Mittwoch, 15. Dezember 2010

Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger

Mr. Churchill
Latitude:-42.57368
Longitude:-64.27902
GPS location Date/Time:12/16/2010 01:37:09 CET

Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe

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Mr. Churchill

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Montag, 13. Dezember 2010

Gestern war ich kurz vor dem Abrund - heute bin ich einen großen Schritt weiter

Ich sitze gerade bei der Cafeteria hier am Campingplatz. Anscheinend gibt es hier doch WiFi, wenn auch nicht gratis. 9 Pesos für 2h kann man kaufen – das entspricht ca. 2€. Eine Stunde habe ich gerade von einem Deutschen hier abgekauft, der die letzte Prepaid Karte gekauft hatte.

Heute war wieder mal so ein Tag wo so was ähnliches wie Hoffnung keimte.

Bin heute einfach so bis 1100 im Zelt liegen geblieben. Nicht das es sonderlich bequem wäre – so ein gestampfter Sandboden ist nicht bekannt für den Komfort und meine Luftmatratze ist noch immer leck – aber ich wollte einfach nicht aufstehen… Um 1100 habe ich mich dann hochgequält und dann 4h an Mr. C. herumgeschraubt.

Unter anderem habe ich auch den porösen  Benzinschlauch wieder ersetzt mit einem den mir Walter, der argentinische Tierarzt und Motorradoltimersammler, geschenkt hatte.

Dann noch eine Testfahrt nach Viedma Zentrum hinein – ca.30km eine Richtung auf einer sehr langweiligen Landstrasse mit 5000 Umdrehungen ein bisserl Mr.C. getestet… Aber bis jetzt „keine Auffälligkeiten". Mal schauen. Morgen werde ich mir noch ein paar Zündkerzen als Reserve zulegen. Wenn alles klappt werde ich mit Fred Richtung Peninsula Valdes weiterfahren und dort noch ein paar Tage vor der Weiterfahrt nach Ushuaia verbringen.

Zu Weihnachten möchte ich dann in Ushuaia sein – dort ist dann am 24. und am 31. Große Partytime für Globetrotter angesagt. Das sind so die typischen Treffpunkte und –zeiten, die jeder der sich dort in der Umgebung aufhält wahrnimmt…

Heute gibt´s dann noch ein Asado – ein argentinisches Grillen mit Oscar, dem Organisator, Fred, Frank – einem Deutschen der  hier auch noch hängen geblieben ist und zwei Briten – die irgendwie aus der britischen Oberschicht kommen, und mit einer Rolex und fetten 1200GS Adventure eine Südamerikatour machen (sind aber echt nette Leute).

Alles wird gut. Irgendwann - mein tägliches Mantra

Es ist 4:44 in der Früh und das laute Vogelgezwitscher hat mich aufgeweckt.
So wirklich weiterschlafen kann ich nicht. Also überlege ich mir was ich so alles tun sollte.
Ich beschließe ein paar Sachen gleich in Angriff zu nehmen. Zuerst mal im Zelt den Sand in die Ecke kehren – heute hatte ich in der Aufbruchhektik übersehen das Innenzelt vollständig zu schließen und nachdem da genau diese eine Apsis in Windrichtung steht hat es mir da alles vollgesandet. Ich war dann beim Schlafen gehen zu müde um das auch noch zu machen.
Dann habe ich mir gerade meine Luftmatratze angeschaut. Sie verliert ja Luft und ich habe mir die Punkte genauer angeschaut, bei denen Luft entweicht. An drei Stellen dichtet der Flicken nicht richtig ab und ich muß da, wenn meine Spucke wieder trocken ist, einen Punkt Klebstoff draufgeben. (Spucke ist übrigens eine hervorragender Leckindikator. Macht richtig gute Blasen… ;-)  )
Ich müßte mich auch langsam nach einem Waschsalon umschauen – ich habe da schon einiges an Wäsche angesammelt, die ich gerne noch waschen würde bevor es nach Süden weitergeht.
Die Frage ist nur ob ich mich mit dem derzeitigen Zustand von Mr. Churchill traue noch weiter runterzufahren. Gestern haben mir ein paar Argentinier geholfen – zwei kleinere Hauptdüsen wurden installiert, in der Hoffnung, daß die geringere Spritzufuhr das Gemisch in den Zylinders magerer macht. (Was in der weiteren Theorie dazu führen soll, daß die Elektroden in den Zündkerzen durch den übermässigen Sprit nicht kurzgeschlossen werden und somit nicht täglich eine Zündkerze benötigt wird)
Beim Installieren dieser selbst hergestellten Hauptdüsen hat sich herausgestellt, daß diese zu lang sind. Also wurden sie mit einer Bohrmaschine und einer Feile bzw. Säge zurechtgestutzt. Danach hat die Schwimmerkammer geleckt. Wir haben dann stundenlang versucht eine Dichtung zu basteln.
…nur um am Ende festzustellen, daß der neue Benzinschlauch den wir gestern eingesetzt haben, undicht ist, weil der Ersatzschlauch,den mir mein Gespannbauer mitgegeben hat, zu alt und somit viel zu porös ist.
Gut, daß wir da 4h Dichtung gebastelt haben…
Bei der Testfahrt in der Dunkelheit gabs dann noch irgendwelche anderen Probleme mit meiner Benzinleitung – irgendwie stinkt meine ganze Kleidung nach Benzin. Aber das werde ich mir am Morgen dann anschauen – in der Dunkelheit gestern wollte ich dann nicht mehr anfangen irgendwas zu tun.
Ich habe mich dann schon echt auf etwas zu essen, zu trinken und etwas Schlaf gefreut. Die Ansprüche gehen an solchen Tagen hinunter.
Bei der Testfahrt am Abend habe ich noch mit Walter, dem Argentinier, der mir geholfen hat, Fahrzeug getauscht. Ich bin auf seiner 1200GS Adventure gefahren und er mit dem Gespann. Leider ist mir bewußt geworden, daß beide gleich viel gekostet haben, wenn ich den Preis des Gespannbauers hineinrechne. Und ich mit einer brandneuen 1200GS viel weniger Probleme hätte. Aber jammern hilft auch nicht weiter. Alle mühsamen Tage gehen vorbei.
Was mich halt ärgert ist, daß mein Gespannbauer wirklich sehr viel Geld bekommen hat um das Fahrzeug herzurichten – und ich trotzdem soviele Probleme habe. Es scheint als müßte ich fast alle Arbeiten, die gemacht wurden nacharbeiten müßte - seit über 10 Tagen doktere ich ja an dem Fahrzeug schon herum. Fertig bin ich bei weitem noch nicht. Und das obwohl ich lauter Experten um mich herum habe… (Meine Ölleitung fängt auch gerade an zu lecken – werde ich mir morgen vielleicht mal anschauen. Und daß ich da noch irgendein verborgenes Problem an meiner Seitenwagenbremse vermute, was ich noch nicht einordnen kann, beruhigt mich auch nicht. Ein weiterer Handlungsstrang, den ich mir irgendwann einmal anschauen muß)
Anyway. Das ganze Thema ist ja etwas unglücklich.

