Donnerstag, 15. September 2011

Wissen ist Macht...

...Naja. Auf der anderen Seite: Nix wissen macht auch nix. Oder?
Auf jeden Fall habe ich beschlossen eine Ausbildung zum KFZ-Elektriker zu machen.
Ich gebe ja zu. Hier und da habe ich durchaus unorthodoxe Herangehensweisen. Zum Beispiel beginne ich meine Ausbildung gleich mit der Meisterprüfung.

Vorgestern habe ich also im Garten des Hostals meine Plane ausgebreitet und meinen kleinen Workshop eröffnet: den Anlasser aus MrC ausgebaut und zu Feli - dem Mechaniker hier in Rurrenabaque, den mir Ronny empfohlen hat -  gebracht. Dieser hat ihn dann vollständig auseinander genommen...
Naja. Aber leider nicht zusammengebaut.
...Dieses hat er seinem Mitarbeiter überlassen. Welcher dann feinfühlig mit einem 2mm dicken und 1,5cm breiten Schraubenzieher versucht hat diverse 1mm dicke Plastikstücke in meinem Anlasser zu hebeln.
Am Ende seiner Versuche hatte der Anlasser mehr Teile als der Konstrukteur des Anlassers in der Teileliste vorgesehen hatte. Nun ja technische Details könnte man sagen.
Nur leider bin ich mittlerweile ein kleines Sensibelchen, was meinen MrC angeht. Dementsprechnd bin ich dann mit Argusaugen neben diesem Grob-"Motor"-iker gestanden und habe ihm erklärt, welche Werkzeuge er wie zu verwenden hat. Nach dem Motto: „Sprach der Einäugige zu dem Blinden".
Es gibt ja Theorien, welche besagen, daß das menschliche Herz nur für eine bestimmte Anzahl an Herzschlägen ausgelegt ist. Diese Aktion hat mich wahrscheinlich wieder einige Lebensjahre gekostet.
Nun ja. Auf jeden Fall haben mich die Leute dort mit einem „Tigre" überrascht – das spanische Wort für Tiger.
Mit Katzen kenne ich mich ja aus. Hier und da habe ich ja auch einen Kater. Und ich führe auch einen „El Gato" mit – Spanisch Umgangssprachlich für Wagenheber. Aber wie sie mir erzählten, daß Feli einen Tigre hat, habe ich ein bisserl an meinen Spanischkenntnissen gezweifelt.
...Aber: Er hatte wirklich einen. So kurz einmal herumstreunend im Haus. Was man halt so hat, wenn man in Bolivien lebt.
Er hat die Katze im Dschungel gefunden und dann einfach mit nach Hause genommen.
Nun ja. Warum nicht. Manche Leute haben ja auch Alligatoren in der Badewanne. Also was soll´s...

Die gute Nachricht – das kreischende Geräusch des Anlassers ist nun weg. Warum der Anlasser aber noch nie im Leben auch nur eine Spur Fett gesehen hat – weder bei der angeblichen Überholung von Reter Pömer * [* Name von der Redaktion geändert] noch bei der Überholung in Mendoza durch dem von ihm empfohlenen Mechaniker Carlos, verstehe ich nicht ganz. Naja. Muß ich auch nicht. Metallteile können ja auch trocken auf einander laufen.
Tja. Die schlechte Nachricht. Das ganze funktioniert trotzdem nicht. So wie ich es derzeit verstehe ist der Starterschalter defekt.
Hmmm... Und ich hoffe ich irre mich dabei – aber so wie es ausschaut, habe ich nämlich kein Starterrelais. Das heißt bei jedem Starten laufen da unter Umständen hunderte Ampere direkt über diesen armen Schalter. Kein Wunder, daß der das nicht lange aushält.
Mal schauen. Es ist gerade kurz vor 14:00 – nach der Mittagshitze werde ich mal versuchen einen Ersatzschalter einzubauen und zu schauen, ob der Anlasser dann generell funktioniert. Und erst danach werde ich mir ein Relais dazwischen basteln.
Die Teile dafür habe ich schon: am Vormittag war ich shoppen: ein Relais (40 Bol. – dividiert durch 10 in Euros: 4€), ein Schalter (65 Bol), 2m 2,5mm-Kabel (4 Bol pro Meter) und 8 Stecker (a 2 Bolivianos). Und als Überlebenshilfe – eine frische, gekühlte Kokusnuß mit Strohhalm a 4 Bolivianos.
Und ich hatte bei dem ganzen Thema eine ziemliche Lernkurve. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß MrC einen BMW R100GS Motor eingebaut hat.
Das habe ich an Hand der Motornummer verifiziert.
...aber die verlegte Elektrik entspricht einer BMW R90/6. Kein Wunder also, daß ich mich mit dem Schaltplan der 100GS so schwer zurechtgefunden habe. Ach. Diese technischen Feinheiten.

Sodale. Aber jetzt einmal ein paar Minuten endlich nichts tun, so wie es sich gehören würde – in der Hängematte gerade. Am Balkon meines Hotels. Nur die Natur um mich. Naja. Und ein paar vorbeifahrende Mopeds. Ein oder zwei hundert.

Dienstag, 13. September 2011

Streiken: Menschen und Motoren

Gestern ging´s dann von San Borja doch Richtung Yucumo. Trotz der erwarteten Straßenblockade.

Vor der Abfahrt aus dem Hotel habe ich noch mit ein paar Journalisten aus La Paz geplauscht. Und diese meinten, daß die Straßenblockaden alle 2h geöffnet werden um die Fahrzeuge passieren zu lassen.

Gesagt getan. Noch schnell für ein Picknick eingekauft – man will ja schließlich nicht mit leerem Magen warten. Und dann die staubigen Straßen Richtung Yucumo genommen. Naja. So staubig war es nicht. Es gab schließlich zur Abwechslung wieder mal Schlamm.

Um 13:10 sind wir dann bei der Blockade angekommen. Die gute Nachricht: Alle 2 Stunden wird die Blockade eben geöffnet. Die schlechte: um 13:00 das letzte Mal davor. 

Also 1:50h warten. War aber nett – ein bisserl mit den Leuten geplaudert. Gemütlich Mittag gegessen. Kalten Fruchtsaft getrunken – Dank meiner neuen 5l Thermosflasche und „Tang“ (dem universal-pieksüßem-Frucht-Puder).

Das bedeutete aber erst um 15:00 wieder weitergefahren – aber noch mit über 100km „To Go“ auf Neudeutsch...

Tja. Aber klarerweise geht das natürlich nicht so einfach. Schließlich will MrC doch bei der Reisegestaltung mitreden. Und hat beschlossen jegliche Funktion des Anlassers einzustellen. Weil Anlasser werden überbewertet.

Mit Susan´s Hilfe habe ich es dann doch geschafft ihn anzurollen. Aber bedeutet wieder mal – nicht den Motot abstellen... Und das wiederum bedeutet wieder mal: Beim Ankunft im Hotel hatte ich wieder über rund 150C – genau kann ich es nicht sagen. Bei 140C hört ja meine Skala auf.

Technische Details.

Leider ist Susan auf der kiesigen, respektiven schlammigen , Straße zweimal gestürtzt und hat sich diesmal auch noch das Knie etwas verletzt... Wenigstens Abwechslung – normalerweise leiden ihre Knöchel...

Anyway.

Auf jeden Fall sehr nett war wieder mal, daß uns bei unserer Ankunft in Rurrenabaque Ronny angesprochen hat und uns Tipps für ein Hotel gegeben hat – welches wir sehnsüchtig nach diesem langem Tag gesucht hatten. Nämlich wieder eines mit Garage klarerweise.

Für 75 Bolivianos pro Person sind wir dann im Hotel Rurrenabaque auch unterkommen.

 

Heute in der Früh habe ich dann meinen Anlasser ausgebaut. Beim Durchmessen habe ich aber festgestellt, daß keine Spannung beim Anlasser ankommt – ich vermute also, daß mein Starterrelais ex gegangen ist. Und somit habe ich auch das gleich mit ausgebaut.

Durch Zufall ist Ronny heute im Hotel vorbeigekommen. Und hat uns erzählt, daß er 5 Jahre hier gelebt hat und sich deswegen so gut auskennt. Und hat mir dann gleich einen Freund empfohlen – welcher, man glaubt es kaum – spezialisiert ist auf: Anlasser.

