Donnerstag, 22. September 2011

Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger

Mr. Churchill
Latitude:-16.18875
Longitude:-67.728
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Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe

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Dienstag, 20. September 2011

Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger

Mr. Churchill
Latitude:-15.69855
Longitude:-67.49844
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Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe

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Samstag, 17. September 2011

Duftnoten - aber bei einem Gespann? [Pics]

Heute war wieder ein Tag in der Sprachschule. Inhalt der Stunde: Umbauten an einem Motorrad-Gespann und dafür notwendige Teilebeschaffung.
Gestern am Nachmittag war ich ja noch bei Jesus und dieser hat mir ein Loch für meinen neuen Anlasser-Schalter in meinen Sicherungskasten gebohrt.
Und nachdem ich ein gutes Gefühl bei ihm hatte, habe ich heute um 09:00 einen Termin mit ihm vereinbart, damit er ein paar Schweißarbeiten an MrC durchführt.
Und so war es dann auch heute. In der Früh MrC abgeliefert. Dann mit Jesus die Arbeiten besprochen - derer nicht zu wenige: eine Halterung für meinen Ersatzreifen (damit ich den nicht immer in die Fahrgastzelle legen muß), eine Brüstung / Umrandung für meine Zelttasche (damit ich bei der Fahrt nicht immer Angst haben muß, daß ich diese verliere), den Kotflügel an meinem Seitwenwagen höher gelegt (da dieser ja bei tiefen Löchern am Reifen schleift) - und dann noch darüber eine Platte befestigt, sodaß ich dort auch noch eine (wenn auch kleine)Tasche unterbringen kann. Zu guter Letzt noch mal ein neues Gewinde für die Halterung meiner Hinterradbremse anschweißen lassen, da ersteres den Kontakt mit einem großem Stein während einer Flußquerung nicht überlebt hat.
Und danach ging´s daran passende Schrauben und Muttern aufzutreiben, damit diese dann von Jesus angeschweißt werden können.
Nachdem ja die Qualität der Arbeiten hier in Südamerika direkt proportional zu der Anzahl der Besuche in der Werkstatt während der Arbeiten ist, habe ich ca. jede Stunde den 15 minütigen Marsch zur Werkstatt unternommen. Ein paar Sachen besprochen. Ein paar Sachen selber gemacht.
...und dann wieder zu irgendeinem Geschäft gepilgert um diverse Teile aufzutreiben.
Laut Weather Underground hatte es hier in Rurrenabaque 32C. Dies aber gemessen. Laut dieser Website entspricht aber die hier vom Menschen wahrgenommene Temperatur 41C. Eh kloa, daß ich da zu Fuß unterwegs war.

Aber nach 5 Besuchen war es dann um genau 18:00 so weit. Die endgültige Übernahme steht an.
Aber warum genau 18:00? Und das aber in Südamerika? Wie kann das sein? Tja. Hier in Rurrenabaque ist es verboten nach genau dieser Zeit zu schweissen. Ich habe zwar nicht genau durchschaut, warum dies so ist. Ist aber so.
Jesus wollte mich schon bei meinem 17:00 Besuch auf morgen vertrösten. Aber mit ein bisserl Schmäh hat er mir dann zumindest versprochen sein bestes zu geben um doch noch heute fertig zu werden. Was er dann doch auch glatt eingehalten hat. Naja. Sprich um 18:00 war er dann wirklich mit allen Schweißarbeiten fertig. Aber ein paar Restarbeiten hat er dann doch noch später erledigt - zB. Das Bohren der Löcher für die Spanngurte, oder Reifen festschrauben. Kleinigkeiten halt.
Aber das Resultat ist klasse. Ich freu mich wie ein Schneekönig. Endlich hat MrC ein paar persönliche Duftnoten von mir - so wie ich ihn mir halt immer vorgestellt habe.
Das einzige was derzeit noch fehlt ist ein Rostschutz. Aber der kommt auch noch drauf.
Nach der Bezahlung des ganzen Materials und der Arbeitszeit (450 Bolivianos, 45 Euro) mußte ich dann noch schnell das Zündsteuergerät und die Batterie anstecken. In Sucre hat mir mein Mechaniker damals eine Horrorgeschichte erzählt, daß ihm einmal beim Schweißen ein Zündsteuergerät durchgeschmort ist - im Prinzip funktioniert ja das Lichtbogenschweißen derart, daß der Handteil des Schweißgerätes eine Elektrode ist, der Rahmen des Fahrzeuges mit dem "Kasten" des Schweißgerätes verbunden wird und dadurch alles zusammen einen elektrischen Kreislauf bildet. Sprich aber, daß da einige Ströme fliessen. Nachdem da einige Ampere durchgehen - und diese manchmal halt eine falsche Abzweigng nehmen, kann da schon einiges schief gehen...
Also sicherheitshalber alles abgeklemmt, was irgendwie elektronisch sein kann... Noch ein weiteres Zündsteuergerät wie in Sucre bei dem anderen Mechaniker habe ich ja schließlich nicht mehr mit.
Anyway. Technische Details.
Auf jeden Fall bin ich dann mit einem dicken Grinsen noch eine Testrunde gefahren. Susan mußte als zusätzlicher Balast herhalten (Hmmmm... Eine Aussage, bei der Frauen ja sensibel sind. Ach. Politisch korrekt war ich ja eh noch nie...) Und wir sind dann zum "Mirador" hoch.
Naja. Theoretisch.
Praktisch war die Straße unheimlich steil - und vorallem steinig. Was dazu führte, daß mein Hinterreifen keinen Grip mehr fand. Und ich auf halbem Wege feststeckte und nicht mehr weiter hinauf fahren konnte. Mir entgegenkommend im Sekundentakt irgendwelche Motorrad-Taxis, die hier so verbreitet sind. (Es gibt hier übrigens keine Helmpflicht - deswegen kann man auch so ohne weiteres auf ein Motorrad zur Mitfahrt aufspringen) Und hinter mir ein Geländewagen, der mich verfolgte.
Tja. Und wie ich da so festhing, stellte es sich heraus, daß Georg - ein Schweizer - der Inhaber des Hotels da oben, im Geländewagen saß. Und mich schon kannte!
Tja. Mein Ruf eilt mir wieder mal voraus. (Natürlich der gute... :-P )
Irgendjemand hat ihm schon mir erzählt. Naja. Oder eigentlich eher von meinen ganzen Pannen.
Anyway. Auf jeden Fall kannte er mich schon.
Und mein Ehrgeiz war dann aber geweckt. Klarerweise ging´s mit ein bisserl Ehrgeiz ohne Probleme dann hoch. (Sprich kurz einmal den Gashahn etwas beherzter angepackt)

Sodale. Morgen geht´s dann endlich Richtung Peru weiter. Im Moment tendiere ich dazu wieder nach Süden Richtung La Paz zurückzufahren und dann in der Nähe von La Paz nach Peru zu queren. Die ganzen Straße nach Norden hoch sollen eher in ziemlich schlechtem Zustand sein.
Und am 24. September läuft mein 3-Monats-Visum für Bolivien aus. Und man kann nur einmal im Jahr so ein Touristenvisum beantragen. Die einzige Verlängerung wäre die Beantragung eines Arbeitsvisums - gültig zwar für 30 Tage. Aber kostet dann immerhin 85 USD und kann nur in Konsulaten ausserhalb Boliviens beantragt werden.
Nachdem aber mein nächstes Ziel ein Treffen mit ein paar lieben Freunden in Ecuador ist und ich dafür Mr Churchill irgendwo abstellen muß - damit ich dann mit dem Bus nach Quito hochfahren kann - möchte ich da aber kein Risiko eingehen. Nicht, daß MrC also in Bolivien geparkt ist - ich aber dann eben dieses Jahr nicht mehr ins Land einreisen darf, weil dieses Arbeitsvisum aus irgendeinem Grund dann doch nicht mehr ausgestellt wird. Ich habe da schon zuviel Erfahrung mit der "Papelería" in Südamerika... :-)
Ab genau eben dem 24. September sollte ich eigentlich in Ecuador sein. Tja.
Mal schauen, was mich diesbezüglich noch erwartet...

Freitag, 16. September 2011

Eureka. Er fährt. Naja. Startet. Zumindest

Welch Tag heute. Ein Meilenstein. Ich habe es dann letztendlich geschafft, den Anlasser von MrC wieder zum Laufen zu bringen. Dafür, daß ich mich in die ganze Thematik erst von Scratch einlesen mußte...