Irgendwann muß ich mich auch um meine Bargeldversorgung kümmern. Meine VISA Karte mit der ich weltweit gratis Bargeld abheben kann wird dauernd abgelehnt – anscheinend ist der neue Code falsch. Die Diners Karte ist die einzige, mit der ich derzeit Geld abheben kann. Falls ich mich richtig erinnere verlangen die ja 3% für Bankomatbehebung. Und hier wird noch einmal 16 Pesos Gebühr draufgeschlagen. Und nachdem ich maximal 500 argentinische Pesos (entspricht ca. 100€) abheben kann, zahle ich ungefähr 6€ Gebühren für 100€ abheben. Damit wird meine  Bank reich. Und ich arm. Naja. Technische Details halt.
Internet habe ich am Campingplatz hier auch nicht – ich kann auch nicht wegen den technischen Problemen von Mr. C recherchieren. Somit schreibe ich halt offline. (Gestern habe ich an einer Tankstelle – die endlich mal wieder VISA angenommen hat! – auch kurz meine Mails synchronisiert. Teilweise gibt´s überall gratis WIFI – und dann wenn mans bräuchte natürlich ausgerechnet wieder nicht…)

Sonntag, 12. Dezember 2010

Sand

…kricht überall rein. Bei der Fahrt mit dem Motorrad findet sich Sand in JEDER Körperöffnung wieder - an das Knirschen zwischen den Zähnen gewöhnt man sich ja recht rasch. Aber daß, das Zelt voll Sand ist, obwohl sowohl das Innenzelt als auch das Aussenzelt aus winddichten Gewebe sind – da muß ich erst noch verstehen, wie das der Sand reinkommen kann. Er schafft es auf jeden Fall.

Je größer das Zelt, desto größer auch die Menge an Sand, die man da hat. Ich habe für eine Person sehr angenehm viel Sand   ;-)  (Siehe Photo)

Im Vergleich zu gestern (Samstag) gab es einen großen Schritt Richtung Komfort – ich bin auf einer sehr komfortablen Luftmatte eingeschlafen. (Was nicht notgedrungenerweise auch bedeutet, daß ich auf so einer aufgewacht bin. Das wäre der nächste Schritt in der Komfortsteigerung)

Mr. Churchill war gestern auch wieder die Attraktion. Einerseits weil er das aussergewöhnlichste Fahrzeug hier ist. Und andererseits, weil er hat soviele Wehwehchen hat. Gestern haben die Argentinier hier mit einer Bohrmaschine und einer Feile meine Hauptdüse zurechtgeschliffen. Die aufgebohrte Gasofendüse war zu weit vorstehend und ragte in die Schwimmerkammer hinein, sodaß der Deckel nicht schloß. Und wie wir´s dann endlich geschafft hatten, daß der Deckel oben war, tropfte das Benzin wieder aus den alten, porösen Korkdichtungen, sodaß diese heute (hoffentlich) durch aus speziellem Dichtpapier hergestellte ersetzt werden.

Ich habe gehört, daß es auch Motorräder gibt, die tausende Kilometer einfach nur fahren. Wahrscheinlich wäre das wohl langweilig.

