Montag, 16. Mai 2011

Ghosttown

…Caldera hat einen besonderen Charme. Den man allerdings aber erst finden muß gerade in der absoluten Nebensaison hier. Hier ist nämlich absolut gar nichts los. Alles absolut tot hier.

Heute haben Fred und ich beschlossen einen Organisationstag nach den letzten Tagen on-the-road zu machen. Also ein (zur Abwechlsung mal ein echtes, d.h. also teures) Hotel gesucht. Klarerweise mit sicheren Parkplatz. Und WiFi – was sonst…. :-)

Für 25.000 chil. Pesos wurde uns ein Drei-bettzimmer angeboten. (Typisch für Südamerika, da nur diese getrennt stehende Betten haben, worauf wir doch eher Wert legen) Nach ein bisserl verhandeln wurden wir uns bei 20.000 chil. Pesos (30€) einig.

Und nachdem dort aber im Nebenzimmer gerade das Badezimmer gemacht wird, wurden wir gratis auf eine Cabana (eine kleine Hütte) upgegraded. Auch nicht schlecht.

Nach dem gestrigen Tag haben wir uns ein besseres Zimmer verdient. Gestern war ja wieder mal so ein „gut-für-Geschichten"-Tag: Es begann damit, daß ich eben aus unserem „Zimmer mit Jacuzzi" auf 4000m auf die Veranda – sprich ins Freie – geflüchtet bin.

Ich hatte dann bei -12,8C recht gut geschlafen – nur Fred war total fertig und ist dann vorgefahren.

Tja. Nur leider habe ich ihn die ganze Zeit nicht mehr gesehen. Es war ursprünglich vereinbart, daß er bis zum Zoll vorfährt – oder halt bis er irgendwo einen Platz zum Zelten findet, der unter 3500m ist. (3500m gilt als die Grenze unter der die „Puna", die Höhenkrankheit nicht mehr auftritt) Und dann werden wir gemütlich irgendwo wild campen. Also alles ziemlich relaxed.

Tja. Also fahre ich so gemütlich vor mich hin. Und quatsche mit ein paar Argentiniern – allen in den 60ern – welche dann mein Gespann bestürmen, sich draufsetzen, und Photos machen. Und plausche mit einer Australierin, die mir auf einem Moped allein entgegenkommt. Und sie meinte, sie hat Fred noch ca. 10km vor mir gesehen.

Tja. Und dann kam der stressige Teil. Also nix bei der Zollstation mit Fred. Er sei eine Stunde vor mir gewesen. Ich fahre also weiter. Und weiter. Und halte alle entgegenkommenden Fahrzeuge an. Alle meinen, daß da jemand so 45min vor mir gefahren sei. Und es wird später. Und später. Und mir wird schon ganz unwohl. Ich komme auf 3500m. Kein Fred. 3200m. Kein Fred. Es wird Dunkel. Kein Fred. Es kommen mir dann auch keine Fahrzeuge mehr entgegen dort in der Pampa. Noch immer kein Fred. Ich gebe Gas. Und die wildesten Gedanken kommen mir in den Sinn. Liegt er irgendwo danieder? Oder geht es ihm so schlecht, daß er wie ein Wilder nach Copiapo durchdüst? Reicht ihm überhaupt der Sprit? – ich trage ja seinen Reservebenzinsack. Und wenn er irgendwo jetzt doch wild campen sollte – springt seine Maschine an, nachdem ich ihm ja in der Früh fast 30min Starthilfe mit meiner Autobatterie gegeben habe. Ich muß also dann noch schnell heute mal die genaue Reichweite von seiner Kawasaki KLR 650 googeln. Und ihm eine Nachricht schreiben, daß ich nach Copiapo weitergefahren bin. Und daß er dort warten soll, weil ich ihn morgen in der Früh mit einem aufgetankten Mr.Churchill suchen gehe. Nicht, daß wir uns versäumen.

… Tja. Das ganze Notfallszenario also rauf und runter dekliniert.

Naja. Und die ganzen Gedanken werden natürlich bei vollkommener Dunkelheit, beissender Kälte, höhenbedingte hämmernden Kopfschmerzen, Hunger – weil ich ja eben dann auch keinen einzigen Bissen mehr gegessen hatte, und mittlerweile nach 330km kurviger und anspruchsvoller Ripio Fahrt schon einsetzender Erschöpfung nicht wirklich besser. (Daß ich die letzten 1,5h in vollkommener Dunkelheit die Ripio Strecke geflogen bin brauche ich nicht wirklich zu erwähnen. Macht´s nämlich auch nicht besser)

Naja. Totmüde komme ich dann in Copiapo an und schaffe es dann noch ein billiges Residencial zu finden (7000 chil. Pesos (ca. 10,5€) für das Einbettzimmer – wobei aber noch 2500 chil.Pesos (3,6€) für das 12h Parken dazukommt)

Klarerweise lege ich mich mit dem später kommenden Nachtportier an, welcher bei 8 Grad Celsius immer die Tür des Aufenthaltraumes, der als einziger Internetempfang hat, offen läßt – eine Diskussion, die man um die Uhrzeit nicht wirklich benötigt.

Tja. Und wie ich dann durchgefroren und totmüde endlich in die warme Dusche will – dann kommen wieder die technischen Details. Heißes Wasser wird überbewertet.

Anyway. Wenigstens kam dann noch abends eine Nachricht von Fred, daß er wohlauf sei. Und daß er wirklich wegen der Höhe dann einfach nach Copiapo durchgerollt sei. Am Ende ist er dann doch etwas zügiger gefahren, weil er nicht mehr in die Dunkelheit reinkommen wollte.

Heute in der Früh hat er mich dann noch von meinem Residencial abgeholt und wir sind dann weitergedüst.

Klar, daß mir dann mitten auf der Strecke im Nirgendwo, wo ich dann auf Grund der geringen Höhe (ziemlich genau auf Meeresniveau) eine größere Hauptdüse eingebaut habe, nicht mehr starten konnte. Tat sich gar nix. Starter läuft. Nur kein Motorgeräusch.

Stellte sich heraus, daß ich beidseitig keinen Zündfunken hatte.

Und wie´s dann so ist, irgendwann sprang Mister Churchill wieder an. Also anscheinend einfach ein Wackelkontakt. So eine Art Fehler, die man als Motorradfahrer so liebt.

Anyway. Technische Details. Zum wiederholten Male. (Aber das positive – durch die Überholung des Vergasers durch Carlos, verbrauche ich jetzt viel weniger. Mit meinem 40l Zusatztank und meinem 20l Haupttank komme ich jetzt auf eine Reichweite von rund 750km. Sehr fein!...)

Ach. Und noch was Schönes wieder: Wie ich vor meinem Residencial auf Fred wartete hat mich wieder ein Chilene, Claudio, wegen meinem Seitenwagen angesprochen. Und er hat mir gleich seine Telephonnummer gegeben, falls ich mal was brauchen sollte. Und mich gleich zu sich in den Süden eingeladen, wenn ich wieder mal doch da runter komme. Und noch sicherheitshalber die Visitenkarte von seinem Freund Roberto gegeben, der Motorradtreffen hier in Copiapo organisiert. Falls ich da irgendwelche Sachen wegen dem Motorrad benötigen sollte.

Echt Klasse, die Leute hier in Südamerika…

Sonntag, 15. Mai 2011

Schlaf wird überbewertet

…und wie´s dann so kam.

Mitten wie ich grad herzhaft Morpheus, den Gott des Schlafes, umarmte, fragte mich Fred ob ich es auch höre. Gerade noch in der Resonanz mit meinen Thetawellen wußte ich nicht so ganz was er meinte.

Es stellte sich heraus, daß das Wasser der warmen Therme bei uns an den eiskalten Wellblechdeckenplatten hervorragend kondensiert. Und dann der Schwerkraft folgt. Welche die Wassertropfen dann zu unseren Sachen lotste. Schlafsack, Matten, Kleidung, Kochutensilien – und was sonst noch so herumliegt.

Nun ja. Schlaf wird überbewertet. Somit aufgesprungen und einen Notfallplan entwickelt – somit im Halbschlaf meine Motorrad Abdeckplane über unsere Sachen gespannt.

Naja. Und wies dann so ist – direkt nach den Mashmellows gings mit noch echt gut. Fred eben so.

Durch das ganze Herumgerödeln auf über 4000m war uns beiden aber nicht mehr so wohl. Ich befürchte uns beide hat die Höhenkrankheit erwischt, welche ab 3500m eintreten kann. Kopfschmerzen, Übelkeit – und Gleichgewicht wird auch überbewertet.

Somit habe ich mich dann aus der stickigen Luft hinaus ins Freie gelegt. Was bei diesen Nachttemperaturen eine interessante Sache ist - um kurz vor 8 zeigte das Thermometer meines Motorrades 12,8C. Nur leider Minus. Keine Ahnung was die Nachttiefsttemperatur war – ich weiß nur, daß es so kalt war, daß ich es mir nächtens trotz ordentlicher Urgenz meiner Blase verkniffen habe mich aus meinem Seideninlet, meinem Sommerschlafsack, meinem Winterschlafsack und meinem Biwaksack von meiner bis -43C geeigneten Luftmatratze zu erheben.

Aber sonst hab ich gut geschlafen. Nur leider Fred so gar nicht. Ihn hat die Höhenkrankheit voll im Griff. So stark, daß er sogar alles aufsattelt hat und schon mal vorgefahren ist. Irgendwo treffen wir uns dann…

 

Samstag, 14. Mai 2011

Campen. Aber in einer Terma?

4029. Meter über Meeresniveau. Unser derzeitiger Aufenthaltsort: Terma La Gruta. Ein paar Kilometer hinter dem argentinischen Zollposten. Auf Deutsch – irgendwo im Niemandsland zwischen Argentinien und Chile in der Nähe des Paso San Fernando.

Beim Plauscherl mit dem Zollbeamten hat dieser uns eine Hütte empfohlen, wo wir heute unser Nachtlager aufschlagen können. Die Hütte besteht aus einer Steinwand und einem Wellblechdach. Aber das beste daran – sie hat fliessend Wasser: sozusagen ein Jacuzzi im Schlafzimmer. Auch nicht schlecht. Vorallem um den Preis ein echtes Schnäppchen: 0 arg.Pesos (entspricht ungefähr 0€).

Eigentlich wollten Fred und ich heute schon viel weiter kommen. Gerade einmal ca. 180km haben wir heute zurückgelegt. Naja. Wir hatten beide nicht so umwerfend toll geschlafen – beide Matratzen hingen nämlich nach einer Seite. Ach. Technische Details.

Auf jeden Fall sind wir erst um nach 10:00 aus der Stadt rausgekommen. (Wir sind erst um etwas nach 08:00 aufgestanden, danach das übliche Aufpacken. Und der Einkauf für den Trip (Yoghurt, Brot, Wasser – und ganz wichtig: eine Tafel Kinderschokolade und eine Tafel einheimische Mousse Schokolade) hat dann auch wieder eine halbe Stunde gebraucht)

Auf der Fahrt haben wir wieder beide wie verrückt photographiert. Die Landschaft ist hier umwerfend farbenprächtig – ein Rot der Berge trifft das wolkenlose Blau des Himmels. Und das ganze kombiniert mit einer absolut klaren Luft und Sichtweiten über hunderte Kilometer.