Zufälle gibt´s...

Und beim gemeinsamen Mittagessen haben wir dann wieder über Gott und die Welt geplaudert – im wahrsten Sinne des Wortes. Ronny ist – ebenso wie Steward - äußerst religiös. Lustig, daß wir gerade im Umfeld der Jesuitenklöster hier in Bolivien dann so viele gläubige Menschen treffen. Purer Zufall halt. Oder doch göttlicher Wille? Ach. Wer weiß...

 

Auf jeden Fall wird sich Felix, der Elektriker, morgen gleich in der Früh meinen Anlasser vorknöpfen und zerlegen. Dieser hat nämlich bei einem Schnelltest komische Geräusche von sich gegeben – obwohl er aber generell funktioniert hat. Anscheinend habe ich also wieder mal zwei Probleme – ein abgenützter Anlasser und ein defekter Schalter oder Relais.

Tja. Mal schauen, was morgen wieder mal auf mich zukommt.

Montag, 12. September 2011

[SPOT] Hotel in Rurrenabaque

Bin gerade etwas im Einsatz, weil mein Anlasser gestern den Geist aufgegeben hat. Somit habe ich im Moment keine Zeit ein größeres Update zu machen. Aber die ganze Geschichte - inklusive dem ersten Blog vom 7.September vom Ausflug zu Stewards Haus mit ein paar Photos ist jetzt online.

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Mr. Churchill
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Barro y Paro

Tja. Es könnte alles so einfach sein.
Zum Beispiel könnte man in San Borja sein. Gerade einmal genau 150km von Rurrenabaque – meinem nächsten Ziel - entfernt. Es könnte eine nette Hauptstraße auf einem warten. Teilweise sogar asphaltiert.
Nach dem gestrigen staubigen Tag eine nette Abwechslung.
Gestern gab´s sogar eine Dusche – jeweils für MrC und für mich.
Und dann ein nettes – wenn gleich mit 100 Bolivianos pro Person total überteuertes - Hotelzimmer.

Tja. Das wieder einmal die Theorie.
Ich habe gerade ein bisserl mit der Dueña – der Besitzerin des Hotels - geplauscht. Die Praxis: Es gibt einen „Paro“ - eine Straßenblockade - in Yucumo. 50km von San Borja entfernt.
Und nachdem es hier gestern erst geregnet hat, ist die ganze Strecke auch noch ziemlich schlammig – sprich viel „Barro“ entlang des Weges.
Hmmm... Eine Möglichkeit ist ein Umweg von rund 60km über Santa Rosa. Nur das auf einer Nebenstraße, die auch noch nicht wieder trocken ist?... Naja. Mal schauen, was wir machen. Das Leben ist Abenteuer.

Samstag, 10. September 2011

Staub ist für Weicheier. Echte Männer haben Schlamm.

Hmmmm... Und auch Batterie wird überbewertet. Anscheinend.
Ich hatte Apolinar, meinen Mechaniker in Sucre ein paar Mal gefragt, ob mein 18A Gleichrichter für mein Gespann ausreicht. Und er hat mir jedes Mal stolz berichtet, daß er es nachgemessen hat: Mit Fernlicht und Griffheizung ziehe ich genau eben 18A. Also geht sich genau aus Alles.
Theoretisch. Also.
Praktisch: Nachdem ich den gestrigen Tag mit diversen Tests verbracht habe, hat MrC heute in der Früh beschlossen nicht mehr anzuspringen. Anscheinend war die Batterie schon durch die Fernlicht Fahrt zu Steward vorentladen. Oder MrC wollte mir den Abschied von Steward einfach schwerer machen...
Wie auch immer.
Steward hat mich dann mit seinem Pickup angeschoben. Was aber bedeutet, daß man für die nächste halbe Stunde – oder besser 1h um sicher zu sein – die Batterie lädt und den Motor nicht mehr abstellt. Oder abwürgt.
Hmmmmm.... Dieses in Kombination, daß ich mir nicht sicher bin, ob mein Workaround für meine Starter Probleme auch wirklich zuverlässig funktioniert, war schon etwas ungemütlich. Der Gedanke allerdings 7 Fahrstunden von der Zivilisation dann mitten in der Pampa gestrandet zu sein – und bestenfalls irgendwelche Ochsenkarren zur Hilfe holen zu können - war schon etwas... Naja. Ähem. Ungemütlich halt.
Aber ist ja alles nicht so schlimm. Es könnte ja zum Beispiel der ganze Weg zugeschlammt sein. Sodaß man wild hin und herschlingernd versucht, alles mögliche zu tun nur um ja nicht stehen zu bleiben. [Kleine Anmerkung am Rande für die werten Motorradfahrer unter meinen Bloglesern: Es ist möglich im rechten Winkel zum Fahrzeug ein Gespann durch Schlamm zu pflügen.]
Oder es könnte auch noch schlimmer kommen. Wie zum Beispiel, daß ein BMW 100GS Motor Luftgekühlt ist. Sprich er benötigt einen Fahrtwind, der von den beiden Zylinder die Abwärme abführt. Wenn man aber längere Strecken nur im ersten Gang ziemlich hochtourig fährt um nicht stecken zu bleiben, reicht der Fahrtwind nicht mehr aus um den Motor effizient zu kühlen.
Ist ja alles nicht so schlimm. Einach Motor abstellen. Warten bis der Motor abgekühlt ist und dann einfach weiterfahren.
...Ähem. „Houston – wir haben ein Problem!“
Nun gut. Also hatte ich dann halt einen BMW 100GS Motor mit Wasserkühlung. Wasser aus den Pfützen am Strassenrand.
Oder es könnte noch schlimmer kommen. Wie zum Beispiel. Daß der Hinterreifen Luft verliert. Mitten im Nirgendwo.
Wir könnten jetzt einen kleinen Ausflug in die Technik machen. Und genauer erläutern wie lange die Halbwertszeit der Haltbarkeit eines mit Bord-Reparatursets reparierten Schlauchlosreifen ist. Genau der Reifen, den ich gerade 130km und 3 Tage davor repariert habe. Aber ich erspare uns das.
Oder ich könnte erläutern, daß es wichtig ist, das Fahrzeug mit Steinen gegen Wegrollen zu sichern.
...und daß es aber im Wetland aber lange sucht, weil es nämlich dort keine Steine gibt. Sondern nur Erde und Gräser.
Oder ich könnte erläutern, daß wenn man das nämlich nicht tut, das Fahrzeug vom Wagenheber abrutscht und dadurch die Gewindestange des Wagenhebers  verbogen wird. Genau desjenigen Wagenhebers, den man noch benötigt um den Reifen zu flicken.
Oder ich könnte genauer erläutern, daß das ganze natürlich in der Mittagshitze um 13:00 passiert. Weit weg von irgendwelch schattenspendenden Bäumen.
Aber ich will ja niemanden mit technischen Details langweilen.

Viel spannender finde ich zu erzählen, wie ich auf eine kleine ca. 3m breite Lehm-Brücke fahre und plötzlich 3m vor mir bei 40km/h ein 1m breites und 1m tiefes Loch genau in der Mitte vorfinde – ein Loch, daß von unten vor der Brücke nicht zu sehen war.
Yap. Das Leben kann spannend sein.

Auf jeden Fall sind wir dann am späten Nachmittag in San Moxo de Ignacio eingeritten. Vollkommen mit einer Schlammschicht überzogen. Sowohl MrC. Als auch ich.
Beide haben sich also eine Dusche verdient.
Bei ersterem ist das sehr praktisch. Man fährt in die Waschstraße. Legt 25 Bolivianos auf den Tisch. Wartet eine Viertel Stunde. Und fährt dann mit einem sauberen Fahrzeug weiter.
Theoretisch.
Praktisch: Es gibt in der Stadt seit Tagen kein Wasser.
Also noch eine halbe Stunde lang versucht mit einem Ast die mittlerweile feste Lehmschicht von MrC herunter zu hämmern.
Nun gut: Die gute Nachricht des heutigen Tages – mein Hotel hat wenigstens eine eigene Zisterne und dadurch konnte ich von den Reserven noch eine sehr feine Dusche nehmen.
Ach. Übrigens – habe ich erwähnt, daß das Leben durchaus spannend sein kann? Zum Beispiel 240V spannend? Welche durch meine Hand geschossen kamen, wie ich versucht habe die Temperatur des elektrischen Duschkopfes zu verstellen?...
Heute habe ich übrigens länger gebraucht um meinen Blogeintrag zu schreiben – meine linke Hand ist noch immer etwas taub...