Samstag, 11. Dezember 2010

Pampa, Sand und Luftmatratzen

Yes. I did it. Nach 4 Monaten Vorbereitungszeit. Nach 2 Monaten jetzt noch zusätzlich aktiv intensiv darauf hinarbeiten. Nach über 10000km mit dem Flugzeug. Nach über 2000km am Motorrad sind wir endlich gestern in Viedma angetroffen. Punktlandung. Wie immer. Genauso wie ich es geplant hatte. (Und wie immer bei solchen Projekten war´s dann am Ende super stressig… ;-)   )
Heute ist Samstag. Hat man mir zumindest gesagt. Die letzten Tage sind so im Sturm vergangen – im doppelten Sinne. Einerseits weil wir soviel am Motorrad saßen. Alleine gestern waren wir 13h am Bock. Siebenhundertsiebenundachtzig Kilometer laut GPS. Um Neun Uhr losgefahren. Um 2200 in Viedma angekommen. Mittendrin ein lukullisches Abendessen gehabt – eine Packung Erdnüsse mit einem Schluck gut durchgeschütteltem Mineralwasser.  (Siehe Photo)
Und andererseits weil auf der Fahrt so ein starker Wind war, daß Fred manchmal um 15 Grad geneigt fuhr. Der Sand der aufgewirbelt wurde bescherte uns dann Sichtweiten von teilweise 20m - und davor hatten wir uns noch gewundert, daß uns Fahrzeuge mit Warnblinkanlage entgegen kamen. Danach wußten wir es. Innerhalb von Sekunden wirbelt eine Windböhe den ganzen Sand auf und man sieht nichts mehr.
Man muß allerdings auch sagen, daß nichts sehen bei der Landschaft eh keinen Unteschied macht. Nach 6h Fahrt habe ich Fred zwei Pferde gezeigt, die am Straßenrand waren. Nachher hat er sich bedankt, weil er sie einfach übersehen hätte – der Tunnelblick macht bei so einer monotonen Landschaft echt blind. Ich verstehe jetzt warum die Pampa ein Synonym für das Nichts ist. Einfach - weil es Nix is….
Kilometerlange gerade Straßen mitten durch Steppe. Alle 300km – wenn man Glück hat, eine Tankstelle. Wenn man Pech hat – braucht man gute Schuhe...
Fred hatte noch sicherheitshalber seine 20l Benzinblase aufgefüllt und bei mir draufgepackt. Wir beiden dachten nicht, daß wir sie brauchen würden. Aber bei 5000 Umdrehungen und starkem Wind verbrauchte seine Maschine so viel, daß wir mittendrin anhalten und umfüllen mußten.
Um 22:00 kamen wir dann ja bei dem Vorort von Viedma an. Alles kein Problem. Man hat ja Navi. Also einfach dem Navi folgen.
Tja. Nur dort wo eine Straße sein sollte, war nichts. Aber man kann ja fragen. Umso einfacher, wenn dann sofort Einheimische auf Dich zustürmen und Dir sagen – zu dem Motorrad Treffen geht´s da lang. Echt gut organisiert. Parkwächter. Parkplätze. Alles abgesperrt. Leute super nett.
…nur halt keiner der Englisch sprach.
Hmm… Internationales Motorradweltreisetreffen und keiner spricht Englisch. Doch etwas obskur…
Nach langem hin und her hatte sich herausgestellt, daß es auch ein zweites einheimisches Treffen von ein paar Bikern gab.
Dieses, zu welchem wir wollten, war natürlich um einiges kleiner. Irgendwann nach 22:00 haben wir´s dann auch endlich gefunden. Schnell noch ein Bierchen mit den Leuten getrunken. Kurz geplaudert und dann schnell totmüde in der Dunkelheit das Zelt aufgebaut. Nicht mehr lang, dann geht´s ins Betti. Warmer Schlafsack. Weiche Daunenluftmatratze. Was will man mehr.
Ähem… Tja. Manchmal ist es natürlich nicht so einfach alles.
Daß, das Panzerband – das gewebeverstärkte Klebeband mein bester Freund auf der Reise werden wird, war mir schon klar. Und daß ich es auch häufig verwenden werde auch.
Zum Beispiel kann man es ja verwenden um Schlafsäcke, die durch das Kurzschließen einer Autobatterie mit einem Stahlnetz, welches sich dann erhitzt und dann wie ein Lötkolben den Packsack samt Inhalt verschmort, wieder notdürftig zu flicken.
In meinem Packsack lagen mein Winterschlafsack, mein Sommerschlafsack, Fred Schlafsack, den ich für ihn transportiert hatte, mein Biwaksack. Also alles Sachen, die man zum Beispiel hervorragend mit einem Panzerband reparieren kann.
Ich brauch nicht zu erwähnen, daß das einzige, was man mit einem Panzerband nicht reparieren kann, das war, was verschmort wurde – meine super weiche und komfortable Luftmatratze. Deren Eigenschaft allerdings ist – ohne Luft nicht zu funktionieren.
Ach was solls. Fest gestampfter Sandboden hat ja auch was.

Heute wollte ich dann mal in Ruhe ankommen. So langsam meine Packtaschen waschen, die von einer dicken Staubschicht bedeckt waren. Meine Sachen auspacken.  Also so wirklich schön langsam ankommen.
Sagen wir so – die gute Nachricht: Die Leute sind super hilfsbereit. Ich wurde dann sofort umstürmt und wegen meinem Gespann ausgefragt. Und ich mußte sofort los um mit Oscar, dem Organisator des Treffens, in die Stadt zu fahren und die notwendigen 160er Hauptdüse noch am Samstag zu besorgen. Nachdem  wir einige Geschäfte abgeklappert hatten um diese kleine Schraube mit einem Loch in der Mitte zu finden – eh klar, daß das so ein winzig kleines Teil ist, daß eventuell Probleme verursacht, hatten wir Erfolg. In einem Laden für Gaskocher fanden wir eine passende Schraube, die dann von einem anderen Mechaniker aufgebohrt wird. Mal schauen, ob das das Problem mit dem zu fetten Gemisch löst.
Aber jetzt liege ich endlich in meinem 4 Personen Zelt. Die Sachen notdürftig stau“reduziert“ gemacht – von staubfrei kann man ja nicht wirklich reden, mein ganzes Zeug, daß ich habe zumindest mal überschaut.
Mein Problem ist ja, daß ich ein paar Sachen von Düsseldorf mit dem Gespann nach Südamerika geschickt habe. Und teilweise Sachen mit dem Flugzeug mitgenommen habe. Und auf jeden Fall alle Sachen nur irgendwie Volumenoptimiert hineingestopft habe. Keine Ahnung wo ich also was habe.
Ein Glück, daß Fred immer so hilfsbereit ist und mir die Sachen borgt – die ich doppelt (irgendwo halt) mit habe.