Aber eine andere Sache möchte ich noch ansprechen. Nämlich die ganzen Leute, die mich bei dem ganzen verrücktem Unterfangen hier so toll unterstützen. Muß ich schon sagen – vor der Reise dachte ich mir nicht, daß ich eben genau durch die Reise so viele tolle Leute kennen lerne.
Wie zum Beispiel Gerd. Jemanden, den ich noch nie im Leben persönlich getroffen habe. Und der mich aber in unheimlicher Weise unterstützt.
Für solche Leute lohnt es sich solche Reisen zu machen.
Finde ich großartig.

Und ich kann jetzt gar nicht jeden aufzählen, der mir auf die schnelle gerade noch einfällt: Leute, die mir anbieten, dann Ersatzteile persönlich vorbei zu bringen. Oder Freunde, die einem eben Mal 20kg an Motorradteilen nach Südamerika mitnehmen. Oder die Familie, die zu Hause alles „schupft", während ich mich herumtreibe. Oder Freunde, die einfach für einen da sind. Oder andere Biker, die mir hier in Südamerika helfen. Oder... Ach. Die Liste ist so lang.
Ich bin Euch Allen wirklich dankbar für das Alles. Mußte echt mal gesagt werden.


From: Dr. Philipe Reinisch [mailto:xxxxxxx]
Sent: Freitag, 16. September 2011 18:57
To: ´xxxxx'
Cc: '"xxxxx"'
Subject: RE: Anlasser werden überbewertet

Hi Gerd,
Ach, Du bist ein Schatz wie immer!!! Vielen herzlichen Dank – und insbesonders für deine beruhigenden Worte mit dem Getriebe!

Mittlerweile gewöhne ich mich ja schon am Herumschrauben in irgendwelchen Hinterhöfen. Ich würde beinahe sagen, daß mir das beinahe schon Spaß macht!... :-)
Die gute Nachricht des heutigen Tages: Ich habe gestern einen Meilenstein in meiner KFZ-Meisterprüfung gemacht. Es hat sich herausgestellt, daß sowohl 100GS als auch /6 Komponenten in der Elektrik verbaut sind. Mit der Hilfe dann der /6 Schaltpläne habe ich den Anlasser-Schalter am Griff als Störenfried identifiziert – und mittlerweile schon überbrückt mit einem herausgeführtem externem Schalter. Den habe ich dann in meinem „Sicherungskasten" wo alle Sicherungen herausgeführt sind hinein gebaut. Ist zwar nicht mehr rasch im Zu"Griff" am Griff – schaut aber optisch schön aus. Ist ja auch was wert... :-))))
Heute ist MrC dann ganz brav gelaufen! (Naja – ausgenommen ganz am Anfang, wo ich die Schwimmerkammer geflutet habe – da hat die rechte Korkdichtung des Vergasers wie verrückt geleckt. Nach erneut Aufstecken des Schwimmerkammergehäuses war´s dann aber dicht. Und das ganze war aber ziemlich hilfreich – ich habe mir nämlich das Biotop in meiner Schwimmerkammer mal näher angeschaut. Ich hätte mir nie gedacht, daß man dort so viel braue Brühe haben kann. Die Reinigung der Schwimmerkammer war schon längst überfällig!)
Interessant ist aber, daß anscheinend der Anschluß 50 (blau-gelbes Kabel) meines Starterschalters DIREKT zum Anlasser führt. Und der Anschluß 85 (braun-gelbes Kabel) ist mit diversen Verbrauchern wie zum Beispiel Griffheizung etc. DIREKT parallel geschalten. Sprich ich habe KEIN Starterrelais, wie ich es derzeit verstehe.
Wenn ich in einer größeren Stadt bin, muß ich mir mal selber die ganze Verkabelung intensiv zur Brust nehmen und das noch mal analysieren – ich hoffe, daß ich mich da irre. Und das Auslagern solcher Themen an Mechaniker ist ja hier immer ein Glückspiel – wenn man Glück hat werden gerade mal 80% der gewünschten Sachen erledigt. Tja. Und wenn man Pech hat kommen neue Probleme dazu. Das Spielchen kenne ich hier ja schon zur Genüge... ;-)
(Und frag jetzt bitte nicht, warum die Gewindestange meiner Hinterradbremse geschweißt wurde – ohne z.B. das Gewinde nachzuschneiden. Anyway. Technische Details...)
Aber das fehlende Startrelais würde zumindest erklären, warum mein Schalter eingegangen ist. Und ich denke, daß der neue Schalter zumindest mal bis zur nächsten größeren Stadt hält, wo ich gegebenenfalls dann etwaige Ersatzteile / notwendige Komponenten auftreiben kann.
Ich habe jetzt mal die Hoffnung, daß ich zumindest für die nächste Zeit keinen neuen Anlasser brauche. (Und eine Sache muß man xxxxxxxx zu Gute halten – er hat die Kohlen festgeschraubt. Es ist also nicht zu erwarten, daß die mal abfallen, was ja das bekannte Problem von Valeo Anlassern ist)

Ach – übrigens herzlichen Dank für Dein geniales Dokument wieder mal!! Hat mir sehr geholfen, die ganze Thematik um Anlasser und deren Schaltungen zu verstehen!  [Ich habe übrigens gestern auch begonnen ein MrC-Manual zu erstellen mit allen Erkenntnissen und Tipps zu seiner Handhabe. Hat schon 10 Seiten – innerhalb eines Tages finde ich das gar nicht mal so schlecht... ]
Tja. Und wegen Auszeit verlängern... Hmmmm... Gute Frage. Aber irgendwie hatte ich beschlossen bis Ende November zu verlängern. Und so wie es derzeit ausschaut könnte es aber noch länger werden. Irgendwie habe ich gerade mal 18.000km in 10 Monaten zurückgelegt. Das finde ich einfach zu wenig um schon wieder zurück zu kommen. Ich denke, da warten doch noch ein paar gute Stories auf mich. Das kann ich doch nicht auslassen, oder?.... :-)
Und ein bisserl Ehrgeiz ist dank Deiner aufmunternden Worte in El Bolson damals dann doch entstanden. Aufgeben tut man letztendlich einen Brief. Also mal schauen, wie lang es noch geht...

xxxxxxx hat übrigens heute auch einen Kommentar auf meinem Blog hinterlassen. 
Er hat Recht mit den Bedenken bezüglich der Wasserkühlung. Es war definitiv nicht das Beste für den Motor – ich war mir dessen leider eh voll bewußt. Aber in der Situation, in der ich war, hatte ich die Alternative ein vollbeladenes Gespann mit einer leeren Batterie im Schlamm anzuschieben. War nicht sonderlich prickelnd der Gedanke. 
Wenigstens war das Wasser so ca. 30 Grad warm und ich war recht vorsichtig beim Drübergießen. Ich hoffe jetzt mal, daß der Zylinder da nicht nachhaltig geschädigt wurde... Ach. Die Zeit wird´s zeigen.

Ich danke Dir / Euch vielmals für Deine / Eure ganze Unterstützung bei dem ganzen hier! Ich hoffe, ich kann mich irgendwann einmal da revanchieren!!
Ganz liebe Grüße aus Rurrenabaque,
Philipe



From: Gerd xxxxxx [mailto:xxxxxxxx]
Sent: Freitag, 16.
September 2011 16:44
To: 'Dr. Philipe Reinisch'
Cc: '"xxxxxxxxxxx"'
Subject: AW: Anlasser werden überbewertet

Hallo Philipe!

sorry für die Verzögerung!

Also wegen dem Anlasser: klar gibt es verschiedene Bauformen. Ich würde einen kompletten neuen empfehlen.
Ich habe selbst einmal einen echten Schrott von xxxxx gehabt, dieser hier sieht besser aus:

www.alanko.de - Suchen über OE-Nummer = 12419062425 ==> Artikelnummer 440493 = 88€

Gebraucht passen die von allen möglichen Autos. Wichtig ist die Drehrichtung (die man nicht ändern kann, DAMHIK). Die 1100er drehen anders rum!
Übrigens, um genau zu sein - die Kompatibilitätsliste bezieht sich v.a. auf das Magnetgehäuse, denn dies war nicht immer einzeln erhältlich oder nur für irres Geld. Die Autoanlasser als ganzes passen vermutlich nicht "plug&play", v.a. die "Glocke" dürfte anders gestaltet sein. Vermutlich sind jedoch auch andere Innereien der Autoanlasser verwendbar, wie z.B. das Planetengetriebe und vermutlich (wegen gleichem Drehsinn, der durch das Magnetgehäuse definiert wird!) auch der Freilauf. 