Dann um 15:00 haben wir uns schon wieder nach eigentlich einem Zeltplatz umgeschaut. Aber durch den feinen Tipp des Grenzers haben wir uns dann hier eben in dieser Hütte unser Quartier aufgeschlagen.

Also unsere Thermarest respektive meine Exped Downmat aufgeblasen. Den dicken Winterschlafsack ausgerollt. Zwei Pullis, Socken, meinen Sommerschlafsack und noch meinen Biwaksack sicherheitshalber vorbereitet. Taschenlampe und Klopapier griffbereit. Wasserflasche – verfeinert mit „Tang" (einem typisch argentinischen Orangengeschmackpulver, welches für einen Liter reicht – und ich das picksüße Zeug immer in eine 2l Flasche hineinwerfe) in Reichweite.

Im Hintergrund läuft mein Ipod mit meinen Minilautsprechern.

Grad eben gabs noch eine Erbsensuppe. Verfeinert mit frisch gerösteten Croutons. Und Mozarellakäse.

Wir überlegen noch später wenn es ganz Dunkel ist (Sonnenuntergang hier gerade normalerweise um kurz vor 19:00) noch ein Lagerfeuer zu machen. (Hier in der Hochebene gibt's eingentlich kein „Lena" – Brennholz. Aber über die letzten 100km haben wir alte Holzreste von irgendwelchen Zäunen oder Schildern, die aber im Strassengraben lagen zusammengesammelt. Wieder: ein Motorrad Gespann hat Vorteile!... ) Dann gäbe es Mashmellows.

Hmmm… Langsam wird's dunkel. Die Temperatur sinkt gerade rapide. Ich mußte mir über meinen Cashmerepulii noch meine Icebreaker Merinowollweste drüberziehen. (Letzte liebe ich übrigens heiss. Angeblich liegt der Rekord von dieser Weste in 196 Tage ohne zu waschen Irgendein Typ aus der Antarktis.)

Ich mußte auch gerade den Bildschirm etwas runterklappen, damit die Tastatur etwas beleuchtet wird – ich merke, daß die Höhe mir doch etwas abverlangt. Normalerweise kann ich blind tippen – hier mache ich doch einige Typos…

Und auch Kopfschmerzen machen sich bemerkbar – ich hatte gerade noch mal im Lonely Planet das Thema Altitude Sickness nachgeschlagen. Schlechte Idee. Anyway. Was uns nicht umbringt macht uns nur härter. (Ersteres übrigens eine mögliche Folge von Altitude Sickness laut Lonely Planet)

Na mal schauen, wie die Nacht wird.

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Freitag, 13. Mai 2011

Freitag. Der 13. Bye, Bye Sandalen...

Tja. Gestern noch meinte ich zu Fred, dasz ich mir endlich auch solche Crocks Sandalen zulegen werde. Jeder schwaermt davon. Und sie sind super leicht.
Und meine Trekking Sandalen habe ich bereits seit ueber 8 Jahren. Aber sie haben mir treue Dienste geleistet. Und weil man ja keine Sachen wegwirft, die man noch halbswegs funktionieren, habe ich mir noch keine anderen zugelegt.
Tja. Und gestern ergab sich dann eine neue Situation.
Das groeszte Manko naemlich an meinen Trekking Sandalen war, dasz sie einer der 3 Hauptanforderungen an Kleidungsstuecke nicht erfuellt haben. Normalerweise musz jedes Kleidungsstueck auf solchen Reisen innerhalb von 8h wieder vollkommen trocken sein. Ansonsten kann man es nicht gebrauchen.
Und diese Sandalen waren speziell antibakteriell beschichtet - was aber dazu fuehrte, dasz sie 3 Tage benoetigten um wieder trocken zu sein.
Und gestern war ich noch duschen. In einer typisch argentinischen Dusche. Eine Insel des Wohlfuehlens koennte man sagen - sprich wenn man duscht ist das gesamte Badezimmer ein einziger See. Weil Duschwannen werden ueberbewertet.
Und nachdem die Sandalen dann klarerweise pitschnass waren habe ich sie an das Kopfende meines Bettes angelehnt. Bloederweise war das Kopfende direkt hinter der Tuer. Sprich wenn diese offen ist, sieht man nicht den Boden. Wo die Sandalen lagen. Naja. Oder noch immer liegen.
Ich bin auf jeden Fall bereits 280km entfernt. Anyway. Technische Details.

Im Moment sind wir gerade in Fiambala eingetrudelt. Wieder eine guenstige Unterkunft gesucht (100 arg. Pesos fuer das Doppelzimmer, 20€). WiFi gibts keins. Dafuer aber ein Geschaeft mit 20 Computern und LAN Spielen. Voll mit Kids. Und volle Lautstaerke.
Leider surfen wir auch gerade im Internet wegen Freds Auge herum. Es scheint, dasz er ein Gerstenkorn hat. Ich hatte ja vor ueber 20 Jahren auch mal sowas. Kategorie "Sachen, die man nicht braucht". Mal schauen. Wir suchen jetzt hier noch eine Apotheke.
Morgen gehts dann wie gesagt die 500km ohne Benzin. Also werden wir wahrscheinlich morgen dann irgendwo wild campen. Also No News von uns in der naechsten Zeit. Aber wie immer - auf meinem Blog unten seht Ihr ja wo ich mich herumtreibe.

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Donnerstag, 12. Mai 2011

Chilecito und 1min Blogeinträge

Fred und ich sitzen gerade direkt am Plaza de Armas in einem Restaurant und haben uns gerade heiß-hungrig unser Abendessen gegönnt.

Kurt hat sich heute in der Früh von uns getrennt. Naja. Als Alleinreisender ist es schwierig Leute zu finden, welche den gleichen Reiserhythmus und das gleiche Budget haben – ich hatte ja mit Fred ein sehr großes Glück.

Sowohl Fred und ich photographieren ja beide sehr gerne. Und somit kommen wir beide dann teilweise auf lächerliche Kilometer Leistungen. Ich habe schon überlegt mein Facebook Profil im Einklang mit der „Slow Food“ Bewegung – welche ich übrigens überaus schätze – auf „Slow Traveler“ umzubenennen. Anyway.

Heute haben wir eine geniale Tour gemacht. Von Las Flores, dem Städtchen in dem die argentinischen Einreiseformalitäten durchgeführt werden, nach Chilecito. Leider haben wir die letzte halbe Stunde schon nach Sonnenuntergang erlebt. Tagsüber muß das ein umwerfendes Erlebnis sein – die Photos können bei dem wenigen Licht da kaum das wiedergeben, was wir gesehen haben.

Morgen planen wir dann wieder einen Pass – Paso San Francisco. Wieder rund 4800m.

Nachdem wir die rund 550km (ohne Tankstelle!) nicht an einem Tag zurücklegen wollen werden wir wohl irgendwo wild campen. Mal schauen. Irgendwo ein Platzerl noch unter 3000m und vor 15:00. Wir wollen da gemütlich alles aufgebaut und Abendessen fertig haben, bevor die klirrende Abendkälte einsetzt. Da sollte schon bereits eher der warme Schlafsack auf uns warten… Wird noch spannend die Überquerung… :-P

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Mittwoch, 11. Mai 2011

Wechsel. Stoff. Kehr. Vert

Nun ja. Die heutige Nacht würde ich nicht unbedingt die beste meines Lebens bezeichnen.

Es sind mir einige Sachen durch den Kopf gegangen. Unter anderem mein Abendessen.

Nun ja. Ich bevorzuge die übliche Art der Verdauung.

 

Unser Hostal hat eine homöopathische prophylaktische Heilmethode für etwaige Krankheiten – es ist ja etwas Hippiemäßig angehaucht. Dem entsprechend werden dort auch Sachen geraucht, die glücklich machen. Aber nicht sonderlich legal sind. (Zumindest in Südamerika. In Holland wäre das eine andere Sache)

Anyway. Leider haben diese Ausdünstungen mir nicht wirklich weitergeholfen. Mein Magen hat trotzdem revoltiert.

Dafür hat dann der süße Hund an der Grenze ganz große Augen bekommen, wie er an meinen Sachen geschnüffelt hat. Ich hätte ihm vielleicht doch was von dem Zeug mitnehmen sollen.

Aber ich befürchte der Herr, der mir dann strenge Fragen gestellt hat ob ich Marihuana oder Kokain rauche, hätte was dagegen.

Anyway. Technische Details.

 

Nachdem ja die Gerüchte gingen, daß der Paß über den wir drüber wollten, nur bis 11.Mai offen hat, hatte ich keine Wahl als heute mit Fred und Kurt mitzufahren. Normalerweise hätte ich mich lieber auskuriert. Aber was soll´s. So ein Tag mit Coca Cola als einzige Nahrung hat ja auch was für sich. Irgendwas zumindest. (Auch wenn ich es derzeit noch nicht weiß)

Aber die Fahrt über den Paß war spektakulär! – 4780m S.N.D.M. - Sobre Nivel del Mar - mit dem eigenen Fahrzeug ist wirklich überwältigend. Und die Farbenvielfalt der Berge hat mich umgeworfen. Wenn gleich ich befürchte, daß ich die ganzen Panoramen nicht wirklich mit meiner Kamera einfingen konnte. Anway. Die Photos muß ich mir mal in Ruhe anschauen.

Wir sind dann erst ziemlich spät über die Grenze – es waren so um die 200km zwischen der chilenischen und der argentinischen Grenzstation. Und alles Ripiostrecke – dafür aber umso kurviger.

Und nachdem ich den ganzen Tag nicht wirklich fit war, war ich dann froh, daß wir uns ein Zimmer in einer Posada direkt hinter der Grenze in Las Flores genommen haben. Für 300 Arg.Pesos (60€) finde ich dabei ein Dreibettzimmer nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Aber jetzt ins Bett. Ich bin echt streichfähig. Herumkurven auf über 4000m mit einem nicht fitten Magen ist nicht unbedingt die beste aller Ideen…

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Dienstag, 10. Mai 2011

Ruhe. Tag

Nachdem ich ja vorgestern 582km geflogen bin, bin ich um 23:30 Ortszeit  dann endlich in mein Bettchen gefallen.

Ist ja nicht alles so einfach. In der Nacht hatte mich ja meni Navi noch in die Einöde geschickt – in vollkommener Dunkelheit Wellblechpisten steil bergauf – nur um dann nach einer halben Stunde festzustellen, daß ich da falsch bin. (Aber der entgegenkommende Wagen war dann sehr,sehr nett – er hat dann bei der Hauptstrasse wieder zurück extra auf mich gewartet und mir eine selbst gemalte Karte in die Hand gedrückt)

Dann war natürlich die Strasse wegen einem Unfall gesperrt, wo ich auch noch mal warten mußte.

In Pisco Elqui mußte ich noch mal alle Campingplätze abfahren – auf der Suche nach Fred und Kurt. Aber nachdem ich keine Spur von denen gefunden habe, dann schnell beschlossen im Hostel San Pedro unterzusteigen (7.000 chil. Pesos, ca. 10,5€) Zum Glück war noch jemand auf der Straße, den ich nach einer Unterkunft überhaupt fragen konnte – das ganze Dorf war schon längst dunkel. Und klar, daß ich den Inhaber dann um kurz nach 23:00 aus dem Bett klingeln mußte…

Anyway. Am nächsten Tag schreibt mir Fred, daß sie´s nicht bis nach Pisco Elqui geschafft hatten. Und daß sie noch 80km entfernt sind.