Freitag, 10. Dezember 2010

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Mr. Churchill
Latitude:-41.05208
Longitude:-62.83029
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Sehr, sehr fein

Heute, Freitag, sind wir von Victoria nach Argentinien gefahren – über den ersten 1884m hohen Andenpaß. Die Grenzformaliäten waren recht schnell (für Südamerikanische Verhältnisse) erledigt – die Gegend aber ein Traum. Gebirgslandschaft, strahlender Sonnenschein mit einer beeindruckenden Wolkenstimmung, alles Grün – teilweise in den niederen Lagen tolle Wälder. Leider sind wir ziemlich durchgedüst um Kilometer zu machen. Aber die Strecke war sicher einer der beeindruckendsten, die ich je mit dem Motorrad berreist habe. Für solche Tage zahlen sich die ganzen Strapazen hier aus… Aber weiter Daumen halten, daß Mr. Churchill läuft – auch heute hat er wieder seine tägliche Portion Zündkerze gehabt.
Am Nachmittag dann am Paß beim Schild „Willkommen in Argentinien“ einen Österreicher getroffen, der allein auf seiner KTM unterwegs ist, mit ihm die Grenzestation erledigt und am Abend dann ein Hotel in Zapala gesucht. Die Stadt ist eher was für die Durchreise – aber zumindest mein erstes argentinisches Steak gehabt. Zugegebenermaßen es war ausgezeichnet – wenn auch die Kellnerin eher von der Bedienung und Kundenorientierung eher chinesisch angehaucht (wer die Bedienung in Peking kennt, weiß was ich meine… ;-)   )

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Check-in/OK message from Mr. Churchill SPOT Messenger

Mr. Churchill
Latitude:-38.64554
Longitude:-71.0827
GPS location Date/Time:12/09/2010 19:17:31 CET

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Dienstag, 7. Dezember 2010

Auch lange Tage haben ein Ende. Irgendwann.

Wir sind gerade in in Curico „gelandet“. Eine Stadt mit über 120.000 Einwohnern entlang der Ruta 5. Böse Zungen würden behaupten hier gibt es nicht signifikantes – außer halt der Autobahn Richtung Süden.

…als weltoffener Mensch sage ich natürlich, daß ich der Stadt noch keine Chance gegeben habe Ihren Charme zu beweisen.

Wie auch immer.

Die letzten Tage waren etwas intensiver. Es stand alles unter Mr.Churchills röcheln. Oder gegebenenfalls eben nicht röcheln.

Am Freitag begann das Drama – festgestellt, daß ein Zylinder nicht läuft. Besuch einer Werkstatt – einer typisch südamerikanischen. Sehr viele Hämmer und Schweißfgeräte standen herum.  Der Mechaniker, der den Vergaser ausbaute wußte genau was er tat. Naja. Zumindest wie er diesen zur Mund führte, mit einer professionellen Bewegung die Hände um den Vergaser legte und tief hineinblies um die Dichtheit zu Überprüfen. Naja. Aber ich bin mir nicht sicher. Es könnte auch sein, daß er daran sog um die Benzindämpfe einzuatmen. Auf jeden Fall hatte er danach ruhigere Hände und konnte so viel besser die Einstellungen meines Schwimmers verstellen. (Das das nicht notwendig war und Fred dann die ganzen Sachen wieder zurückbiegen mußte am nächsten Tag waren technische Details. Feinheiten halt)

Am Samstag verbrachten Fred und ich den ganzen Tag beim Sonnenbaden. Und weil wir so im Freitzeitstress sind haben wir das auch gleich kombiniert mit einem Saunagang. Und um die zeit zu nutzen hatte ich dann auch einen Crashkurs in Vergasertechnik von alten Zweiventil Boxermotoren – vor unserem Hotel haben wir 7h Vergaser zerlegt, was bei 30C im Schatten eine interessante Sache ist.

 

…eigentlich wollte ich jetzt meine Leidensgeschichte fertig erzählen. Aber Fred hatte mich gerade geholt und wir waren dann gerade beim Jumbo einkaufen – dem „kleinen“ Bauernmarkt, den man sich so in Südamerika vorstellt (und der jeden METRO Markt in den Schatten stellt mit seinen ca. 60.000 Artikeln)

Und um 23:44 fehlt mir ein bisserl der Elan weiterzuschreiben – ich melde mich da irgendwann wenn ich etwas zum schreiben komme. Wir sind ziemlich im Zeitdruck, weil wir ja am kommenden Freitag in Viedma sein wollen – Luftlinie ca. 1100km. Aber nachdem es über Andenpässe geht sind es ca. 2000km Strassenstrecke… und das werden also in den kommenden Tagen etwas längere Tage auf Mr. Churchill sitzend (falls er überhaupt mitspielt… Heute war er dann aber ziemlich brav nachdem wir über 4h das Ventilspiel eingestellt hatten…)

Samstag, 4. Dezember 2010

Laufen von zwei Zylinder wird überbewertet

Tja. Also gestrandet.
Los Andes hat sicherlich auch irgendwelche Reize.
...wenn ich sie nur kennen würde! :-)

Sieh mal hier um zu sehen,was ich heute so getrieben habe! ;-)

Die gute Nachricht - es kann nur besser werden...

Der Tag begann spannend.