Getriebe: s.u, im Text drin.

Sag mal was Generelles: wolltest Du nicht schon längst wieder Deinen warmen & bequemen Bürojob hier angetreten haben...? Auszeit verlängert...?

@Chris: Ergänzungen?

LG, Gerd


Von: Dr. Philipe Reinisch [mailto:mail@reinisch.name]
Gesendet: Dienstag, 13. September 2011 05:08
An: Gerd xxxxxxxxxx
Betreff: Anlasser werden überbewertet
Lieber Gerd,
Sodale. Bin grad wieder aus der Wildnis retour. Mit ein paar Erfahrungen reicher. Und einem Anlasser ärmer...   ;-)
Letzterer hat heute den Dienst vollkommen aufgegeben. Das Spannende ist, ich muß bis zum 24. September aus Bolivien draussen sein, weil mein Visum ausläuft...
Ach. Technische Details...
Die gute Nachricht: eine Freundin kommt am 26.Sept. nach Ecuador und ich hoffe da ein paar Ersatzteile mit über den Teich zu bekommen.
Nachdem die Zeit da recht knapp ist, darf ich Dich da wieder mit ein paar Fragen quälen? Ich werde morgen wieder beginnen mich mit den Eingeweiden von MrC auseinander zu setzen und den Anlasser mal selber auseinander nehmen.  ;-)

Der wurde zwar schon in Mendoza von einem Profi zerlegt und sogar der Magentschalter ausgetauscht – es traten die typischen Magnetschalter Symptome auf - aber meine Symptome damals blieben auch nach dem Tausch!: ich hörte nur ein Klick von unten – wie von einem Relais, welches zieht – aber der Anlasser / der Motor drehte nicht.
Am Anfang trat dieses Klicken nur gelegentlich auf – nach ein paar Mal drücken des Starterschalters, sprang der Motor dann aber an. Dann stellte ich fest, daß ich das Licht und die Heizgriffe ausschalten mußte und es dann immer klappte.
Aber über die Zeit trat dieses Klicken ohne Motordrehen immer häufiger auf, bis es Überhand nahm. (Und auch auftrat wenn ich das Licht / Heizgriffe abgeschalten hatte)
Die letzten Tage kam nur noch das Klicken und ich schaffte es nie den Motor zum Drehen zu bewegen. Mein Workaround dann: mittels Kickstarter den Motor in Bewegung bringen und gleichzeitig mit Hilfe des Anlassers dann den Motor starten.
Tja. Und heute merkte ich, daß das Klicken deutlich schwächer wat. Und dann am Ende sogar ganz weg war. Was bedeutete: nur noch durch Anschieben von MrC konnte ich den Motor dann starten...
Das ganze wirkte mir so, als hätte der Anlasser nicht genug Kraft um den Motor in Bewegung zu setzen. Ich werde mir morgen mal genauer anschauen, ob wirklich 12V am Anlasser ankommen oder ob durch irgendwelche schlechten Kontakte wesentlich weniger Spannung anliegt.

Aber jetzt meine Frage: ich bin am überlegen mir da eine neue Anlassereinheit von dieser Freundin mitnehmen zu lassen. Gibt es da verschiedene Bauformen? Oder weißt Du gibt es da irgendetwas, worauf ich da beim Kauf achten muß? Hast Du einen Tipp, wo ich einen (gebrauchten?) Anlasser günstig auftreiben kann?

Ach. Und wenn ich den Fachmann anschreibe... Darf ich Dich noch was fragen? Mein Popometer sagt mir, daß mein Getriebe auch schon etwas älter wird. Ich komme relativ häufiger in Zwischengänge hinein, was mir irgendwie früher nicht so oft passiert ist.
[GO] naja, vielleicht die Schaltmechanik...? Solange die Gänge drinbleiben und nicht rausspringen, geht's noch (Überdrehen droht).
  (Vielleicht bin ich durch meine Probleme mit dem Endantrieb da übersensibilisiert... Hmmmm... Oder umgekehrt – vielleicht hat mein großes Spiel im Endantrieb auf mein Getriebe durchgeschlagen...? Könnte das eigentlich sein?) [GO] nein, das ist nicht zu erwarten. 
Weißt Du, gibt´s da irgendeinen schnellen Trick um den Zustand des Getriebes zu überprüfen? Oder ist die Lösung einfach nur nach Handbuch Getriebe öffnen und Zustand der Zahnräder visuell überprüfen?[GO] die Zahnräder vermutlich weniger, eher die Schaltkinematik.
Nimm gutes Öl: Castrol 85W-140 Synth. - wenn du das kriegen kannst. 

Sodale. Ich werde mich jetzt auch Richtung Morpheus werfen. Mein Blogupdate fällt heute aus – aber da gäbe es heute auch wieder ein paar nette Geschichten... Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.
Ganz liebe Grüße gerade aus Rurrenabaque,
Philipe

Donnerstag, 15. September 2011

Wissen ist Macht...

...Naja. Auf der anderen Seite: Nix wissen macht auch nix. Oder?
Auf jeden Fall habe ich beschlossen eine Ausbildung zum KFZ-Elektriker zu machen.
Ich gebe ja zu. Hier und da habe ich durchaus unorthodoxe Herangehensweisen. Zum Beispiel beginne ich meine Ausbildung gleich mit der Meisterprüfung.

Vorgestern habe ich also im Garten des Hostals meine Plane ausgebreitet und meinen kleinen Workshop eröffnet: den Anlasser aus MrC ausgebaut und zu Feli - dem Mechaniker hier in Rurrenabaque, den mir Ronny empfohlen hat -  gebracht. Dieser hat ihn dann vollständig auseinander genommen...
Naja. Aber leider nicht zusammengebaut.
...Dieses hat er seinem Mitarbeiter überlassen. Welcher dann feinfühlig mit einem 2mm dicken und 1,5cm breiten Schraubenzieher versucht hat diverse 1mm dicke Plastikstücke in meinem Anlasser zu hebeln.
Am Ende seiner Versuche hatte der Anlasser mehr Teile als der Konstrukteur des Anlassers in der Teileliste vorgesehen hatte. Nun ja technische Details könnte man sagen.
Nur leider bin ich mittlerweile ein kleines Sensibelchen, was meinen MrC angeht. Dementsprechnd bin ich dann mit Argusaugen neben diesem Grob-"Motor"-iker gestanden und habe ihm erklärt, welche Werkzeuge er wie zu verwenden hat. Nach dem Motto: „Sprach der Einäugige zu dem Blinden".
Es gibt ja Theorien, welche besagen, daß das menschliche Herz nur für eine bestimmte Anzahl an Herzschlägen ausgelegt ist. Diese Aktion hat mich wahrscheinlich wieder einige Lebensjahre gekostet.
Nun ja. Auf jeden Fall haben mich die Leute dort mit einem „Tigre" überrascht – das spanische Wort für Tiger.
Mit Katzen kenne ich mich ja aus. Hier und da habe ich ja auch einen Kater. Und ich führe auch einen „El Gato" mit – Spanisch Umgangssprachlich für Wagenheber. Aber wie sie mir erzählten, daß Feli einen Tigre hat, habe ich ein bisserl an meinen Spanischkenntnissen gezweifelt.
...Aber: Er hatte wirklich einen. So kurz einmal herumstreunend im Haus. Was man halt so hat, wenn man in Bolivien lebt.
Er hat die Katze im Dschungel gefunden und dann einfach mit nach Hause genommen.
Nun ja. Warum nicht. Manche Leute haben ja auch Alligatoren in der Badewanne. Also was soll´s...

