Freitag, 30. Dezember 2011

Wien-Düsseldorf-Miami Beach-New Orleans [Pics]

Aufgestanden in Wien. Sonnenaufgang in Düsseldorf. Sonnenuntergang in Miami Beach. Schlafen gehen in New Orleans.

Manchmal ist das Leben nicht so schlecht.

 

Heute war ein etwas turbulenterer Tag. Um 04:15 aufgestanden. Um 06:35 den Flieger von Wien nach Düsseldorf genommen. Am Flughafen eine Mordsmäßig lange Schlange – und wo uns dann gesagt wurde, wie wir dann endlich dran waren, daß wir unbedingt einen Ausdruck des Weiterfluges aus den USA hinaus benötigen. Laptop Screen ist nicht ausreichend!

...womit natürlich keiner gerechnet hat - 1 Monat im vorhinein das auszudrucken! Also schnell bei einem Internet PC dort bei der Airberlin versucht bei meinen Mails einzuloggen. Nur um dann festzustellen, daß ich kein Bestätigungsmail von Spirit Airlines bekommen habe, sondern nur von der Travelagency, wo aber wieder nicht alle Daten enthalten waren. Also mit dem Buchungscode bei Spirit Airlines eingelogged, ausgedruckt. Zum Schalter zurückgelaufen und den Boarding Paß entgegen genommen. Und Boarding beginnt in...

Ähem. Hatte natürlich schon längst begonnen. Also zum Gate gehetzt. Dort als letzten in den Flieger gesprungen – knapp bevor sich die Tür schloß.

In Düsseldorf angekommen hatten wir zwei Erkenntnisse: A) Das der Flug nach Miami rund 45min Verspätung hat. Und B) Daß unser Gepäck es ja eigentlich unmöglich geschafft haben könnte – wenn wir schon so wie verrückt laufen mußten.

 

10:45h später kamen wir dann in Miami an. Wo wir als erste aus dem Flieger stürzten, nachdem wir schon auf Nadeln saßen, da unser Weiterflug nach New Orleans ja dann schon in 1:45h weitergeht – wohl kennend die USA spezifischen Eigenheiten der Immigration.

Klarerweise kamen wir zwar als erste aus dem Flieger zu der Schlange – schafften es aber geschickt den anscheinend langsamsten Schalter auszuwählen. Fluchend kamen wir dann zur Gepäcksausgabe – nur um festzustellen, daß noch nicht alles Gepäck da war. Was aber Vorraussetzung war,um unsere Gepäckverspätung bei der Fluglinie anzumelden. So ein Schmarrn aber auch. Also noch mal aufgehalten durch diese langsame Gepäckabfertigung...

 

...Nur um dann vollkommen überrascht zu sein, wie dann plötzlich die beiden Rucksäcke als letzte auf das Förderband purzelten!

Ich kürze ab: Durch-Zoll-gehuscht,Im-Labyrinth-zurecht-gefunden, ans-andere-Ende-des-Flughafens-gelaufen, um-15:29-am-Schalter-angekommen, und...

Tja.

Genau 45min vor Abflug schaltet das System für die Aufnahme von Gepäck ab. Unser Weiterflug geht aber um 16:10. D.h. letzte Gepäckaufgabe ist 15:25.

Ähem...

 

Nun gut. Das Warten auf den nächsten Flug war sehr fein. Anbei die zugehörigen Impressionen: https://picasaweb.google.com/117650293459586742869/20111230AnschluFlugeWerdenUberbewertet

 

Montag, 26. Dezember 2011

Erinnerungen [Pics]

Ich sitze am Schreibtisch. Draussen hat es 5°C. Es regnet.

Ich habe gerade Facebook geöffnet. Um noch schnell bevor ich mich anmache ein paar wichtigen Emails zu schreiben, zu schauen, was die Welt so treibt.

Mein Reisepartner Fred hat ein paar Videos gepostet. Teilweise von Orten, die ich gemeinsam mit ihm bereist habe.

 

Es kommt ein bisserl Wehmut auf, wenn man solche Photos wieder sieht. Erinnerungen an eine Reise, die so weit weg scheint. Aber es erinnert mich auch an ein paar Photos, die ich noch nicht veröffentlicht hatte.

Und welche ich dem wertem Leser nicht vorenthalten kann. Absichtlich viele Photos mit Schwerpunkt Landschaft – um den kühlen Wetter hier in Europa etwas zu entrinnen...

Es sind Photos noch von Chile – vom Ende Mai diesen Jahres, bevor ich noch nach Bolivien fuhr...

https://picasaweb.google.com/117650293459586742869/20110527RichtungWestenUmRichtungOstenZuKommenCalamaMeinAbflugort

Sonntag, 25. Dezember 2011

Merry X-Mas

Nachdem ich versuche, wieder etwas ähnliches wie Alltag in mein Leben hineinzubekommen (wenn gleich dies vielleicht auch ein klitzekleiner Widerspruch in sich ist bei meinem Lebenswandel) noch ein kleiner Blogeintrag zu einem Thema, welches vielleicht ein oder zwei meiner werten Leser berührt: Weihnachten.
Nachdem ich nicht darum herum komme auch einen Kommentar zu diesem vielbeachteten Event zu hinterlassen:
Frohe Weihnachten an All meine Lieben!

Und weil ich schon so lange keine Photos mehr hochgeladen habe, lade ich doch glatt was von den letzten Tagen hoch. (Wenn gleich ich einige Photos von Susan gestohlen habe ;-)   ) Auch wenn die letzten Wochen etwas intensiv waren, ein paar Momente waren dann doch sehr nett...



Donnerstag, 22. Dezember 2011

Erklärungen. Und Reisen

Manchmal kommt ja alles anders als man denkt.
Das Leben könnte so einfach sein. Man sitzt irgendwo in Südamerika am Strand. Schlürft einen Cocktail. Erfreut sich des Lebens.
Und ich möchte zumindest einmal kurz erläutern, warum ich genau dieses nicht tu.
Dem werten Leser meiner literarischen Ergüsse ist es vielleicht schon aufgefallen, daß ich seit geschlagenen 23 Tagen keine Nachrichten von mir gegeben habe.
Ich wünschte ich könnte dies mit irgendwelchen Abenteuern im Dschungel erklären.
Die ganze Geschichte dahinter ist aber viel krimihafter.

Für diejenigen, mit denen ich über Facebook in Kontakt bin, ist es nichts unbekanntes: Ich befinde mich gerade in Wien.
Auch wenn Wien – übrigens zum wiederholten Male – zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität der Welt gekürt wurde, ist diese Eigenschaft nicht der Grund warum ich hier bin.
Der Grund ist leider ein anderer.
Meine Mutter war Ende November in Ägypten. Und kam von dort zurück. Sie wurde aber nicht von ihrem Mann abgeholt. Sondern wurde - am Flughafen ihren Mann suchend - am Handy von einem Chauffeur angerufen. Der erklärte, daß ihr Mann sie nicht abholte. Daß eben dieser Chauffeur die Wohnungsschlüssel aber mithätte. Gut verpackt in einem Kuvert.
Von eben diesem Chauffeur zuhause abgesetzt, ging meine Mutter in das Haus. Und fand es halb leergeräumt vor. Mit einem Brief von ihrem Mann am Tisch.
Daß dieser beschlossen hätte sich zurückzuziehen. Und meiner Mutter alles Gute für den weiteren Lebensweg wünsche.
Seitdem ist er nicht erreichbar. Keine Antworten auf Emails. Am Telephon nie kontaktierbar.
Klarerweise war schon das Auto abgemeldet. Die Bankkonten gesperrt. Das Handy und das Festnetz funktionierten nicht. Meine Mutter hatte gerade einmal ein paar Euro in der Tasche. Wenigstens konnte sie noch mit einer einzigen Kreditkarte, die noch funktionierte irgendetwas für den Kühlschrank kaufen.
...Man kann sich vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man mit so einer Kleinigkeit so vollkommen überrascht wird.