Beim Beladen zuerst beinahe Mr.C abgefackelt – die offenen, nicht geschützten Kabel des Plus Pols haben dann mit der Masse des Rahmens den Pac Safe (Stahlnetz um meinen Rucksack) durchgeschweißt (inklusive darunterliegenden Schlafsack von Fred). Interessant war hierbei, daß keine einzige Sicherung geflogen ist – was ich eigentlich erwartet hätte.

Danach auf halber Strecke liegen geblieben – vermutete Bremsenprobleme. Dann war aber plötzlich alles ok. Die Ursache, ist noch unklar.

(Daß der Wasserbeutel von Fred, den er mir auf das Gespann gelegt hatte, sich danach während der Fahrt löste, herausfiel und aufplatzte ist nur ein kleines Detail des heutigen Tages...)

 

Dann kam schwarzer Rauch aus dem Auspuff beim Überholen eines LKWs – war Fred schon in der Früh aufgefallen. Habe es dort dann aber auf den Choke zurückgeführt.

Plötzlich hat er auch kein Gas mehr angenommen – Vermutung als Ursache lag auf zuviel Öl nach Ölwechsel. Also am Strassenrand Öl abgelassen – keine 2m von donnernden Trucks entfernt die Staub aufwirbelten.

Danach hatten wir aber massive Probleme mit der Dichtung der Schwimmerkammer, die wir abgenommen haben um sie auch zu überprüfen – die Dichtung war total porös und lies sich nicht mehr ordentlich hineinlegen. Auf dem Weg zurück in die nächste Stadt verlor ich somit permanent Benzin. Aber das größere Problem war, daß die Maschine nur auf einem Zylinder läuft…

Also zurück in das letzte Dorf gehumpelt. Dort 2h mit Mechaniker vor Ort versucht Problem zu fixen… - was aber nicht klappte: weder tropfendes Benzin noch das mit dem nur einem Zylinder. Also back to square 1.

Oder schlimmer eigentlich noch – der Mechaniker hat dann in der Schwimmerkammer einiges herumgebogen, was wir morgen in der früh uns nochmal genau anschauen müssen bzw. zurückbiegen müssen. Aber es wurde schon dunkel – kurz vor 22:00, die Werkstatt hatte eigentlich schon seit 2h geschlossen, der Mechaniker wurde mürrisch…

 

Ich auch. Totmüde. Absolut totmüde. Aber ich bin so dankbar, daß Fred dabei ist, der sich da so top auskennt…

[Mal schauen, wo ich Internet finde um das dann zu posten – also nicht wundern, wenn das irgendwann verspätet auftaucht]

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Please welcome Mr. Churchill

Dreiundzwanzig Uhr Vierundvierzig.
Der gestrige und heutige Tag waren sehr intensiv.
Gestern bereits ab 08:00 am Hafen, dann 8 verschiedene Stationen – mit jeweils langem Warten, und dann um 15:30 endlich mit Mr. Churchill aus dem Hafengelände herausfahren. Dank Enzo – meinem Gastgeber, der für mich die ganzen Behördenwege gemacht hatte, mußte ich nicht sonderlich viel machen. Es war meistens ein Warten – unterbrochen durch das Laufen zur nächsten Station.
Das spannendste war für mich entweder der Streik der öffentlich Bediensteten – der ganz Chile in Atem hält, und ob Mr. Churchill sofort anspringt.
Letzteres tat er fast klaglos.
Leider habe ich dann - wie ich im Hostal angekommen bin und das allererste Mal wirklich so in Ruhe einen Blick auf ihn geworfen habe - doch einige Sachen gefunden, die mein Gespannbauer, der mir das Gespann hätte herrichten sollen, nicht wirklich schön gemacht hat. Das kritischste ist eine Bremsleitung, die am Vorderreifen gerade mal 2mm vom Reifen entfernt ist – wenn sich da ein Stein festtritt könnte er da die Bremsleitung im Worst Case verletzen.
Und es gab da auch noch ein paar andere unschöne Sachen.
Anyway. Wenn ich nicht so müde wäre, würde ich da mehr schreiben.
Aber letztendlich sind das alles keine Sachen, die man nicht irgendwie irgendwo irgendwann regeln kann.
Aber trotzdem – am gestrigen Abend mußte ich mich ein bisserl von dem Schock erholen, daß da doch ein paar Sachen bei weitem nicht so sind, wie ich es mir gedacht hatte…
Ich hatte ja das Problem, daß ich mein Gespann am Sonntag Mittag erst vom Gespannbauer in Düsseldorf übernommen habe, am Sonntag bis spät nachts gepackt hatte, am Montag von Düsseldorf nach Hamburg gefahren bin und am Dienstag um 09:00 mit der großen Hilfe einer lieben Freundin meiner Mutter schon am Packschuppen in Hamburg abgegeben habe – damit es über den Atlantik und Panama Kanal nach Chile kommt.
Somit habe ich ihn nach dem Abschluß der Reisevorbereitungsarbeiten nicht wirklich in Ruhe gesehen – erst gestern so wirklich das erste Mal.
Anyway. Das Thema Gespannbauer ist leider sowieso etwas unschön.
Aber das wäre eine allzu lange Geschichte.
Heute war ich dann mit Fred bei der Werkstatt zu einem Ölwechsel. Davor noch einen passenden Ölfilter gesucht – was nicht ganz einfach ist, weil Mr. Churchill ja keinen herkömmlichen Ölfilter eines Motorrades hat, sondern einen wesentlich mächtigeren PKW Filter. Um genau zu sein, den eines Ford Fiestas.
Aber auch wenn es nicht genau mein Modell war – anscheinend hat man in Südamerika andere Typen-Nummern – er paßte trotzdem.
Dann noch eine Ausfahrt und ein Essen bei einem sehr guten Seefood Restaurant, wo ich dann Fred eingeladen habe als Dank für seine fachliche und moralische Unterstützung.
Danach direttissima zurück ins Hostal – und seitdem nur noch eine Sache gemacht: Einpacken.
Und nachdem ich nicht sowenig Sachen mithabe – der Vorteil eines Gespannes (naja – und auch der Nachteil, weil man zuviel Zeug mithat), dauert das ganze etwas. Und somit ist es fast Mitternacht, ich bin hundemüde – und noch immer nicht fertig.
Aber morgen geht’s recht bald Richtung Mendoza – es ist meine erste Grenzüberquerung mit Mr.C und ich bin da auch schon gespannt, was da auf mich zukommt.
…und wieder ist es doch etwas länger geworden – obwohl ich noch gar nicht alles erzählt habe, was ich in den letzten zwei Tagen so erlebt habe. Aber ich wollte mich kurz melden, insbesonders weil ich jetzt die nächsten Tage wahrscheinlich nicht online sein kann. Aber ich bin am Weg nach Viedma (Argentinien) zu dem Horizons Unlimited Treffen (Gruppe von Motorrad Weltreisenden) am 10.-13.12.
Spätestens dann sollte ich wieder erreichbar sein – bzw. wieder etwas von mir kundtun…