Naja. Habe dann halt brav gestern den ganzen Tag gewartet und ein bisserl im Internet recherchiert.

Heute gab´s dann einen Ruhetag. Ziemlich viel organisiert und offline jede Menge Emails vorbereitet. Mal schauen, ob ich hier dann einen Ort finde wo ich dann meinen Rechner synchronisieren kann.

Morgen sollte es dann recht früh aber los gehen – der Paso Aguas Negras erwartet uns. Zumindest hoffentlich. Nachdem er 4779m hoch ist, wird er den Winter über gesperrt. Fred meinte er hätte was vom 11.Mai gehört.

…Ähem. Heute ist der 10. Mai,oder?

Ach. Technische Details

Sonntag, 8. Mai 2011

GPS und Nacht. Interessante Kombination

Ereignisreicher Tag.
Ich mach es mir mal einfach. Ich poste mal schnell meine Facebook Kommentare heute:
Zuerst:
...enjoys Routa 5. And some ice cream at the Shell gasoline station #FreeWiFi
Dann:
...BTW - Today I got stuck when fuelling up at the gasoline station. I found two things: a loose plug. And a bad looking fuse. Now I hope that my problems with the starter is also resolved. Wish me luck! :-)
Und weil es so schoen war:
...441 km since my last gas station - and I think I could go some more 200km. But to be safe. Heading to more remote areas now... #DifferentGasstation #DifferentWiFi
Und der Abschlusz:
...Made 582km today - including a tough ripio deviation in total darkness to the middle of nowhere following my wrong GPS guiding. Yap. Bad idea to trust your GPS when you are tired.
Anyway. Now I'm there. Tired. But there. #PiscoEsquil #HostelSanPedro #HungryButEverythingIsClosed #MyFreshSalamiWasConfiscatedAtTheBorder

Auf. Auf...

Sodale. Nachdem ich gestern da nichts anderes gemacht habe und mich abgeschottet habe von der Welt um die Photos zu sortieren, werde ich mich heute wieder auf die Straße begeben. Heute geht´s weiter von Valparaiso nach Ovalle Richtung Norden. Irgendwo ist ja auch Fred hier. Mal schauen ob ichs noch schaffe ihn heute zu treffen,

Bin dann wieder etwas weniger online, meine Lieben.

Let´s hit the road, Jack!...

Samstag, 7. Mai 2011

HAPPY Mother´s Day, Alle Ihr lieben Mütter dieser Welt! [Pics]

…wobei natürlich für mich meine Lieblingsmutter eine besondere Rolle hat.

Weil sie sowieso die beste meiner Mütter ist. Eh kloa.

 

Eigentlich hatte ich ja geplant, Richtung Norden nach La Serena zu düsen. Aber ich dachte mir, daß ich mal schnell meine 2000 oder so noch unbearbeiteten Photos aussortier. Und mal rechtzeitig für meine Lieblingsmutter hochlade.

Also schnell mal die letzten 10h vor dem Computer verbracht. Und ein bisserl die Bandbreite von meiner Herberge hier in Valparaiso gequält…

 

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Also meine Lieblingsmutter,

Ich wünsche Dir Alles, Alles Gute zum Muttertag!

Bin zwar recht weit weg. Aber denke trotzdem umso fester an Dich!

Viel Spaß mit den Photos!

Dickes Busserl aus Valparaiso!

Dein Keiki

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Sodale. Nachdem Picasa noch nicht fertig ist mit dem Hochladen, mache ich es mir ausnahmsweise einfach und stelle nicht die Links zu den einzelnen Alben hinein.

Sondern verweise einfach auf mein Picasa Webalbum als ganzes:

https://picasaweb.google.com/philipe.reinisch

Dort seht Ihr eh, welche Alben Ihr noch nicht kennt.

In der Zwischenzeit, während ich ein Meeting mir Morpheus abhalte, lädt mein Computer brav weiter hoch. Sollte also dann brav alles fertig sein, wenn die ersten Leute aufstehen.

(Naja. Zumindest in der Theorie. Wie wir wissen ist die Praxis dann ja meist anders. Aber mal schauen. Technische Details halt.)

 

…Und falls man mich sucht – ich bin jetzt bei Morpheus

Freitag, 6. Mai 2011

Von 4000m auf Null. An einem Tag.

Heute habe ich mit Mr. Churchill eine Andenüberquerung gemacht – kurz vor der Grenze bin ich dann zu dem El Christo Redentor Denkmal auf  die alte Verbindungsstraße zwischen Chile und Argentinien abgebogen. Dann habe ich beim alten Grenzübergang mit einer heissen Schokolade um 20 arg.Pesos auf meine erste 4000er Bezwingung gemeinsam mit Mr.C. angestossen (die Tasse konnte ich behalten. Wahrscheinlich wollten die sich einfach das abwaschen ersparen) – der Grenzübergang lag genau auf 4000m Seehöhe.

Mr.C hat sich heute im Großen und Ganzen brav angestellt. In der Früh beim Test ist er sofort ohne Murren angesprungen. Also Voltmeter gar nicht erst ausgepackt.

Tja. Und wies so ist – nachdem ich alles zusammengepackt hatte und wegfahren wollte: er sprang natürlich nicht an. Mausetot.

Mit ein bisserl Schütteln und Rütteln habe ich ihn dann zur Kollaboration überredet. Im Laufe des Tages ist er mir dann noch zwei weitere Male nicht angesprungen – mittlerweile kann ich die Symptome aber schon deuten: wenn mein Ölmanometer tot ist, springt er auch nicht an. Ich vermute also mal ein Masseproblem oder sonst irgendeine Verbindungsstörung. Mal schauen. Irgendwo wo´s staubfrei ist, werde ich mich mal mit dem Voltmeter an ihn heranmachen.

Im Moment (21:40) sitze ich gerade in einer Raststation und habe noch schnell gecheckt ob Fred eh noch in Valparaiso ist. Aber keine Nachricht von ihm. Hoffe also, daß er noch dort ist. Gestern hatte er zumindest nichts von direkt anstehenden Abreiseplänen erzählt.

Hmmm… Habe gerade noch mal geschaut. Eigentlich wollte er in seinem vorletzten Email vorgestern schon losfahren. Anyway. Jetzt ist es zu spät noch was anderes zu suchen.  Ich düs mal weiter…

(Tja. Und das nun zum Thema Tankstellen und Internet: die erste Tankstelle hatte WiFi. Aber wußte den Code nicht. Die zweite hatte mal WiFi gehabt. Aber nicht mehr. Die dritte und vierte – die hatten wenigstens nie WiFi. Naja. Also nach 100km suchen also endlich eine moderne Raststätte auf der Routa 5 gefunden mit Internet. Mal schauen ob ich Fred noch antreffe. Ich befürchte ja beinahe eigentlich nicht… Hmmmm… Anyway. Time will tell…)

Sex? - Das zwar nicht...

…Aber Sechs. Und zwar Grad. Und zwar Minus. Zumindest gefühlt in dieser Nacht.

Wie ich heute um kurz vor halb Neun aus dem Zelt gekrochen bin hat mein Thermometer noch -2,8C angezeigt. Mein Tiefstwert bist jetzt.

Und ich hatte mich schon gewundert, daß mir leicht kühl war in meinem Schlafsack. Für Frauen ist die Komforttemperatur -2C bei dem. Bei Verwendung bei Männern bis -8C. Und Extremtremperaturen gingen bis -25C.

Hmmmm… Mir war bei -6C eigentlich kühl. Macht mich dann rechnerisch zu 3/4 zu einem Mann. Naja. Vor einiger Zeit war ja Metrosexuell noch in. Damit wäre ich mit diesem Ergebnis vor ein paar Jahren voll im Trend gelegen.

Hmmmm… Ich mag Statistiken, die ich selber fälsche.

Anyway. Technische Details.

Heute habe ich dann mit John geplaudert, dem Radfahrer, der mit einem Trolley hinter seinem Rad seit 2009 unterwegs ist. Aber nächstes Monat geht’s schon zurück. Er hat ein bisserl die Schnauze voll von Südamerika.

Versteh ich – das ganze per Rad zu machen ist ja wirklich Hardcore…

Ich werde jetzt noch ein bisserl hier in meiner YPF Tankstelle weitersurfen und ein paar Infos versuchen zu der Elektrik Problematik zu finden. Und mir kommt auch vor, daß mein Ölkühler nicht so wirklich gut kühlt. Es war zwar gestern sehr steil, aber trotz 8C Aussentemperatur am Pass hat mein Motor bei 3000 Umdrehungen hochgeheizt auf 120C bevor ich dann sicherheitshalber eine Pause eingelegt habe. Mal schauen. Vielleicht ist der Ölkreislauf in einer falschen Richtung bei der Umpositionierung eingebaut worden? Glaubs zwar nicht. Aber wie ich gelernt habe – immer besser doppelt checken.

Am Nachmittag geht’s dann vielleicht weiter Richtung Chile. Mal schauen, ob Mr. Churchill dieser Idee zustimmt.

 

 

Donnerstag, 5. Mai 2011

Leben ohne Internet

Heute war ich in der Früh wieder bei Ariel, meinem Mechaniker und ich muß schon eigentlich sagen auch mittlerweile lieben Freund. Noch schnell meine Federung vorne und hinten etwas leichter gemacht. (Wobei schnell relativ ist. Die beiden Federn vorne muß man hierzu ausbauen, in eine Hydraulikpresse einspannen, halb zerlegen, verstellen und dann wieder alles retour) Alle Schmiernippel mit frischem Fett versorgt. Alle Schrauben noch mal kontrolliert. Luftdruck in den Reifen auf 2,1 bar reduziert. Ölstand sicherheitshalber noch einmal gecheckt. Ölflasche – sprich Reserven - aufgefüllt.

Und zu guter Letzt natürlich Bierchen getrunken und Mittagegegessen. (Obwohl letzteres typisch Argentinien pünktlich um 16:00 geendet hat. Needless to say, daß er sich geweigert hat irgendein Geld von mir anzunehmen. Ach. Und gerade vergessen – einen Schlüssel zum Verstellen der Federspannung hat er mir auch geschenkt.)

Dann ging´s endlich über den Pass wieder nach Uspallata zu dem Campingplatz.

Viel ist im Moment gerade nicht los. Gerade einmal ein Ire mit seinem Fahrrad. Naja. Oder Irrer mit dem Fahrrad. Wie man´s nimmt.

Anonsten ist hier nichts los. Nicht einmal WiFi am Campingplatz. Ungewohnt wieder offline arbeiten zu müssen und dann einen Ort zum synchronisieren zu suchen. (Was ich gerade eben tu. Ich sitz hier in einem kleinen Restaurant, habe mir ausnahmsweise wieder ein Hühnerschnitzel gegönnt („Milanesa de Pollo“) mit Kartoffelpüree, und tipp grad diese Zeilen.

Danach werde ich dann zur YPF Tankstelle gehen und mal schnell alles synchronisieren. Sprich Emails wegschicken.