Noch ein paar Statistiken des heutigen Tages:
Ca.150  Maximal Temperatur des Motors heute
140         Ende der Skala meines Thermometers
120         Temperatur wo der rote Bereich des Motors beginnt
140         gefühlte Liter Wasser aus Straßengräben, die wir über den Motor zur Kühlung gekippt haben
44           Kilometer Luftlinie zurückgelegt
131         Kilometer Straße zurückgelegt
7             Anzahl der Stunden am Bike
10           Minuten Pause während dieser Fahrt
2333      geschätzte Anzahl der Durchschläge bei denen der Seitenwagenreifen meinen Kotflügel berührte
30           Tiefe in Zentimeter der 20cm breiten, äußerst unscheinbaren kleinen Pfützen durch die ich regelmäßig durchgefahren bin
5             Millimeter an Schlamm auf meiner Kleidung
350         % Stresslevel über Normal in manchen Situationen

[SPOT] Stewards Haus in San Ignacito

...rund  7 Motorrad-Stunden von der Zivilisation entfernt.  Staubpiste...
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Mr. Churchill
Latitude:-14.9969
Longitude:-65.64102
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Freitag, 9. September 2011

Regen ist Segen

...insbesonders bei einer staubigen Straße. Nun ja man kann sich ja auch Situation schön reden und muß sich nicht immer gleich auf“regen“.
Gestern abend  hat es zu regnen begonnen. Und seitdem nicht mehr aufgehört.
Aber nicht, daß es gleichmäßig war. Es schwankte immerhin zwischen Starkregen und starkem Regen. Immerhin Abwechslung.
Gestern zu Mittag habe ich eine Methode gefunden MrC zu einer Reisemäßigen Kooperation zu bewegen. Ich habe ja das Problem, daß wenn ich den Start-Knopf drücke, gerade einmal ein Klick zu hören ist. Ein Klick wie von einem Relais, welches zieht. Aber der Anlasser bewegt den Motor nicht.
Wenn ich aber den Start-Knopf drücke UND zeitgleich den Kickstarter trete – dann startet der Motor wie normal. Ich höre dabei aber auch ein eigenartiges Geräusch, welches ich nicht ganz zuordnen kann. Irgendwie interpretiere ich, daß der Anlasser und der Kickstarter mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten versuchen den Motor in Bewegung zu versetzen – nur halt nicht dafür ausgelegt sind. Und irgendeine mechanische Komponente muß also diese beiden unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausgleichen.
Hmmmm... Mal schauen wie lange das gut geht...
Nun ja. Technische Details.
Aber sonst hatte ich gestern einen sehr netten Tag. In der Früh um 06:00 gab´s Tagwache und danach gleich einen Ausflug zur Hochi-Schau. (Hochis sind eine mir bis dato unbekannte Mischung scheinbar zwischen einem Meerschweinchen und einer Ratte – nur in der Größe eines Schweines.) Zu Mittag dann eben meine Reparatur/Analyse/Workaround-Findungs-Session mit MrC – inklusive einer dringend notwendigen Luftfilterreinigung. (Die Staubfahrt von unserer Anreise hat viele Spuren hinterlassen. Oder eher eigentlich – dicke Schichten.)
Und am Abend hat mich Steward dann zu einem Jagdausflug auf seinem Quad mitgenommen – ich hinter ihm auf dem Quad sitzend. Letzteres wäre ja nicht so ungewöhnlich. Wenn nur dort nicht schon bereits eine 1m breite und einen halben Meter hohe Plastikkiste montiert gewesen wäre, Nun ja Sitze werden überbewertet. Bequeme sowieso. Und so saß ich dort halt. Mit der Kamera in der einen Hand. Dem Gewehr in der anderen. Am Kopf eine Basketball Kappe. Und auf dieser ein paar wirre Drähte, die in der einen Richtung zu einer 12V Batterie führten. Und in der anderen Richtung zu einem Flutlichtscheinwerfer, der auf eben selbiger Kappe montiert war. Und ich erwähne jetzt nicht, daß es ein bißchen eine Herausforderung war das Gewehr, meine Kamera, die Kappe - und zuguter Letzt auch mich selber - während der Fahrt nicht zu verlieren. Das der Schweinwerfer „Schweine“-heiß ist und ich mich bei dem Geschüttle ein paar Mal „tierisch“ verbrannt habe, erwähne ich jetzt nicht weiter – man will ja schließlich kein Mitleid schinden, nicht wahr?...
Auf jeden Fall waren die zoologischen Begegnungen dieses Jagdausfluges limitiert auf die Inhalte der Anführungszeichen des vorigen Satzes. Sprich: Nix.
Das spannenste war dann allerdings, wie wir uns in vollkommener Dunkelheit mit dem Quad im Dschungel verfahren haben. Und in Gegenden kamen, die Steward noch nie zuvor gesehen hatte.
Aber man darf ja alles nicht zu eng sehen. Ich mein – nur weil es gerade zu regnen begann, ich nur ein dünnes Hemd anhatte und die Temperatur scharf sank, darf man ja nicht überbewerten.
Morgen geht´s aber wieder zurück nach San Moxos de Ignacio. 130km. Ursprünglich feine Staubsand-Piste. Mal schauen was uns dann aber nach dem ganzen Regen morgen erwartet.

Mittwoch, 7. September 2011

Technische Details

Technische Details werden überbewertet. Solche Sachen wie ein Anlasser,der auch wirklich funktioniert. Oder ein Killswitch, der zuverlässig einrastet. Eigentlich wollte ich mir von Stewart die Gegend zeigen lassen. Ihm eine Leiter für seinen Wasserturm bauen. Gemütlich am Abend ein Bierchen zwitschern. Oder zwei.
...und was mache ich statt dessen?
MrC Elektrischaltpläne studieren. Und vergleichen wie sehr sie von der Realität abweichen. Sehr. Nämlich. Dubiose Kabel, die plötzlich mitten drin Farbe ändern. Oder sich plötzlich unmotiviert teilen und verzweigen. Oder warum ich plötzlich während ich an einem Kabel rüttle die Anzeige habe, daß die Zündung eingeschalten ist.    -  ..während ich den Zündschlüssel in der Hand halte.
Nun ja. Die gute Nachricht: Ich habe ja letztendlich alle Zeit der Welt. Ich bin ja auf eine mehrere Monate angelegte Südamerikareise schließlich. Also was soll es denn schlimmeres geben?...
Naja. Zum Beispiel dubiose hypochondrische Bauchschmerzen – ähnlich einer Blinddarmentzündung. (Welchen ich ja eigentlich aber Dank der argentinischen Ärzte nicht mehr habe) Was mich doch etwas beunruhigt – nachdem ich eben gerde 7h von der Zivilisation entfernt bin. Aber ist ja alles nur eingebildet. Kann also nicht so schlimm sein.
Schlimm wie zum Beispiel – Stewart fliegt ausgerechnet nächsten Sonntag in die Staaten retour.
..aber  - ach! Was soll´s!... Er kommt ja irgendwann wieder. Vertreibe ich halt meine Zeit irgendwo in Rurrenabaque oder Ecuador oder wo immer es auch hinverschlägt.  Und danach reparier ich an meinem Bike weiter.