Dienstag, 30. November 2010

Wort des Tages - "El Paro"

Eigentlich hätte es doch so ein netter Tag werden können. Das Wetter war wieder sonnig - ohne eine einzige Wolke am Himmel. (Erst am Nachmittag kamen ein paar graue Wolken auf). Es war warm. Kaum ein Wind. Die Leute waren fröhlich.
Nur bereits am Morgen teilten mir meine Gastgeber mit, daß wir ein Problem mit dem "Paro" hätten.
Ein Generalstreik, der alle öffentlichen Arbeiter von ganz Chile betroffen hat, hat auch Auswirkungen auf den Zoll und somit auch auf mein Motorrad.
Von der Aussichtsplattform gleich ums Eck von meinem Hostal habe ich bereits gesehen: Mein Schiff, die Bahia,  hat den Hafen wieder verlassen - ich habe die Hoffnung nicht mit meinem Motorrad-Gespann...

Ändern kann ich ja eh nichts, also bin ich wieder mit Fred in die Stadt gefahren. Er ist ja bereits 2 Wochen hier, hat ja auch erst vor kurzem seine Maschine bekommen und wartet noch ein paar zusätzliche Tage auf mich und Mr.Churchill.
Martina, unsere deutsche Gastgeberin, hat ihm den Tip gegeben, daß es hier eine Auto-Oltimer Ausstellung gerade gibt.
Nachdem Fred - vor seiner 5 jährigen Welt-Reise, weil für diese hat er sie verkauft - Oldtimer Motorräder gesammelt und auch selber restauriert hatte, wollte er sich diese nicht entgehen lassen.
Wir brauchten dann ein bisserl bis wir es gefunden haben - direkt daneben war nämlich eine riesige Wasserfahrzeug Ausstellung und irgendwie sind wir immer dort gelandet. Das, was wir eigentlich sehen wollten, war dann eigentlich gerade einmal so 6 kaum restaurierte, halb vergammelte Fahrzeuge.
Südamerikanische Mussen sind halt anders...
Naja. Gut, daß wir da eine Stunde dafür herumgelaufen sind...
Dann waren wir - wieder mal - shopping: Kleinteile für das Motorrad - 20min. Sachen für das Abendessen heute und morgen - 1h.
Man muß halt Prioriäten setzen im Leben.
Nach dem ganzen herumgelaufe waren wir beide eh schon etwas müde - und vor allem hungrig, sodaß wir dann auch auf dem kürzesten Weg wieder mit dem Bus Richtung Hostal gefahren sind.
Die Betonung lag auf "Richtung" Hostal. Weil der Bus, den wir erwischt hatten, ist natürlich nicht dort abgebogen wo wir hinwollten, somit mußten wir dann auch noch 20min irgendwie halb Luftlinie zu unserem Hotel latschen.
Natürlich wieder - aufe, obe...
Dann haben wir uns mit einem kleinen Sandwich belohnt. Für jeden eine Hälfte des 1kg Brotlaibs, halbiert und dann mit soviel Zwiebel-Avocado-Schinken-Ei-Käse-Tomaten gefüllt, bis man es nicht mehr zusammenquetschen konnte.
3 Minuten später gab es nach dem Essen noch eine exotische Frucht als Nachspeise. Irgendwas Maracuja ähnliches - nur mit sehr scharf schmeckenden Kernen. Etwas gewöhnungsbedürfig im Geschmack.
Aber nachdem ich noch einen Hunger hatte, gab´s für mich dann noch zwei Joghurt hinterher - Mehrfruchtgeschmack. Wenn schon, dann alles hinein...
Zu guter Letzt noch eine gute Nachricht. Enzo, der chilenische Ehemann meiner Gastgeberin, sagte mir dann abends, daß morgen um 08:00 in der Früh mein Kontainer geöffnet wird und - mit viel Glück ich Mr. Churchill zu Mittag entgegen nehmen kann...
Na dann nur hoffen, daß er dann auch brav anspringt... Bin da doch schon etwas unruhig, wie es ihm geht nach der langen Reise... Fred´s Batterie war tot nach der Ankunft hier - und sein Lederhut, der ihm immer paßte, war ihm um 3 Nummern zu eng plötzlich. Auch war der Ölfilm, der er dick vor der Abreise auf seine Maschine überall hin gesprüht hatte, vollkommen verschwunden. Er vermutetet, daß die extreme Hitze im Kontainer während der 60 tägigen Reise von Australien via Singapur nach Südamerika das alles verursacht hatte..