Und das war auch der Grund warum ich dann so kurzfristig nach Hause gedüst bin.
...und somit schlage ich mich in den letzten Tagen mit diversen Ämtern und Gesellschaften herum. So wie zum Beispiel die Kollegen von der Wien Energie, die eines Tages plötzlich um 07:00 vor der Tür standen und den Strom abdrehen wollten. Oder mit defekten Faxgeräten, die so zurückgelassen wurden – wo ich erst nach einer Woche feststellte, daß dieses eigentlich defekt ist und die gesamten gesendeten Faxe manchmal trotz scheinbar korrekter Übertragung nicht ankamen. Oder solch banale Sachen, wie Telefonnummern von Nachbarn herauszufinden, die anscheinend irgendjemand aus ihrem Handy rausgelöscht hatte.
Unglücklicherweise sind auch am Haus einige Sachen zu reparieren – und ich meine jetzt nicht einmal die rinnende Klospülung oder die unzähligen defekten Glühlampen im Haus. Etwas aufwendiger sind die Wasserflecken, die jetzt im Winter naturgemäß etwas brisanter sind. Oder die defekte Internetleitung, die jetzt von den Kollegen der Post endlich behoben wird. Oder die undichten Schornsteinabdeckungen, wo es in den Schornstein hineinrinnt. Oder die defekten Fußbodenheizungen, die wenn man Glück hat, nicht heizen – und wenn man Pech hat, dazu führen, daß der FI-Schalter fliegt.
Also auf Deutsch: mir ist im Moment gerade nicht langweilig.

Dienstag, 29. November 2011

Arequipa. Arica. Alles trocken. Naja. Beinah

Die letzten Tage waren intensiv. Nicht durch permanentes Feiern. Sondern
durch: Fahren. Naja. Und reparieren. Wie könnte man denn letzteres
unterschlagen?
Am Samstag habe ich mich von Arequipa (Peru) zu Frank nach Arica (Chile)
aufgemacht, wo ich netterweise während meines Herumtreibens in Europa und
den USA Mr Churchill unterstellen darf. Frank ist ein Freund von Fred,
welcher in Arica lebt, dort seine Firma hat und sich eben auch gerade eine
BMW gekauft hat - wenn gleich etwas frischer als MrC: eine BMW 1200GS. Und
da hatten wir dann gleich stundenlang Gesprächsstoff: Motorräder und Reisen
mit denselben.
Die Anreise hat gemütich begonnen. Ich bin in aller Herr-Gotts-Früh
aufgestanden und habe alle Taschen aufgesattelt. Es ist nicht so ganz
trivial so einzupacken, daß man nach dem Einwintern von MrC alles
griffbereit hat um nach Hause zu fliegen, danach 1 Monat in den USA zu sein
und danach wieder zu MrC zurückkommt - ohne etwas zu vergessen oder durch
die Weltgeschichte zu schleppen, was man nicht braucht...
Um 09:00 ging´s dann endlich los. Wie immer herrlicher Sonnenschein.
Naja. Zumindest anfangs. Innerhalb einer halben Fahrtstunde hat´s dann plötzlich
signifikant abgekühlt - und Sichtweiten von gerade mal 20m.

Interessanterweise gibt´s dort (laut den Straßenschildern) regelmäßig Nebel.
Aber trotzdem ist die gesamte Vegetation ausgetrocknet - nur Sand entlang
der Straße.
Lustig fand ich die Mautstationen - wo man als Motorradfahrer nichts zahlt. Naja. Aber man muß da ganz offiziell seitlich an der Mautstation vorbeifahren. Für ein Gespann ist das Millimeterarbeit manchmal...
Ein bisserl später wieder in der Hitze zurück meine erste peruanische
Polizeierfahrung - mitten in der Wüste: ich werde angehalten - kein Licht
angeschalten. Ui,ui... Ich habe die Dollarzeichen schon auf der Stirn des
Polizisten gesehen. Und ich hab´s dann wieder mit der MrC-Methode probiert.
Habe den Polizisten mit Details über MrC zugequasselt...
Am Ende haben wir uns dann sogar über Gott und die Welt unterhalten - und
ich hab die beiden dann noch auf ein Glaserl kaltes Wasser aus meinem
Kanister eingeladen, wo sie bei den trockenen Temperaturen glücklich
zugriffen.

Meine nächste Begegnung dann Clemente - ein argentinischer Newbie: gerade
ein Monat auf der Straße. Mit seinem 200ccm Gatschhupfer auf dem Weg in die
USA hoch. 1,5 Jahre rechnet er noch unterwegs zu sein.
Nach den beiden netten Erlebnissen rolle ich gemütlich weiter. Freue mich
schon, daß ich nach Tacna komme - zur Grenze. Und dann trifft mich der
Schlag - eine riesige Auto Schlange. Nur um überhaupt parken zu dürfen. Um
dann die ganzen Zollformalitäten hinter sich zu bringen.
Geschlagene 2 1/2 Stunden brauche ich für die ganze Prozedur dann - Samstag
Abende sind nicht die besten Zeiten um die Grenze zu überqueren. Klarerweise
gehen dann gerade bei mir die Formulare aus: ich hatte nur 3 Durchschläge
von dem einem Formular. Benötigt werden aber 4. Und dann wieder mal von
Pontius zu Pilatus um eine Kopie des einen Durchschlages zu bekommen.
Aber fairerweise muß ich sagen - die Zollangestellten waren super
hilfsbereit! (Wenn gleich auch manche mit so einer komplexen Situation
vollkommen überfordert waren, daß ich eine Kopie eines Durchschlag
benötige...)
Gestern habe ich dann in der früh noch in Arica versucht einen Elektrik
Spezialisten aufzutreiben, der mir in der Zeit meiner Abwesenheit noch die
Verkabelung bei MrC neu macht. Frank hat mir seinen Nachbarn Alan, seinen
Motorrad Mechaniker, empfohlen. Dieser wiederum Juan, seinen Elektriker. Den
habe ich nicht sofort gefunden. Dafür aber mit einem anderen Juan
geplaudert, der eine Dreherei besitzt und vor dessen eine Honda Shadow mit
700ccm gestanden ist - der Grund warum ich dort dann nach dem anderen Juan
gefragt habe. Dieser Juan hat mich dann zu Paco geschickt, nachdem Juan mit
Arbeit vollkommen dicht war. Paco hat mich dann zu Dyson geschickt, weil der
eine Abstellmöglichkeit für MrC hätte, was Paco nämlich nicht hatte. Und
Dyson besaß früher auch mal einige Motorräder - nur leider war er mir so
unsympathisch, daß ich dann nach dieser Odysee den Hut draufgeworfen habe...
Und dann in der Kühlhalle von Frank´s Fabrik dann endlich den neuen
Endantrieb eingebaut habe, den mir Magda aus Deutschland mitgebracht
hatte...
Überraschenderweise war ich nach 4 Stunden endlich fertig - und MrC fuhr
wie ein Einser!
...Klarerweise geht das doch nicht so einfach - beim Überprüfen der Reifen
stellte ich fest, daß ich mir einen Dorn wieder mal in den Seitenwagenreifen
eingefahren hatte. Beim Rausziehen kam wieder das vertraute
"Zischhhhhhhhhhhhhhhhh......" Yap. Technische Details halt.

Freitag, 25. November 2011

Feindbilder des modernen Mechanikers

Sprengringe. Ich könnte all diese in die Luft sprengen. Kleine, fiese Bauteile, die einem zur Verzweiflung bringen können.
Manch werter Leser wird sich fragen, was denn dies ist. Wikipedia hat zu diesem Ungetüm auch einen Eintrag: "Ein Sprengring ist eine besondere Form des Sicherungsrings und dient im Maschinenbau zur formschlüssigen, axialen Festlegung von Bauteilen wie Rädern oder Lagern auf Achsen, Wellen bzw. Lagern, Achsen etc. in Bohrungen. "
Oder auf Deutsch: ein kleiner, fieser Teil der dazu dient, daß irgendwas nicht von irgendwo runterfällt.

Die letzten Tage habe ich verbracht mir MrC´s Elektrik zur Brust zu nehmen. Und ausnahmsweise mal in angenehmen Ambiente. Ein Platzerl im Schatten. WiFi Empfang bei MrC. Tische, wo man sich ausbreiten konnte. Das ganze in einer staubfreien Umgebung – am Rasen vom Casa de los Pinguinos.
Aber die Welt wäre doch zu schön, wenn es nicht auch nervige Sachen gäbe. Neben Sprengringen – auf die ich gleich nochmal näher eingehen werde – nämlich auch kleine, gierige Blutsauger. Die ausländische Kost lieben. Vorzugsweise anscheind Qualitätsware aus Österreich. (Nun gut. DAS kann ich dann ja allerdings verstehen)
Aber mit Hilfe von einer 2mm dicken Schicht von DEET habe ich auch das überlebt.