Hmmmm... Wenn ich nur nicht das Problem hätte, daß mein Visum am 24. Sept. Abläuft. Und man nur einmal im Jahr 3 Monate Aufenthalt genehmigt bekommt.
Ach. Technische Details halt. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Nägel. Und Feinstaub. [Pics]


[Hatte gerade Probleme diesen Blogeintrag per Mail zu übermitteln. Also etwas verspätet den ersten Blog des Stewart Abenteuers erneut direkt eingestellt]



Welch eine Enttäuschung. Also nichts ist mit der gemütlichen Amazonas Tour. Auf einem Boot dem Dschungel entlang schippen. Ein paar Tage nur Natur. Und die gleichen Leute um sich.
Ich kann nicht leugnen, daß ich ein bißchen ettäuscht war. Aber es sprachen einfach zuviele Argumente gegen diese Tour.
Somit sind Susan und ich gestern Richtung Rurrenabaque aufgebrochen. Circa 300km entfernt von Trinidad.
Die Reise beginnt mit einer Flußquerung. Die bequeme Art. 35 Bolivianos ärmer, eine Pontoon Tour reicher überqueren wir den Rio Marmuré.
Es ist heiß. Wie immer. 34C und mehr. Zuviel für ein Motorrad. Irgendwie.
Aber wenigstens konnte ich meine neueste Errungenschaft auskosten: ein 5l Thermoskanister. Made in Brasil. Der fachkundige Verkäufer – yap, auch sowas gibt´s wirklich hier in Bolivien – in einem kleinem Geschäft gegenüber des Mercado Central hat mir diesen für das kühlhalten des so wichtigen Wassers hier in Südamerika empfohlen. Und wirklich – so gut habe ich 85 Bolivianos (8,5€) hier in Südamerika selten investiert.
...Auch wenn es rund 3 Tage an Hotelkosten entspricht.
Auf dem Weg nach San Moxos de Ignacio habe ich dann das erste Mal meine Exped Hängematte für eine kurze Mittagspause ausprobiert. Mit einem Becher kühlem Wasser in der Hand – welch ein Hochgenuß, welcher meine Enttäuschung über die nicht gemachte Bootstour etwas linderte.

...Ein paar Kilometer später bei einer weiteren kurzen Rast, hält neben uns ein bolivianischer Pickup. Eine Pärchen spricht uns an. Steward und seine Frau Naide.
Wir plauschen. Und er lädt uns zu seiner Farm ein. Ca. 110km von San Moxos entfernt. So ca. 4 Stunden. Oder 5.
Ach. Spontan wie wir sind, stimmen wir zu. Nachdem es bereits 16:00 ist und wir in die Dunkelheit hineinkommen, wird Susans Bike bei Naide´s Eltern dort abgestellt. Ein paar Sachen auch von mir. Und aufgeht´s. Two Up auf MrC.
...Naja. Streng genommen nicht. Der Trip begann mit einer Erinnerung von der Straße. Welche sich schon durch ein schwammiges Fahrverhalten angekündigt hatte. Ein 10cm! und rund 6mm breiter Nagel hatte beschlossen eine Reise zu unternehmen und mit MrC mitzufahren. Nun ja. Es hätte einfachere Wege gegeben um dies zu realisieren als sich einfach in den Hinterreifen zu bohren.
Und ich muß sagen – die Entscheidung auf schlauchlos Reifen umzustellen, war eine der besten in letzter Zeit. Nämlich noch schnell mein unbenutztes Reparaturset geöffnet. Und keine 5min später was das Loch behoben.
Und jetzt aber. Los geht´s. Nach Tanken und noch ein paar Einkäufen geht´s los. Mittlerweile schon 17:30. Noch 30min bis Sonnenuntergang.
Kilometer um Kilometer vergehen. Die Sonne verschwindet. Die Straße wird schlechter. Und schlechter. Dafür aber staubiger und staubiger.
Zuerst fahre ich mit dem Gespann vor. Später beschliessen wir aber, daß Steward dann doch vorfährt, nachdem er doch etwas schneller ist und bei kritischen Kreuzungen auf uns wartet.
Und die Kilometer vergehen. Und vergehen. Und die Stunden vergehen. Stunde um Stunde. Mein neuer Seitenwagenreifen ist etwas zu groß. Und bei tiefen Schlaglöchern schleift er am Kotflügel.
Ich versuche es zu vermeiden. Es wird später.
20:00... Ich versuche es zu vermeiden. Es wird 21:00. Ich versuche es zu vermeiden. Es wird 22:00. Ich achte weniger darauf. Es wird 23:00. Ich konzentrier mich mehr auf die staubige Straße. Es wird Mitternacht. Ich pfeiff drauf.
Nach 14 Stunden am Bike. Ohne Mittagessen. In der Hitze...
Bei den Straßenbedingungen ist man doch etwas erschöpft. Soll aber nicht heissen, daß wir schon da sind...
Stewart ist vorgefahren. Und läßt alle Gates am Weg zu seinem Anwesen offen. Susan springt dann raus. Ich stell den Motor ab, damit er nicht den von uns selbst aufgewirbelten eigenen Staub zieht. (Mein Luftfilter ist schon seit Stunden vollkommen dicht)  Susan schließt dann das Tor. Ich starte dann den Motor. Und weiter geht´s zum nächsten Gate.
Und zum nächsten. Und zum nächsten...
...Aber das Leben ist ja Abwechslung.
Zum Beispiel beim letzten Gate: Susan springt raus. Ich stell den Motor ab, damit er nicht den von uns selbst aufgewirbelten eigenen Staub zieht. Susan schließt das Tor. Ich starte dann den Motor. Und...
...Nichts. Ich presse den Starterknopf. Und...
Nichts...
Yap. Also wir stehen hier. Mitten im absoluten Nirgendwo. Auf einer staubigen Piste. 20cm tiefer Feinstaub. Keine Ahnung wo wir genau hinmüssen. Es ist Ein Uhr Nachts. Und kein Motor.
Es könnte schlimmer sein. Zum Beispiel. Kreuzschmerzen von 14 Stunden Motorrad fahren. Oder eine 1 Millimeter Staubschicht am Visier – obwohl man die Regenlippe des Handschuhs die ganze Zeit wie im Starkregen zum Wischen verwendet. Oder ein leichtes Hungergefühl. Naja. Oder wie auch immer man das Gefühl nennt, wenn man darüber schon hinweg ist.
Also alles nicht so schlimm.
Hmmmm... Eigentlich finde ich das ganze recht lustig.
Nun ja. Nach einer halben Stunde Fehlersuche hat sich herausgestellt, daß die Erschütterungen und der Staub meinen rechten Blinker ausser Gefecht gesetzt hat. Und dieses manchmal auch Einfluß auf meinen Starter hat und die Maschine deswegen nicht anspringt. (Was da der technische Zusammenhang zwischen Blinker und Starter ist, verstehe ich zwar nicht. Aber man muß ja nicht alles wissen)
Tja. Nur weitergeholfen hatte mir die Erkenntnis auch nicht wirklich. Motor sprang trotz Reparatur des Blinkers nicht an.
Susan ist dann aufgefallen, daß es bei der Betätigung des Starterknopfes einen Funken im Schalter an der Armatur gibt.
Ach. Technische Details.
Steward taucht auf. Und wir rollen meinen Motor an. Mein Gespann an Stewards 4x4 angehängt. Dritter Gang.  Eingekuppelt. Und Motor läuft wieder.
Nach weiteren 5km endlich in Stewards Farm angekommen. 02:30.
...und totmüde ins Bett gefallen.
UFF...

Heute gab´s dann in der Früh ein kurzes Plauscherl mit Steward. 4h oder so. Und er erzählt über sein Leben. Seinen Glauben. Die Bibel. Und wie er versucht seinen Bruder zu überzeugen. Und dann über seinen Bruder. Wie dieser Fischer in Florida war. Sein Fischerboot umgebaut hat. Und optimiert hat. Sich für Alternativenergien interessiert. Senatoren anschreibt um für seine Ideen zu werben. Und dann einen Generator für Gezeitenkraftwerke entwickelte. Eine Firma gründet.
Und wie Stewart dann in der Kirche 250.000 USD sammelt um seinen Bruder den Start-Up zu ermöglichen. Wie dieser Generator patentiert wird. Und auch als Antrieb für Schiffe verwendet werden kann. Wie dann die US Army diese Erfindung für geräuschlose Nuklear-U-Boote kauft. Und sein Bruder dann ein Vermögen macht. (Falls Du „Jagd auf roter Oktober“ gesehen hast: von ihm ist der Antrieb...)
Tja. Und alles was Steward will – ein Kinderhilfswerk in Bolivien aufbauen. Und deswegen vor 6 Jahren hierher gekommen ist. Und  vor einem Jahr begonnen hat seine Farm zu bauen. Alles in den Staaten verkauft hat. Vollkommen hierher gezogen ist. Und vollkommen neu startet.
Steward ist Einundsiebzig Jahre alt.