Gö, da kriegst aber ganz große Augerln...

Eigentlich möchte ich nur mal kurz testen, ob die automatische Benachrichtigung in Facebook funktioniert. Deswegen noch ein kleines Photo vom Fischmarkt. :-)
Und falls sich ein paar Freunde freuen, daß sie so häufig Emails von mir bekommen haben mit dem identen Inhalt - tja. Ihr seid auch als Beta-Tester dabei... :-P

Montag, 29. November 2010

Tag 2 - faul begonnen, fleissig weitergemacht und "f"erfressen geendet

Sodale. Habe gerade noch schnell ein paar Photos wieder hochgeladen... Ihr
könnt sie dann in meinem Blog rechts an der Seite anklicken und anschauen.
Ich habe den Blog wieder etwas angepaßt - wenn alles glatt läuft bekomme ich
mein Gespann am Mittwoch aus dem Zoll raus, bringe es am Donnerstag noch
schnell zum 1000km Service und werde mich vorraussichtlich über den Paß nach
Mendoza dann Richtung Viedma aufmachen. Und da wollte ich noch die Zeit
nutzen um den Blog etwas anzupassen, solange ich hier noch ein
bequem-flottes WLAN zur Verfügung habe. In der Pampa wird´s dann etwas
schwieriger..
Und bevor ich vergesse - ich arbeite hier mit meinem Netbook mit 800x600
Auflösung: Gebt mir bitte Feedback, wie der Blog auf Euren Rechnern
aussieht. Ich bin auch sonst für jede Form von Ideen und
Verbesserungsvorschlägen sehr dankbar!

Hmmm... Was habe ich denn heute getrieben?...
Begonnen hat´s mit wieder mal viel zu früh aufwachen – dafür dann aber noch
mal einschlafen und nach dem Motto "Nach dem ganzen Abreisestress hast es
Dir eh verdient und sowieso - wer weiß wann Du wieder mal in einem bequemen
Bett schlafen wirst" habe ich beschlossen vor 11:00 aufzustehen wäre ein
Beweis von Willensschwäche. Was ich natürlich nicht zulassen konnte.
Nachdem mein Gastgeber hier dann die Panik hatte, daß die lokale Spedition
meines Motorrades zusperrt, sind wir mit dem Taxi hingedüst – nur um
festzustellen, daß eh schon alles von Deutschland aus bezahlt war und wir
gar nicht mehr hinfahren hätten müssen. Anyway. Technische Details halt.

Dann war ich wieder mit Fred herumstapfen in der Stadt.
Und nachdem das etwas hungrig macht, haben wir beschlossen eine Kleinigkeit
zu essen. Tunfischsalat ist was gesundes und kalorienarmes. So wie wir´s
beide gerne haben.
Also haben wir für uns beide etwas Salat gemacht: Ein Salatkopf, eine halbe
(faustgroße) Zwiebel, 4 (Tennisball große) Paradeiser, 3 Eier, 5 Avocados
(wie kann man da widerstehen, wenn doch Valparaiso die Hauptstadt der
Avocado Aufzucht hier ist), zwei Dosen Tunfisch in Öl, eine Packung Mais aus
dem Tetrapack (sic! Wird wirklich so verkauft – im eigenen Sud) und pro
Person Brot so ca. in der Menge eines Baguettes. Dazu eine Flasche Bier für
uns zwei – 1000ml natürlich :-)
Ein Glück, daß ich ein kleines Flascherl Pisco Especial gekauft habe – so
eine Art lokales Schnapserl… :-) Natürlich nur zum Magendesinfizieren. Nicht
weils schmeckt. Eh kloa… ;-)

Sonntag, 28. November 2010

Der erste Tag

Die gute Nachricht mit der der Tag begann – ich habe geschlafen wie ein
Stein. Naja. Zumindest bis 05:43 ortszeit.
Und dann halt putzmunter.
Aber ist ja nicht so schlimm. Man kann ja internet surfen.Theoretisch.
Praktisch: Natürlich paßt der Rundstecker aus Europa nicht in die
chilenische Steckdose. Die beiden Zapfen sind zu dick als daß man diese in
die Steckdose stecken könnte.
Aber mit dem letzten Reststrom meines Netbook-Akkus habe ich dann noch 1,5
Stunden totschlagen können.
Dann noch sicherheitshalber eine Runde weitergemützelt – bis ich um 11:00
zärtlich charmant von den Gastgebern per – gefühlten – 2000W Lautsprechern
geweckt wurde.
Dafür wurde ich dann mit einer Fischmarktbesichtigung belohnt. Dort bekam ich die
Erkenntnis, daß Kühlkette sowieso überbewertet wird. Der Schatten allein
reicht schon… :-)

Direkt vor der Türe warteten schon die Pelikane – schüchterne kleine
Tierchen:

Sodale. Nachdem ich jetzt das erste Mal ausprobiere per Email den
Blogeintrag hochzuladen, beende ich mal meine kurze Dokumentation :-)
Wir wollen doch nicht, daß die Arbeit von mir vergebens ist, oder?
(Und daß es gerade 22:14 ortszeit beziehungsweise 02:14 europäische Zeit
ist, hat jetzt nichts mit dem Ende des Schreibens zu tun… :-) )