Aber um wieder auf Sprengringe zurück zu kommen. Diese kleinen Dinger waren in meinem Anlasser verbaut, den ich zerlegt habe um zu schauen, ob meine Starterprobleme dadurch entstehen.
Nope. Sind sie nicht. Aber weil ich gerade so schön in Fahrt war, habe ich ihn nach vollständiger Zerlegung noch mal schnell gereinigt, eingefettet und dann wieder zusammengebaut.
Netterweise haben mir dann ein paar Kollegen aus dem 2-Ventiler Forum Schützenhilfe gegeben – und mir dann eine Lösung vorgeschlagen, die ich dann auch realisiert habe: das Problem war, daß zuwenig Spannung am Anlasser anlag, sodaß dieser den Motor nicht in Bewegung setzen konnte. Irgendein Hund in der Elektrik – ein zu hoher Übergangswiderstand bei irgendeinem Bauteil oder sowas ähnliches. Aber die Spannung war hoch genug um ein Relais zu schalten – welches ich dann eben dazwischen gebaut habe und welches – unter Vermeidung irgendwelcher Bauteile – direkt von der Batterie gespeist wird. Klingt doch gut theoretisch, oder?
Tja. Theorie und Praxis. Weil in der Praxis war´s natürlich so, daß mir das Schraubgewinde vom Magnetschalter des Anlassers abgerissen ist.
...Mir ist das Herz ordentlich in die Hose gerutscht. Mein Flug für den Weihnachtsfrieden in Österreich geht am 30.November. Es war der 24. November wo mir das passiert ist. Ich muß MrC auch noch aus Peru rausbekommen – weil man nur 90 Tage eine „Temporary Import Permit" bekommt. Also MrC kurz nach der Grenze in Arica bei einem Bekannten für die Zeit meines Intermezzos in Europa und USA parken. Und dann noch irgendwie schauen wie ich von dort oben im Norden noch weitere über 2000km nach Santiago de Chile komme...
Und dann passiert mir sowas. Ein abgerissenes Gewinde von einem Magnetschalter. 5 Tage vor meinem Abflug. Wo krieg ich den schon wieder her?
Aus Erfahrung weiß ich ja, daß es tagelanges, wenn nicht sogar wochenlanges Suchen hier in Südamerika ist, bis ich den irgendwo wieder auftreiben kann. Und ich muß aber wieder mal mir MrC das Land verlassen.
Tja. Ich habe geflucht wie ein Rohrspatz. (Und mir überlegt, wo ich meinen Kummer mit Alkohol ertränken kann)

Nun gut. Aufgeben tut man einen Brief.
Also in die nächste Motorrad Werkstatt gegangen, dort meine Situation erklärt, einen mitleidigen Blick erhascht, mitgeteilt bekommen, daß das ganze ziemlich vertrackt sei. Aber ich kann es doch mal im Miraflores Viertel probieren. Da gibt´s ein paar Läden.
Also in das nächste Taxi gesetzt. (Dort nett mit dem Taxifahrer geplaudert: er erzählte mir, daß sein Auto 800cc hat. Und ich antwortete: mein Motorrad hat 1000cc. - Ach, ich mag diese Männerspiele.)
Dann hat mich der Taxler an einer Straßenkreuzung abgesetzt. Ich bin in das erste Geschäft reinspaziert. Habe dort mein Problem erklärt. Und die Aussage bekommen, daß sie keinen Magnetschalter für diesen Anlasser haben. Aber vielleicht ja das andere Geschäft. Nur ein paar Cuadras (Häuserblöcke) entfernt. Yap. Das Spielchen kenne. So beginnt immer das Pontius-zu-Pilates Spiel. Kenne ich leider zur Genüge.
Ich dreh mich um. Werf einen Blick in die Vitrine. Und was sehe ich? Meinen Magnetschalter. 45 Soles (rund 13€) ärmer gehe ich mit einem dicken – und sehr erleichterten - Grinser aus dem Geschäft. Versteh einer Südamerika.
(Und ich erwähne jetzt nicht, daß dieser Magnetschalter in Europa rund 60€ kostet)
Und somit geht´s morgen nach Arica weiter. Theoretisch halt.

Dienstag, 22. November 2011

Auf MrC kann man sich verlassen...

Das wichtigste im Leben ist, daß man einschätzbar bleibt. So wie MrC.
...Wie langweilig wäre es denn, wenn alle technischen Probleme verschwinden würden!

Gestern hatte ich um 16:00 einen Termin beim hiesigen HONDA Händler, damit mir dieser den neuen Vorderreifen aufzieht. (Mit dem richtigen Werkzeug ist das eine Arbeit von ein paar Minuten – nur mit meinem Bordwerkzeug eine Stunde) Und das hatte ich dann zum Anlaß genommen auch gleich meine neuen Stoßdämpfer zu montieren, wenn denn der Vorderreifen eh schon unten ist.

Eh kloa. In Südamerika rechnet keiner damit, daß man um 16:00 wirklich um 16:00 dort sein muß. ...
Ich kam also pünktlich um 16:45 dorthin. Und was war?  Die hatten dann allen ernstes keine Slot mehr frei! Wo kommen wir denn dahin, wenn die hier plötzlich anfangen Deutsch zu arbeiten?!...
Nun gut. Sei´s drum. Ist ja alles nicht so schlimm. Den Vorderreifen demontieren kann ich eh selber. Aber den neuen Gummi aufziehen konnte ich halt nicht. Und so wurde ich zu einer Gomeria geschickt einem Laden, der nichts anderes macht als Reifen zu wechseln.
Klingt nach einer guten Idee. Aber in der Praxis war es dann so, daß 1m neben einer stark befahrenen Straße mein Reifen gewechselt wurde. Was nicht so schlimm war – wenn ich nicht auch noch die ganzen Stoßdämpfer umgebaut hätte. Im Straßenstaub. Bei Rush Hour. Im Smog. Bei unter gehender Sonne.
Anyway. Technische Details.
Das Reifen wechseln hat mich dann auch noch 15 Soles (rund 4,5€) gekostet – was mir gar nicht aufgefallen ist, daß es so teuer war (irgendwie dividier ich den Preis um in € zu rechnen in Soles durch 5, statt durch 3 wie es sein sollte. Muß mich da endlich umgewöhnen!) zum Vergleich ein 3-gängiges Mittagsmenü gibt es hier ab ca. 3.5 Soles.

Auf jeden Fall, wie ich dann endlich wieder zum Hostal zurückkomme, stelle ich den Motor ab. Klingle an der Tür. Bitte, daß man mich hineinläßt. Geh zu MrC zurück. Setz mich in den Sattel. Drücke den Anlasserknopf. Und was ist?
...Nix. So richtig gar nix. Naja. Bis auf ein leises Klicken. Wieder mal.

Also wieder MrC zum Parkplatz hineingeschoben. Und wieder mal frustriert überlegt, wo ich jetzt ein ordentliches Bier herkrieg.
Nach ein paar Minuten herumüberlegen, habe ich festgestellt, daß es hier in der Nähe kein Bier gibt. Nun gut. Zumindest MrC ausprobieren wollte ich noch mal. Ist doch verhext, daß er wieder nicht anspringt.
Also. Ich drücke den Anlasserknopf. Und was ist?
...Er springt an wie ein Einser.
Ähem. Tja. Also...

Nun gut. Also lege ich mich beruhigt schlafen. Klappt ja doch alles. Ist doch fein.
Heute in der früh setze ich dann meine Arbeiten an MrC fort. Überprüfen aller Schrauben der neuen Stoßdämpfer. Federvorspannung an Stoßdämpfern des Vorderrades und Seitenwagens einstellen. Zug- und Druckstufe anpassen.
Tja. Aber dann stelle ich noch fest, daß der Schwingarm von meinem Seitenwagen ein axiales Spiel hat und weils soviel Spaß macht zerleg ich den. Bau die Achse aus. Zerleg das ganze Lager. Fette das ganze kräftig ein. Und bau das ganze wieder zusammen. (Mein Lehrmeister Fred wäre stolz auf mich gewesen, wenn er mich so mit öligen Fingern und den ganzen Werkzeug um mich herum gesehen hätte)
Und weil ich so in Fahrt war, zerleg ich noch meinen alten Seitenwagen Stoßdämpfer, bau die Feder aus, demontier nochmal meinen neuen Stoßdämpfer,  zerleg ihn - und bau auch dort die (zu schwache) Feder aus und bau die alte (stärkere) Feder in den neuen Stoßdämpfer ein.
...Tja. Und stell fest, daß sie nicht paßt. Eh kloa. Also wieder alles retour.
Aber alles hat ein Ende. (Nur die Wurst hat... Eh schon wissen)
Endlich alles fertig.

Also wieder alles Werkzeug verstaut. Die Ölverschmierten Hände gewaschen. Umgezogen. Fertig gemacht endlich für die Probefahrt. Susan überredet mitzukommen. Helm und Anzug angezogen. Die Dame vom Hotel gebeten, das Tor aufzusperren. Aufgesattelt. Schlüssel ins Schloß gesteckt. Zündung angeschalten. Anlasserknopf gedrückt. Und was ist?
...Nix. So richtig gar nix. Naja. Bis auf ein leises Klicken. Wieder mal.
Ähem. Hatten wir ja schon.