Und so sitz ich hier. Mitten im Dschungel. Plausche über Gott. Gestrandet mit einem Bike, das nicht anspringt. Umgeben von mehr Tieren als der Tiergarten in Schönbrunn hat. Gestern noch enttäuscht, daß ich nichts erlebe. Heute eines besseren belehrt.

Dienstag, 6. September 2011

Das Leben ist Veränderung

Ich wollte ja eigentlich ein Boot einen Seitenarm vom Amazons hinauf nehmen.
Tja. Das einzige, welches in dieser Woche noch wegfährt ist allerdings ein Treibstofftransporter. Und die Fahrt soll Minimum 9 Tage dauern. Kann aber auch 20 sein - in Abhängigkeit des Flußes. Der Wasserstand ist so niedrig, daß der Kapitän es nicht wirklich vorhersagen kann...
Das bedeutet aber auch – nix ist mit spontan einen Piranha am Deck grillen. Könnte eine schlechte Idee bei einem Treibstofftransporter sein...
Naja. Und das Spanisch von ihm und auch seiner Crew war sehr schwer zu verstehen – d.h. 2-3 Wochen sich nur schwer verständigen zu können ist halblustig – wenn man auf einem kleinem Boot ist und sonst nichts machen kann...
UND  er auch keinen Koch hat - sprich das Essen dementsprechend dann auch noch sehr einfach ist...
UND er nur Tagsüber fährt - wovon Dir jeder abrät, weil Dich dann die Mosquitos in der Nacht zerfressen...
An und für sich stelle ich mir das ganze sehr spannend vor. Aber bei so vielen negativen Aspekten, warte ich da lieber auf eine andere Gelegenheit mit einem Boot herumzutuckern. Es muß ja nicht jetzt und hier sein...
Also geht´s heute Richtung Rurrenabaque weiter – und von dort dann irgendwie Richtung Peru.
Reisen ist halt Veränderung.

Samstag, 3. September 2011

Höllen. Blind. Flug. [Pics]


Wie wir gestern von Ascencion nach Trinidad aufgebrochen sind, tränten uns die Augen. Nein. Es war nicht die Vorfreude. Nein. Auch nicht der Abschiedsschmerz vom freundlichen Besitzer unsereres Residencials Rodriguez.
Nope. Es war der Rauch, der seit 2 Tagen die gesamte Region einhüllt. Der Rauch der Brandrodungen im großen Stil erfolgt gerade eben – rechtzeitig bevor in einigen Wochen die Regenzeit beginnt. Der sehr in den Augen brennende Rauch kommt einmal im Jahr. Manchmal nur für ein paar Tage. Manchmal aber auch für zwei Wochen.

Die heutige Fahrt war im großen und ganzen durch diesen Rauch geprägt. Teilweise war er so dicht, daß man gerade einmal 10m sehen konnte – ich bin dann mit Fernlicht gefahren, damit mich der Gegenverkehr sehen konnte.  Alle Öffnungen des Helms waren dann dicht geschlossen.
...was aber bei typischen Temperaturen zwischen 33 und 35C nicht unbedingt die beste aller Lösungen waren. Einmal hat das Thermometer bei mir auf MrC sogar 41,8C! angezeigt. Ich habe dann sogar am Thermometer gezweifelt – aber das Thermometer an einem Kiosco am Straßenrand hat bei einer kalten Sprite-Pause auch 36,6C angezeigt. Also doch leider kein Irrtum. – Es war einfach höllenheiß.
Durch Zufall sind wir dann an einer Tieraufzuchtstation vorbeigekommen. Besucher sind dort normalerweise nicht vorgesehen – dementsprechend war der dortige Manager nicht über-herzlich, aber er hat uns dann trotzdem noch kurz die Vogelaufzucht gezeigt und ein bisserl über die dortige Arbeit erzählt.

Interessanterweise sind die Wildkatzen nicht die schwierigsten Tiere zum Eingliedern in die Natur. Schwieriger sind zum Beispiel Vögel: typischerweise stutzen ihnen die menschlichen Besitzer die Flügel und sie müssen daher erst wieder an das fliegende Futtersuchen gewöhnt werden.
Aber am schwierigsten ist die Eingliederung von Affen! Die Affen sind so an den Umgang mit Menschen gewöhnt, daß sie sich selber nicht als Affen wahrnehmen, sondern als Menschen - und dadurch nicht mit anderen Affen umgehen können. Auch von der Nahrung her sind sie von den Vorbesitzern eher an Cola und Pommes gewöhnt als an artgerechter Nahrung...

Anyway. In der Hitze sind wir dann noch weiter gedüst. Und auf der Fahrt wieder einiges erlebt – ich war so verblüfft, daß ich nicht einmal geschafft habe die Kamera dafür zu zücken: die Mutter, die bei Tempo 60 auf dem Moped mit der einen Hand lenkte und mit der anderen telephoniert – während hinter ihr zwei Erwachsene sitzen, ist ja hier nichts mehr soooo ungewöhnliches. Aber die 6! Menschen, die auf einem Moped saßen sind mein persönlicher Rekord. Der sechste ganz hinten war ein ca. 12jähriger Junge, der gerade einmal 5cm Sitz noch übrige hatte und sich wie eine Spinne verzweifelt am Vordermann festklammerte.
Und letztendlich haben wir´s dann sogar – wieder Erwarten ohne Unfall bei dem Blindflug – doch nach Trinidad geschafft. Noch kurz im dichten Verkehr Hotel gesucht. Und ein sehr feines gefunden – 65 Bol. pro Person aber mit Bad und Klo, Ventilator – und sogar einer Hängematte im Zimmer. Sehr fein. Und vorallem alles so neu, daß im oberen Stockwerk noch gebaut wird.

[Und der folgende Absatz ist übrigens einfach faulerweise aus einem Email an eine liebe Freundin herauskopiert. Sehr faul. Aber sehr praktisch]
Und im Moment bin ich gerade am Grübeln wegen meiner weiteren Reiseroute.
Derzeit plane ich da eine Woche lang mit dem Schiff einen Amazonas Nebenarm  - hinauf nach Guayaramerin - hochzutuckern. Und dann fehlen mir noch rund 1000km Dschugelstraße bis ich zur Grenze nach Peru komme... Derzeit rechne ich somit rund ein Monat um das ganze zurückzulegen...
Aber wie Susan und ich am Hafen waren, haben wir erfahren, daß es nur ein Boot gibt, welches derzeit plant nach Guayaramerin hochzufahren.
Tja....Und ausgerechnet dieses hat aber einen Motorschaden. Und braucht noch min. 5 Tage bis es los kann... Also mal schauen wie lange ich hier wirklich brauche... Ach. Life is adventure. Nicht wahr?
Übrigens – ich bin wieder offline die nächsten Tage. Ich habe da ein paar Mails an mir sehr wichtige Leute, wo ich derzeit nicht dazu komme zu antworten. Ich möchte mich da nur schon vorab für die Verzögerung entschuldigen.  Und nachdem ich morgen in ein günstiges Hostal wechsle, werde ich dort nämlich kein Internet haben. Naja. Und am Fluß schon gar nicht. Denke ich mal.
Ach. Aber man weiß ja nie. Wenn man reist, erlebt man ja immer wieder Überraschungen... - zum Beispiel: dieses zum Thema Google im Amazonas Regenwald: http://www.taz.de/!77207/

Donnerstag, 1. September 2011

Dschungel Trips. Diesmal am Bike [Pics]