Ankunft

Bin gerade hier: Villa Kunterbunt
Nach so ca. 40h nachdem ich meine Wohnung in Wien verlassen habe, bin ich dann gestern endlich in meinem Bett hier in diesem Hostal zur Ruhe gekommen.
Naja. Aber eigentlich auch nur kurz – ich liege seit 5:43 ortszeit (9:43 österreichische Zeit) hier wach…

Der ganze Tag gestern war noch ziemlich ereignisreich – aber alles in allem muß ich sagen, daß die Chilenen super hilfsbereit sind: Nach einem sehr gemütlichem Flug (Exit Sitz am Fenster mit vollkommener Fußfreiheit) bin ich zeitgleich mit meinem Gepäck am Förderband angekommen. (Der schnellste Service den ich je bei einem Flughafen erlebt habe.)
Dann habe ich mich mit ein paar Chilenischen Sicherheitsbeamten geplaudert, die bei dem ATM, wo ich was abheben mußte, gerade Geld nachgefüllt haben – die mich dann auch noch persönlich beschützt haben, wie ich dann Geld bezogen habe… ;-) 
Genau rechtzeitig bin ich dann zu meinem ersten Bus gekommen, der - keine Minute nachdem ich hingekommen bin - losgefahren ist. Was mich sehr beeindruckt hat, war daß der Busfahrer mich zurückgerufen hat, weil ich da 5000 Pesos nicht mitgenommen habe – in welchem südamerikanischem Land ist das sonst der Fall?... :-)
Beim Umsteigen in den zweiten Bus mußte ich dann ganze 3min warten bevor er losfuhr. Und falls jemand glaubt, daß diese Busse hier Seelenverkäufer sind, die auseinander fallen – falsch… ;-)
Die Reisebusse sind hier ziemlich modern – sogar ausgestattet mit Anzeigen über die aktuelle Geschwindigkeit des Fahrzeuges.
Mit so einer kurzen Wartezeit hatte ich nicht wirklich gerechnet – ich war geistig eher darauf eingestellt da Stunden lang irgendwo in der Hitze zu warten. Und bei der AirCon habe ich mir eher meine Jacke wieder angezogen… :-)

Neben mir saß dann ein Chilene, der sich gerade für ein 3 monatiges Work and Travel in den USA beworben hatte und exzellentes Englisch sprach – und ich hatte schon die Befürchtung, daß mein eingerostetes Spanisch die einzige Form der Kommunikation sei… :-)  
(Naja. Er war auch Finalist von einem englisch Redewettbewerb. Ich denke mal das wird mir nicht so häufig passieren…)
Er hat mich dann in Valparaiso – meinem Hafen wo ich das Gespann entgegen nehme – noch zum Taxistand gebracht. Und das Taxi hat mich dann allen Ernstes auf dem kürzesten Wege zu dem Hostal gebracht – 200 Pesos weniger laut Taximeter als die anderen Gäste hier gezahlt hatten. Ungewöhnlich. Kannte ich bis jetzt auch nicht von meinen Reisen… :-)
Und wie´s so ist – der erste Gast mit dem ich plaudere ist Fred. (http://fredontour.de/home.html) Und Fred ist seit 5 Jahren unterwegs. Und will nach Viedma – genauso wie ich zu dem Horizons Unlimited Motorrad Treffen am 10.Dezember.
Und so nebenbei ist er Motorrad Bastler. Und hatte auch jahrelang eine 1000GS BMW – so wie mein Motor.
So werden wir dann gemeinsam nach Argentinien fahren - sehr praktisch einen persönlichen Mechaniker dabei zu haben… :-)

Am Abend gab´s dann noch ein spontanes BBQ zusätzlich mit zwei Italienern und den Gastgebern hier – und die einzige Person mit der ich bis jetzt wirklich Spanisch sprechen mußte war natürlich gerade der eine Italiener…  :-)
Nach 40h nachdem ich meine Wohnung in Wien verlassen habe, bin ich dann endlich in meinem Betti angekommen – nicht ohne meine WLAN Verbindung hier noch kräftig zu testen. Aber mein Handy hatte mir eh schon die perfekte UMTS Verbindung angezeigt…  (Also falls jemand glauben sollte, daß Chile ein Entwicklungsland ist – zumindest nicht hier in der Umgebung der Hauptstadt)   :-)

Naja. Eine schlechte Nachricht gibt´s schon – mein Schiff mit dem Gespann sollte eigentlich gestern ankommen. Aber wie´s ausschaut kommst doch erst am Montag an. Dienstag ist dann Paperwork Tag. Also hoffe ich am Mittwoch dann mein Fahrzeug zu bekommen…
                                                                                                                                                                                     
Sodale. Das wars mit einem kurzen Ich-bin-heil-angekommen-und-mir-geht’s-gut. Ich muß mich jetzt einmal hier eingewöhnen und melde mich dann erst in einigen Tagen wieder.

Samstag, 27. November 2010

Ein spontanes Grillen am ersten Abend

Geplant war ja eigentlich ein einfaches Omelette, mit ein bisserl Zwiebeln, Paradeiser, etwas Avocado.
Doch mein Gastgeber hat dann spontan den Griller angeworfen - also schnell zum Fleischer ums Eck und noch ein paar Grillwürste gekauft.
Another Lessons Learned: Mir wurde "wärmstens" empfohlen in Südamerika Grillwürste erst dann zu essen, wenn sie 1000% durch erhitzt sind - ansonsten hat man dann ein paar Tage sitzend Zeit darüber nachzudenken ob dieser Ratschlag eingehalten werden sollte...
Posted by Picasa

Mein jetziger Aufenthaltsort - angekommen in Südamerika

Villa Kunterbunt in Valparaiso, Chile