 

Mr. Churchill war heute sehr brav. Fast keine Murren. Gerade mal ganz am Abend hat er dann wieder Startprobleme gehabt. Nach ein bisserl Schütteln ist er dann aber brav angesprungen. Interessant ist, daß der Starter nicht einmal gar kein Geräusch von sich gegeben hat. Also vollkommen tot. Ich vermute also, daß ein Kontakt nicht ganz geschlossen ist. Wenn ich morgen in der Früh das Problem wieder reproduzieren kann, werde ich mich mal mit meinem Voltmeter auf die Spurensuche machen. „CSI Uspallata“ läßt grüßen.

Bin schon gespannt was es ist.

Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

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Mr. Churchill

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Mittwoch, 4. Mai 2011

Der schlimmte Fehler ist der, den es nicht gibt...

…zumindest wenn man ihn vorzeigen will.

Heute also wieder mal um 11:00 bei Carlos vorgefahren. Dann den Fehler versucht zu reproduzieren. Carlos hat dann noch einmal den ganzen Starter zerlegt und revisiert. Und dann haben wir so ungefähr 100 mal den Motor gestartet. Nur um kein einziges Mal meine Probleme von gestern reproduzieren zu können. Schmarrn. Naja. Die gute Nachricht – von den 1037 Pesos für den Magnetschalter des Anlassers habe ich wenigstens 850 wieder bekommen. (187 arg. Pesos (rund 30€) hat Carlos dann für die 4h verrechnet. Naja. Dafür, daß eigentlich absolut nichts dabei herauskam, war es nicht unbedingt DAS Schnäppchen. Anyway.)

Naja. Wenigstens weiß ich was ich noch überprüfen kann, wenn dieses ominöse Klack – ohne Starten des Motors – wieder auftritt. (Einfach zwei Kabeln am Magnetschalter mal mit dem Voltmeter nachmessen. Wenn dort dann rund 12V – kann ja auch abweichen weil man nie genau 12 V eigentlich hat – anliegen, weiß ich dann wenigstens, daß mein ominöses Problem nicht oder schon am Starter liegt, oder eventuell doch an der Zuleitung davor. (Sprich also Schalter oder Relais die zur Batterie führen)

Technische Details. Halt.

Ach. Und wieder hab ich mich tierisch über einen Argentinier gefreut. Irgendwie trifft mein Ich-hau-ab-und-mach-eine-Südamerika-Tour-mit-dem-Motorrad genau den Nerv der Leute hier: Ich habe heute in der Früh meine Wäsche wieder zu Hugo gebracht, einem Waschsaloninhaber, der auch Motorrad begeistert ist. Und wie ich heute dann die Wäsche abgeholt habe, hat er sich geweigert irgendein Geld anzunehmen. Finde ich echt Klasse. Umwerfend wie nett die Leute so sind, wenn man einfach nur ein bisserl mit ihnen plaudert…

Dienstag, 3. Mai 2011

Home, sweet home...

…und wieder zurück in meinem altbekannten Hostel.

Wie´s halt so ist. Es begann mit einem genialen Abend gestern Nacht. Gemütlich mein Zelt aufgebaut. Herrlich gekocht. Beschwingt Musik gehört, dabei mit meinen Minilautsprecher mit dem Ipod verbunden. Dann gemütlich in meinen weichen Schlafsack verkrochen. In der Früh dann festgestellt, daß ich versehentlich 13h geschlafen habe. Gemütlich zusammengepackt. Dann eine herrliche Fahrt von Terma de Vilavicencia nach Uspallata gehabt. Dabei meinen höchsten Punkt auf der Reise bis jetzt erreicht – 2907m. Und die Landschaft dabei – einfach umwerfend. Fast so schön wie Österreich.

Tja. Und dann wieder die kleinen technischen Details. Der Motor tut sich zwar auf Grund der recht kleinen Hauptdüse etwas schwer auf einer Höhe von 700m. Aber auf fast 3000m ist er gelaufen wie ein Einser. (2-Ventil Boxermotoren haben das Problem, daß das Benzingemisch fetter wird in der Höhe, welches dazu führt, daß er dann in ganz großen Höhen gar nicht mehr wirklich funktioniert. Ein Nachteil von Gleichdruckvergasern im Vergleich zu modernen Einspritzmotoren)

Der Grund warum ich dann doch wieder auf der asphaltierten Straße zurück nach Mendoza bin – ich habe 220USD für einen gebrauchten Magnetschalter von meinem Anlasser gezahlt. Der aber genau nichts gebracht hat. Das typische Klacken – ohne dem Starten des Motors – habe ich noch immer. Dafür aber noch zusätzlich, daß ich sogar manchmal nicht einmal mehr dieses Klacken habe. Es wirkt so als hätte ich keinen Strom. Tot. Also.

Den Killschalter habe ich schon gecheckt. Das Betätigen nützt nichts. Das einzige was hilft ist das massive Hin-und Herwackeln des Fahrzeuges.

Hmmmm… Aber die Probleme werden wesentlich weniger.

Naja. Und morgen ist ja auch noch ein Tag.

Montag, 2. Mai 2011

Minimumrekord meiner Reise

…Tja. Weit bin ich nicht gekommen.

Gerade mal so 10km. Ungefähr.

Ich wollte heute noch unbedingt weg aus dem Hostel.  Leider hat es bei dem Schuhmacher noch bis 16:30  gedauert bis er alles fertig hatte. Und nachdem bei der Dunkelheit zu fahren ja wenig Sinn macht – und ausgerechnet die Strecke zwischen Terma de Vilavicencia und Uspalata besondes schön sein soll, habe ich beschlossen die Tour morgen erst zu machen. Und bin dann nur noch in einen Vorort von Mendoza gefahren, wo mir der Schuhmacher einen recht netten Campingplatz empfohlen hat. (Allerdings um 30 Pesos die Nacht und 10 Pesos für das Motorrad - im Hostal habe ich 50 Pesos (10€) fürs Bett im 8er Dormitory bezahlt) Es ist der einzige von den 3 Campingplätzen der gerade hier offen hat. Und klar – natürlich gibt´s hier einen Bus voll mit Teenies und kauter Musik. Aber es stört mich gar nicht. Im Gegenteil – paßt hervorragend zu meinem lukullischen Zwiebel-Knoblauch-Parmesan-Bananen Omelett. Mit frischem Brot. Einem sehr feinen, recht süßen, argentinischen – was sonst – Weißwein.

Yap. Ich bin noch immer der Meinung, daß ich zu den Glückspilzen dieser Erde gehöre. Sehr fein, so ein Leben haben zu dürfen.

Morgen werde ich dann ein bisserl mein Chaos wieder reduzieren und meine Sachen etwas ordnen.

Und dann aber mal schauen, wie weit ich so komme. Ich denke mal die Strecke bis nach Uspalata sollte ich morgen aber endlich schaffen.

Und nicht zu vergessen das Highlight des heutigen Tages – mein Schaffell Bezug für meinen Sitz! Also noch dekadenter und bequemer kann man echt nicht mehr reisen – 6cm Schaffell sind ein echter Luxus! Echt genial sowas!

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Mr. Churchill

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Tapferes. Schneiderlein.

Ich war gerade beim Schuhmacher und habe ihm mein Zelt gezeigt. Mein letzter Polsterer hat mich ja nach 3 Tagen Zelt bei sich herumliegen haben versetzt und gemeint, daß er doch keine Zeit hat. Naja.

Aber heute um 15:00 kann ich mir mein Zelt, meine Ösen an meinem Schaffell und die reparierte Halterung für meinen SPOT Finder abholen. (50 Pesos (10€) für das Schaffell und 50 Pesos für Zelt und Halter)

Dann muß ich doch noch ein bisserl Öl ablassen (ist doch zuviel) – verbinde ich aber gleich mit der Reinigung des Luftfilters (endlich). Und dann muß ich noch schauen ob mein Ölkühler noch Öl verliert. Hatte mich gestern nacht nicht mehr getraut zu schauen… ;-)

Kurzes Shopping für die Reise noch. Und dann endlich auf"satteln" und noch zum Schuhmacher.

Wird eigentlich eh schon knapp bis 15:00.

Ich hoffe, daß ich es heute bis nach Uspallata schaffe – in der Helligkeit. Wäre sonst schade. Soll ja angeblich eine echt nette Tour sein…

Sonntag, 1. Mai 2011

Erderwärmung? - so ein Schmarrn

…Eh kloa.

Also 3 Wochen hier in Mendoza schien die Sonne. Temperaturen um die 25 Grad. In der Hitze mußten wir das Motorrad reparieren.

Tja. Jetzt wo alles fertig ist. Abreisebereit. Fertig um endlich die Strassen der Welt wieder unter den Reifen zu spüren.

Tja. Also geau da. Da kommt der Temperatursturz.  14C. Maximale Tageshöchsttemperatur. Im Durchschnitt wesentlich weniger.

Also doch noch mal in den sauren Apfel gebissen. Und noch einen Tag dran gehängt. Dann werde ich wenigstens in aller Ruhe das Gespann vollpacken und die Sachen aufräumen. Wollte ich eigentlich in aller Ruhe am Campingplatz machen, da es dort wesentlich angenehmer ist die ganzen Sachen auszustreuen. Aber was solls. Villeicht also noch eine kleine Spritztour in der Kälte. Oder zumindest volltanken und noch mal alles checken. Insbesonders meine Ölschläuche waren gestern um Mitternacht noch undicht und mußten sehr streng angezogen werden. Und Arbeiten, die man nach 15 Arbeitsstunden noch um Mitternacht macht, würde ich nie als vollkommen zuverlässig ansehen.

Vielleicht mach ich dann auch gleich das Auswaschen des Luftfilters. Ist eh schon überfällig.

Und dann endlich meine ganzen Ersatzteile und Werkzeuge ordentlich verstauen. Ich mußte alles immer griffbereit halten – und somit nicht wirklich optimal verstaut. Auf Deutsch – ein bisserl Ladungsoptimierung machen.

Dann noch ein paar Photos aussortieren. Und vielleicht sogar zur Feier des Tages einmal wieder ein Buch lesen.

Hmmmmm… Klingt eigentlich auch nach einem guten Plan. (Wenn gleich meine Einweihung meiner heißgeliebten Parilla dann doch noch dadurch auf sich warten läßt.)

So schnell ändern sich die Pläne in Südamerika.

Und weiter geht´s. Hoffentlich

Sitze noch kurz im Aufenthaltsraum des Hostels und schreibe ein paar Nachrichten. Bin schon etwas kribblig endlich wegzukommen – nach 18 Tagen in Mendoza und eigentlich fast nur Motorrad Repaturen machend juckts ja einen schon gewaltig endlich weiterzudüsen.

Mal schauen. Ich hoffe, die ganzen Verbindungen zu den Ölleitungen bleiben dicht – gestern haben die uns ja um Mitternacht noch ein schönes Ei gelegt. War ein bisserl ein Aufwand die nach den Umbauarbeiten wieder dicht zu kriegen. Aber ich hoffe mal das hält jetzt.

Das schöne ist aber, daß mein Fußraum endlich frei ist – vieeeeeel besser um das Gepäck unterzukriegen. Leider wurden ja alles von meinem Gespannbauer im Rahmen der Reisevorbereitungen zugebaut. Aber jetzt freu ich mich, daß das ganze auch von der Optik endlich aufgeräumt ausschaut. Sehr, sehr fein! Freut mich wirklich sehr.