Gestern ging´s dann noch bis nach Concepción. Die urspründliche Planung am Campingplatz „Las Piedras" rund 30km davor zu übernachten haben wir dann verworfen – um 13:00 unser Nachtlager aufzubauen war selbst uns zu früh.
Und somit sind wir dann noch weiter nach Concepcion gerollt. Der Versuch uns wieder mit Benzin aufzufüllen, war dort aber leider nicht von viel Erfolg gekrönt. Sprich auch diese Tankstelle hatte wieder keinen Sprit.
Macht nichts. Mit der Reichweite von MrC über 600km kommen wir beide schließlich wieder nach San Javier (66km, rund 2h) zurück. Und dort gab´s nämlich auch eine Tankstelle. Oder notfalls in San Ramon – noch einmal rund 60km weiter... (Wir mußten wieder nach San Ramon retour um zum Hauptweg Richtung Trinidad zurückzukommen. Unser Ausflug nach Concepcion war nämlich nur ein kurzer Abstecher – und nicht die vollständige Runde aller Jesuitenmissionen nach Santa Cruz retour, wie ich es ursprünglich vorhatte. Die Straße ist nämlich nur bis Concepción geteert. Und dahinter, haben mir diverse Reisende erzählt, soll es aber sehr ungemütlich werden)
Danach haben uns dann noch eine günstige Unterkunft gesucht. Um Geld zu sparen haben Susan und ich uns dann ein Doppelzimmer genommen: für 55 Bolivianos, nach sehr langwierigen, harten – aber äußerst erfolgreichen – Verhandlungen. (Der Normalpreis beträgt 60 Bolivianos (6€ – für das Zimmer))
Angenehmerweise war es erst 16:00 und somit haben wir weiters noch beschlossen nach einer labenden Dusche (Bei 34C nicht zu unterschätzen! – Die lokale Dampfkammer des Motorradanzuges ist kein Ersatz!) die Jesuitenmission zu besichtigen. 25 Bolivianos ärmer und ein paar Photos reicher sind wir dann um 19:00 von der Hitze absolut tot ins Bett gefallen.
...der Vorteil – heute um 20 vor 7 sind wir dann schon wieder voller Elan aufgesprungen.
Der Weg retour nach San Ramon führte uns übrigens bei der Ortsausfahrt von Concepión wieder an der Tankstelle vorbei – welche wieder Benzin hatte. Kurz überlegten wir uns die Motorräder aufzufüllen. Aber dann haben wir uns doch dagegen entschieden. (Böse Zungen könnten behaupten, daß die Schlange bestehend aus 100 Autos der Grund war, dies nicht zu tun)
Tja. In San Javier gab´s aber eh wieder Benzin – und 60km danach in San Ramon haben wir aber dann faulerweise beschlossen gar nicht schon wieder aufzutanken.
...Was sich aber schon wieder rächt: hier in Asunción de Arrayos (weitere 100km später) gibt´s nämlich schon wieder kein Benzin.
Naja. Streng genommen schon. Statt um 3,740 Bolivianos der Liter (0,374€) halt um 7! Bolivianos. Aus Plastikflaschen. Privat natürlich. Dafür aber ohne Rechnung. :-)
Anyway.
Ach. Und heute ist mir übrigens was sehr Nettes passiert. Wir wir in einem kleinem Pueblito einen kurzen Hitzestop einlegten – und durch Zufall auf eine sehr nette Kirche mit Kirchplatz gestoßen sind - hat ein Einheimischer gesehen, wie ich so Photos schieße. Und wie ich zum Motorrad zurückgehen will, springt er auf, läuft zu mir hin – und ich denke mir schon, er will wieder Geld für die Photos haben.
...Weit gefehlt! Er meinte zu mir – wenn ich einen netten Ausblick haben will, soll ich doch auf den Glockenturm hochgehen. Und meint weiters: „Dort am Eck wohnt derjenige, der den Schlüssel zu der Kirche hat". Sprach´s. Und setzte sich wieder nieder.
Und wirklich: ohne Probleme konnte ich dann den Küster bitten, mich hinaufzulassen – und wurde mit einer klasse Sicht belohnt! Hat mich sehr beeindruckt, daß dieser „Amigo" mich da drauf hingewiesen hat... Sowas macht echt Freude beim Reisen!...
Und weiter ging´s dann. Um 16:00 haben wir uns dann eben in Asunción im Residencial Rodriguez einquartiert. Um 30 Bolivianos (3€) pro Person pro Nacht. (Klarerweise Bad und Klo am Gang)
Susan hat dann noch schnell was Japanisches gezaubert – mit den Sachen, welche wir in Okinawa Eins eingekauft hatten, und mit dem frischen Gemüse - welches wir für den Campingplatz gestern vorgesehen hatten.
Ich habe mich dafür um andere äußerst elementare Sachen gekümmert: Z.b. 4 Flaschen Bier - die „richtige" Größe! Eines um 12 Bolivianos (1,2€ - pro Liter. Allerdings mit 5 Bolivianos Pfand (0,5€))
...Im Hintergrund noch ein bisserl Musik aus dem Ipod mit den tragbaren Lautsprechern.
Yap. So kann ein langer Cruising Tag ausklingen. Auch fein. Sehr sogar.

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Dienstag, 30. August 2011

Volltanken in Okinawa. Eins. [Pics]


Sonntag und gestern waren geprägt von Reisevorbereitungen. Sprich Motorrad reparieren. Öl auffüllen. Doppel checken. Luftfilter reinigen. Reifendruck prüfen.
Eigentlich wollten wir gestern schon losfahren. Als Susan dann in der Früh aber kurz mal eine kaputte Speiche „schnell" mal wechseln wollte, stellten wir fest, daß es ausgereichnet eine Speiche ist, die – klarerweise – den blödesten aller Plätze hatte. Daß man sie 10min lang drehen mußte, bis sie endlich draussen war, war eine Sache. Aber sie dann wieder einzubauen, war etwas... Naja. „Technische Details halt": Man mußte nämlich extra für diese Position der Speiche das hintere Kettenrad ausbauen. Genau dieses welches wir vor 3 Tagen frisch montiert hatten. Also Kette wieder runter. Hintterrad wieder ausgebaut. Sicherungsplatten für die Schrauben des Zahnrades wieder aufgebogen. Letzteres 6 mal.  Schrauben wieder abgenommen. Zahnrad abgezogen. Und voila. Schon konnte man die defekte Speiche einbauen.
Tja. Nur latest Checkout Time war 11:00. Was dann letztendlich natürlich längst vorbei war. Und die Sachen noch im Zimmer waren.
Ist ja alles nicht so schlimm. Ich hatte ja eh noch genügend zu tun. So wie zum Beispiel schnell mal noch ein Ersatz-Zündsteuergerät zu kaufen. (Mein Ersatzgerät hatte ja in Sucre den Einsatz gefunden, wie Apolinar ein bisserl meine Elektrik getestet hat. Und plötzlich aber feststellte, daß mein Zündstuergerät nicht funktioniert... (Was interessanterweise VOR meinem Besuch bei ihm aber gar keine Probleme machte... Hüstel, hüstel...) ) Adresse hatte ich ja schon, wo ich es krieg. Oder besser: einen Ort auf dem Stadtplan, wo es „garantiert ist". Irgendwo dort halt also. Irgendwie.
Klar, daß ich es nicht gefunden habe. (Übrigens - wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: „35C auf einem Motorrad ist nicht lustig")
Anyway. Gestern am Abend haben Susan und ich uns dann dem BBQ des Hostals noch angeschlossen. Für 70 Bolivianos (7€) All-you-can-eat BBQ inklusive (Vodka und Rum) Drinks. Letzteres war an dem äußerst „erfolgreichen" Tag  – ich hoffe, man merkt mein Augenzwinkern bei dieser Aussage – das ausschlaggebende Argument.
Nächtens habe ich mir dann noch ein paar Lektüre Youtube Videos runtergeladen – was man halt so an Bikerwissen so braucht. Und bin lustigerweise über Ariel, meinen Meachniker aus Mendoza gestolpert: http://youtu.be/TBmasN9Vsjg
Und die anderen beiden Videos will ich Euch dann nicht vorenthalten.
·         Fand ich gar nicht mal so schlecht:  Die WD40 Methode um Felgen ins Bett springen zu lassen:  http://youtu.be/16egWpgQdJg
·         Ach. Und für diejenigen, welche schon immer einen schlauchlos Reifen reparieren wollten:  http://youtu.be/IdyLRdTRN3M