Also was habe ich danach gemacht?

Sonntag, 20. November 2011

Spanngurte wieder mal

Ach. Diese kleinen technischen Details. Wie habe ich sie vermißt.
Endlich bin ich ja in Arequipa bei MrC und komme dazu meine ganzen
Ersatztteile, die mir Freunde netterweise aus Europa mitgenommen haben, zu
verbauen.

Ich begann mit dem wichtigsten - mein Seitenwagenstoßdämpfer, welcher ja in
Bolivien beschlossen hat sich zu trennen. Und zwar vom Stoßdämpferauge.
Also den neuen Stoßdämpfer schnell ausgepackt. Und eingebaut. Naja. Die
Absicht war da. Leider war der Versteller für die Federvorspannundg derart
eingebaut, daß die Hydraulikleitung in die falsche Richtung zeigte - in
Richtung Rad bzw. nach unten.
Also schnell mit zwei Spanngurten die Federn gespannt. Und den Versteller
abgezogen und umgedreht wieder aufgeschoben. Klingt einfach - ist aber in
Wahrheit sehr "spannend". ...nach etwas grübeln habe ich es dann aber gut
hinbekommen.
...nur um dann festzustellen, daß es sowieso egal war - in welcher Richtung
auch immer montiert: der Versteller schrammt am Reifen.
Also wieder mal die Spanngurte. Dann Versteller ganz abgebaut.
Tja. Und dann kommen aber wieder mal die kleinen technischen Details in
Spiel. Ohne Versteller funktioniert das Federbein auch ganz gut. Tja. Nur
leider ist die Feder halt genau um diese 35mm des Verstellers zu kurz.
Anyway. Funktioniert trotzdem.

Aber weil ich den Seitenwagenreifen schon unten hatte, habe ich mir auch
gleich meine Seitenwagenbremse zur Brust genommen. Naja. Oder eher - unter
die Finger.
Und festgestellt, daß die Bremszylinder nur schwer zurückfahren. Also
schnell Bremse ausgebaut und vorsichtig zurückgehebelt um die neuen
Bremsbeläge einzubauen. Tja. Und dann festgestellt, daß die neuen
Bremsbeläge um A**** zu dick sind. Anyway. Somit habe ich dann einfach eine
alte, bereits etwas abgefahrene noch einmal verbaut. Muß also bald wieder
mal dran.
Beim Montieren der Vorderradstoßdämpfer habe ich dann allerdings
festgestellt, daß ich das ganze Vorderrad ausbauen muß um dies zu erledigen.
Und weil ich eh einen neuen Vorderreifen aufziehen wollte - und ich aber
einfach zu faul bin diese 1-stündige Tätigkeit, die in einer Werkstatt mit
den richtigen Tools genau 3min dauert, selber zu machen - werde ich das
morgen dann in einem Shop machen lassen und dann, während der Reifen
bearbeitet wird, die Stoßdämpfer verbauen.
Und weil alles so lustig war - schnell noch das Motor-Öl aufgefüllt. Auch
beim Endantrieb noch etwas Öl nachgeschossen. Batterie wieder angeklemmt und
Batteriestand kontrolliert - 13,6V (sehr beeindruckend nach über 1 Monat
stehen) Dann Schwimmerkammerdichtung gereinigt (eine sehr gute Idee nach dem bolivianischem Sprit, wie sich herausstellte), Vergaser auch noch mal
schnell kontrolliert und zumindest ausgewischt. Dann Hauptdüse auch noch mal
schnell gecheckt. Zündkerzen auch noch mal kurz abgebürstet.
Und den Starter Knopf betätigt. ...Und was war?
... Mr Churchill sprang an wie ein Einser. Läuft brav wie ein Einser.
Beeindruckend. Ich hatte ja mit sehr viel mehr gerechnet. Bin das ja gar
nicht mehr gewohnt, daß alles so glatt geht. Zur Belohnung hat Mr Churchill
dann dafür auch noch eine neue GPS Halterung bekommen, die mir netterweise
Touratech spendiert hatte.

Auf jeden Fall - welch Überraschung. Mal schauen, was Mr Churchill morgen
von sich gibt.
Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Donnerstag, 17. November 2011

Casa de los Pinguinos [SPOT, Pics]

Viele Einträge. Aber keine Werbung. Da würden sich die privatrechtlichen Sender im Grabe umdrehen...
Deswegen habe ich beschlossen einmal ein bißchen Werbung zu machen - für Alex, die überaus freundliche Besitzerin des Hostals, in dem ich mich gerade befinde - das perfekte Biker Hotel hier in Arequipa: http://www.lacasadelospinguinos.com/whoarewe.html

Ich durfte hier die ganzen Wochen netterweise MrC unterstellen...
und auch den Garten misbrauchen um diverse Reparaturarbeiten und Aufräumarbeiten bei meinen Boxen durchzuführen...

Aber das beste daran - es ist einfach super luxuriös zu einem durchaus sehr akzeptablem Preis - und in nur 12 Sekunden kann man in dem Zimmer das für sich gewohnte Chaos herstellen.
Echt ein klasse Platz! Danke Frank für diesen tollen Tipp!!
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Mr. Churchill
Latitude:-16.40755
Longitude:-71.54089
GPS location Date/Time:11/17/2011 11:27:51 PET
Message:Hi meine Lieben, habe gerade kein Internet hier, somit per Satellit: Mir gehts gut! Dickes Busserl, Philipe
Click the link below to see where I am located.
http://fms.ws/6T-Y9/16.40755S/71.54089W
If the above link does not work, try this link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=-16.40755,-71.54089&ll=-16.40755,-71.54089&ie=UTF8&z=12&om=1
Mr. Churchill
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http://www.findmespot.com

Mittwoch, 16. November 2011

Reiß. Zähne

Das spannende am Schreiben ist - die Lokalitäten, wo man dies tut, verändern sich permanent. Naturgemäß beim Reisen halt. Wie zum Beispiel jetzt gerade.

Ich sitze gerade auf einer sehr fetten, überaus bequemen Couch. Im Hintergrund angenehme Lounge Musik. Neben dem Kaltwasserspender Kaffee zur freien Verfügung. Genauso wie auch Inca Cola - die lokale Softdrinkspezialität, und auch eine 2,5l Flasche Coca Cola. Und eine Flasche Blended Scotch Whiskey darf nicht fehlen - letztere aber im Gegensatz zu den anderen Getränken fast leer.

Ich sitze gerade in der Priesdent Zahnarzt Praxis hier in Arequipa. Susan bekommt gerade eine Wurzelbehandlung – während ich es mir mit den Getränken gut gehen lasse.

Der werte Leser wird sich frage: Zahnarztbesuch – was ist daran denn besonderes? Nun ja – gute Dental Services hier in Peru zu finden ist eine Sache. Vertrauenswürdige eine andere.

Nachdem Besuch bei unserem Zahnarzt Alfredo in Cusco, waren wir sehr verwöhnt, was ausgezeichnete, geduldige Betreuung mit modernster Technik angeht. Nur leider gingen Susan´s Beschwerden trotz Breitbandantibiotika Therapie und Lokal-Penicilin Verabreichung nicht weg. Und so haben wir die letzten Tage hier in Arequipa mit einer Zahnarztsuche verbracht.

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Und wie ich so gerade am schreiben bin, ruft mich die Arzthelferin in das Operations-Zimmer. Und es stellt sich heraus, daß die OP abgebrochen werden muß. Die Begründung sei ein zu enger Nervenkanal, der erst mit Medikamenten geweitet werden muß, bevor die Operation fortgesetzt werden kann.

Und klarerweise hat der Doktor den ganzen Tagen voll mit Terminen und somit kann er erst am Freitag weiter machen.

Nun ja. Arequipa ist ja auch eine nette Stadt. Also wieder mal ein bisserl Zeit versitzen. Schmarrn aber auch.

 

Wir grübeln gerade, was wir tun sollen. Das beste wäre zu Alfredo nach Cusco zurück zu fahren – wenn man schon mal einen guten Zahnarzt gefunden hat, den man vertraut, dann sollte man dort auch tunlichst bleiben.

...Anyway. Wieder mal die Lektion – gewisse Sachen sollten einem bei der Reise nicht passieren. Zahnprobleme. Blinddarmentzündungen. Oder Motorradschwierigkeiten. Alles die gleiche unschöne Kategorie.

 

Unabhängig davon hatten wir gestern ein interessantes Erlebnis. Ich vermute mal, das passiert auch nur in Südamerika.