Die gute Nachricht – das kreischende Geräusch des Anlassers ist nun weg. Warum der Anlasser aber noch nie im Leben auch nur eine Spur Fett gesehen hat – weder bei der angeblichen Überholung von Reter Pömer * [* Name von der Redaktion geändert] noch bei der Überholung in Mendoza durch dem von ihm empfohlenen Mechaniker Carlos, verstehe ich nicht ganz. Naja. Muß ich auch nicht. Metallteile können ja auch trocken auf einander laufen.
Tja. Die schlechte Nachricht. Das ganze funktioniert trotzdem nicht. So wie ich es derzeit verstehe ist der Starterschalter defekt.
Hmmm... Und ich hoffe ich irre mich dabei – aber so wie es ausschaut, habe ich nämlich kein Starterrelais. Das heißt bei jedem Starten laufen da unter Umständen hunderte Ampere direkt über diesen armen Schalter. Kein Wunder, daß der das nicht lange aushält.
Mal schauen. Es ist gerade kurz vor 14:00 – nach der Mittagshitze werde ich mal versuchen einen Ersatzschalter einzubauen und zu schauen, ob der Anlasser dann generell funktioniert. Und erst danach werde ich mir ein Relais dazwischen basteln.
Die Teile dafür habe ich schon: am Vormittag war ich shoppen: ein Relais (40 Bol. – dividiert durch 10 in Euros: 4€), ein Schalter (65 Bol), 2m 2,5mm-Kabel (4 Bol pro Meter) und 8 Stecker (a 2 Bolivianos). Und als Überlebenshilfe – eine frische, gekühlte Kokusnuß mit Strohhalm a 4 Bolivianos.
Und ich hatte bei dem ganzen Thema eine ziemliche Lernkurve. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß MrC einen BMW R100GS Motor eingebaut hat.
Das habe ich an Hand der Motornummer verifiziert.
...aber die verlegte Elektrik entspricht einer BMW R90/6. Kein Wunder also, daß ich mich mit dem Schaltplan der 100GS so schwer zurechtgefunden habe. Ach. Diese technischen Feinheiten.

Sodale. Aber jetzt einmal ein paar Minuten endlich nichts tun, so wie es sich gehören würde – in der Hängematte gerade. Am Balkon meines Hotels. Nur die Natur um mich. Naja. Und ein paar vorbeifahrende Mopeds. Ein oder zwei hundert.

Dienstag, 13. September 2011

Streiken: Menschen und Motoren

Gestern ging´s dann von San Borja doch Richtung Yucumo. Trotz der erwarteten Straßenblockade.

Vor der Abfahrt aus dem Hotel habe ich noch mit ein paar Journalisten aus La Paz geplauscht. Und diese meinten, daß die Straßenblockaden alle 2h geöffnet werden um die Fahrzeuge passieren zu lassen.

Gesagt getan. Noch schnell für ein Picknick eingekauft – man will ja schließlich nicht mit leerem Magen warten. Und dann die staubigen Straßen Richtung Yucumo genommen. Naja. So staubig war es nicht. Es gab schließlich zur Abwechslung wieder mal Schlamm.

Um 13:10 sind wir dann bei der Blockade angekommen. Die gute Nachricht: Alle 2 Stunden wird die Blockade eben geöffnet. Die schlechte: um 13:00 das letzte Mal davor. 

Also 1:50h warten. War aber nett – ein bisserl mit den Leuten geplaudert. Gemütlich Mittag gegessen. Kalten Fruchtsaft getrunken – Dank meiner neuen 5l Thermosflasche und „Tang“ (dem universal-pieksüßem-Frucht-Puder).

Das bedeutete aber erst um 15:00 wieder weitergefahren – aber noch mit über 100km „To Go“ auf Neudeutsch...

Tja. Aber klarerweise geht das natürlich nicht so einfach. Schließlich will MrC doch bei der Reisegestaltung mitreden. Und hat beschlossen jegliche Funktion des Anlassers einzustellen. Weil Anlasser werden überbewertet.

Mit Susan´s Hilfe habe ich es dann doch geschafft ihn anzurollen. Aber bedeutet wieder mal – nicht den Motot abstellen... Und das wiederum bedeutet wieder mal: Beim Ankunft im Hotel hatte ich wieder über rund 150C – genau kann ich es nicht sagen. Bei 140C hört ja meine Skala auf.

Technische Details.

Leider ist Susan auf der kiesigen, respektiven schlammigen , Straße zweimal gestürtzt und hat sich diesmal auch noch das Knie etwas verletzt... Wenigstens Abwechslung – normalerweise leiden ihre Knöchel...

Anyway.

Auf jeden Fall sehr nett war wieder mal, daß uns bei unserer Ankunft in Rurrenabaque Ronny angesprochen hat und uns Tipps für ein Hotel gegeben hat – welches wir sehnsüchtig nach diesem langem Tag gesucht hatten. Nämlich wieder eines mit Garage klarerweise.

Für 75 Bolivianos pro Person sind wir dann im Hotel Rurrenabaque auch unterkommen.

 

Heute in der Früh habe ich dann meinen Anlasser ausgebaut. Beim Durchmessen habe ich aber festgestellt, daß keine Spannung beim Anlasser ankommt – ich vermute also, daß mein Starterrelais ex gegangen ist. Und somit habe ich auch das gleich mit ausgebaut.

Durch Zufall ist Ronny heute im Hotel vorbeigekommen. Und hat uns erzählt, daß er 5 Jahre hier gelebt hat und sich deswegen so gut auskennt. Und hat mir dann gleich einen Freund empfohlen – welcher, man glaubt es kaum – spezialisiert ist auf: Anlasser.

Zufälle gibt´s...

Und beim gemeinsamen Mittagessen haben wir dann wieder über Gott und die Welt geplaudert – im wahrsten Sinne des Wortes. Ronny ist – ebenso wie Steward - äußerst religiös. Lustig, daß wir gerade im Umfeld der Jesuitenklöster hier in Bolivien dann so viele gläubige Menschen treffen. Purer Zufall halt. Oder doch göttlicher Wille? Ach. Wer weiß...

 

Auf jeden Fall wird sich Felix, der Elektriker, morgen gleich in der Früh meinen Anlasser vorknöpfen und zerlegen. Dieser hat nämlich bei einem Schnelltest komische Geräusche von sich gegeben – obwohl er aber generell funktioniert hat. Anscheinend habe ich also wieder mal zwei Probleme – ein abgenützter Anlasser und ein defekter Schalter oder Relais.

Tja. Mal schauen, was morgen wieder mal auf mich zukommt.

Montag, 12. September 2011

[SPOT] Hotel in Rurrenabaque

Bin gerade etwas im Einsatz, weil mein Anlasser gestern den Geist aufgegeben hat. Somit habe ich im Moment keine Zeit ein größeres Update zu machen. Aber die ganze Geschichte - inklusive dem ersten Blog vom 7.September vom Ausflug zu Stewards Haus mit ein paar Photos ist jetzt online.

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Mr. Churchill
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Mr. Churchill
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Barro y Paro

Tja. Es könnte alles so einfach sein.
Zum Beispiel könnte man in San Borja sein. Gerade einmal genau 150km von Rurrenabaque – meinem nächsten Ziel - entfernt. Es könnte eine nette Hauptstraße auf einem warten. Teilweise sogar asphaltiert.
Nach dem gestrigen staubigen Tag eine nette Abwechslung.
Gestern gab´s sogar eine Dusche – jeweils für MrC und für mich.
Und dann ein nettes – wenn gleich mit 100 Bolivianos pro Person total überteuertes - Hotelzimmer.

Tja. Das wieder einmal die Theorie.
Ich habe gerade ein bisserl mit der Dueña – der Besitzerin des Hotels - geplauscht. Die Praxis: Es gibt einen „Paro“ - eine Straßenblockade - in Yucumo. 50km von San Borja entfernt.
Und nachdem es hier gestern erst geregnet hat, ist die ganze Strecke auch noch ziemlich schlammig – sprich viel „Barro“ entlang des Weges.
Hmmm... Eine Möglichkeit ist ein Umweg von rund 60km über Santa Rosa. Nur das auf einer Nebenstraße, die auch noch nicht wieder trocken ist?... Naja. Mal schauen, was wir machen. Das Leben ist Abenteuer.

Samstag, 10. September 2011

Staub ist für Weicheier. Echte Männer haben Schlamm.