Und mit Ariel habe ich mich wirklich angefreundet. Er ist wirklich ein klasse Mensch. Muß man schon sagen. Er hat mir gestern noch – und das hat mir eine wahnisinnige Freude gemacht – eine Parilla geschweißt! Ein kleinen Rost für den Grill, geeignet um am Motorrad mitgeführt zu werden. Um solche Menschen zu treffen reist man.

Freu mich schon mitten in der Atacama Wüste mit Fred ein Asado zu machen. Stelle ich mir sehr,sehr, sehr nett vor.

Und jetzt aber weiter. Wenn ihr bald von mir hört – tja. Dann bin ich nicht weit gekommen… :-)

Samstag, 30. April 2011

Einer der Tage wo man nicht weiß wo einem der Kopf steht - und trotzdem erfolgreich

Bin nach 15h von meiner Werkstatt ins Hostel zurückgekommen.

Bevor ich morgen ein überlanges Essay über diesen ereignisreichen Tag mache, hacke ich mal jetzt – gut mit einem Bierchen bewaffnet – in die Tasten. Und morgen werde ich dafür das Frühstück um 09:30 cancelln und mal wirklich sehr gemütlich ausschlafen.

Nachdem mich ja der Besuch bei Carlos 2640 arg.Pesos (530€) gekostet hat – davon ein gebrauchter Magnetschalter des Anlassers allein 1020 Pesos (200€) und 1000 Pesos die Arbeitszeit für 1,5 Tage, der Rest Kleinteile – habe ich beschlossen auf alles zu pfeifen. Denn was kostet schließlich das Seelenheil? Und Die Ruhe und der Frieden endlich mal mit einem Fahrzeug zu fahren und nicht immer nur zu reparieren.

Und mit der Einstellung habe ich mich dann auch nicht mehr um die Arbeiten bei Ariel, meinem anderen Mechaniker gekümmert. Welcher an meinem Gespann so 10 Tage lang herumgedrückt, geschraubt, gehämmert, gebogen und geschweißt hat.

Welcher mich da ich weiß gar nicht mehr wie oft zum Essen eingeladen hat. Ich weiß nicht wieviel Kisten Bier in dieser gemeinsamen Zeit draufgegangen sind. Und wieviele Holzsäcke für das Asado.

Die Kurzfassung: Ölkühler und –filter umgebaut worden, Lecks in den Leitungen erfolgreich abgedichtet, Ölwechsel erfolgreich durchgeführt.

Mein zur Reparatur abgegebenes Zelt unrepariert zurückbekommen – was meine Pläne für morgen ins Wasser wirft, Zelten zu gehen. Ein Glück, daß es derzeit eh regnet – somit brauch ich mich nicht darüber ärgern.

Sodale. Ich hau mich mal totmüd ins Bett. Um kurz vor 0200 sollte man bestenfalls Morpheus küssen (oder notfalls irgendwelche hübschen Mädels. Vorzugsweise die richtige)  

Donnerstag, 28. April 2011

Zahnprobleme? - Deswegen muß man doch nicht zum Zahnarzt!

…nur weil ich heute den ganzen Tag – so auch freudigerweise die Nacht davor – Bauchschmerzen hatte, geht man doch nicht gleich zum praktischen Arzt. Oder?

Naja. Sagen wir so – teilweise richtig.

Weil ich auf Grund der kurzen Nacht zu spät zu meinem Mechaniker Ariel kam und dieser nicht da war, beschloß ich wieder zu meinem anderen Mechaniker, Carlos zu fahren.

Habe ihn rechtzeitig zur Mittagspause angetroffen. Und somit bin ich dann – aber super pünktlich – um 16:00 wieder erschienen. Meine Bedenken, daß der Motor nicht so ganz rund läuft wurden vollständig zerstreut. Alles in bester Ordnung.

Nach etwas nachfragen wurde dann noch schnell der Zündzeitpunkt korrigiert. Das Benziin-Niveau der schwimmerkammer erhöht. Und die verstellten Vergaser synchronisiert. Also somit jetzt alles in überbester Ordnung.

Leider habe ich ja noch das Problem, daß mein Endantrieb Öl verliert. Und in dem Atemzug wollte ich ja meinen Hinterreifen wechseln – wenn man sich schon die Arbeit macht und den Endantrieb dafür eh öffnen muß. (Eine Eigenart meines Gespannes)

Und bei der Kontrolle von Carlos ist ihm aufgefallen, daß ein Lager in einer falschen Laufrichtung eingebaut war. Tja. Nur das Korrigieren bedeutet das Spiel der Zahnräder neu einzustellen – was eine ziemliche Fummelei ist, weil man auf Mikrometerebene die richtige Beilagscheibendicke finden muß, damit die Zahnräder des Endantriebs genau weit genug auseinander sind. Naja. Sein Kostenvoranschlag inklusive noch Reifenwechsel, Motorcheck und Anlasserrevision sind so ca. 900 Arg.Pesos (180€)

(Und ich muß gestehen – ich mag seine gründliche Art, wie er die Dinge überprüft. Finde ich schon sehr klasse an ihm)

Naja. Hoffentlich paßt das dann auch wirklich alles. Mittlerweile möchte ich lieber alles hier in Mendoza richtig machen lassen und gegebenenfalls lieber noch einen weiteren Tag hier bleiben. Oder noch einen weiteren Tag. Oder…

Ach. Das hatten wir schon.

Aber es könnte ja alles schlimmer sein. Immer hin löst ein kleines Bierchen und ein feines Essen ja die meisten Probleme hier.

Naja. Theoretisch. Weil überprüfen kann ich es gerade nicht.

…Ich sitz hier mit einer angebrochenen Sesamcrackerpackung und meinem zweiten Glaserl Kamillentee. Dieses zumindest hilft hier auf keinen Fall.

 

Ooops. Beinahe vergessen. Aber noch rechtzeitig vor dem Wegschicken des Posts: ich mußte ja Mr Churchill bei Carlos lassen, damit er morgen weiter daran arbeiten kann. Nachdem er keinen Platz in seiner Werkstatt hat, habe ich mit meinem Daisy Blick mal schüchtern die Nachbarn angesprochen, ob ich nicht meinen Seitenwagen bei denen in den Garten schieben dürfte. Was sie auch zuliessen. Finde ich schon sehr klasse die Argentinier! Muß ich schon sagen!

Mittwoch, 27. April 2011

Wechsel. Bad. Und Gefühle

…Und wie es dann so ist – nach dem Beinah-Herzinfarkt-Tag gestern mit der verbogenen gerade frisch gemachten Steckachse: heute in der Früh komme ich zu Ariel und die Maschine ist fertig. Und zieht gar nicht mehr nach links. Wie schon so oft – am nächsten Tag schaut alles anders aus hier in Argentinien.

Die Lenkung ist zwar noch immer schwergängig – das liegt aber am Lenkungsdämpfer, der schwer raus und rein geht. Ohne ihn  läuft Mr Churchill super leichtgängig – ist aber instabil und fangt zu schlingern an, wenn man rasch links und rechts lenkt…

Anyway. Heute habe ich auch mein Zelt reparieren lassen und morgen zu Mittag hole ich es schon wieder von der Reparatur ab. Am Vormittag noch zu Ariel wegen einem Ölwechsel und Hinterradwechsel (brauch also anscheinend doch keinen neuen SW-Reifen! MrChurchill steht schon wieder etwas aufrechter interessanterweise…), dann versetzen wir noch Ölfilter und –kühler nach vorne an eine wesentlich sinnvollere Position und schauen uns noch den Wellendichtring des Endantriebes an. (Oder ich lass es doch auch bei Carlos machen, mal schauen.)

Leider muß ich aber auf jeden Fall zu Carlos. Er muß doch noch mal den Motor checken. Er war zwar sicher, daß der Vergaser meine Motorprobleme verursacht. Und er hat auch für 350 Pesos (70€) meine beiden Vergaser gecheckt – was ich jetzt nicht sonderlich als Schnäppchen sehe. Aber ich habe noch immer das Gefühl, daß der Motor nicht richtig läuft – die Drehzahl steigt nach einiger Zeit schon wieder von 800 Umdrehungen Leerlauf auf 2200 Umdrehungen an. Daß der Motor dabei nicht zieht – auf Grund der kleineren Hauptdüse – wußte ich schon vorher, aber mir ist jetzt ein paar Mal der Motor im ersten Gang abgestorben – auf ebener Erde… Naja. Sollte eigentlich nicht sein. Mal schauen.

Also morgen noch ein intensiver Tag.

Übermorgen plane ich dann zu dem Campingplatz in Uspallata, ca.60km westlich von Mendoza Richtung Chile, zu fahren – noch einmal einen Motorradcheck und Zeltcheck bevor ich Mendoza ganz verlasse.

Also Daumen halten – morgen und übermorgen wird noch ein spannender Tag.

Steckachsen und Miezen. Oder Kater

Gestern war ich wieder den ganzen Tag bei Ariel, meinem Mechaniker. Ich bin wieder um 10:00 beim ihm aufgeschlagen. Was mir zugegebenermaßen nicht leicht fiel – in der Nacht davor sind wir wieder bis halb eins gesessen und haben uns über die Unterschiede Europa zu Argentinien unterhalten.

Interessant, daß Alltäglichkeiten nicht unbedingt alltäglich sein müssen – zum Beispiel Verkehrsstrafen: wenn man nicht angehalten wird, muß man in Argentinien die nicht bezahlen (weil es eine zentrale Meldestelle in der Form nicht gibt und somit das Geld nicht eingetrieben werden kann). Aber wenn man alle 5 Jahre den Führerschein verlängern will, überprüfen die die Akte und man bekommt dann Probleme bei der Neuausstellung des Scheines.

Anyway.

Vorgestern hat es noch geheißen, daß das Ausrichten meiner Gabel kein Problem sein. Und morgen wird es auf jeden Fall fertig.

Tja. Gestern hat Ariel dann versucht mit Hilfe eines Hydraulikzylinders und Ketten den Verzug zu richten. Die erste Kette riss recht schnell. Dann holte er die stärkste Kette, die er hatte und versuchte es erneut. Welche wieder riß.

Dann schickte er mich zum Nachbarn und holte von dem enie noch wesentlich dickere Kette.

…welche auch wieder riß.

Naja. Zumindest etwas konnte der Verzug korrigiert werden.

Und beim weiteren Herumdoktorn stellte sich heraus, daß die frisch angefertigte und gerade neu eingebaute Steckachse bei den ganzen Torturen sich auch verzogen hat.

Anyway. Technische Details halt.

Ich bin dann um 16:00 ins Hostel zu den Katzen zurück. Eine Flasche Bier geöffnet. Einen Film angeschaut. Weil heute ist auch noch ein Tag.

Mal schauen was für einer.

Dienstag, 26. April 2011

Guten Morgen liebe Sorgen :-)

Bin gerade noch beim schnellen Frühstück – war gestern noch  bis nach Mitternacht wieder bei meinem Mechaniker. Das Motorrad ist noch immer nicht fertig… Naja. Hoffe, daß es heute am Vormittag endlich fertig wird… Dafür gabs gestern Bier. Ausreichend. Oder sozusagen eher ausgleichend.

Muß jetzt schnell wieder hin. Hoffe ja, daß ich heute endlich alles fertig krieg. Mal schauen. Aufgeben tut man einen Brief. :-)

Sonntag, 24. April 2011

FROHE OSTERN -- Das Leben ist ein Affenzirkus

…Tja. Erlebt man immer wieder.