Eine gute Nachricht dann des heutigen Tages: heute in der Früh hat es massiv abgekühlt. Es war wieder Sub-30.
..Um genau zu sein 29,7C bei der Abfahrt um 11:00.
Die schlechte Nachricht: Es hat dann später wieder signifikant Super-30 gehabt. War aber gar nicht super. Dafür aber staubig.
Die gute Nachricht aber: es gab einen kurzen abkühlenden Regenguß.
Die schlechte Nachricht: ein entgegenkommender LKW hat währenddessen – sogar uns beide – ziemlich voll gespritzt. Mit irgendeiner klebrigen Masse. Ich habe die Hoffnung, daß es nur Zuckersirup war – in der  ganze Gegend dort wird überall Zuckerrohr angebaut. Habe ich übrigens erwähnt, daß ich gestern meinen Helm auseinander gebaut habe um ihn vollkommen zu reinigen? Und so eine klare Sicht schon seit Monaten nicht mehr hatte. Ähem. Zumindest für 4 Fahrstunden.
Anyway.
Dafür haben wir dann in Okinawa Eins noch mal schnell aufgetankt. Was übrigens gar nicht so unkompliziert ist: Hier wurde Anfang August ein Gesetz erlassen, das vorschreibt, daß ausländische Fahrzeuge den doppelten Benzinpreis bezahlen müssen. Das gute dabei ist – nicht alle Tankstellen schreiben eine Rechnung... ;-)
(Wobei die meisten Leute an der Tankstelle eh so überrascht sind ein Gespann zu befüllen, daß sie gar nicht mehr an diese – so äußerst selten anzuwendende – Vorschrift denken...)
Übrigens in den 40er Jahren gab es in Japan eine Getreideknappheit. Deswegen wurde hier in in der Weizenregion Boliviens drei Kolonien gegründet: Okinawa Eins. Okinawa Zwei. Und Okinawa... Naja. Eh schon wissen.
Nach einem koreanischen Kaffee eines japanischen Supermarktes ging´s weiter.
Wieder ein paar Stunden am  Motorrad gesessen. Zeit sich wieder mit dem Fahrverhalten auseinanderzusetzen. Mich beschäftigen ein paar Sachen wieder.
Einerseits habe ich manchmal so eigenartige Schläge, wenn ich schalte. Ich habe hier die Hoffnung, daß es „nur" der schon abgenutzte Endantrieb ist, der so viel Spiel hat, daß wenn die Zähne dann greifen, schlagartig die Kraft des Motors übertragen wird. Falls nicht... Tja. Getriebeprobleme hatte ich ja bis jetzt noch nicht an MrC. Würde mir in meiner Motorradmechaniker Ausbildung noch fehlen.
Und andererseits beschäftigt mich, daß MrC wieder so stark nach links hängt. Auch bilde ich mir wieder ein, daß mein Vorderreifen nicht vertikal läuft sondern um ein paar Zentimeter nach links aus der Spur hinauss versetzt ist. Eigentlich etwas, was mir mein Mechaniker Ariel in Mendoza damals gerichtet hatte.
Auch zieht MrC wieder nach links. Und was seit relativ kurzem neu ist – bei einer Geschwindigkeit von ca. 80 schwimmt er plötzlich auf Asphalt. Sehr strange das ganze. Naja. Werde ich mir morgen bei der Fahrt noch weiter durch den Kopf gehen lassen, was da die Ursache sein kann... Irgendwie wirkt es so, als hätte sich die von Ariel zurechtgebogene Gabel wieder „schlecht" gerüttelt. Sehr strange. Naja. Man muß nicht alles verstehen.
Nach 181 äußerst staubigen und von Bodenwellen geprägten Kilometer haben wir dann das Nachtlager aufgebrochen. Schnell noch was im Hotel mit den eigenen Küchenutensilien gekocht. Noch ein Blogeintrag geschrieben. Und dann Richtung Morpheus. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

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Samstag, 27. August 2011

Von "Di-Tscha". Und Felgen.


Statistiken des heutigen Tages:



20km     ..Anzahl gefühlt falsch gefahrene Kilometer auf der Suche nach meiner VW Käfer Felge
5 km/h   ..- dabei im dichten Verkehr von Sta. Cruz gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit
238USD ..geforderter Betrag, den ich nicht bereit war bei einem Geschäft für eine passende Felge zu zahlen
35,8C     ..abgelesen auf meinem am MrC montierten Thermometer
2             ..Anzahl der heute verbrannten Oberarme. Tja - kommt davon wenn man nur mit Helm und kurzen Hosen fährt.
250 Bol ..(25€), die ich für meine gebrauchte , aber zu breite 4 ½ J x 15 VW Käfer Felge gezahlt habe
4 Bol      ..(0,4€) , welche die 4 Beilagscheiben gekostet haben, damit die zu breite Felge nicht am Federbein schleift
0,5mm ..Abstand, welche die neue Felge zu breit war
78 min   ..Zeit, die ich zu spät war um pünktlich Susan zu treffen
200%     ..Adrenalinlevel über Normal um unter Zeitdruck verspätet den hiesigen Verkehr zu bewältigen

  
   

1             ..Anzahl der heute besuchten Plätze, wo Susan Volunteer Work geleistet hat: als „Teacher" oder ausgesprochen „Di-Tscha"
44           ..Anzahl Zeichen für die offizielle Bezeichnung des Kinderhilfswerk: Fundación de ayuda al niño adolescente Luz del Mundo
1             ..Anzahl der kostenlosen medizinischen Untersuchungen der Kinder im Jahr organisiert vom lokalen Rotarier Klub
78           ..Anzahl Kinder, welche das Kinderhilfswerk tagsüber besuchen
2s           ..Zeit, welche nach der generellen Erlaubnis die Kinder benötigten um MrC zu berühren
1000      ..Anzahl der gefühlten Hände welche dann MrC sofort begrabschten
3 min      ..Zeit, die der Ansturm andauerte und bis das Interesse erlosch
2             ..Personen, welche die 78 Kinder beaufsichtigen (die Leiterin Gabriella und ihre 70 jährige Mutter)
1 Tag     ..Anzahl arbeitsfreie Tage eines typischen Bolivianers im 30tägigen Monat – sprich einmal im Monat gibt´s einen freien Sonntag!
10.000 USD ..US Dollars um ein Haus für ein Kinderhilfswerk zu bauen
15.000 USD ..US Dollars um ein Stockwerk aufzustocken, damit dort Volunteers untergebracht werden können
2080 Bol .. (208€) monatliche Rückzahlung an die Bank um 10.000USD zu finanzieren
10 Bol   .. (1€) – 3 Gang Mittagsmenü hier in Bolivien
7 Bol      ..(0,7€) – Preis hier für eine 2l Coca Cola Flasche exklusive Pfand
12.000 Bol ..(1200€) – benötigtes Geld für die Behördenwege um aus einem karitativen Kinderhilfswerk einen offiziellen Kindergarten zu machen
130 USD ..monatliches Durchschnittseinkommen der Bolivianer
0               ..Kosten der Kinderunterbringung untertags für die Eltern
1               ..allerdings: Anzahl der hier ausgeteilten Essen pro Woche für die Kinder. Für mehr: es fehlt an Geld...

Freitag, 26. August 2011

Kleine Schritte. Führen auch zum Ziel [Pics]

Es gibt Tage, da ist man nicht sonderlich aktiv. So wie heute. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, daß der gestrige Tag einige Nachwehen hinterließ. Oder vielmehr der Abend...

Anyway.

Am Vormittag hatte ich noch Susan geholfen ihre neue Kette zu montieren. Tja. Und am Abend gab´s wieder mit Kurt ein illustres Abendessen. (Diesmal allerdings ein paar Flaschen Wein weniger)



 

Auf jeden Fall habe ich es aber noch trotz des veritablen Katers doch geschafft einen (so hoffe ich) geeigneten Endantrieb aufzutreiben. Gekauft habe ich ihn schon. Fehlt noch die Bezahlung. Naja. Und noch der Transport nach Südamerika.

Letzteres ordne ich in die Kategorie technische Details ein. Oder auf Deutsch: Absolut keine Ahnung wie ich den hierher bekomme. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Mal schauen.