Wie wir so im Taxi zum Zahnarzt sitzen (4 Soles,  rund 1,3€) parkt ein Auto aus. Und nimmt die rechte Seite des Taxis mit, welches gerade daran vorbeifährt.

So richtig schön 40cm an der Seite entlang gestreift.

Als Europäer denkt man sofort an Haftpflichtversicherung. An Polizei rufen und Unfallaufnahme. An Zeugeneinvernahme und heftige Streitgespräche.

Aber hier?... Nix. Ned einmal gar nix.

Das parkende Auto parkt einfach weiter aus. Und fährt davon.

Und wer jetzt glaubt, daß der Taxilenker jetzt wutentbrannt aus dem Auto springt... Weit gefehlt... Ein zaghaftes Hupen einmal, wie wir an der roten Ampel so hinter dem anderen Auto stehen. Aber ansonsten nix. Ned einmal gar nix. Nun gut – auf der anderen Seite wer die Bürokratie hier in Südamerika kennt, wird sich wahrscheinlich dreimal überlegen ob er wegen einem kleinen Kratzer da den Aufstand macht.

Samstag, 12. November 2011

Hoch. Zeiten in Ollantaytambo

Ich sitze gerade im Hostal in Cusco und grüble gerade wie ich die
ereignisreichen letzten Tage zusammenfassen kann.
Vorgestern waren wir in Ollantaytambo und haben die Party intensive Hochzeit
von Matthias und Candy besucht.
Es war wirklich sehr interessant diese Hochzeit zweier Kulturen beizuwohnen.
Und neben der in Südamerika obligatorischen Verspätung gab es jede Menge
Essen, Alkohol, Tanz und Musik. Sehr, sehr fein.
Wenn gleich ich auch zugeben muß gestern dann nicht so fit gewesen zu sein.
...Hmmmm - vielleicht doch zuviel Musik? ;-)
Nachdem ja Bilder mehr sagen als tausend Worte, habe ich einfach mal schnell
die Photos der letzten Tage zusammengefaßt: Klick hier


Was mich dann allerdings sehr bewegt hat, war wieder einmal eine
Bekanntschaft - Ricardo, ein Freund der Familie.
Ricardo war vor 40 Jahren der Trauzeuge bei der Hochzeit der Eltern von
Candy, hatte ein bißchen den Kontakt mit der Familie verloren, wurde dann
unerwarteterweise nach Jahren plötzlich wieder angerufen und zu dieser
Hochzeit eingeladen.
Durch Zufall landete er bei uns dann am Tisch der "Gringos".
Es stellte sich dann heraus, daß er um Geld zu sparen irgendwo auf einer
Couch bis in die Früh warten wollte um dann den ersten Bus zu sich nach
Hause zurück zu nehmen. Aber nachdem in dem Zimmer von Susan und mir noch
ein weiteres Bett frei war, luden wir ihn einfach nach der Feier zu uns ein
- und am nächsten Morgen (oder technisch gesprochen dem der Nacht folgendem
nächsten Vormittag) noch zu einem Frühstück.
Susan rekelte sich noch etwas im Bett weiter, während Ricardo und ich zum
Café ums Eck aufbrachen.
Und Ricardo erzählte mir dann mehr aus seinem Leben. Ricardo - der spanische
Name für Richard, wie mein Vater. Und ein Jahr jünger als mein Vater.
Sein Vater hat seine Mutter verlassen, bevor er geboren wurde. Das er sich
alles selbst erkämpfen mußte. Wie er als junger Mann dann von Lima aus
illegal in die USA aufbrach. Dort jahrelang hart arbeitete. Geld ansparte.
Und trotz Jahre langem Aufenthalt in den USA kaum ein Wort Englisch spricht
- weil in den Gegenden der USA, wo er lebte, Englisch nicht notwendig war.
Wie er dann in irgendwelche Drogendeals verwickelt wurde - nur weil er in
einem Supermarkt in Miami arbeitete, dessen Besitzer Drogen aus Südamerika
importierte. Und bei einer Razzia eben dieses Supermarktes verhaftet wurde.
Das FBI sein Sparkonto mit über 100.000 USD konfiszierte - und ihm mit
diesem Geld zurück nach Peru abschob. Gerade einmal dann 10 USD für die
Taxifahrt vom Flughafen in die Stadt in die Hand drückte.
Wie er sich seitdem versucht durchzuschlagen. Mit selbst angebauten
Heilkräutern und Tinkturen, die er an irgendwelche Truck-Fahrer verkauft.
Touristen kaufen es selten. Dafür gibt es zuviele Verkäufer von
irgendwelchen Sachen, die die Touristen bestürmen.
Wir reden über das europäische Sozialsystem. Über das Mindesteinkommen in
Europa.
Und das es beides nicht gibt in Peru. Das er allein ist. Keine Familie.
Wie lange es bei ihm noch weitergeht? Noch ist er fit. Wie lange noch? Wer
weiß.

Mittwoch, 9. November 2011

Anschluß.

Das spannende am Reisen ist die konstante Veränderung. Dieses In-Leute-Hineinlaufen und dann wieder mal was anderes machen.
Ursprünglich wollten Susan und ich am Mittwoch früh nach Ollantaytambo fahren. Während Susan wieder mal zum Zahnarzt ging – leider eine andauernde Odysee – bin ich noch schnell zur Panaderia ums Eck um ausgiebig zu frühstücken. Aus den geplanten handvoll Minuten wurden dann doch fast eine Stunde, weil ich in ein Deutsches Pärchen gelaufen bin, welche mit 2 Kids beschlossen haben nach Südamerika auszuwandern und gerade eben hier in Peru ihre ersten Wochen verbringen.

Nach dem nettem Plauscherl mit ihnen kam dann die große Herausforderung des Tages – Wäsche abholen. Susan hatte nämlich ein paar Sachen zur Wäscherei gebracht und auch netterweise ein paar Sachen von mir mitgenommen. Und um Zeit zu sparen holte ich diese wieder ab.
Klingt eigentlich einfach und unscheinbar. Oder nicht?...
Nun ja. Das spannende an solchen einfachen Sachen ist: in Südamerika sind manche Sachen einfach „anders". So wie zum Beispiel – am Abholschein muß ja nicht unbedingt notwendigerweise auch eine Adresse draufstehen. Wozu auch - wären ja auch technische Details...
Und Susan´s Beschreibung folgend führte mich auch nicht weiter – es gab in dieser Straße 7 (sic!) ausgeschilderte Wäschereien. Und obwohl ich in allen drinnen war – keiner erkannte den Zettel wieder.
Ist ja alles nicht so schlimm – schließlich braucht man doch nur die Straße entlang spazieren und sieht dann doch wo es Wäscheannahmen gibt. Oder?
Nope. Nicht ganz. Weil da kommt wieder eine andere Besonderheit von Südamerika zur Geltung: wenn Geschäfte geschlossen sind, sieht man überhaupt nicht von außen, was es für ein Geschäft ist. Oder ob es überhaupt ein Geschäft ist.
...es stellte sich nämlich heraus, daß die (gefühlte) 42. Wäscherei in dieser Strasse erst später aufmachte und sie eben VOR der Öffnung nicht erkennbar ist.

Etwas verspätet brachen wir dann von unserem Hostal Richtung Micro-Station auf. (Micros ist die Bezeichnung für die hiesigen Taxis, wo mehrere Personen zusammengequetscht irgendeinen lächerlichen Betrag für eine stundenlange Fahrt bezahlen. Zum Beispiel für die rund 90 minütige Fahrt von Cusco nach Ullantaytambo im normalen PKW bei 4 Personen pro Person 10 Soles (rund 3€))
Tja. Nur auf dem Weg dorthin liefen wir dann noch in Michel, seine Frau Pilar und seine Tochter Xylia. Michel hatte Susan einmal eine Empfehlung für einen Zahnarzt gegeben, da seine Tochter auch Probleme mit den Zähnen hier hatte. Und somit sind wir mit denen dann auch noch mal sehr nett auf einen Kaffeeplausch zusammen gesessen.

Aber dann letztendlich 10h verspätet sind wir dann in Ollantaytambo aufgeschlagen.
...Wo wir dann versehentlich in die engste Familienfeier von Matthias hineingeplatzt sind. Matthias hat uns dann aber netterweise ganz pragmatisch zum Mitfeiern eingeladen. Und nachdem Alkohol ja verbindet, fanden wir dann überraschend schnell Anschluß in dieser sehr netten Runde.

Dienstag, 8. November 2011

Shoe. Shine.