Meist – so wie heute – im Zoo dann. (Manchmal auch im Büro. Ist aber ein anderes Thema)

Fred und ich sind heute den ganzen Tag im Zoo herumgestapft. Teilweise doch etwas ernüchternd, wenn man die Tiere in den engen Käfigen auf und ab spazieren sieht. (Da muß man ja wirklich ein großes Lob an den Tiergarten in Schönbrunn loslassen! Wenn man den kennt, hat man gleich ein anderes Auge für solche Tiergehege. Naja.)

Morgen geht´s dann bei Fred weiter. Ich werde noch 2 Tage weiter Motorrad reparieren / lassen. Und dann werden wir mal schauen, wo wir uns am besten treffen.

 

Auf jeden Fall noch ein wichtiger Punkt, meine Lieben:

Ich wünsche Euch Allen ein wunderschönes Osterfest!

Ganz lieben Drücker an Euch alle aus Mendoza!

Samstag, 23. April 2011

Osterprozessionen

Hmmmm… Definition Erwartungshaltung: Geistige Vorwegnahme von zukünftigen Ereignissen. Meistens falsch.

Gestern waren wir bei einer Osterprozession – wieder – in Lujan de Coyo.

Es war die größte Prozession in dieser Region. Trotzdem auch touristisch wenig erschlossen. Nicht das die nicht vorhandenen Touristen etwas versäumt hätten allerdings.

Die Prozession war recht unspaktakulär – der Kreuzweg wurde von einer Menschenmasse abgegangen. Das beeindruckendste war die Sängerin – was sie am meisten für diese Rolle auszeichnete war ihr Selbstvertrauen.

Naja.

Ansonsten Unmengen an Massen. Aber die Strasse war nicht sonderlich farbenprächtig noch sonst irgendwie besonders gefeiert.

Witzig fand ich allerdings den Jugendlichen, anscheinend sowas um die 15, der auf der Strasse eine Katze eingesammelt hat – und sie dann 100m später an die Passanten verkaufen wollte. Muß ich mir merken, falls ich mal dringend Geld benötige… (Spätestens nach dem nächsten Zahltag von MrC Reparaturen werde ich mir das mal durch den Kopf gehen lassen)

 

Das netteste fand ich allerdings, die Hin-und Rückfahrt. In den Bussen zahlt man mit RFID Karten (Mein Spezialgebiet… :-)  ) Nachdem wir keine hatten und auch keine 1,40Pesos (ca. 28 € Cent) in Münzen, habe ich versucht jemanden zum Münzenwechseln zu finden. Und beide Male wurde Fred und mir dann das Ticket von irgendjemanden einfach so geschenkt. Hatte sich dann beide Male geweigert das Geld anzunehmen. Fand ich sehr klasse. Wo würde mir das sonst noch passieren?

 

Heute zu Mittag waren wir wieder bei Ariel, dem Mechaniker, der meine Gabel und mein Fahrwerk richten soll. Es war zwar eine neue Steckachse im Lenkopflager eingebaut und auch der Reifen zentriert, aber Mr Churchill zieht leider noch immer nach links. Also Vorderreifen wieder ausgebaut und am Montag wird dann noch mal die Gabel ausgerichtet. Ich habe schon einen Horror was das kosten wird. Nachdem er sich standhaft weigert einen Preis zu nennen, muß ich mich da echt auf ihn verlassen…

Naja. Aber heute am Nachmittag hat er uns wieder zum Asado eingeladen – was eigentlich recht nett war. Fred hat dann wieder seine Photos von seiner Weltreise gezeigt, was Ariel sehr beeindruckt hat.

Mal schauen was mich dann am Montag erwartet. Wird wieder dichtes Programm. Irgendwann sollte ich wieder zum Frisör, mein Zelt muß noch genäht werden, ich muß ja noch immer meinen abgefahrenen Hinterreifen ersetzen und mein Endantrieb verliert ja noch immer Öl. Und dann möchte ich ja doch endlich wieder mal weiterkommen. Das Herumsitzen ist ja auf die Dauer ja doch nichts für mich… Bolivien ruft!

Mittwoch, 20. April 2011

*** HAPPY BIRTHDAY, Frau Lieblingsmutter *** [Pics]

…die letzten Tage war es ja eher ruhig um mich.

Nicht weil bei mir nicht viel weitergegangen ist. Im Gegenteil - diverse Reparaturen, Zahnarztbesuche mit Fred wegen seinem abgebrochenem Backenzahn, Stickerbestellungen für ihn und sonstige Besorgungen haben mich ordentlich auf Trab gehalten.

Aber die meiste Zeit habe ich nur eine Sache gemacht: Photos sortiert. Geordnet. Beschriftet. Und zu Alben zusammengefaßt.

 

Weil heute hat eine der wichtigsten Personen in meinem Leben nämlich Ihren Geburtstag!

Ich behaupte mal, daß ich ohne ihr heute nicht wäre.

…Hmmm… Naja. Zumindest würde mir eine Häfte meines Genpools fehlen.

 

*******************

HAPPY BIRTHDAY, Frau Lieblingsmutter!

Ich wünsche Dir zum Geburtstag Alles, Alles Gute!

Ich danke Dir so vielmals für alles, was Du für mich getan hast!

Schick Dir ganz viele Busserln aus Mendoza

*******************

 

Und falls sich jemand fragen sollte, warum meine Mutter meine Lieblingsmutter ist: Welche meiner Mütter wäre besser als diese?

Nachdem keine besser ist als sie – per Definition muß sie also meine Lieblingsmutter sein.

Logisch, oder?

 

Und nachdem ich eben die ganzen Photos rechtzeitig für den Geburtstag meiner Mutter fertig haben wollte, kann ich sie nicht vorenthalten.

Wie immer: am besten eine Flasche Wein öffnen. Den Inhalt in ein dazupassendes Glas leeren. Dieses dann in die linke Hand nehmen – und mit der rechten passende Musik einlegen und die folgenden Links anklicken:

2011-02-26 Freiheit. Und Gräben.

2011-03-05 Auf Richtung Westen. Richtung Grün...

2011-03-07 Siete Lagos - Chile: Einmal Ida y vuelta

2011-03-18 Paso Pichachen - Asche zu Asche

2011-03-20 Un-Paß-ierbar. Hin (1/2)

2011-03-22 Un-Paß-ierbar. Und zurück (2/2)

 

Nicht zu vergessen – eine gute Tafel Schokolade sollte auch nicht fehlen.

Ach ja. Die Geschwindigkeit der Slideshow würde ich so zwischen 6 und 10s pro Bild wählen.

Für die ungeduldigen unter Euch: es sind jede Menge Bilder – es gibt auch andere Abende wo man sich den Rest anschauen kann…  ;-)

Sonntag, 17. April 2011

And again - Yeeeeha!

In der Früh habe ich festgestellt, daß 15,8GB an Photos und Videos auf der Speicherkarte zwar nett sind. Tja. Aber auch nur das nett – nämlich wenn man die nicht runter bekommt, ist alles umsonst. Und mit einem 200€ Acer Aspire One Netbook solche Datenmengen zu bewegen ist nicht ganz trivial. Klarerweise läuft die Festplatte mit Temporärdateien voll, bricht die Übertragung zwischen Kamera uns Computer wegen Timeouts ab oder braucht das ganze so lange, daß man da nicht nur frühstücken kann dabei – sondern auch Mittagessen. Und sogar Warten auf das Mittagessen inklusive.

Anyway. Nach diesem persönlichen Kampf Mann gegen Daten sind Fred und ich am Nachmittag noch einmal mit Mr. Churchill zu dem Rodeo gefahren. Es war zwar leider nicht mehr so beeindruckend wie gestern – wir kannten ja bereits alles. Aber trotzdem haben wir wieder brav photographiert. Leider gab´s aber auch ein paar weniger schöne Szenen: wie die Menschen mit den Tieren umgegangen sind, war teilweise schon echt nicht mehr schön anzuschauen. Nun ja – wen wundert´s im Land der saftigen Steaks?

Und dann gab´s auch einen Unfall von einem Rodeoreiter der 5m in die Luft geflogen ist, unsanft gelandet ist und total verwinkelt liegen geblieben ist. Letztendlich ist er zwar von selber vom Platz gegangen – aber später haben wir dann gesehen wie er von der Rettung in einem Korsett abtransportiert wurde…

Rodeo Cuyano

 
Anbei schon mal ein kleiner Vorgeschmack von den Rodeo Photos.
Beim "Rodeo Cuyano" müssen zwei Reiter gemeinsam eine Kuh eine bestimmte Strecke entlang treiben - ausschließlich dadurch daß sie die Kuh links und rechts mit der Schulter der Pferde einzwängen. Je langsamer diese Strecke zurückgelegt wird, desto mehr Punkte bekommt man. Klingt einfach - ist es aber nicht. Die Kühe sind manchmal echt widerspenstig - und bleiben einfach manchmal spontan stehen... :-P
Die verwendeten Pferde sind eine für die Region typische Rasse - extrem robust und fressen so ziemlich alles was fleucht. Und auch die Tracht der Gauchos muß traditionell sein. Fixe Regeln für eine "einfache" Sache... :-)
Posted by Picasa

Samstag, 16. April 2011

15,8 Gigabyte - an einem Tag

Heute war ein intensiver Tag. Um 10:00 haben wir uns mit Carlos getroffen, welcher uns zu einem Bekannten gebracht hat, der meine verbogene Gabel reparieren wird – 2 bis 3 Tage rechnet er dafür. Bin schon gespannt, was mich das wieder kosten wird. Anyway. Technische Details.

Dann habe ich wieder das große Lied vom Suchen gespielt – nachdem ich ja gestern endlich mein USB Ladekabel verlegt habe, habe ich mich dann heute auf die Suche nach einer GPS Halterung gemacht (der Tankrucksack ist auf Dauer doch nicht wirklich optimal): nach nur 6 Geschäften,  Nummern ziehen (ist hier in fast allen Geschäften üblich) und warten, habe ich endlich eines gefunden, welches eine Halterung für mein Garmin 62s hat. Oder besser: hat-te. Gerade eben gestern haben sie das einzige, was sie hatten, verkauft. Eh kloa.

Naja. Am Montag werden sie in Buenos Aires nachfragen – es dauert dann aber 1 Woche bis es geliefert wird. Ich plane aber derzeit eh bis nach Ostern in Mendoza zu bleiben. Würde sich (theoretisch – weil praktisch wird´s sich ja erst noch erweisen :-)   ) schön ausgehen.

Und danach – der Highlight der letzten Tage. Bei der Touristeninfo haben sie uns einen Tipp gegeben für ein Gaucho-Festival in Lujon de Coyo, ca 20km von Mendoza entfernt. Fred und ich sind dann mit meinem Gespann dorthin gefahren – war auch eine gute Testfahrt mit der neuen Seitenwagenachse bzw. –lagern. (Übrigens – heute hatte ich schon wieder Probleme mit meinem Starter. D.h. das stundenlange Ausbauen, zerlegen des Anlassers und wieder einbauen – war für A und F. Anyway. Auch wieder technische Details)

Aber das Festival war wirklich sehr fein! Ein Fest für die Kamera. Über 470 Photos. Und 11 Videos. 15,8GB an Daten die meine Festplatte wieder blockieren. Sehr, sehr fein!

