09 CET
Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe
Click the link below to see where I am located.
http://fms.ws/3zdY9/\-42.57368/\-64.27902
If the above link does not work, try this link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=-42.57368,-64.27902&ll=-42.57368,-64.27902&ie=UTF8&z=12&om=1
Mr. Churchill
You have received this message because Mr. Churchill has added you to their SPOT contact list.
Every day is an Adventure. Share Yours.
http://www.findmespot.com
Montag, 13. Dezember 2010
Gestern war ich kurz vor dem Abrund - heute bin ich einen großen Schritt weiter
Ich sitze gerade bei der Cafeteria hier am Campingplatz. Anscheinend gibt es hier doch WiFi, wenn auch nicht gratis. 9 Pesos für 2h kann man kaufen – das entspricht ca. 2€. Eine Stunde habe ich gerade von einem Deutschen hier abgekauft, der die letzte Prepaid Karte gekauft hatte.
Heute war wieder mal so ein Tag wo so was ähnliches wie Hoffnung keimte.
Bin heute einfach so bis 1100 im Zelt liegen geblieben. Nicht das es sonderlich bequem wäre – so ein gestampfter Sandboden ist nicht bekannt für den Komfort und meine Luftmatratze ist noch immer leck – aber ich wollte einfach nicht aufstehen… Um 1100 habe ich mich dann hochgequält und dann 4h an Mr. C. herumgeschraubt.
Unter anderem habe ich auch den porösen Benzinschlauch wieder ersetzt mit einem den mir Walter, der argentinische Tierarzt und Motorradoltimersammler, geschenkt hatte.
Dann noch eine Testfahrt nach Viedma Zentrum hinein – ca.30km eine Richtung auf einer sehr langweiligen Landstrasse mit 5000 Umdrehungen ein bisserl Mr.C. getestet… Aber bis jetzt „keine Auffälligkeiten". Mal schauen. Morgen werde ich mir noch ein paar Zündkerzen als Reserve zulegen. Wenn alles klappt werde ich mit Fred Richtung Peninsula Valdes weiterfahren und dort noch ein paar Tage vor der Weiterfahrt nach Ushuaia verbringen.
Zu Weihnachten möchte ich dann in Ushuaia sein – dort ist dann am 24. und am 31. Große Partytime für Globetrotter angesagt. Das sind so die typischen Treffpunkte und –zeiten, die jeder der sich dort in der Umgebung aufhält wahrnimmt…
Heute gibt´s dann noch ein Asado – ein argentinisches Grillen mit Oscar, dem Organisator, Fred, Frank – einem Deutschen der hier auch noch hängen geblieben ist und zwei Briten – die irgendwie aus der britischen Oberschicht kommen, und mit einer Rolex und fetten 1200GS Adventure eine Südamerikatour machen (sind aber echt nette Leute).
Alles wird gut. Irgendwann - mein tägliches Mantra
Sonntag, 12. Dezember 2010
Sand
…kricht überall rein. Bei der Fahrt mit dem Motorrad findet sich Sand in JEDER Körperöffnung wieder - an das Knirschen zwischen den Zähnen gewöhnt man sich ja recht rasch. Aber daß, das Zelt voll Sand ist, obwohl sowohl das Innenzelt als auch das Aussenzelt aus winddichten Gewebe sind – da muß ich erst noch verstehen, wie das der Sand reinkommen kann. Er schafft es auf jeden Fall.
Je größer das Zelt, desto größer auch die Menge an Sand, die man da hat. Ich habe für eine Person sehr angenehm viel Sand ;-) (Siehe Photo)
Im Vergleich zu gestern (Samstag) gab es einen großen Schritt Richtung Komfort – ich bin auf einer sehr komfortablen Luftmatte eingeschlafen. (Was nicht notgedrungenerweise auch bedeutet, daß ich auf so einer aufgewacht bin. Das wäre der nächste Schritt in der Komfortsteigerung)
Mr. Churchill war gestern auch wieder die Attraktion. Einerseits weil er das aussergewöhnlichste Fahrzeug hier ist. Und andererseits, weil er hat soviele Wehwehchen hat. Gestern haben die Argentinier hier mit einer Bohrmaschine und einer Feile meine Hauptdüse zurechtgeschliffen. Die aufgebohrte Gasofendüse war zu weit vorstehend und ragte in die Schwimmerkammer hinein, sodaß der Deckel nicht schloß. Und wie wir´s dann endlich geschafft hatten, daß der Deckel oben war, tropfte das Benzin wieder aus den alten, porösen Korkdichtungen, sodaß diese heute (hoffentlich) durch aus speziellem Dichtpapier hergestellte ersetzt werden.
Ich habe gehört, daß es auch Motorräder gibt, die tausende Kilometer einfach nur fahren. Wahrscheinlich wäre das wohl langweilig.
Samstag, 11. Dezember 2010
Pampa, Sand und Luftmatratzen
Freitag, 10. Dezember 2010
Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger
Latitude:-41.05208
Longitude:-62.83029
GPS location Date/Time:12/11/2010 03:07:10 CET
Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe
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Mr. Churchill
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Sehr, sehr fein
Donnerstag, 9. Dezember 2010
Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger
Latitude:-38.64554
Longitude:-71.0827
GPS location Date/Time:12/09/2010 19:17:31 CET
Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe
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http://fms.ws/3xvnA/\-38.64554/\-71.0827
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Mr. Churchill
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Dienstag, 7. Dezember 2010
Auch lange Tage haben ein Ende. Irgendwann.
Wir sind gerade in in Curico „gelandet“. Eine Stadt mit über 120.000 Einwohnern entlang der Ruta 5. Böse Zungen würden behaupten hier gibt es nicht signifikantes – außer halt der Autobahn Richtung Süden.