Hmmmm... Und auch Batterie wird überbewertet. Anscheinend.
Ich hatte Apolinar, meinen Mechaniker in Sucre ein paar Mal gefragt, ob mein 18A Gleichrichter für mein Gespann ausreicht. Und er hat mir jedes Mal stolz berichtet, daß er es nachgemessen hat: Mit Fernlicht und Griffheizung ziehe ich genau eben 18A. Also geht sich genau aus Alles.
Theoretisch. Also.
Praktisch: Nachdem ich den gestrigen Tag mit diversen Tests verbracht habe, hat MrC heute in der Früh beschlossen nicht mehr anzuspringen. Anscheinend war die Batterie schon durch die Fernlicht Fahrt zu Steward vorentladen. Oder MrC wollte mir den Abschied von Steward einfach schwerer machen...
Wie auch immer.
Steward hat mich dann mit seinem Pickup angeschoben. Was aber bedeutet, daß man für die nächste halbe Stunde – oder besser 1h um sicher zu sein – die Batterie lädt und den Motor nicht mehr abstellt. Oder abwürgt.
Hmmmmm.... Dieses in Kombination, daß ich mir nicht sicher bin, ob mein Workaround für meine Starter Probleme auch wirklich zuverlässig funktioniert, war schon etwas ungemütlich. Der Gedanke allerdings 7 Fahrstunden von der Zivilisation dann mitten in der Pampa gestrandet zu sein – und bestenfalls irgendwelche Ochsenkarren zur Hilfe holen zu können - war schon etwas... Naja. Ähem. Ungemütlich halt.
Aber ist ja alles nicht so schlimm. Es könnte ja zum Beispiel der ganze Weg zugeschlammt sein. Sodaß man wild hin und herschlingernd versucht, alles mögliche zu tun nur um ja nicht stehen zu bleiben. [Kleine Anmerkung am Rande für die werten Motorradfahrer unter meinen Bloglesern: Es ist möglich im rechten Winkel zum Fahrzeug ein Gespann durch Schlamm zu pflügen.]
Oder es könnte auch noch schlimmer kommen. Wie zum Beispiel, daß ein BMW 100GS Motor Luftgekühlt ist. Sprich er benötigt einen Fahrtwind, der von den beiden Zylinder die Abwärme abführt. Wenn man aber längere Strecken nur im ersten Gang ziemlich hochtourig fährt um nicht stecken zu bleiben, reicht der Fahrtwind nicht mehr aus um den Motor effizient zu kühlen.
Ist ja alles nicht so schlimm. Einach Motor abstellen. Warten bis der Motor abgekühlt ist und dann einfach weiterfahren.
...Ähem. „Houston – wir haben ein Problem!“
Nun gut. Also hatte ich dann halt einen BMW 100GS Motor mit Wasserkühlung. Wasser aus den Pfützen am Strassenrand.
Oder es könnte noch schlimmer kommen. Wie zum Beispiel. Daß der Hinterreifen Luft verliert. Mitten im Nirgendwo.
Wir könnten jetzt einen kleinen Ausflug in die Technik machen. Und genauer erläutern wie lange die Halbwertszeit der Haltbarkeit eines mit Bord-Reparatursets reparierten Schlauchlosreifen ist. Genau der Reifen, den ich gerade 130km und 3 Tage davor repariert habe. Aber ich erspare uns das.
Oder ich könnte erläutern, daß es wichtig ist, das Fahrzeug mit Steinen gegen Wegrollen zu sichern.
...und daß es aber im Wetland aber lange sucht, weil es nämlich dort keine Steine gibt. Sondern nur Erde und Gräser.
Oder ich könnte erläutern, daß wenn man das nämlich nicht tut, das Fahrzeug vom Wagenheber abrutscht und dadurch die Gewindestange des Wagenhebers  verbogen wird. Genau desjenigen Wagenhebers, den man noch benötigt um den Reifen zu flicken.
Oder ich könnte genauer erläutern, daß das ganze natürlich in der Mittagshitze um 13:00 passiert. Weit weg von irgendwelch schattenspendenden Bäumen.
Aber ich will ja niemanden mit technischen Details langweilen.

Viel spannender finde ich zu erzählen, wie ich auf eine kleine ca. 3m breite Lehm-Brücke fahre und plötzlich 3m vor mir bei 40km/h ein 1m breites und 1m tiefes Loch genau in der Mitte vorfinde – ein Loch, daß von unten vor der Brücke nicht zu sehen war.
Yap. Das Leben kann spannend sein.

Auf jeden Fall sind wir dann am späten Nachmittag in San Moxo de Ignacio eingeritten. Vollkommen mit einer Schlammschicht überzogen. Sowohl MrC. Als auch ich.
Beide haben sich also eine Dusche verdient.
Bei ersterem ist das sehr praktisch. Man fährt in die Waschstraße. Legt 25 Bolivianos auf den Tisch. Wartet eine Viertel Stunde. Und fährt dann mit einem sauberen Fahrzeug weiter.
Theoretisch.
Praktisch: Es gibt in der Stadt seit Tagen kein Wasser.
Also noch eine halbe Stunde lang versucht mit einem Ast die mittlerweile feste Lehmschicht von MrC herunter zu hämmern.
Nun gut: Die gute Nachricht des heutigen Tages – mein Hotel hat wenigstens eine eigene Zisterne und dadurch konnte ich von den Reserven noch eine sehr feine Dusche nehmen.
Ach. Übrigens – habe ich erwähnt, daß das Leben durchaus spannend sein kann? Zum Beispiel 240V spannend? Welche durch meine Hand geschossen kamen, wie ich versucht habe die Temperatur des elektrischen Duschkopfes zu verstellen?...
Heute habe ich übrigens länger gebraucht um meinen Blogeintrag zu schreiben – meine linke Hand ist noch immer etwas taub...

Noch ein paar Statistiken des heutigen Tages:
Ca.150  Maximal Temperatur des Motors heute
140         Ende der Skala meines Thermometers
120         Temperatur wo der rote Bereich des Motors beginnt
140         gefühlte Liter Wasser aus Straßengräben, die wir über den Motor zur Kühlung gekippt haben
44           Kilometer Luftlinie zurückgelegt
131         Kilometer Straße zurückgelegt
7             Anzahl der Stunden am Bike
10           Minuten Pause während dieser Fahrt
2333      geschätzte Anzahl der Durchschläge bei denen der Seitenwagenreifen meinen Kotflügel berührte
30           Tiefe in Zentimeter der 20cm breiten, äußerst unscheinbaren kleinen Pfützen durch die ich regelmäßig durchgefahren bin
5             Millimeter an Schlamm auf meiner Kleidung
350         % Stresslevel über Normal in manchen Situationen

[SPOT] Stewards Haus in San Ignacito

...rund  7 Motorrad-Stunden von der Zivilisation entfernt.  Staubpiste...
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Freitag, 9. September 2011

Regen ist Segen

...insbesonders bei einer staubigen Straße. Nun ja man kann sich ja auch Situation schön reden und muß sich nicht immer gleich auf“regen“.
Gestern abend  hat es zu regnen begonnen. Und seitdem nicht mehr aufgehört.
Aber nicht, daß es gleichmäßig war. Es schwankte immerhin zwischen Starkregen und starkem Regen. Immerhin Abwechslung.
Gestern zu Mittag habe ich eine Methode gefunden MrC zu einer Reisemäßigen Kooperation zu bewegen. Ich habe ja das Problem, daß wenn ich den Start-Knopf drücke, gerade einmal ein Klick zu hören ist. Ein Klick wie von einem Relais, welches zieht. Aber der Anlasser bewegt den Motor nicht.
Wenn ich aber den Start-Knopf drücke UND zeitgleich den Kickstarter trete – dann startet der Motor wie normal. Ich höre dabei aber auch ein eigenartiges Geräusch, welches ich nicht ganz zuordnen kann. Irgendwie interpretiere ich, daß der Anlasser und der Kickstarter mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten versuchen den Motor in Bewegung zu versetzen – nur halt nicht dafür ausgelegt sind. Und irgendeine mechanische Komponente muß also diese beiden unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausgleichen.
Hmmmm... Mal schauen wie lange das gut geht...
Nun ja. Technische Details.
Aber sonst hatte ich gestern einen sehr netten Tag. In der Früh um 06:00 gab´s Tagwache und danach gleich einen Ausflug zur Hochi-Schau. (Hochis sind eine mir bis dato unbekannte Mischung scheinbar zwischen einem Meerschweinchen und einer Ratte – nur in der Größe eines Schweines.) Zu Mittag dann eben meine Reparatur/Analyse/Workaround-Findungs-Session mit MrC – inklusive einer dringend notwendigen Luftfilterreinigung. (Die Staubfahrt von unserer Anreise hat viele Spuren hinterlassen. Oder eher eigentlich – dicke Schichten.)
Und am Abend hat mich Steward dann zu einem Jagdausflug auf seinem Quad mitgenommen – ich hinter ihm auf dem Quad sitzend. Letzteres wäre ja nicht so ungewöhnlich. Wenn nur dort nicht schon bereits eine 1m breite und einen halben Meter hohe Plastikkiste montiert gewesen wäre, Nun ja Sitze werden überbewertet. Bequeme sowieso. Und so saß ich dort halt. Mit der Kamera in der einen Hand. Dem Gewehr in der anderen. Am Kopf eine Basketball Kappe. Und auf dieser ein paar wirre Drähte, die in der einen Richtung zu einer 12V Batterie führten. Und in der anderen Richtung zu einem Flutlichtscheinwerfer, der auf eben selbiger Kappe montiert war. Und ich erwähne jetzt nicht, daß es ein bißchen eine Herausforderung war das Gewehr, meine Kamera, die Kappe - und zuguter Letzt auch mich selber - während der Fahrt nicht zu verlieren. Das der Schweinwerfer „Schweine“-heiß ist und ich mich bei dem Geschüttle ein paar Mal „tierisch“ verbrannt habe, erwähne ich jetzt nicht weiter – man will ja schließlich kein Mitleid schinden, nicht wahr?...
Auf jeden Fall waren die zoologischen Begegnungen dieses Jagdausfluges limitiert auf die Inhalte der Anführungszeichen des vorigen Satzes. Sprich: Nix.
Das spannenste war dann allerdings, wie wir uns in vollkommener Dunkelheit mit dem Quad im Dschungel verfahren haben. Und in Gegenden kamen, die Steward noch nie zuvor gesehen hatte.
Aber man darf ja alles nicht zu eng sehen. Ich mein – nur weil es gerade zu regnen begann, ich nur ein dünnes Hemd anhatte und die Temperatur scharf sank, darf man ja nicht überbewerten.
Morgen geht´s aber wieder zurück nach San Moxos de Ignacio. 130km. Ursprünglich feine Staubsand-Piste. Mal schauen was uns dann aber nach dem ganzen Regen morgen erwartet.