Dem werten Leser wird vielleicht aufgefallen sein, daß seit meinem letztem Blog einiges an Zeit vergangen ist. Wie ich gerade feststelle, ist unglaublicherweise eine ganze Woche seit meinem letztem literarischem Erguß vergangen.
Man könnte vermuten, daß ich einen Trek auf 5050m rund um den Ausangate gemacht habe, ich in tiefster Isolation die Gegend erkundet habe. Herrliche Naturerlebnisse vorgefunden habe. Daß ich fernab der Zivilisation keine Möglichkeit hatte irgendwelche Lebenszeichen von mir zu geben.
Manchmal ist es einfach auch nur der Einfluß einer winzig kleinen Anhäufung von ein paar Orthomyxoviridae die große Pläne zunichte machen.
Zuerst (er)lag Susan der Grippe zu Füßen. Dann durfte ich aus erster Hand die Auswirkungen des Influenzaviruses ergründen.
Nun gut. Muß ja auch sein. Endlich mal keine Probleme mit dem Intestinaltrakt. Es lebe die Abwechslung!
Heute bin ich schon wieder etwas fitter. Naja. Zumindest habe ich es bis hinunter zum Plaza de Armas geschafft - dem traditionellem Hauptplatz einer südamerikanischen Stadt. Hier in Cusco bedeutet dies allerdings: von meinem Hostal ca. 100 Höhenmeter runter ins Tal. Was aber auf einer Höhe von 3416m nicht so einfach ist - wenn man eben nicht so fit ist. (Zurück bin ich dann allerdings mit dem Taxi gefahren (3 Soles, 1€) )
Der Grund für meinen Ausflug in die Untiefen von Cusco - ich war auf der Suche nach einem Schuhputzer. Immer dann wenn man einen sucht, findet man keinen. Eh klar.
Nachdem ich mich ja Kostümmäßig auf die übermorgen stattfindende Hochzeit meines deutschen Freundes Matthias vorbereiten mußte (und ich mir bereits den Luxus einer beigen Hose und eines (zumindest anständigen) Hemdes gegönnt habe), erfuhren auch meine Bergschuhe eine Politur (2 Soles, 0,7€). Man will ja glänzen bei solch einem Ereignis, nicht wahr?

Dienstag, 1. November 2011

HAPPY BIRTHDAY, Bruderherz [Pics - BEST OF MrC]

Eigentlich bin ich ja zu früh dran. Aber technisch gesprochen ist es ja schon beinahe morgen in Österreich.
Und somit möchte ich den heutigen Blog einer Person widmen, die ich wahrscheinlich in meinem Leben am längsten an meiner Seite haben werde – meinem Bruder. Welcher morgen / heute Geburtstag hat. Somit:

HAPPY BIRTHDAY, Bruderherz!

Und da möchte ich gleich zu seinen Ehren ein Photoalbum veröffentlichen:
Eine Selektion an Photos der letzten 11 Monate, für jemanden, der nicht so viel Zeit hat immer alle meine Alben durchzuschauen.
Ich verwende hier mal statt Picasa ausnahmsweise Flickr – freue mich da aber auch wieder sehr über konstruktives Feedback! (Man möchte sich ja weiterentwickeln)

Huchuy Qusqo - Kleines Cusco

...nur eine kurze "I´m alive" Nachricht.
Der Trek war spannend: auf 4300m übernachtet, mit allem was dazugehört: Regen, Sonne, alte Inkaruinen, geniale Ausblicke und steile Abstiege, Wasser aus Pfützen und Wasserfilter. Und bei der Rückkehr hat es dann so stark geregnet, daß das Taxi vom Busbahnhof ins Hostal die steilen Straßen Cusco´s nicht hochkam. Auf mein Angebot zu schieben ist der Fahrer aber nicht eingegangen. Zum Glück.

...und wie es immer so ist: die kleinen technischen Details. Ich komme gerade von einer Halloween Performance zurück und stelle fest, daß mein Mail an meinen Blog die ganze Zeit nicht hinausgegangen ist: zuviele Bilder ergeben zu großes Mail. Tja. So ist das Leben. Also nix mit Bilder jetzt. Sondern mal schlafen. Aber dafür morgen gibt´s wieder ein paar Bilder. Versprochen!

Freitag, 28. Oktober 2011

Virtuelles Trekking

Ursprünglich hatte ich ja mit dem Gedanken gespielt, etwas spektakuläres zu machen – eine Bootsfahrt auf einem Zubringerfluß vom Amazonas. Mit einem gekauften Boot dort entlang schippern.
Aber die letzten Tage war ich nicht so ganz fit und auch der Zeitplan war mir zu knapp, weil ich ja am 10. November die Hochzeit von Matthias, einem Deutschen Freund, hier in Cusco besuchen möchte.
Aber somit was machen mit der Zeit bis 10. November?
Nun ja wie wär´s mit einem kleinen Spaziergang. Zum Beispiel diesem: http://www.besthike.com/southamerica/peru/ausangate.html
Tja. Nachdem Führer und Packesel überbewertet werden – nur wie die Route finden?
...Ach. Das kann man zum Beispiel hier machen: http://www.everytrail.com/view_trip.php?trip_id=665662
(Übrigens: ich mag mein GPS)

Nachdem Susan auch Lust hat, auf ein bisserl herumlaufen, haben wir also die letzten Tage beschlossen diesen Plan in die Tat umzusetzten. Ein kurzer Besuch beim South American Explorer Club (http://www.saexplorers.org/clubhouses/cusco), dort eine 1:100.000 Karte besorgt. Uns die Route von dem Trekking-Profi dort nochmal erklären lassen.
Dann bei einem Ausrüstungsshop ein Zelt gemietet (8 Soles pro Tag, rund 2,5€), welches (angeblich) den starken Wind beim Ausangate aushält.
Und dann noch einen Test-Hike hier in der näheren Umgebung von Cusco geplant – bevor es dann auf die 5150m hinauf geht: http://www.everytrail.com/view_trip.php?trip_id=245162
Eigentlich ist der Trek, der heute losgeht nur ein 1-(langer)-Tagesmarsch. Aber wir wollen da unsere Ausrüstung checken bevor es da in die Wildnis geht – bei dem langen Trek zum Ausangate ist da rund 6-Tage lang nix mit Shopping oder so. Und somit planen wir da am Weg eine Übernachtung ein. Morgen geht´s dann wieder zu unserem Hotel mit warmer Dusche zurück.

Ach, ja. Falls sich der werte Leser fragt, was denn dieses beiliegende Photo mit dem Trek zu tun hat – die Antwort ist: Gar nix. Susan hatte mir nur vorgestern die Gelegenheit gegeben, mein medizinisches Spanisch im Bereich Zahnwurzelbehandlungen zu erweitern. Fehlte mir ja auch noch in meinem Repertoir.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Wozu planen?... [Pics, Bolivien, viele]

...es kommt ja sowieso anders als man denkt.
Ich sitze gerade hier im Hostal Amazon in Cusco am Computertisch und grüble
gerade nach was eigentlich in den letzten Tagen so passiert ist.
Das ich hier am Computertisch sitze ist leider deswegen notwendig, weil es -
unglaublicherweise - in meinem Zimmer kein WiFi Empfang gibt. Yap. Sowas ist
wirklich möglich!
Lang ist es her, daß ich sowas ungeheurliches erlebt habe.
Sei´s drum. Technische Details, welchem dem werten Leser
höchstwahrscheinlich äußerst egal sind. (Aber für umtriebige Menschen wie
mich eine Katastrophe darstellen. Beinah die gleiche Kategorie wie keine
Seifenablage in der Dusche. Oder so ähnlich.)

Vor einigen Tagen habe ich wieder Kontakt aufgenommen mit einem lieben
Freund - Matthias - den ich bei einer sehr, sehr netten Geburtstagsfeier von
unserer gemeinsamen ganz, ganz lieben Freundin Heike, in Berlin
kennengelernt habe. Und genau für 3 Tage gesehen habe in meinem Leben. Und
mich aber prächtig verstanden habe mit ihm.
Und es stellt sich heraus, daß er heiratet.
...was an sich nicht sooooo ungewöhnlich sei. Aber wo macht er es? ... in
Cusco. Am 11. November. Genau dem Cusco, in dem ich mich gerade aufhalte...
Nun gut. Also nächster Fixpunkt meiner Reise: 11. November hier in Cusco.
Susan, ihre Eltern und ein Freund von ihr, Steve sind auch hier und so werde
ich mich einige Zeit also hier noch herumtreiben. Also nichts mit schnell
mal nach Arequipa zurück. MrC reparieren und herumdüsen. Sondern eher mal
schauen was mich hier in Cusco so erwartet und die Zeit in der Umgebung hier
verbringen...
So wie zum Beispiel: Steve hat mir erzählt, daß in seinem Hostal ein Zettel
aushängt. Ein paar Leute wollen sich ein Boot kaufen und damit vom Manu
National Park nach Puerto Maldonado fahren.
Fahrtdauer: 10-12 Tage.
Abfahrt: in den kommenden Tagen
Hmmmm... Ach wie praktisch. Bis zum 11. November sind es noch rund 2 1/2
Wochen - würde sich doch perfekt ausgehen. Oder? ;-)
Mal schauen. Email habe ich gerade geschrieben. Wenn ihr also irgendwelche
SPOT Messenger Nachrichten aus dem Dschungel plötzlich bekommt, dann wißt
ihr was ich so gerade treibe.
Und weil ich im Bus sehr viel Zeit hatte wieder mal ein größerer Schwung
Photos:
Wie zum Beispiel mein Hostalzimmerausblick hier in Cusco.