…als weltoffener Mensch sage ich natürlich, daß ich der Stadt noch keine Chance gegeben habe Ihren Charme zu beweisen.
Wie auch immer.
Die letzten Tage waren etwas intensiver. Es stand alles unter Mr.Churchills röcheln. Oder gegebenenfalls eben nicht röcheln.
Am Freitag begann das Drama – festgestellt, daß ein Zylinder nicht läuft. Besuch einer Werkstatt – einer typisch südamerikanischen. Sehr viele Hämmer und Schweißfgeräte standen herum. Der Mechaniker, der den Vergaser ausbaute wußte genau was er tat. Naja. Zumindest wie er diesen zur Mund führte, mit einer professionellen Bewegung die Hände um den Vergaser legte und tief hineinblies um die Dichtheit zu Überprüfen. Naja. Aber ich bin mir nicht sicher. Es könnte auch sein, daß er daran sog um die Benzindämpfe einzuatmen. Auf jeden Fall hatte er danach ruhigere Hände und konnte so viel besser die Einstellungen meines Schwimmers verstellen. (Das das nicht notwendig war und Fred dann die ganzen Sachen wieder zurückbiegen mußte am nächsten Tag waren technische Details. Feinheiten halt)
Am Samstag verbrachten Fred und ich den ganzen Tag beim Sonnenbaden. Und weil wir so im Freitzeitstress sind haben wir das auch gleich kombiniert mit einem Saunagang. Und um die zeit zu nutzen hatte ich dann auch einen Crashkurs in Vergasertechnik von alten Zweiventil Boxermotoren – vor unserem Hotel haben wir 7h Vergaser zerlegt, was bei 30C im Schatten eine interessante Sache ist.
…eigentlich wollte ich jetzt meine Leidensgeschichte fertig erzählen. Aber Fred hatte mich gerade geholt und wir waren dann gerade beim Jumbo einkaufen – dem „kleinen“ Bauernmarkt, den man sich so in Südamerika vorstellt (und der jeden METRO Markt in den Schatten stellt mit seinen ca. 60.000 Artikeln)
Und um 23:44 fehlt mir ein bisserl der Elan weiterzuschreiben – ich melde mich da irgendwann wenn ich etwas zum schreiben komme. Wir sind ziemlich im Zeitdruck, weil wir ja am kommenden Freitag in Viedma sein wollen – Luftlinie ca. 1100km. Aber nachdem es über Andenpässe geht sind es ca. 2000km Strassenstrecke… und das werden also in den kommenden Tagen etwas längere Tage auf Mr. Churchill sitzend (falls er überhaupt mitspielt… Heute war er dann aber ziemlich brav nachdem wir über 4h das Ventilspiel eingestellt hatten…)
Samstag, 4. Dezember 2010
Laufen von zwei Zylinder wird überbewertet
Los Andes hat sicherlich auch irgendwelche Reize.
...wenn ich sie nur kennen würde! :-)
Sieh mal hier um zu sehen,was ich heute so getrieben habe! ;-)
Die gute Nachricht - es kann nur besser werden...
Der Tag begann spannend.
Beim Beladen zuerst beinahe Mr.C abgefackelt – die offenen, nicht geschützten Kabel des Plus Pols haben dann mit der Masse des Rahmens den Pac Safe (Stahlnetz um meinen Rucksack) durchgeschweißt (inklusive darunterliegenden Schlafsack von Fred). Interessant war hierbei, daß keine einzige Sicherung geflogen ist – was ich eigentlich erwartet hätte.
Danach auf halber Strecke liegen geblieben – vermutete Bremsenprobleme. Dann war aber plötzlich alles ok. Die Ursache, ist noch unklar.
(Daß der Wasserbeutel von Fred, den er mir auf das Gespann gelegt hatte, sich danach während der Fahrt löste, herausfiel und aufplatzte ist nur ein kleines Detail des heutigen Tages...)
Dann kam schwarzer Rauch aus dem Auspuff beim Überholen eines LKWs – war Fred schon in der Früh aufgefallen. Habe es dort dann aber auf den Choke zurückgeführt.
Plötzlich hat er auch kein Gas mehr angenommen – Vermutung als Ursache lag auf zuviel Öl nach Ölwechsel. Also am Strassenrand Öl abgelassen – keine 2m von donnernden Trucks entfernt die Staub aufwirbelten.
Danach hatten wir aber massive Probleme mit der Dichtung der Schwimmerkammer, die wir abgenommen haben um sie auch zu überprüfen – die Dichtung war total porös und lies sich nicht mehr ordentlich hineinlegen. Auf dem Weg zurück in die nächste Stadt verlor ich somit permanent Benzin. Aber das größere Problem war, daß die Maschine nur auf einem Zylinder läuft…
Also zurück in das letzte Dorf gehumpelt. Dort 2h mit Mechaniker vor Ort versucht Problem zu fixen… - was aber nicht klappte: weder tropfendes Benzin noch das mit dem nur einem Zylinder. Also back to square 1.
Oder schlimmer eigentlich noch – der Mechaniker hat dann in der Schwimmerkammer einiges herumgebogen, was wir morgen in der früh uns nochmal genau anschauen müssen bzw. zurückbiegen müssen. Aber es wurde schon dunkel – kurz vor 22:00, die Werkstatt hatte eigentlich schon seit 2h geschlossen, der Mechaniker wurde mürrisch…
Ich auch. Totmüde. Absolut totmüde. Aber ich bin so dankbar, daß Fred dabei ist, der sich da so top auskennt…
[Mal schauen, wo ich Internet finde um das dann zu posten – also nicht wundern, wenn das irgendwann verspätet auftaucht]