Mittwoch, 7. September 2011

Technische Details

Technische Details werden überbewertet. Solche Sachen wie ein Anlasser,der auch wirklich funktioniert. Oder ein Killswitch, der zuverlässig einrastet. Eigentlich wollte ich mir von Stewart die Gegend zeigen lassen. Ihm eine Leiter für seinen Wasserturm bauen. Gemütlich am Abend ein Bierchen zwitschern. Oder zwei.
...und was mache ich statt dessen?
MrC Elektrischaltpläne studieren. Und vergleichen wie sehr sie von der Realität abweichen. Sehr. Nämlich. Dubiose Kabel, die plötzlich mitten drin Farbe ändern. Oder sich plötzlich unmotiviert teilen und verzweigen. Oder warum ich plötzlich während ich an einem Kabel rüttle die Anzeige habe, daß die Zündung eingeschalten ist.    -  ..während ich den Zündschlüssel in der Hand halte.
Nun ja. Die gute Nachricht: Ich habe ja letztendlich alle Zeit der Welt. Ich bin ja auf eine mehrere Monate angelegte Südamerikareise schließlich. Also was soll es denn schlimmeres geben?...
Naja. Zum Beispiel dubiose hypochondrische Bauchschmerzen – ähnlich einer Blinddarmentzündung. (Welchen ich ja eigentlich aber Dank der argentinischen Ärzte nicht mehr habe) Was mich doch etwas beunruhigt – nachdem ich eben gerde 7h von der Zivilisation entfernt bin. Aber ist ja alles nur eingebildet. Kann also nicht so schlimm sein.
Schlimm wie zum Beispiel – Stewart fliegt ausgerechnet nächsten Sonntag in die Staaten retour.
..aber  - ach! Was soll´s!... Er kommt ja irgendwann wieder. Vertreibe ich halt meine Zeit irgendwo in Rurrenabaque oder Ecuador oder wo immer es auch hinverschlägt.  Und danach reparier ich an meinem Bike weiter.

Hmmmm... Wenn ich nur nicht das Problem hätte, daß mein Visum am 24. Sept. Abläuft. Und man nur einmal im Jahr 3 Monate Aufenthalt genehmigt bekommt.
Ach. Technische Details halt. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Nägel. Und Feinstaub. [Pics]


[Hatte gerade Probleme diesen Blogeintrag per Mail zu übermitteln. Also etwas verspätet den ersten Blog des Stewart Abenteuers erneut direkt eingestellt]



Welch eine Enttäuschung. Also nichts ist mit der gemütlichen Amazonas Tour. Auf einem Boot dem Dschungel entlang schippen. Ein paar Tage nur Natur. Und die gleichen Leute um sich.
Ich kann nicht leugnen, daß ich ein bißchen ettäuscht war. Aber es sprachen einfach zuviele Argumente gegen diese Tour.
Somit sind Susan und ich gestern Richtung Rurrenabaque aufgebrochen. Circa 300km entfernt von Trinidad.
Die Reise beginnt mit einer Flußquerung. Die bequeme Art. 35 Bolivianos ärmer, eine Pontoon Tour reicher überqueren wir den Rio Marmuré.
Es ist heiß. Wie immer. 34C und mehr. Zuviel für ein Motorrad. Irgendwie.
Aber wenigstens konnte ich meine neueste Errungenschaft auskosten: ein 5l Thermoskanister. Made in Brasil. Der fachkundige Verkäufer – yap, auch sowas gibt´s wirklich hier in Bolivien – in einem kleinem Geschäft gegenüber des Mercado Central hat mir diesen für das kühlhalten des so wichtigen Wassers hier in Südamerika empfohlen. Und wirklich – so gut habe ich 85 Bolivianos (8,5€) hier in Südamerika selten investiert.
...Auch wenn es rund 3 Tage an Hotelkosten entspricht.
Auf dem Weg nach San Moxos de Ignacio habe ich dann das erste Mal meine Exped Hängematte für eine kurze Mittagspause ausprobiert. Mit einem Becher kühlem Wasser in der Hand – welch ein Hochgenuß, welcher meine Enttäuschung über die nicht gemachte Bootstour etwas linderte.