Aber jetzt ab ins Bett. Nach so einem Tag freut man sich schon auf Morpheus.

Freitag, 15. April 2011

Ein Tag in der Werkstatt... - Hatten wir das nicht schon mal?

Wieder ein mal 905 arg. Pesos (180€) ärmer. Und wie es so ist – eigentlich dachte ich mir, daß ich da meine Liste an Dingen abarbeite. Aber bei der Untersuchung des Seitenwagenreifens hat sich aber neu ergeben, daß nicht nur meine Steckachse ausgeschlagen ist, sondern auch meine Lager ( 3 Stück a 50 Pesos) alle in Mitleidenschaft gezogen waren und getauscht werden mußten. Und das war dann ein größerer Akt, weil die Steckachse und die dazugehörige Buchse erst auf der Drehbank angefertigt werden mußten (240 Pesos). Weil der Seitenwagenreifen runter war, habe ich dann schnell auch gleich die Gunst der Stunde genutzt und mir neue Bremsbeläge aufgezogen (10 Pesos pro Stück).

Das einzige von meiner Liste war eigentlich mein Anlasser Problem. Gefunden haben wir nichts – aber der Starter wurde zerlegt und gereinigt. Naja. Zumindest bis jetzt ist kein Problem damit wieder aufgetreten.  

Die Arbeitszeit für den ganzen Tag betrug 450 Pesos – der Rest waren dann Kleinteile und Co. (Z.B. habe ich mir dann gleich ein USB Ladekabel verlegt und mir dafür eine Kabel anfertigen lassen). Ein Arbeitstag ist hierbei von 10:00 bis ca. 13:00. Und dann am Nachmittag von 16:00 bis ca. 21:00. (Mit Plauschen ist´s dann allerdings 21:30 geworden bis wir letztendlich aus der Werkstatt herauskamen)

Interessanterweise hat uns Carlos ein bißchen vor Mendoza gewarnt – es gibt anscheinend regelmäßig Überfälle wo Menschen verletzt werden nur weil die Räuber die Geldbörse haben wollten. Sowohl Messer als aber auch Schußwaffen werden da eingesetzt. – Und ich habe mich schon gewundert, warum ich bereits 3-mal! auf der Straße angesprochen wurde, weil ich den Rucksack am Rücken trage (und nicht vorne am Bauch) und mit meiner Spiegelreflexkamera, mit der Schlaufe um die Hand geworfen, herumlaufe. Finde ich nett, daß mich die Leute da so warnen. Allerdings finde ich weniger nett, daß es notwendig ist… :-(

Anyway. Meine Kameraversicherung gibt mir Selbstvertrauen… :-P

Gerade eben hatten Fred und ich dann noch unser „Echte-Männer-Abendessen". Sprich Joghurt, Croissant und Bier. Was man halt so ißt, wenn Männer zu faul sind was zu kochen…

Schnell zubereitet – und erfüllt alle wesentlichen Anforderungen an ein Abendessen.

Donnerstag, 14. April 2011

M wie Mechaniker

Heute in der Nacht habe ich mich dann durchgerungen Carlos Desguens, einen Freund von Peter Römer und bekannter BMW Mechaniker, zu kontaktieren.

…Und es hat sich ausgezahlt. Carlos ist ausgesprochen nett gewesen.

Morgen bin ich dann um 10:00 bei Carlos und wir versuchen dann weiter meine Problemem, die ich habe, zu lösen:

Mein Starter macht Schwierigkeiten und startet manchmal nicht.

Das Seitenwagenrad hat einiges an Spiel – es scheint das Radlager eventuell kaputt zu sein.

Der Endantrieb verliert Öl – hoffentlich war da wirklich nur die Schraube der Achse locker, sodaß der O-Ring nicht zusammengespannt war.

Und der Ölkühler leckt ein bißchen – nichts dramatisches, aber wenn ich schon am Herumbasteln bin…

Genauso wie der Zylinderkopfdeckel, welcher auch tropft. Wahrscheinlich muß ich da nur einen neue Dichtung einbauen – die ich aber eh mit habe.

Naja. Und eine kritische Sache habe ich ja noch: der Seitenwagen zieht sehr stark nach links – nach einem längeren Tag habe ich dann schon vom Fahren etwas Kreuzschmerzen. Durch meinen Unfall hat sich nämlich anscheinend die Gabel verzogen. Was man entweder durch einen kleineren Reifen ausgleichen kann – die einfachere Lösung. Oder die Ausrichtung der Gabel neu adjustiert – was wesentlich aufwendiger ist.

Kleinere Reifen bekomme ich aber nicht, da ja Argentinien gerade einen Importstopp für Reifen hat. Bleibt also nur die andere Möglichkeit – Gabel neu ausrichten.

Ich habe heute dann also ein paar Photos gemacht und einmal Horst Ullrich, den Hersteller meines Gespannes angeschrieben. Ich hoffe, er kann mir da mit Vorgabewerten für die Karosserie und Gabel weiterhelfen. Und wieder mal: Daumen drücken!


Mittwoch, 13. April 2011

M wie Mala Suerte

Tja. Fred und ich machen Sachen unterschiedlich.

Zum Beispiel:

Fred: Er hat das Problem, daß seine Felgen durch die vielen Ripio Fahrten Risse bekommen hat – an über 12 Stellen entlang den Speichennippeln. Was macht er? – er tankt am A**** der Welt und wir plaudern mit ein paar einheimischen Bikern aus Santiago. Und es stellt sich heraus, daß der eine von den beiden, Javier, die Woche darauf in Düsseldorf ist und ihm eine Felge aus Deutschland mitnehmen kann. Klappt super.

Ich: Ich benötige noch zwei weitere Ventilspieleinstellschrauben und lasse diese auch in das Hotel schicken. Tja. Schrauben kamen nie an.

Fred: Hat Probleme mit seinem Coleman Feather 442 Benzinkocher. Den man in ganz Argentinien nicht auftreiben kann. Tja. Und ein sehr guter Freund von Javier ist der CEO der Firma, die Coleman hier im Süden Amerikas vertreibt… Kostet die Hälfte für ihn jetzt – wie in Deutschland.

Ich: Benötige einfach nur einen etwas schmaleren Reifen. Was nicht weiter schlimm ist, da Argentinien ja auch eine eigene Reifenproduktion hat. Für Standard Reifen. Aber klarerweise nicht für Spezialreifen. Wie meinen, zum Beispiel. Und alle nicht Standardgrößen haben derzeit eine Warteliste. Und keiner weiß, wann man die dann endlich bekommt. Weil – Argentinien hat derzeit temporär befristet ein Importverbot für Reifen.  Eh kloa. Was sonst.

Naja. Die einen haben Glück. Die anderen haben…

Bier. In der linken Hand. Eine Flasche voll. Klarerweise eine Liter Flasche.

Ach. Morgen ist auch ein Tag. Irgendeine Lösung gibt´s immer.

Dienstag, 12. April 2011

M wie Mendoza. Oder Mosquitos

Gestern abend sind wir dann in Mendoza angekommen. Ein Motorradkollege hat uns einen Tip für ein billiges Hotel gegeben. Hotel Windsor. Welches auch durchaus billig war – ein Einzelzimmer für 80 Pesos (16€) ist ja durchaus nicht teuer. Nur leider war die Qualität auch billig. Die Zimmergröße war dem Preis entsprechend. Genauso wie die Freundlichkeit des Hotelpersonals. Oder die Sauberkeit des Zimmers.

Aber nicht alles war reduziert. Das Moskitoangebot war dafür überdurchschnittlich. Und soviel Großzügigkeit muß man doch unterstützen – und habe damit dann auch gleich mein Fleisch reichlich dargeboten. 12 Stiche allein auf meinem linken Arm. Und – eh kloa bei meinem Glück – anscheinend bin ich irgendwie allergisch gegen die lokalen Mosquitos; die Stiche jucken wie verrückt und werden riesig. Ein Glück, daß meine Reiseapotheke perfekt ausgestattet ist: meine Fenistilsalbe ist mein bester Freund derzeit…

Gestern am Abend haben Fred und ich noch ein anderes Hostel gesucht – Hostal Alamo.


Größere Kartenansicht

Welches auch durchaus fein ist. Sauber, freundlich und nett. Und der Preis: 60 Pesos pro Person im Doppelzimmer im shared Bathroom. Und die Motorräder können wir auch gratis parken – beim Hotel mußten wir die Motorräder – nach hartem Verhandeln – noch für 15 Pesos pro Motorrad und 24h in einer Parkgarage gegenüber einstellen. (Normalpreis für Motorräder: 15 Pesos für 12h)

Aber wie es halt so ist. Das Hotel hat Katzen. Was mich als anonymer Katzoholiker nicht sonderlich erfreut. Aber was soll´s – Antihistamine are a boys best friend… Und was uns nicht umbringt, macht uns nur härter. Hat ja Nietzsche auch schon gesagt. (Daß Katzen mich bei meiner Allergie fast umbringen sind ja nur technische Details.)

Anyway.

Heute bin ich dann durch Mendoza gelaufen um eine Werkstatt für mein Motorrad zu finden bzw. endlich den (etwas kleineren R15 155/60) SMART Reifen aufzutreiben, der (hoffentlich) das starke nach links Ziehen meines Gespannes reduziert. Morgen bekomme ich dann noch Bescheid, ob mir die lokale Mercedes Benz Vertretung den besorgen kann oder nicht.

Und am Abend sind Fred und ich wieder wegen seinem defekten Benzinkocher herumgelaufen. Seit Wochen versucht ihn Fred – als begeisterter Bastler – ihn zu reanimieren. Leider ohne Erfolg. Heute waren wir dann in einem Laden, der Kocher und alle anderen Arten von Heizgeräten repariert. Dort haben sie uns dann den Tipp gegeben die Benzinflasche mit Säure zu entrosten bzw. danach den Pott mit Benzin auszuspülen, da die Rostpartikel die Düse verstopfen und somit die Flamme nicht gleichmäßig brennen kann. Fred experimentiert gerade mit der Säure und dem Bezin vor unserem Hostal herum. Ist nicht so ganz ungefährlich. Naja. Falls ich nächste Woche alleine weiterfahre, dann wissen wir – das ist keine gute Idee gewesen…

Sonntag, 10. April 2011

San Rafael

Mein zweiter wirklicher Tag als Tourist im Leben ohne Blinddarm. San Rafael – eine überraschend nette Stadt in der Region Mendoza. Ich habe mich ja dann wieder mit Fred getroffen – er ist ja dann schon einen Tag früher dorthin gefahren.

Ich bin dann - mit einem Tag Camping und etwas herumkramen am Motorrad - einen Tag später zu dem Hostel, in dem er unter gestiegen ist, nachgekommen.

Die Nacht war Mücken verseucht. Dafür aber heiß. Den verregneten Vormittag habe ich dann noch im Internet surfend verbracht. Auf der Suche nach einem guten Ziel für Ostern – meine Vermutung ist, daß Argentinien ja als christliches Land eine sehr ausgeprägte Kultur des Feiern dieser hohen kirchlichen Feiertage hat.