Oder Das Gourmetleben hier.

Oder mein eintägiger Aufenthalt in Lima, wo ich Frank im Museo Larco
getroffen habe - inklusive der teilweise äußerst "animierten" Kunstwerke,
die dort ausgestellt werden.


  
Nach soviel Ferkeleien, mußten wir das ganze mit lokalem Gerstensaft ausklingen lassen:

Ach. Und falls jemand so wirklich ganz, ganz neugierig ist, noch anbei die
zeitlich letzte Serie der Photos aus Bolivien von dem Weg von Rurrenabaque
endlich raus aus Bolivien (Die Photos davor muß ich noch irgendwann mal
aussortieren) - mein Visum war ja schon abgelaufen und durch die technischen
"Herausforderungen" mit MrC wurde ich da etwas aufgehalten. Also anbei die
Photos von meiner Odyssee - mit freundlicher Untersützung von Susan, welche einen Teil der Photos geschossen hat:
Unter dem Mottor: Stoßdämpfer werden überbewertet:

Spanngurte sind sinnvoll. Manchmal. Und nicht überbewertet:

Humpeln kann auch ein Fahrzeug. Maximalgeschwindigkeit während dieses Trips rund 25km/h:

Finally! Endlich schaffen wir es nach La Paz:

Nachdem ich ja am schnellsten Weg nach Peru rüber mußte, trennten sich Susan´s und meine Wege. Schwerer Fehler. Letztendlich war sie dann um einiges schneller - Motto "Technische Details"

Und so besuche ich dann noch einmal Susan in Copacabana. Weil es eh schon egal war, daß mein Visum massiv überschritten war:
Und die restlichen Photos von meinem Trip nach Ecuador hoch bzw. den Galápagosinseln kennen meine werten Leser schon.

Ach ja. Und weil ich es gerade festgestellt habe - in dem Wasserzeichen meiner Photos hat sich ein wunderschöner Tippfehler versteckt. Wer ihn findet - kann ihn behalten... ;-)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Überraschungstreffen

17:53. Ich sitz im Bus. Nun gut. Ist ja schließlich nichts Neues.
Allerdings ist neben mir noch ein Platz frei. So wie in meiner Cama Suite Luxus Klasse in Summe 4 von 12 Plätzen. Und oben im zweiten Stock des Busses waren auch noch jede Menge Plätze frei.
Warum das Fall ist – oder viel mehr: warum denn ausgerechnet gestern eben nicht! – verstehe ich nicht. Anyway.
Ich habe den Tag auch sehr nett verbracht. Mit einem Plauscherl mit Frank, dem deutschem Freund, dem ich in regelmäßigen Abständen immer wieder über den Weg laufe. Informationen über unsere Reiserouten ausgetauscht. Seine Erzählung vom Unfall vom Kurt gelauscht – unserem gemeinsamen Schweitzer Freund, der beschlossen hat die Flugkinematik seines Motorrades auszuprobieren.
...was eigentlich dumm ist. Schließlich hätte er es doch viel einfacher haben können! Ich hätte ihm gleich gesagt, daß sich Straßengräben und Motorräder nicht vertragen. Hatte diese empirische Studie ja schließlich schon bereits durchgeführt.
Und dann hat Frank noch von seinen Stoßdämpferproblemen erzählt. Endlich bin ich nicht mehr der einzige mit technischen Herausforderungen. Wir fühlten uns sehr verbunden... J

Danach gab´s noch ein lukullisches Mittagessen – frisches Brot mit Mozarella ähnlicher Wurst mit Oliven. Gemeinsam mit einer (oder zwei) Dosen Bier. Auch fein.
Und jetzt sitze ich im Bus. Habe WiFi. Feines, knuspriges Brot als Reiseproviant. Mit einer nach deutschem Rezept gemachten Salami. Ein paar frische Oliven. Schoki habe ich noch vom vorigem Trip. Also alles perfekt für eine Overnight Tour im Bus. Naja. Fehlt nur eine Steckdose noch beim Sitz. Ansonsten alles sehr perfekt. Fein.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Kleine technische Details

Manchmal sind es diese Kleinigkeiten, die Dich motivieren unvermittelt eine kleine Ruhepause einzulegen.
Solche Sachen wie: am Dienstag um 14:00 in Guayaquil in den Bus einzusteigen. Eine 26-stündige Busfahrt zu haben. Und der Anschlußbus fährt um 17:30 weiter. Am Donnerstag.
Nun gut. Man soll halt nicht - durch irgendwelche nicht funktionierenden Internetbuchungen aufgehalten – im letzten Moment versuchen eben mal eine 5 Minuten Transaktion durchzuführen. Die dann über eine Stunde dauert. In dem ganzen Trubel habe ich übersehen, daß die Fahrtdauer bei der Seite im Internet sich auf die ganze Strecke von Guayaquil nach Cusco bezogen hat. Ähem. Und nicht only auf den Stretch Guayaquil – Lima.
Wenigstens habe ich für morgen gesichert einen Platz in der Liegeklasse, „Cama". 
Heute wie ich dann in Lima angekommen umbuchen wollte gab es gar keinen Platz mehr. Auch nicht mehr im (billigeren) Semi-cama.
Also Gepäck bei der Aufbewahrung abgegeben (0 Soles, entspricht 0 €). Und dann nur mit meinem Handgepäckrucksack bewaffnet zu Fuß aufgemacht die Gegend zu erkunden.
Die gute Nachricht – ich habe relativ flott ein Einzelzimmer um 35 Soles gefunden. (Ich hoffe, ich irre mich nicht beim Wechselkurs – theoretisch sollten das 7€ sein. Mein Peruführer liegt gut gesichert in Arequipa)
Die schlechte Nachricht – der Teil Limas in dem sich das Busterminal befindet, hat den Charme einer russischen Satellitenstadt. (Wobei ich zugeben muß noch nie in Rußland gewesen zu sein)
Nach der Organisation der Unterkunft kam der wichtigste Teil des heutigen Tages: Essenssuche. Der schnelle Hunger wurde durch den Besuch von Kentucky Fried Chicken erstmal etwas gestillt. (Ein kleiner Snacker Burger mit Pommes regulares um 5,90 Soles, das 7Up 2./, eine Apfeltasche um 2,90./. Durch 4 ergibt den ungefähren Betrag in €)
Gerade eben bin ich in das Restaurant „El Cotorro" hineingegangen. Kein Internet. Aber Bier. Auch wichtig.
So steht also neben mir eine Flasche Cusquena 330ml. Wenn sich der werte Leser fragt, warum die Größe der Flasche nur 330ml beträgt: Keine Ahnung. Anscheinend haben die hier nichts ordentliches. Trotz meiner so lautenden Bestellung.
Nun gut. Die Bedienung glänzt hier nicht mit Freundlichkeit. Aber um ehrlich zu sein – keiner (bis auf eine Ausnahme) der hier ansässigen Personen bis jetzt, mit denen ich parliert hatte.
Weder beim Busunternehmen, noch im Hotel. Anyway. Es ist ja nicht so, daß ich hier seßhaft werde. Geschweige denn möchte.
Aber ich gebe zu – dies ist Theorie. Es gibt ja noch andere, die bei dieser Entscheidung mitreden. Mr Churchill zum Beispiel.
Wenn ich mit dem Schreiben hier fertig bin, gibt´s dann ein Viertel Huhn. Mit Pomme Frites und Salat um 12,90 Soles (etwas mehr als 3€) Das – wie immer – überlaut aufgedrehte Fernsehen gibt´s gratis dazu.

Uff.... Und schon wieder Photos ;-)

Ich weiß. Es gibt noch immer Leute, die wollen mehr und mehr Photos sehen.

Und weil ich grad eben seit 04:45 in der früh hier herumsitze und endlich wieder mal zum Computer Arbeiten komme, noch einmal 10 Photos: https://picasaweb.google.com/117650293459586742869/PacoSLesson?authkey=Gv1sRgCM6Z1rK63dLcdw

 

Irr. Fahrt.