...Ein paar Kilometer später bei einer weiteren kurzen Rast, hält neben uns ein bolivianischer Pickup. Eine Pärchen spricht uns an. Steward und seine Frau Naide.
Wir plauschen. Und er lädt uns zu seiner Farm ein. Ca. 110km von San Moxos entfernt. So ca. 4 Stunden. Oder 5.
Ach. Spontan wie wir sind, stimmen wir zu. Nachdem es bereits 16:00 ist und wir in die Dunkelheit hineinkommen, wird Susans Bike bei Naide´s Eltern dort abgestellt. Ein paar Sachen auch von mir. Und aufgeht´s. Two Up auf MrC.
...Naja. Streng genommen nicht. Der Trip begann mit einer Erinnerung von der Straße. Welche sich schon durch ein schwammiges Fahrverhalten angekündigt hatte. Ein 10cm! und rund 6mm breiter Nagel hatte beschlossen eine Reise zu unternehmen und mit MrC mitzufahren. Nun ja. Es hätte einfachere Wege gegeben um dies zu realisieren als sich einfach in den Hinterreifen zu bohren.
Und ich muß sagen – die Entscheidung auf schlauchlos Reifen umzustellen, war eine der besten in letzter Zeit. Nämlich noch schnell mein unbenutztes Reparaturset geöffnet. Und keine 5min später was das Loch behoben.
Und jetzt aber. Los geht´s. Nach Tanken und noch ein paar Einkäufen geht´s los. Mittlerweile schon 17:30. Noch 30min bis Sonnenuntergang.
Kilometer um Kilometer vergehen. Die Sonne verschwindet. Die Straße wird schlechter. Und schlechter. Dafür aber staubiger und staubiger.
Zuerst fahre ich mit dem Gespann vor. Später beschliessen wir aber, daß Steward dann doch vorfährt, nachdem er doch etwas schneller ist und bei kritischen Kreuzungen auf uns wartet.
Und die Kilometer vergehen. Und vergehen. Und die Stunden vergehen. Stunde um Stunde. Mein neuer Seitenwagenreifen ist etwas zu groß. Und bei tiefen Schlaglöchern schleift er am Kotflügel.
Ich versuche es zu vermeiden. Es wird später.
20:00... Ich versuche es zu vermeiden. Es wird 21:00. Ich versuche es zu vermeiden. Es wird 22:00. Ich achte weniger darauf. Es wird 23:00. Ich konzentrier mich mehr auf die staubige Straße. Es wird Mitternacht. Ich pfeiff drauf.
Nach 14 Stunden am Bike. Ohne Mittagessen. In der Hitze...
Bei den Straßenbedingungen ist man doch etwas erschöpft. Soll aber nicht heissen, daß wir schon da sind...
Stewart ist vorgefahren. Und läßt alle Gates am Weg zu seinem Anwesen offen. Susan springt dann raus. Ich stell den Motor ab, damit er nicht den von uns selbst aufgewirbelten eigenen Staub zieht. (Mein Luftfilter ist schon seit Stunden vollkommen dicht)  Susan schließt dann das Tor. Ich starte dann den Motor. Und weiter geht´s zum nächsten Gate.
Und zum nächsten. Und zum nächsten...
...Aber das Leben ist ja Abwechslung.
Zum Beispiel beim letzten Gate: Susan springt raus. Ich stell den Motor ab, damit er nicht den von uns selbst aufgewirbelten eigenen Staub zieht. Susan schließt das Tor. Ich starte dann den Motor. Und...
...Nichts. Ich presse den Starterknopf. Und...
Nichts...
Yap. Also wir stehen hier. Mitten im absoluten Nirgendwo. Auf einer staubigen Piste. 20cm tiefer Feinstaub. Keine Ahnung wo wir genau hinmüssen. Es ist Ein Uhr Nachts. Und kein Motor.
Es könnte schlimmer sein. Zum Beispiel. Kreuzschmerzen von 14 Stunden Motorrad fahren. Oder eine 1 Millimeter Staubschicht am Visier – obwohl man die Regenlippe des Handschuhs die ganze Zeit wie im Starkregen zum Wischen verwendet. Oder ein leichtes Hungergefühl. Naja. Oder wie auch immer man das Gefühl nennt, wenn man darüber schon hinweg ist.
Also alles nicht so schlimm.
Hmmmm... Eigentlich finde ich das ganze recht lustig.
Nun ja. Nach einer halben Stunde Fehlersuche hat sich herausgestellt, daß die Erschütterungen und der Staub meinen rechten Blinker ausser Gefecht gesetzt hat. Und dieses manchmal auch Einfluß auf meinen Starter hat und die Maschine deswegen nicht anspringt. (Was da der technische Zusammenhang zwischen Blinker und Starter ist, verstehe ich zwar nicht. Aber man muß ja nicht alles wissen)
Tja. Nur weitergeholfen hatte mir die Erkenntnis auch nicht wirklich. Motor sprang trotz Reparatur des Blinkers nicht an.
Susan ist dann aufgefallen, daß es bei der Betätigung des Starterknopfes einen Funken im Schalter an der Armatur gibt.
Ach. Technische Details.
Steward taucht auf. Und wir rollen meinen Motor an. Mein Gespann an Stewards 4x4 angehängt. Dritter Gang.  Eingekuppelt. Und Motor läuft wieder.
Nach weiteren 5km endlich in Stewards Farm angekommen. 02:30.
...und totmüde ins Bett gefallen.
UFF...

Heute gab´s dann in der Früh ein kurzes Plauscherl mit Steward. 4h oder so. Und er erzählt über sein Leben. Seinen Glauben. Die Bibel. Und wie er versucht seinen Bruder zu überzeugen. Und dann über seinen Bruder. Wie dieser Fischer in Florida war. Sein Fischerboot umgebaut hat. Und optimiert hat. Sich für Alternativenergien interessiert. Senatoren anschreibt um für seine Ideen zu werben. Und dann einen Generator für Gezeitenkraftwerke entwickelte. Eine Firma gründet.
Und wie Stewart dann in der Kirche 250.000 USD sammelt um seinen Bruder den Start-Up zu ermöglichen. Wie dieser Generator patentiert wird. Und auch als Antrieb für Schiffe verwendet werden kann. Wie dann die US Army diese Erfindung für geräuschlose Nuklear-U-Boote kauft. Und sein Bruder dann ein Vermögen macht. (Falls Du „Jagd auf roter Oktober“ gesehen hast: von ihm ist der Antrieb...)
Tja. Und alles was Steward will – ein Kinderhilfswerk in Bolivien aufbauen. Und deswegen vor 6 Jahren hierher gekommen ist. Und  vor einem Jahr begonnen hat seine Farm zu bauen. Alles in den Staaten verkauft hat. Vollkommen hierher gezogen ist. Und vollkommen neu startet.
Steward ist Einundsiebzig Jahre alt.

Und so sitz ich hier. Mitten im Dschungel. Plausche über Gott. Gestrandet mit einem Bike, das nicht anspringt. Umgeben von mehr Tieren als der Tiergarten in Schönbrunn hat. Gestern noch enttäuscht, daß ich nichts erlebe. Heute eines besseren belehrt.

Dienstag, 6. September 2011

Das Leben ist Veränderung

Ich wollte ja eigentlich ein Boot einen Seitenarm vom Amazons hinauf nehmen.
Tja. Das einzige, welches in dieser Woche noch wegfährt ist allerdings ein Treibstofftransporter. Und die Fahrt soll Minimum 9 Tage dauern. Kann aber auch 20 sein - in Abhängigkeit des Flußes. Der Wasserstand ist so niedrig, daß der Kapitän es nicht wirklich vorhersagen kann...
Das bedeutet aber auch – nix ist mit spontan einen Piranha am Deck grillen. Könnte eine schlechte Idee bei einem Treibstofftransporter sein...
Naja. Und das Spanisch von ihm und auch seiner Crew war sehr schwer zu verstehen – d.h. 2-3 Wochen sich nur schwer verständigen zu können ist halblustig – wenn man auf einem kleinem Boot ist und sonst nichts machen kann...
UND  er auch keinen Koch hat - sprich das Essen dementsprechend dann auch noch sehr einfach ist...
UND er nur Tagsüber fährt - wovon Dir jeder abrät, weil Dich dann die Mosquitos in der Nacht zerfressen...
An und für sich stelle ich mir das ganze sehr spannend vor. Aber bei so vielen negativen Aspekten, warte ich da lieber auf eine andere Gelegenheit mit einem Boot herumzutuckern. Es muß ja nicht jetzt und hier sein...
Also geht´s heute Richtung Rurrenabaque weiter – und von dort dann irgendwie Richtung Peru.
Reisen ist halt Veränderung.

Samstag, 3. September 2011

Höllen. Blind. Flug. [Pics]


Wie wir gestern von Ascencion nach Trinidad aufgebrochen sind, tränten uns die Augen. Nein. Es war nicht die Vorfreude. Nein. Auch nicht der Abschiedsschmerz vom freundlichen Besitzer unsereres Residencials Rodriguez.
Nope. Es war der Rauch, der seit 2 Tagen die gesamte Region einhüllt. Der Rauch der Brandrodungen im großen Stil erfolgt gerade eben – rechtzeitig bevor in einigen Wochen die Regenzeit beginnt. Der sehr in den Augen brennende Rauch kommt einmal im Jahr. Manchmal nur für ein paar Tage. Manchmal aber auch für zwei Wochen.

Die heutige Fahrt war im großen und ganzen durch diesen Rauch geprägt. Teilweise war er so dicht, daß man gerade einmal 10m sehen konnte – ich bin dann mit Fernlicht gefahren, damit mich der Gegenverkehr sehen konnte.  Alle Öffnungen des Helms waren dann dicht geschlossen.
...was aber bei typischen Temperaturen zwischen 33 und 35C nicht unbedingt die beste aller Lösungen waren. Einmal hat das Thermometer bei mir auf MrC sogar 41,8C! angezeigt. Ich habe dann sogar am Thermometer gezweifelt – aber das Thermometer an einem Kiosco am Straßenrand hat bei einer kalten Sprite-Pause auch 36,6C angezeigt. Also doch leider kein Irrtum. – Es war einfach höllenheiß.
Durch Zufall sind wir dann an einer Tieraufzuchtstation vorbeigekommen. Besucher sind dort normalerweise nicht vorgesehen – dementsprechend war der dortige Manager nicht über-herzlich, aber er hat uns dann trotzdem noch kurz die Vogelaufzucht gezeigt und ein bisserl über die dortige Arbeit erzählt.

Interessanterweise sind die Wildkatzen nicht die schwierigsten Tiere zum Eingliedern in die Natur. Schwieriger sind zum Beispiel Vögel: typischerweise stutzen ihnen die menschlichen Besitzer die Flügel und sie müssen daher erst wieder an das fliegende Futtersuchen gewöhnt werden.
Aber am schwierigsten ist die Eingliederung von Affen! Die Affen sind so an den Umgang mit Menschen gewöhnt, daß sie sich selber nicht als Affen wahrnehmen, sondern als Menschen - und dadurch nicht mit anderen Affen umgehen können. Auch von der Nahrung her sind sie von den Vorbesitzern eher an Cola und Pommes gewöhnt als an artgerechter Nahrung...