 

Übrigens - ich habe wieder ein paar Photos hochgeladen. Falls es neugierige Leute unter Euch gibt – die Photos könnt Ihr hier finden: Heiß gehts her in Aller Kühle - Das El Tatio Geysir Feld

Mittwoch, 24. August 2011

Auf der Suche wieder einmal. Einmal mehr erfolgreich. Einmal weniger. [Pics]

Tja. Gestern war ein sehr turbulenter Tag.
Hmmm...
Ich bin gerade etwas leicht (oder eher schwer) alkoholintoxiniert in mein Zimmer zurückgekommen.
Normalerweise würde ich einiges über den stressigen - wenn auch erfolgreichen - gestrigen Tag schreiben, wo ich einen neuen Vorderreifen (um 520 Bolivianos =52€), ein Luftfilteröl, einen Tirefix Spray oder einen "Slime" Reifenschutz gekauft habe.
Oder, daß ich nach einigem Suchen eine Werkstätte gefunden habe, wo ich das abgenutzte Mitnehmer-Zahnrad meines Endantriebes anfertigen lassen könnte.
Oder, daß uns Luis - ein äußerst hilfsbereiter Argentinischer Motorradfahrer,der in St. Cruz lebt und uns mit seiner 15 Jahre alten Africa Twin durch Zufall auf der Straße überholte - geholfen hat und uns quer durch den äußerst dichten Verkehr zu einem ausgezeichnetem Motorradzubehör Shop führte.


Oder, daß Susan und ich danach in einem österreichischen Lokal zu Mittag gegessen haben.


Oder, daß wir Stunden in dem intensivem Verkehr festgehangen haben.


Oder, daß gestern Susan Ihren Gepäckträger in einer dubiosen Werkstätte richten ließ.


Oder, daß ich heute wieder in meinem Hostal wegen MrC angesprochen wurde und Arturo versprochen habe, das von ihm geschossene Photo per Mail zuzuschicken.


Oder, daß ich heute Stunden recherchiert habe, wie ich das abgenutzt Teil meines Endantriebes ausbauen muß - oder ob es doch nicht besser sei einen vollkommen neuen Endantrieb aus Deutschland kommen zu lassen.
...und ich erwähne jetzt nicht einmal, daß heute der Schlüssel meines Zimmer beinahe abgebrochen ist, ich über eine Stunde vor der verschlossenen Tür stand, es keinen Ersatzschlüssel gab, und ich mich am liebsten einfach nur der Alkoholintoxikation hingeben wollte - dies nur ohne der eingeschlossenen Geldbörse relativ wenig Spaß versprach.
All dies kann ich heute leider nicht schreiben, da ich nach einem sehr illustren Abendessen mit Kurt - dem wieder getroffenem Schweizer - vollkommen alkohohlintoxiniert in meinem Bett liege. Schade auch.
...Naja. Oder schön aber auch.

Montag, 22. August 2011

Rote Ampel werden überbewertet [Pics]

Santa Cruz. Eine Stadt gerade einmal 400km von Sucre entfernt.
..und trotzdem brauchte ich weit über eine Woche für die Strecke.
Im Moment sitze ich gerade in einem Lokal ca.10min Fußmarsch von meinem Hostal entfernt. Frisch ausgestattet mit Geld - meine im voraus zu zahlende Hostalrechnung konnte ich gerade eben noch mit meinem 10% Rabatt meines Jugendherbergsausweis begleichen: in Samaipata (und klarerweise in allen kleineren Ortschaften, die ich passierte) gab es keine Bankomaten. Somit gab's zuerst mal eine kleine Suche nach "Nur Bares ist Wahres". Gefolgt von der Suche nach einem dezentem Lokal - wo ich gerade sitze und wild in mein Handy tippe. Auf mein Lomo Argentino wartend - das vom Kellner empfohlene Steak. Neben mir die 600ml Pacena Bierflasche. (Mittlerweile leer. Diese Flaschen sind auch nicht mehr das, was sie früher waren....)
Die Fahrt von Samaipata nach Santa Cruz war im großen und ganzen recht angenehm. Fast vollständig asphaltiert. Und die etwaigen Löcher im Asphalt... Ja,mei... Technische Details halt..
Aber ich geb zu. Ich bin verwöhnt: ein Schaffell für mein zartes Popscherl. Griffheizung. Yap. Bei Temperaturen um die 10 Grad geht es einem schon ab... Anyway. Der chinesische 200ccm Gatschhupfer hat aber auch seine Qualitäten. Auf einer Straße um die Kurven zu flitzen ist schon fein. Insbesonders sich wieder in die Kurven zu werfen ist für einen Gespannfahrer was sehr Nettes. 
Nachdem Susans Gepäckträger auf der Stecke vorhin vollständig gebrochen ist, haben wir auch ihr Gepäck auf MrC umgepackt und insofern hatte ich gerade einmal einen halb leeren Koffer auf den Rest des Gepäckträgers aufgebunden. Ideal fürs Kurvenjagen... :-)
Lustig war es dann wie Susan und ich zu der ersten Ampel kamen. Der ersten in Bolivien, wo wir mit den Motorrädern unterwegs waren... Wir haben bei der roten Ampel sogar Photos gemacht voller Euphorie über die Rückkehr in die Zivilisation...
...Ähem. Und dabei den Verkehr behindert.
Nachdem dort nämlich kein Polizist stand, hat die rote Ampel niemanden gestört. Eher wir, weil wir davor Photos geschossen haben.
Erst bei der nächsten haben wir gelernt, daß rote Ampeln nur ernst genommen werden, wenn dort ein Polizist mit Trillerpfeife steht..
Anyway. Mittlerweile ist mein Steak gekommen. Ich bin satt. Und alkoholintoxiniert. Auch fein.

 

Ach ja. Ich habe hier Internet. Und werde somit endlich ein paar Photos wieder hochladen (auch wenn diese Photos schon etwas länger auf meiner Homepage unkommentiert herumgegeistert sind): 2011-05-20 Auf Zum Heiligen Petrus - San Pedro De Atacama - Ein Album, welches ich meinem Onkel Werner widmen möchte. Dickes Busserl an alle meine Lieben!

Sonntag, 21. August 2011

Samaipata hat uns lieb

...und will uns nicht weglassen.

Seit 2 Tagen hängt ein Schild an der Tankstelle „No hay Gasolina“. Was soviel heißt wie – „Nix Sprit“.

Nun ja. Samaipata ist ja eigentlich eine nette Stadt mit sehr netten Restaurants. Wie zum Beispiel das im 2010er Lonely Planet hochgelobte Restaurante „Landhaus“. Von einem Deutschen geführt. Donnerstag bis Sonntag offen.

Nur wie ich gestern dort war, hat es geheissen, daß sein Sohn, der das Restaurant führte, leider nach Deutschland zurückgegangen ist. Vor mehreren Jahren. Ach... Technische Details..

Und ja mei... Nur weil die Tageshöchsttemperaturen auf 6C gefallen sind – und es nachts auf rund 2C abkühlt, heißt das doch nicht, daß es im Zelt kalt sein muß, oder?

Ach. Habe ich übrigens den Regen erwähnt, der vorgestern den ganzen Tag gefallen ist, sodaß diese feuchte Kälte überall hineinkriecht? Technische Feinheiten.

 

Heute wollte ich noch mit Susans Bike eine kleine Spritztour zum „El Fuerte“ – einer rund 3000 alten Geheimnis umwogenen Ruine – hier in der Nähe fahren. Nur bei der Tankstelle gab es eben keinen Sprit mehr – nur Diesel. D.h. nix mit Spritztour – ich schaffe es in der Reserve gerade eben noch hier zum Internetkaffee und dann (hoffentlich ;-)   ) wieder zurück zum Campingplatz. Aber ist ja nicht so schlimm: ich habe dort Wera und Friso getroffen. Ein Deutsches Pärchen, die mit Ihrem Mercedes Sprinter durch Südamerika reisen und welche die letzten Tage am gleichen Campingplatz genächtigt haben. Diese haben mir netterweise eine Eintrittskarte für das örtliche Museum geschenkt. Welches von 08:30 bis 18:00 geöffnet hat.

...Ähem. Wochentags. Am Sonntag – heute also – nur von 08:30 bis 16:00.

Ich war um 15:59 bei der Eingangstür. Tja. Also doch Internet.

Mal schauen, ob wir morgen also nach Santa Cruz aufbrechen. Ich möchte das Zelt ungern im feuchten Zustand einpacken. Und vorallem ohne Sprit ist´s a mühsame Geschichte nach Santa Cruz zu kommen - 200km schieben könnte anstrengend sein... Mal schauen.