Ach. Das Leben kann so schön sein.
Man sitzt im Bus. Döst vor sich hin. Kommt am Busbahnhof an. Steigt aus. Wartet ein bisserl. Steigt in den nächsten Bus ein. Schläft weiter.
Tja. Das Leben kann so schön sein.
...ist es aber derzeit nicht.

Natürlich war die Endstation des Transporte Ecuador nicht dort, wo ich das letzte Mal von Peru kommend, eingestiegen bin. Warum denn auch?
Mein Gott - nur weil es 04:20 Uhr in der früh war und ich einen rund 35kg schweren, mit Motorrad Ersatzteilen gefüllten Rucksack & einen rund 10kg schweren kleinen Rucksack herumschleppe... Das darf man doch nicht überbewerten, oder? (Ich erwähne jetzt nicht, daß mein großer Rucksack in einem ehemaligen 25kg beinhaltenden Haferflockensack fest eingewickelt ist. Was praktisch ist, weil er nicht bei der Busfahrt verschmutzt werden kann. Was unpraktisch ist, weil er keine Tragegurte offen hat. Und ich erwähne auch nicht, daß ich zwei Gepäck-Tags auf meinem großen Rucksack hatte. Ich brauchte zum Glück aber nur einen der beiden zugehörigen Belege...)

Auf jeden Fall habe ich dann einen Mann gefragt, wo denn der Busterminal sei. Bei der ganzen Horde an Schleppern, welche mir ihre Taxidienstleistungen anboten, schien mir dies die sicherste Wahl – einfach mal Informationen von einem ortskundigen Einheimischen einholen.
In der Theorie klingt das nach einer guten Idee.
In der Praxis scheitert dies daran, daß eben dieser zwar Einheimisch war. Aber leider nicht ortskundig. Und somit er sich umdrehte und den erstbesten Taxifahrer nach dem Weg fragte...
Wenigstens hat er mir die Qual der Wahl abgenommen. Um diese Uhrzeit immerhin eine veritable nicht zu unterschätzende Erleichterung.

Und der Taxifahrer meinte – „Ja,ja. Kein Problem. Er bringt mich zu Viaje del Sur.“ Ich mache ihn darauf aufmerksam, daß ich aber den Bustransport „Cruz del Sur“ suche. Dort wo die Busse nach Lima fahren.
...“Ja,ja. Kennt er“
Also eingestiegen. Schnell den Fahrpreis vereinbart (5 USD). Und losgefahren.
...Es war eine schöne Stadtrundfahrt. Schön ins Zentrum hinein. An der Kathedrale vorbei. Schöne alte Bauten gesehen.
Und dann vor einem kleinem Shop gehalten. Klein. Unscheinbar. Und mit „Viaje del Sur“ beschriftet.
Ähem.
…Houston, we ´ve got a problem!
Nach einiger Diskussion stellte sich heraus, daß ich zum Terminal Terrestre muß.
An und für sich bin ich ja ein halbwegs kommunikativer Mensch. Aber um diese Uhrzeit reduziert sich normalerweise mein Kommunikationswillen auf den Satz:“ Kaffee – wo?“
Nun gut. Und so sitze ich halt hier im ersten Stock des Terminals. Habe mich wieder an die Steckdose angedockt. Einen leckeren Kaffeegeruch in der Nase. Ein feines französische Nougat-Croissant auf dem Teller vor mir. Eine entspannende Nackenmassage bekommend. Mit super schnellem Internet...
Ähem. Ok. Ich brauch Kaffee. Ich fange schon an zu phantasieren... – Weil um diese Uhrzeit hat hier nicht einmal gar nichts offen.
Wenigstens Strom kommt aus der Steckdose. Zumindest einer der Elementarbedürfnisse des modernen Menschen ist rudimentär erfüllt.

Montag, 17. Oktober 2011

Busride sucks. Galápagos rulez. [Pics]

Nach dieser wunderschönen Zeit auf den Galápagosinseln wird es wieder Zeit
in die Wirklichkeit zurückzukehren. Sprich in die harte Realität. Im
wahrsten Sinne des Wortes.
...der Sitz im Flieger zurück auf das Festland war nicht gepolstert. Aber
ist ja nicht so schlimm - es waren eh nur 2 1/2 Stunden. Als echter Mann
sitzt man dies mit der rechten Pobacke ab. (Die linke war nach ein paar
Minuten schon wund)
Anyway.
In Quito angekommen, bin ich dann mit dem Taxi schnell zu Ana Belen´s Eltern
gefahren um meine Ersatzteile abzuholen.
Martha, ihre Mutter, hat mich dann nicht nur - wie ich es vom 5 Sterne
Dampfer gewohnt war - kulinarisch verwöhnt, sondern auch noch super herzlich
empfangen. Nach einem äußerst nettem Plauscherl wurde ich dann von ihr
gemeinsam mit ihrem Mann, Mario, noch bei dem Terminal des Transporte
Ecuador Busunternehmens abgesetzt und in den Bus um 20:20 gesetzt (9 USD).
Rund 8h Fahrt liegen vor mir. Naja. Oder eher sitzen vor mir.
Beim Einsteigen dann wieder mal die typischen Kleinigkeiten. Welche einem
dann zu denken geben.
Sowas wie: das Gepäck muß abgegeben werden.
Klingt unscheinbar.
Ist es aber nicht.
Weil... es inkludiert auch meinen Handgepäckrucksack, weil dieser für die
hiesigen Definitionen zu groß ist.
Nun gut. Es ist ja nicht so, daß ich eine Kameraausrüstung im charmanten
4-stelligem Eurobereich herumschleppe...
Und bei dem Gewusel beim Be- und Entladen kann ich nicht wirklich
ausschließen, daß da Taschen wegkommen. Oder mal kurz so eben schnell eine
Hand in eine Tasche greift, die originär eben halt nicht zu selbiger gehört.
Aber es gab kein Entkommen. Selbst meine kontinuierlichen Versuche, mich als
dummer Gringo zu definieren scheiterten.
Das mich letztendlich überzeugende Argument des Bodenpersonals war, daß -
wenn die Busse überfallen werden - der sicherste Ort für Wertgegenstände der
Gepäckraum ist. Bei so einer Argumentation mußte ich mich geschlagen
geben...
...Also Tasche abgeben. Zumindest meinen Paß und meinen Laptop habe ich
somit an Bord genommen.
Das spannende dabei ist ja wieder mal der eigene Geist.
Ich meine hierbei nicht den heiligen. Auch nicht den Weingeist (dieser wäre
wenigstens entspannend). Sondern derjenige, welcher einem dann erinnert, daß
es beim Abgeben des Handgepäckrucksackes und Anbringen des Aufklebers ein
ziemliches Chaos gab und mir dann irgendwann einmal irgendein diffuser
Zettel in die Hand gedrückt wurde. Ich aber bei dem Handgemenge dann nicht
mehr überprüft habe, ob die Nummer überhaupt zu meinem Gepäck paßt...
Oder, daß der Bus dann eine defekte Ölleitung hatte - und alle Passagiere
denselbigen kurzfristig wechseln mußten. Theoretisch wurde dabei das Gepäck
alles umgeladen. Natürlich vollkommen gesichert.
Daß der Busfahrer mit der Situation vollkommen überfordert war, ist ein
technisches Detail. Ebenso wie, daß irgendwelche Personen - vermutlich
Passagiere - sich einfach dann sicherlich "ihr" Gepäck geschnappt haben.
Und bei solchen Gelegenheiten gibt es nur ein kontinuierlich rezitiertes
Mantra, welches weiterhilft: "Du jast eine gute Kameraversicherung. Du hast
eine gute Kameraversicherung. Du hast..."
Anyway. Gerade eben gab´s noch die zweite Pause, bevor es Non-Stop 4 Stunden
nach Guayaquil weitergeht. Jetzt noch schnell eine Runde ungestört und
entspannt - weil eben ohne Fahrtunterbrechung, wo ich mein Gepäckabteil mit
paranoischen Argusaugen bewachen muß - schlafen kann. Auch fein.
Naja. Zumindest 4h. Weil um ca. 04:30 kommen wir an.
Technische Details. Werden überbewertet. Und so. Hatten wir ja schon heute.
Auf jeden Fall hatte ich bis jetzt Zeit meine Photos noch mal zu bearbeiten.
Und somit wieder mal für die ganz Neugierigen unter den werten Lesern ein
kleines selektives Photoalbum mit ein oder zwei Photos, welche mir gut
gefallen: https://picasaweb.google.com/117650293459586742869/BestOfGalapagos