Anyway. In der Hitze sind wir dann noch weiter gedüst. Und auf der Fahrt wieder einiges erlebt – ich war so verblüfft, daß ich nicht einmal geschafft habe die Kamera dafür zu zücken: die Mutter, die bei Tempo 60 auf dem Moped mit der einen Hand lenkte und mit der anderen telephoniert – während hinter ihr zwei Erwachsene sitzen, ist ja hier nichts mehr soooo ungewöhnliches. Aber die 6! Menschen, die auf einem Moped saßen sind mein persönlicher Rekord. Der sechste ganz hinten war ein ca. 12jähriger Junge, der gerade einmal 5cm Sitz noch übrige hatte und sich wie eine Spinne verzweifelt am Vordermann festklammerte.
Und letztendlich haben wir´s dann sogar – wieder Erwarten ohne Unfall bei dem Blindflug – doch nach Trinidad geschafft. Noch kurz im dichten Verkehr Hotel gesucht. Und ein sehr feines gefunden – 65 Bol. pro Person aber mit Bad und Klo, Ventilator – und sogar einer Hängematte im Zimmer. Sehr fein. Und vorallem alles so neu, daß im oberen Stockwerk noch gebaut wird.

[Und der folgende Absatz ist übrigens einfach faulerweise aus einem Email an eine liebe Freundin herauskopiert. Sehr faul. Aber sehr praktisch]
Und im Moment bin ich gerade am Grübeln wegen meiner weiteren Reiseroute.
Derzeit plane ich da eine Woche lang mit dem Schiff einen Amazonas Nebenarm  - hinauf nach Guayaramerin - hochzutuckern. Und dann fehlen mir noch rund 1000km Dschugelstraße bis ich zur Grenze nach Peru komme... Derzeit rechne ich somit rund ein Monat um das ganze zurückzulegen...
Aber wie Susan und ich am Hafen waren, haben wir erfahren, daß es nur ein Boot gibt, welches derzeit plant nach Guayaramerin hochzufahren.
Tja....Und ausgerechnet dieses hat aber einen Motorschaden. Und braucht noch min. 5 Tage bis es los kann... Also mal schauen wie lange ich hier wirklich brauche... Ach. Life is adventure. Nicht wahr?
Übrigens – ich bin wieder offline die nächsten Tage. Ich habe da ein paar Mails an mir sehr wichtige Leute, wo ich derzeit nicht dazu komme zu antworten. Ich möchte mich da nur schon vorab für die Verzögerung entschuldigen.  Und nachdem ich morgen in ein günstiges Hostal wechsle, werde ich dort nämlich kein Internet haben. Naja. Und am Fluß schon gar nicht. Denke ich mal.
Ach. Aber man weiß ja nie. Wenn man reist, erlebt man ja immer wieder Überraschungen... - zum Beispiel: dieses zum Thema Google im Amazonas Regenwald: http://www.taz.de/!77207/

Donnerstag, 1. September 2011

Dschungel Trips. Diesmal am Bike [Pics]





Gestern ging´s dann noch bis nach Concepción. Die urspründliche Planung am Campingplatz „Las Piedras" rund 30km davor zu übernachten haben wir dann verworfen – um 13:00 unser Nachtlager aufzubauen war selbst uns zu früh.
Und somit sind wir dann noch weiter nach Concepcion gerollt. Der Versuch uns wieder mit Benzin aufzufüllen, war dort aber leider nicht von viel Erfolg gekrönt. Sprich auch diese Tankstelle hatte wieder keinen Sprit.
Macht nichts. Mit der Reichweite von MrC über 600km kommen wir beide schließlich wieder nach San Javier (66km, rund 2h) zurück. Und dort gab´s nämlich auch eine Tankstelle. Oder notfalls in San Ramon – noch einmal rund 60km weiter... (Wir mußten wieder nach San Ramon retour um zum Hauptweg Richtung Trinidad zurückzukommen. Unser Ausflug nach Concepcion war nämlich nur ein kurzer Abstecher – und nicht die vollständige Runde aller Jesuitenmissionen nach Santa Cruz retour, wie ich es ursprünglich vorhatte. Die Straße ist nämlich nur bis Concepción geteert. Und dahinter, haben mir diverse Reisende erzählt, soll es aber sehr ungemütlich werden)
Danach haben uns dann noch eine günstige Unterkunft gesucht. Um Geld zu sparen haben Susan und ich uns dann ein Doppelzimmer genommen: für 55 Bolivianos, nach sehr langwierigen, harten – aber äußerst erfolgreichen – Verhandlungen. (Der Normalpreis beträgt 60 Bolivianos (6€ – für das Zimmer))
Angenehmerweise war es erst 16:00 und somit haben wir weiters noch beschlossen nach einer labenden Dusche (Bei 34C nicht zu unterschätzen! – Die lokale Dampfkammer des Motorradanzuges ist kein Ersatz!) die Jesuitenmission zu besichtigen. 25 Bolivianos ärmer und ein paar Photos reicher sind wir dann um 19:00 von der Hitze absolut tot ins Bett gefallen.
...der Vorteil – heute um 20 vor 7 sind wir dann schon wieder voller Elan aufgesprungen.
Der Weg retour nach San Ramon führte uns übrigens bei der Ortsausfahrt von Concepión wieder an der Tankstelle vorbei – welche wieder Benzin hatte. Kurz überlegten wir uns die Motorräder aufzufüllen. Aber dann haben wir uns doch dagegen entschieden. (Böse Zungen könnten behaupten, daß die Schlange bestehend aus 100 Autos der Grund war, dies nicht zu tun)
Tja. In San Javier gab´s aber eh wieder Benzin – und 60km danach in San Ramon haben wir aber dann faulerweise beschlossen gar nicht schon wieder aufzutanken.
...Was sich aber schon wieder rächt: hier in Asunción de Arrayos (weitere 100km später) gibt´s nämlich schon wieder kein Benzin.
Naja. Streng genommen schon. Statt um 3,740 Bolivianos der Liter (0,374€) halt um 7! Bolivianos. Aus Plastikflaschen. Privat natürlich. Dafür aber ohne Rechnung. :-)
Anyway.
Ach. Und heute ist mir übrigens was sehr Nettes passiert. Wir wir in einem kleinem Pueblito einen kurzen Hitzestop einlegten – und durch Zufall auf eine sehr nette Kirche mit Kirchplatz gestoßen sind - hat ein Einheimischer gesehen, wie ich so Photos schieße. Und wie ich zum Motorrad zurückgehen will, springt er auf, läuft zu mir hin – und ich denke mir schon, er will wieder Geld für die Photos haben.
...Weit gefehlt! Er meinte zu mir – wenn ich einen netten Ausblick haben will, soll ich doch auf den Glockenturm hochgehen. Und meint weiters: „Dort am Eck wohnt derjenige, der den Schlüssel zu der Kirche hat". Sprach´s. Und setzte sich wieder nieder.
Und wirklich: ohne Probleme konnte ich dann den Küster bitten, mich hinaufzulassen – und wurde mit einer klasse Sicht belohnt! Hat mich sehr beeindruckt, daß dieser „Amigo" mich da drauf hingewiesen hat... Sowas macht echt Freude beim Reisen!...
Und weiter ging´s dann. Um 16:00 haben wir uns dann eben in Asunción im Residencial Rodriguez einquartiert. Um 30 Bolivianos (3€) pro Person pro Nacht. (Klarerweise Bad und Klo am Gang)
Susan hat dann noch schnell was Japanisches gezaubert – mit den Sachen, welche wir in Okinawa Eins eingekauft hatten, und mit dem frischen Gemüse - welches wir für den Campingplatz gestern vorgesehen hatten.
Ich habe mich dafür um andere äußerst elementare Sachen gekümmert: Z.b. 4 Flaschen Bier - die „richtige" Größe! Eines um 12 Bolivianos (1,2€ - pro Liter. Allerdings mit 5 Bolivianos Pfand (0,5€))
...Im Hintergrund noch ein bisserl Musik aus dem Ipod mit den tragbaren Lautsprechern.
Yap. So kann ein langer Cruising Tag ausklingen. Auch fein. Sehr sogar.

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