Nur in welcher Stadt wird es besonders schön gefeiert? Salta wird zwar häufig genannt – aber es läge auch noch ca. 1600km entfernt. Und in Mendoza muß ich auf jeden Fall einige Tage verbringen um Mr.Churchill wieder auf Vordermann zu bringen. Reifenwechsel, Ölwechsel, großes Service und noch jede Menge Kleinigkeiten stehen am Programm… Und da 1600km durchbrettern – und auch noch sehr nette 4700m hohe Pässe deswegen zu versäumen – fände ich nicht so reizend.

Mal schauen. Vielleicht gibt´s ja in der unmittelbaren Nähe von Mendosa einen Geheimtipp. Muß da noch weiter herrumrecherchieren. Auf jeden Fall geht´s morgen dann weiter nach ebendort – was auf der anderen Seite auch etwas schade ist, da San Rafael eine wirklich nette Stadt ist und ich hier schon noch gerne durchaus mehrere Tage verbringen würde…

Anyway.

Heute habe ich mir auch ein Freundschaftsarmband gekauft. Böse Zungen behaupten, daß der Grund war, daß ich es nicht mehr vom Arm herunterbekommen habe – irgendwie hat dieses Ding einen etwas komplizierten Knoten. Naja. Wenigstens habe ich der armen Künstlerin da einen Umsatz beschert (15 Pesos. (3€) Unter keinen Umständen verhandelbar. - …ich habe dann 12,5 gezahlt)

Und am Abend gab´s dann – geteilt mit Fred – ein ganzes Grill-Huhn. Ein Glück, daß ich noch einen Grappa hatte. Dieser Vogel hatte echt viel Fleisch dran – und dieses war natürlich keine Ausrede für den Digestif hinterher.

 

 

 

 

From: fred klein [mailto:xxxxxxxx@hotmail.com]
Sent: Freitag, 08.
April 2011 14:50
To: Phillipe BMW-Gespann Reinisch
Subject: RE: Bin noch in Malargue

 

alles klar,
ich nochmal,
bin im hostel tierra soles,alsina 245,san rafael
 
gps sued  34 36.668
 
west    68 19.864
 
ist nen youth hostel,aber wenig los, hab nen viererzimmer wo ich alleine drin bin fuer 60,- bis 65,-
wenn du kommst kannst auch mit rein, stecken keine weiteren traveller mit rein und eigen bad ist auch vorhanden, dein sidecar passt hier auch rein,saftey parking inside, also ist in ner einbahnstrasse vier blocks von der  hipolto yrigoyen hoch, gelblicher bau rechte hand will gleich mal los wegen benzinkocher,es reicht jetzt 12 jahre alt,denke der hat ausgedient,
see you,
 
der canyon braucht zeit,hinter dem grossen stausee kommt nen cp charged 30,¡ ruhig und leer,
 
keep the mirrows up,
denke das ich auch bis sonntag morgen hier bleibe,

beste Gruesse
Fred Klein

www.Fredontour.de



From: mail@xxxxxxx.name
To: xxxxxxx@hotmail.com
Subject: Bin noch in Malargue
Date: Thu, 7 Apr 2011 11:03:22 -0300

Hi Fred,

Der Arzt von der Notaufnahme hat mir geraten noch auf Dr. Ninio morgen zu warten und der Wunde sicherheitshalber einen weiteren Tag Ruhe zu gönnen.

Ich werde dann also morgen erst weiter fahren – wenns mir gut geht werde ich auch den Ausflug über den Canyon machen, dann aber in San Rafael übernachten.

Laut Wikipedia gilt San Rafael als Geheimtipp (im Vergleich zu Mendoza): http://de.wikipedia.org/wiki/San_Rafael_%28Argentinien%29

Eventuell würde ich dann beinahe 2 Tage bleiben…

 

Sag - wie war der Canyon? Sehenswert?

Und wie ist Dein Eindruck von San Rafael? Hast Du was gesehen?

Ganz liebe Grüße,

Philipe

Freitag, 8. April 2011

On the road again

Herrlich. Endlich wieder im Sattel. Mr.Churchill unter mir. Sehr fein.
Und auch gleich eine feine Strecke gehabt. Sehr nett - Canyon Nilhue.
Bin jetzt auf einem Camping Platz, Ayum Elun ca.11km ausserhalb von San Rafael, abgestiegen - mit Internet im Zelt. Sehr sympathisch!...
Wenn gleich der Preis weniger sympathisch ist: 60Pesos (12€) - genauso viel wie Fred in seiner Pension direkt in der Stadt San Rafael...

----------------------------------------
Mr. Churchill
Latitude:-34.82112
Longitude:-68.44717
GPS location Date/Time:04/08/2011 23:01:58 CEST

Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe

Click the link below to see where I am located.
http://fms.ws/4Z1W8/\-34.82112/\-68.44717

If the above link does not work, try this link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=-34.82112,-68.44717&ll=-34.82112,-68.44717&ie=UTF8&z=12&om=1

Mr. Churchill

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http://www.findmespot.com

Auf. Geht´s

Schon sehr nett. Alle Leute hier.

Die Vermieterin des Hotels wollte mir noch einen Kühlbeutel für die Wunde mitgeben.

Mit meinem Chirurg habe ich Emailadressen ausgetauscht, wenn er nach Wien kommt.

Ich muß schon sagen, die Menschen hier machen Argentinien aus…

 

Mir wurden gerade eben die Nähte gezogen. Jetzt noch schnell mein Motorrad vollpacken und dann geht´s endlich weiter. Ich werde versuchen zum Campingplatz „Club de Pescadores“ im Canyon Nihuil zu kommen – sind ca. 200km. (Alles Asphalt)

Sodale. Muß jetzt aufhören. Das Leben wartet.

 

Donnerstag, 7. April 2011

Salami. Taktik.

Hmmm… Ich find´s ja gut, daß man als Gringo so eine exzellente Behandlung bekommt. Daß ich vom Primar Mariano Ninio höchstpersönlich operiert wurde. Von einem Arzt, von dem jeder in Ehrfurcht spricht.

Was aber auch dazu führt, daß ich – wenn sein Name fällt – sofort auf ihn verwiesen werde. Was soviel bedeutet wie „Bitte kommen Sie morgen wieder. Doktor Ninio ist dann im Hause“.

Also noch ein Tag in Malargue. Tja. Ich bin mir sicher morgen geht´s weiter… :-P

 

Aber ein Glück, daß ich zu den glücklichen Personen gehöre, welche sich alleine hervorragend beschäftigen können. Man gebe mir ein Buch – und die Welt ist schön. (Einer der großen Vorteile eines Gespannes – neben einem rollenden Werkzeugladen bin ich auch eine rollende Bibliothek. Sehr praktisch wenn man ein bisserl Auswahl bei der Selektion seines nächsten Buches hat. Aber ich bin dann froh, wenn ich meine deutschen Bücher aufgebraucht habe – ich sollte ja in Südamerika eigentlich wirklich was spanisches lesen…)

Fred ist heute schon weitergefahren. Unsere Reiseroute bleibt ja parallel – in Mendoza irgendwann werden wir uns wieder treffen. Und wenn´s dann weiter in den Norden geht fernab der Zivilisation kommen wir auf jeden Fall wieder zusammen. Ich freu mich schon drauf – Fred ist ja der perfekte Begleiter für einen Ausflug ins Nirgendwo. Mal schauen wo es uns dann hinverschlägt.

Mittwoch, 6. April 2011

Schonkost

Definition „Schonkost“ (nach einer Woche (beinah-)Abstinenz): Pommes Frites mit einem saftigen (aka vor Fett triefenden) Beefburger – klarerweise mit einem fritierten Ei drin. Nicht zu vergessen Ketchup und Mayonaise. Mein Highlight des Tages.

Ansonsten war es ein gemütlicher Tag. Meine zerlöcherten Packtaschen neu abgeklebt, daß sie wieder dicht sind. Und den Staub etwas weggewischt – nach ein paar Wochen Ripio kriecht der Staub überall hinein…

Am Nachmittag wollte ich mir dann auch die Nähte meiner Blinddarmoperation ziehen lassen. Aber die Damen der „Guardia“ (Notaufnahme) haben gemeint, das muß sich morgen der behandelte Arzt anschauen. Und daß ich sie gerade bei ihrem Dreierplausch über den Wochenendmarkt gestört habe, hat mit dieser Aussage garantiert nichts zu tun.

Also morgen nochmal hin. Naja. Nachdem ich argentinische Werkstätten schon zur Genüge kenne – warum nicht endlich mal auch andere Plätze genauso intensiv kennenlernen?

Sonntag, 3. April 2011

Schlaf wird überbewertet [Video]

Auch heute wieder ein ruhiger Tag.
Ich könnte nicht behaupten meinen produktivsten aller Tage gehabt zu haben. Es lag aber auch daran, daß die Discothek nebenan um 2 Uhr nachts beschlossen hat, uns beweisen zu wollen, daß man nächtens in Argentinen Spaß hat. Und 4 Stunden lang versucht hat uns zu überzeugen.

Nun ja. Wenigstens habe ich nach 3 Versuchen a 3 Stunden geschafft ein Video hochzuladen. Für einen ganzen Tag finde ich das durchaus ausreichend:
Mr.Churchill Travel Videos

Naja. Wenigstens haben wir bei Fred´s Computer noch ein paar Tweaks gemacht. Ich muß gestehen ich kenne nicht viele Leute die keinen Email Client auf Ihrem PC hatten - und alles ausschließlich über Webaccess schicken.
Und nach einer (leider nur halben - hab nämlich einem Freund versprochen noch ein paar Tage nur Schonkost zu machen) Pizza - jetzt noch ein bisserl Spanisch üben: "Harry Potter and the Order of Phoenix" im Fernsehen. Auch fein.

Samstag, 2. April 2011

Mein Hotel hier in Malargue

Mr. Churchill
Latitude:-35.46919
Longitude:-69.58725
GPS location Date/Time:04/03/2011 02:07:41 CEST
Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe
Click the link below to see where I am located.
http://fms.ws/4WhfH/\-35.46919/\-69.58725
If the above link does not work, try this link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=-35.46919,-69.58725&ll=-35.46919,-69.58725&ie=UTF8&z=12&om=1
Mr. Churchill
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Faszinierend wie man ganze Tage verbringen kann - ohne eigentlich was getan zu haben

…Heute war ein sehr gemütlicher Tag.

Ist auch notwendig sowas. Kurz mal beim Frisör – welcher es sich nehmen ließ meinen Bart etwas zu stutzen. Ich grüble gerade wie wild ich ausgesehen haben muß, daß er mich so nicht gehen ließ… Anyway.

Ansonsten habe ich grad mal ein paar Photos von unserer Passüberquerung gepostet – und dem korrekten Tag im Blog zugefügt: http://mrchurchillgoessouth.blogspot.com/2011/03/und-ein-paar-photos-zu-den-ganzen-tagen.html

Ui. Beinahe hätte ich ein wesentliches Highlight des heutigen Tages vergessen – ich habe eine äußerst leckere halbe Pizza verdrückt. Essen ist wahrlich was feines!

Freitag, 1. April 2011

Home, sweet home

Bin gerade im Hotel angekommen. Mir geht´s zu gut um noch weiter im Spital zu bleiben.

Und endlich kann ich mich wieder wichtigen Fragen widmen! – Wo krieg ich was zum Essen her? Welcher Alkohol paßt zu Antibiotika?